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Rubrik Vermittlung?

Verschwörung gegen die Männer

Hitler war vielleicht ein britischer Agent, die Oktoberrevolution ein Plot britischer Freimaurer, der Zweite Weltkrieg der Versuch, Deutschland durch die SU zu vernichten, der heutige Dritte Weltkrieg die organisierte Vernichtung Amerikas und der Feminismus ist eine beständige Verschwörung gegen das ganze männliche Universum, erfährt das vorher beim verlinkenden Top10-Blog (na gut, gestern laut Blogcounter nur Nummer 14) PI eingeweichte Lesefröschchen bei Henry Makow.
13.7.06 11:03


Bei Bilderbergers unterm Sofa - Entschwörung unterwegs, Teil 2

Wie berichtet, verfolgten mich Verschwörungstheorien und deutscher Wahn bis nach Portugal. In Spanien begegnete mir bei der Erwähnung von Atocha die gleiche Indifferenz wie bei jedem anderen Thema. Zwar hatten sich die politischen Rivalen in Zeitnähe zum Ereignis gegenseitig mit dem Vorwurf der Verschwörung belegt, das schien aber eher dazu gedient zu haben, den Verdacht von sich abzulenken, was wohl beiden Fraktionen ganz gut gelang. Jetzt scheint jedem Spanier klar zu sein, daß Aznar ein Mörder und außerdem ein Hurensohn ist, beziehungsweise im Massenbewußtsein war. Dazu bedarf es keiner besonderen Verschwörungstheorie, es genügt vollauf der Common Sense, Spanien wäre bis zu seiner glorreichen Wahl ein Vasall Amerikas gewesen und nun endlich auf den Weg nach Kerneuropa umgeschwenkt. Sogar der Papst kommt jetzt von dort zu Besuch nach Valencia.

In England lag der Fall dann komplizierter. Die gleiche Bekannte, die mir das schon heiß ersehnte "Them. Adventures with Extremists" von Jon Ronson auslieh, meinte bezüglich meiner Beurteilung von Atocha und 7/7, das entspräche dem, "what they try to make you believe." Der gleiche alte Hippie, der London für seine Internationalität lobte und seit jeher von der Verkommenheit und Überflüssigkeit von Regierungen überzeugt war, zeigte ein unstillbares Entsetzen über die von diversen 9/11-DVDs behauptete Möglichkeit, die amerikanische Regierung könnte vielleicht lügen. Der alte Gelehrte, der die Freizügigkeit der Gegenwart bewarb, sprach im nächsten Atemzug davon, daß dies eben die letzten Tage von Babylon wären.

03072006474


Der Guardian, Hausblatt des britischen Bauchlinken, bot Mark Honigsbaum eine Woche vorm 7/7-Jahrestag die Möglichkeit, seine Verwendung durch Verschwörungstheoretiker zu thematisieren. Er hatte unmittelbar nach der Explosion an der Edgware Road eine Zeugenaussage zitiert, nach der sich der Boden des Zuges gehoben hatte. Schon kurz darauf war durch andere Zeugen, die näher an der Explosionsstelle gewesen waren, klargeworden, daß die Bombe im Zug und nicht darunter hochgegangen war. Das Audio seines Livebeitrags kursierte jedoch bereits im Internet und triggerte später Postings wie "Did July 7 bombs explode under trains?" oder auch gleich "How Black Ops staged the London bombings". Just benutzte der bekannte Sprengstoffexperte Jürgen Elsässer dieselbe Kolportage für seine kritische Reportage für die Physiker- und Chemikerfachpresse, was dann gleich von Mathias Bröckers in seinem Weblog weiter kolportiert wurde.

Ich las also den großartigen Jon Ronson, der bei seiner teilnehmenden Bobachtung unter Extremisten aller Couleur immer wieder auf die Vorstellung einer geheimen Weltregierung gestoßen war und sich daher auf die Suche nach ihr begeben hatte. Als er tatsächlich auf die Bilderberger stößt und mit einem ihrer Mitbegründer redet, stellt er fest, daß sie eben wirklich wichtige Dinge zu besprechen haben und nicht wollen, daß ständig Antisemiten vorbeischauen und stören.

"To say we were striving for a one-world government is exaggerated, but not wholly unfair. Those of us in Bilderberg felt we couldn't go on forever fighting one another for nothing and killing people and rendering millions homeless. So we felt that a single community throughout the world would be a good thing... That isn't a conspiracy! That is the world. It is the way things are done. And quite rightly so... But I will tell you this. If extremists and leaders of militant groups believe that Bilderberg is out to do them down, then they're right. We are. We are against Islamic fundamentalism, for instance, because it's against democracy."
"Isn't Bilderberg's secrecy against democracy, too?" I asked.
"We aren't secret," he snapped. "We're private..."

(Bilderberg Chapter)


Ronson beschreibt den irgendwie desillusionierenden Effekt, den diese banale Begegnung mit der angeblich sinistren Weltverschwörung für ihn hatte: "At times, I become nostalgic for when I knew nothing. There are so few mysteries left, and here I am, I presume, relegating Bilderberg to the dingy world of the known."

Dann stellt er fest, daß die Art, wie die Islamisten und Neonazis und Verschwörungstheoretiker über westlichen, kosmpolitischen Liberalismus als eine Art Glaubenssystem reden, ihm wenigstens daß Gefühl geben würde, er hätte eins. Nur um gleich darauf zu erfahren, daß auch die Bilderberger und die Teilnehmer des als satanisches Ritual verschrienen Promi-Freakouts im kalifornischen Bohemian Grove die über sie verbreiteten Verschwörungstheorien durchaus genießen, da sie ihnen das Gefühl geben, wirklich noch die Kontrolle zu haben. Denn, so sagt einer von ihnen, "keiner regiert die Welt. Die Märkte regieren die Welt."

04072006495


Nicht sehr überraschend, daß Ronson von Hardcore-Verschwörungstheoretikern als "einer von ihnen" angesehen wird. Unter dem Telepolis-Artikel zum Buch finden sich etwa folgende Kommentare:

"Jesus war der erste Verschwörungstheoretiker und wurde von den J.... auch schwupps gekreuzigt. 2000 Jahre Judenverfolgung sprechen für sich - und sie machen so weiter, prost shalom!!!
Heil Jahwe"

(Surfcheng, ergänzt um die Empfehlung des Buches von Armin Risi: "Machtwechsel auf der Erde, Der multidimensionale Kosmos, Band 3, Die Pläne der Mächtigen, globale Entscheidungen und die Wendezeit")

"Vielmehr werden da wohl eher Themen durchgesprochen, wie sich eine Unterjochung des arbeitenden Volkes mit dem geringst möglichen Widerstand durchsetzen lässt."
(arthur dee)

"Nahezu alle Tollheiten, die zu unser gegenwärtigen globalen Krise (sei es wirtschaftlicher, sozialer oder politischer Natur) geführt haben, wurden bei solchen Treffen in Geheim-Zirkeln ausgedacht.... (Es gibt nicht nur Bilderberger!)"
(sensortimecom)

Schöner ist da ein Interview, das CNN mit Ronson führte und das folgendermaßen endete:

J.R.: „Ich denke, die Geheimnistuerei der Bilderberger geht insbesondere auf Henry Kissinger zurück, einem der Gründungsmitglieder der Bilderberger, der, ich denke auf eine recht dumme Weise, die Idee liebt, so eine geheimnisvolle Schattenfigur zu sein. Es ist wirklich dumm, in der Tat. Einige Mitglieder, zum Beispiel Lord Owen...“

CNN: „Der frühere britische Außenminister und Führer der Social Democratic Party.“

J.R.: „Ja, also er sagte mir, er würde sich wünschen, die Bilderberger würden diese Geheimhaltung aufgeben, denn sie gibt Anlaß für immense Verschwörungstheorien.“
12.7.06 20:53


Gimme some o' that ol' time Maschinenstürmerei

Sollte jemand am Samstag in Darmstadt sein, kann er sich im 'Saturn' am PC-Weitwurf beteiligen. "Es werden alte PCs so weit wie möglich geworfen, gestoßen oder geschleudert", heißt es.
12.7.06 11:09


Antisemiten gegen Hitler - Entschwörung unterwegs, Teil 1

In Portugal brach eine deutsche Bekannte mitten in einem anderen Thema in einen Sermon über die Mächtigen der Welt aus, der sich ohne mein Zutun schnell in Richtung selbstgemachtes 9/11 und einen kleinen Kreis weniger Verschwörer entwickelte. Ich fragte nach Quellen und wurde auf ein Buch verwiesen, in dem "alles" drinstünde. Dieses Buch würde von einem befreundeten Pärchen älterer Deutscher zu beziehen sein, die ebenfalls in Portugal wohnen. Tatsächlich brachte dieses Pärchen das Buch am nächsten Tag vorbei, "Pyramide der Wahrheit" von Julius H. Barkas aus dem vergangenen Jahr, geschätzte Verbreitung gering, jedoch angesichts der Liste seiner Auftrittsorte für den folgenden Inhalt doch erstaunlich. Auch die Begleitveröffentlichung des Verfassungsschutz-Symposiums "Neuer Antisemitismus" vom Dezember 2005 geht zwei Seiten lang auf Barkas ein und zitiert ihn ausführlich. (S. 33f.)

Ich beschloß es zu lesen, auch, um zu verstehen, warum meine Bekannte darauf hereingefallen war.

Abgesehen von den üblichen Zutaten, die teils wörtlich aus "Wer regiert die Welt" von Des Griffin, Bröckers WTC-Bestseller und diversen Büchern von Jan van Helsing und David Icke übernommen und wenig originell zusammengefügt wurden (die Zirbeldrüse; Verbot von Hanf, Germanium und Vitamin B17; am 12.12.2012 rotiert die Erde drei Tage lang nicht mehr, dann in die entgegengesetzte Richtung; linksdrehender Körper erreicht viel höhere Frequenz als ein rechtsdrehender... Mensch schwingt mit 7500 Bovismetern, Hopfen mit 8000, Germanium mit 18000, Hanf 63000; das linksgeflügelte Hakenkreuz das Zeichen des Glückes und der Auferstehung, mußte deswegen verschwinden - wie bei Dan Brown), konstruiert der Autor eine Rückzugslinie für eine Art antifaschistische Verschwörungstheorie. Mithilfe alter Brockhaus-Ausgaben versucht Barkas die IG Farben und die Deutsche Bank mit den Rothschilds in Verbindung zu bringen, um dann zu sagen: Auschwitz gab's, aber es wurde von Rothschild-Unternehmen IG Farben betrieben und von Rothschild-Bank Deutsche Bank finanziert: "Der Mord an den Juden war volle Absicht. Wieder werden zwei Völker gegeneinander gehetzt." Indem die Nazis also zum Produkt der Rothschilds gemacht werden, kann sich der sekundäre Antisemitismus als antifaschistisch vorstellen: "Wenn es inzwischen als normal angesehen wird, daß die deutschen Bürger an die Finanziers der Nazis, die ertappten Kriegstreiber, die Verwandten des Adolf Hitler und die KZ-Betreiber Steuern zahlen, dann lege ich Wert darauf, ein Verrückter oder Spinner zu sein..."

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Wirklich alles, was in Deutschland zwischen 1933 und 1945 getan wurde, wird in Barkas' Darstellung von Hitler selbst oder der SS im Auftrag der IG Farben getan, sogar das Betäubungsmittelgesetz. In dieser Leugnung anderer, nicht von der SS begangener Verbrechen außerhalb von Auschwitz liegt m.E. der gut getarnte Knackpunkt einer juristischen Angreifbarkeit dieses Buches.

Die Deutschen werden sämtlicher Verbrechen für unfähig befunden: "Die Angehörigen des germanischen Volksstammes sind im Wesen herzlich und liebenswert. Sie sind grundanständig und haben keinen Arg in sich... Deutsche kämen nie auf die Idee zu behaupten, sie haben eine wichtige Rolle auf dieser Welt zu spielen." Nachdem hier also eine Evidenz übergangen wird, die bis in die Nationalhymne reicht, wird den Deutschen als Stellvertretern fürs allgemein Menschliche die Kriegslust abgesprochen: "Über 42 massive Kapitulationsversuche von deutscher Seite wurden ignoriert", und an anderer Stelle: "Eigentlich haben die Menschen überhaupt keine Lust auf Krieg. Der alltägliche Kampf ums Dasein und diverse Krankheiten genügen vollauf." Oder: "Bei den Völkern und einfachen Individuen scheint die [Toleranz gegen Andersgläubige] meist kein Problem darzustellen..."

In dieser grotesken Verzerrung der Eigenwahrnehmung liegt wohl die Attraktivität von Elaboraten wie diesem begründet. Wie zuletzt bei Ahmadinedschad attestiert, bringt die Leugnung eigener Interessen und eigener Verbrechen die Projektion auf andere mit sich. Sonst würde auf die triviale Behauptung "Die Politiker und Führenden des Landes haben sich verkauft" die Frage danach folgen müssen, was alle anderen getan haben, und der auf das Dementi allgemeiner Kriegsbegeisterung folgende Satz "Einzig der Hunger nach noch mehr Reichtum und der unbedingte Wille zum Erhalt der Macht können als plausible Argumente für die unzähligen Mißstände in der Welt herhalten" würde auf alle Menschen bezogen werden müssen. Er zielt aber ausschließlich auf die Weltverschwörung.

Entsprechend wird nach der Umwertung von Auschwitz zu einem Rothschild-Unternehmen auch der gesamte Krieg in der Art von Mahler den Juden angelastet, dazu dient hauptsächlich das immer wieder gern kolportierte Zitat des großen Zionisten Jabotinsky von 1934: "Unsere jüdischen Interessen erfordern die endgültige Vernichtung Deutschlands." Im Originaltext geht der Satz allerdings noch weiter: "...das deutsche Volk samt und sonders ist eine Gefahr für uns, deshalb ist es unmöglich, zuzulassen, daß Deutschland unter der gegenwärtigen Regierung mächtig wird." Meist wird von Naziapologeten dieser zweite Teil weggelassen, da er deutlich macht, daß es um die deutsche Nation und nicht um die Gesamtheit der deutschen Bevölkerung geht. Das Jabotinsky von der nackten Angst vor den Deutschen und nicht von sinistrem Machtwillen zu dieser Aussage getrieben wurde, zeigt sich in einem anderen Zitat aus den Dreißigern: "Es gibt keine Zukunft in der Diaspora. Alle Juden werden dort vernichtet werden. Die sogenannten neuen Kräfte, die sich weltweit erheben, werden das jüdische Volk nicht retten. Die einzige sichere Zuflucht ist Eretz Israel, und wenn wir unser Volk retten wollen, müssen sie jetzt auswandern! Wenn wir die Diaspora nicht liquidieren, wird sie uns liquidieren!"

Die Deutschen gelten Barkas als Hauptopfer der Weltverschwörung, da sie besonders menschlich sein sollen. Das unterstreicht er mit Bezugnahmen auf Tolkiens "Herr der Ringe", dem er unterschiebt, den geheimen Plot bereits ausgeplaudert zu haben. Geld erscheint folgerichtig als "Ring sie zu knechten" und die Gegenidentifikation funktioniert so: "Und sind wir nicht alle tief in unseren Herzen Hobbits? ... Wir, die Menschen aus Mittelerde, sind die Weltmacht... Alle Völker werden sich uns anschließen." Das Programm dieses Zusammenschlusses ist die gruseligste Stelle des ganzen Buches, da hier sichtbar wird, wie massenkompatibel der Wahn daherkommt: "Befreien wir uns von den Maden, die dem falschen Gott gehorchen. Überlassen wir sie dem Schicksal, das, den unguten Taten angemessen, durchaus wie in der Bibel geschrieben aussehen könnte: 'So jemand das Tier anbetet und sein Bild, der wird gequälet werden, mit Feuer und mit Schwefel, vor den heiligen Engeln. Und der Rauch ihrer Qualen wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit.' ... Die große Stadt wird fallen. Und das ist Jerusalem. Angeführt von den Germanen des Jesus Christus werden die Völker der Erde in Jerusalem den Rothschilds und Konsorten das Zepter der Macht aus der Hand nehmen und die Herrschaft der Menschen beginnt..."

Die folgende Schilderung der nun verbesserten, von den Un- oder Untermenschen gereinigten Welt macht jedoch wieder stutzig, denn es liest sich wie eine Hippieutopie: "Dann steigt die größte Fete aller Zeiten. Ausgelassene, gesunde Menschen, friedlich vereint. Alte, junge, hübsche und weniger hübsche wie ich, nette und vielleicht auch Morgenmuffel, es sind alle dabei. Sie haben unterschiedliche Hautfarben, verschiedene Ansichten und sind Individuen mit unterschiedlichem Geschmack. Wie schön und bunt wird unsere Welt." Wenig nationalsozialistisch lesen sich auch andere Sätze wie: "Für die Unsterblichkeit der Liebe, mit dem Schwert der Wahrheit, dem Worte."

Die Frage drängt sich auf, inwieweit der Autor zu denjenigen gehört, die noch vor wenigen Jahren solche Theorien und vor allem ihren antisemitischen Subtext ehrlich von sich gewiesen haben und nun nach 9/11 mittels der neuen großen Verschwörungserzählungen bereit sind, immer mehr immer Unappetitlicheres auch aus offenkundigen Naziquellen als richtig und wichtig zu akzeptieren. Dieser Prozeß hatte selbstverständlich schon früher eingesetzt, da nazikompatible Auffassungen in den meisten Öko-Zusammenhängen präsent waren, nur schreckte die offene Verbindung zu Nazis noch in den Neunzigern eher ab, wie das Beispiel des von Barkas als "Pionier schlichtweg" und "Meister der Aufklärung" apostrophierten Jan van Helsing zeigt:

Die beiden Bücher wurden in Deutschland nach einem Beschlagnahmebeschluß des Amtsgerichts Mannheim wegen Volksverhetzung vom Markt genommen. In der Folge wurden die Machwerke Holeys im Licht der Öffentlichkeit heftig kritisiert, sodaß sogar die Zeitschrift Esotera, die diese Pamphlete vorher monatelang werbewirksam auf Spitzenplätzen ihrer Bestsellerliste bejubelt hatte, sich plötzlich mit bemerkenswertem Eifer davon distanzierte. Laut Holeys Angaben wurde der erste Band im deutschsprachigen Raum vor seinem Verbot durch die Werbung in Esotera über 100.000-mal verkauft; andere Quellen gehen allerdings von ca. 10.000 Exemplaren aus. Der Autor benutzte dann in folgenden Veröffentlichungen das Verbot selbst als Thema, um sich bzw. seine "Theorie" wiederum als Verschwörungsopfer darzustellen. (Wikipedia)

Das in Barkas' Buch zu besichtigende Verhältnis zur verschwörungsfanatischen und antisemitischen Gemeinde ist ein anderes. Gerade die beständige Verwendung unverdauter Informationen aus zweiter Hand, die der "Beweisführung" überhaupt nicht dienlich sind und nach taktischen Gesichtspunkten höchst ungeschickt ausgewählt und plaziert werden (Helmut Kohl heißt in Wahrheit Henoch Kohn, "In Amerika, dem Mutterland der Demokratie, gibt es keine echten Demonstrationen mehr") wie auch die kaum reflektiert erscheinende Benutzung übelster Nazifloskeln ("Immer ganz hinten schimmert die gleiche Nase durch", "Die dunklen Gegenspielern der überfälligen Machtergreifung...") und schließlich die dilettantische Konstruktion von Synchronizitäten (Mayer Anselm Rothschild geb. 23.2.1743 - Bush in Mainz 23.2.2005) machen die Entscheidung schwer, was hiervon Überzeugung ist und was nur Gepäck. Sogar die goldene Regel konsistenter Global-Verschwörungstheorien, nach der nichts von Bedeutung außerhalb des Planes stehen darf, handelt der Auto zuwider, wenn er Paul C. Martins Geldtheorie mit dem Satz resümiert: "Der unweigerliche Abbau der Arbeitsplätze liegt in der Sache begründet, nicht in irgendwelchen Personen. Die alleinige Schuld trägt der Mechanismus Zinseszins."

Auch die Selbstdarstellung der betriebenen Recherche deutet darauf hin, daß hier nicht der freidrehende halb-kriminalistische und halb-journalistische Anspruch vieler "origineller" Verschwörungstheoretiker am Werk ist, sondern eher eine gefällige und unverstandene Kompilation: "...ich habe ungefähr siebzig Bücher ausgequetscht. Offen für alle angebotenen Wissensbrocken.." Der Leser wird zu ähnlich flüchtiger Kenntnisnahme ermutigt: "Ein Indizienhaufen türmt sich vor uns auf... Hören Sie weder auf mich noch auf irgendjemand anderen, ergründen Sie nur Ihr Gefühl... Im Grunde Ihres Herzens waren Ihnen die gezogenen Schlußfolgerungen wahrscheinlich vertraut. Denn unser Unterbewußtsein weiß das alles. ... Wer hier noch am Lesen ist, der dürfte offen sein für alles..." Die kritische Intelligenz wird hingegen mit absurden Anwürfen konfrontiert: "Wem bei soviel Unrecht keine Emotionen kommen, der fühlt nicht, er denkt. Die Gefühle zeichnen uns als Menschen aus, nicht der Verstand." Denken ist allemal überflüssig, wenn der Wahrheitsfetisch seine Wunder vollbringt: "Die Verbreitung der Wahrheit ist übrigens ein uns ureigenes, unumstößliches Grundrecht. Die Wahrheit ist immer erlaubt. Wir haben das nur vergessen. Die Verbreitung von Lügen gehört dagegen verboten. Und zwar sofort."

Folgerichtig werde ich aus dem Buch heraus als Entschwörungstheoretiker direkt angegriffen: "Wer im Zusammenhang mit der Sprengung des World Trade Centers immer noch von Verschwörungstheorie spricht, ist entweder ein unwissender Dummkopf oder ein Verbrecher... Diese Herrschaften lügen schon, bevor sie den Mund aufmachen... Der Lüge Verschwörungstheorie wurde der Garaus gemacht, so endet die Verschleierung der Wahrheit... Horst Mahler wurde der Prozeß gemacht, weil er geäußert hatte, daß die Türme gesprengt wurden." (Hier im Schnelldurchlauf Barkas' Top 29 Gründe, warum 9/11 selbstgemacht war - er gibt selbst zu, daß es alles nur Indizien und Unwahrscheinlichkeiten sind und schient darauf zu Vertrauen, daß 29 Indizien zu einem Beweis werden: 1. David Rockefeller ließ WTC bauen, 2. wg. Asbest hätte fachgerechte Sprengung 40 Mrd. $ gekostet, 3. Larry Silverstein pachtet die Türme 2001 für 99 Jahre, 4. versichert sie im August, 5. 64t Brennstoff für 370000t Turmgewicht, 6. Kerosin verbrennt bei 850°, Stahl schmilzt im Hochofen bei 1600°, es wurde geschmolzener Stahl gefunden, 7. Fassadenlöcher kleiner als Umrisse der Flugzeuge, 8. trotz Peilsender nur 1 von 8 Black Boxes gefunden worden, 9. wenige cm große Leichenteile, aber komplette Pässe, 10. Maschine ohne Radar von Boston nach NY geht nicht, 11. Aufprall Südturm keine Trümmerteile zu sehen, 12. symmetrischer Kollpas <-> assymetrische Einschläge, 13. rechte Turbine hätte durch Südturm durchschlagen müssen, 14. Südturmaufnahmen 25 Bilder pro Sekunde, 15. Aufnahmen ohne Flugzeug und entsprechende Zeugen ignoriert, 16. offizielle Augenzeugen können bei 200 mps nichts gesehen haben außer unbemannte Flugzeugdrohnen, 17. CNN, ABC, NBC, CBS, FED, K300, 18. 15m tiefer Keller noch geschmolzener Stahl, auch in WTC7, wo belastende Akten gegen Bush lagerten, 19./20. zwei Erdbeben 2.1 und 2.3 um 9:59 und 10:28 (jeweils vor Aufprall der Trümmer) entsprechen Sprengung mit 80000 Pfund Ammoniumnitrat, 21. keine Untersuchung auf Explosionsspuren am Stahl, Controlled Demolition verkauft Stahl nach Asien, 22. Noflyzone ums Pentagon, zu kleines Einschlagsloch, Laternen bleiben stehen, keine Trümmer, 23. Pittsburgh zu kleines Trümmerfeld, 24. Morgan Stanley & Oppenheim Stocks sagten Mitarbeitern, sie sollen zu Hause bleiben, 25. Mark Loiseaux, Chef von Controlled Demolition: sollte WTC verminen, um bei Einsturzgefahr sprengen zu können, 26. Bush sagte 4.12.01, er hätte morgens Bilder vom 1. Flugzeug gesehen, 27. 2 Feuerwehrleute seelenruhig in der Nähe, 28. Rockefeller: Wir brauchen Krise; 11.9.1990 verkündet Bush sen. Neue Weltordnung, 29. Bordcomputer kann nicht abgeschaltet werden, verhindert überstürzten Sinkflug.)

Vorläufig würde ich also davon ausgehen, daß aufbauend auf van Helsing die 9/11-Theorien als Türöffner für Nazipropaganda in vorher von ihr bestenfalls unterschwellig erreichte Kreise funktioniert haben, daß vorher schon problematische Ideologeme unter Ökos, Hippies oder Linken wie der Anti-Intellektualismus, die Volkstümelei, der Gesundheitsfetisch und der Antimodernismus Schnittstellen an einem nun recht umfangreichen Wahngebilde darstellen, das nun weite Teile der Welt zum Freund erklärt und ein entmenschtes, diabolisiertes, pathologisiertes Anderes im antisemitisch vorgestellten Juden ausmacht. Dessen Vernichtung ist das anonyme Werk von Gottesgehilfen, im Sinne der aktuellen Arbeitsteilung möchten sich die Verschwörungs-Konvertiten selbst ihre zu Gewalthandlungen völlig unfähigen Hände nicht besudeln und lassen es andere machen. Um diese Allianz aus Pazifisten und Massenmördern anzugreifen, muß der Fokus auf ihrem ideologischen Scharnier liegen, auf der harmonischen Vorstellung des Eigenen, auf der Gemeinschaftsideologie und der vermeintlich sich einstellenden Regenbogenwelt nach der Vernichtung der "Maden".

Noch konnte ich meine Bekannte damit von der Konversion abhalten, indem ich sie auf die Naziverbindungen hinwies und ihr erklärte, daß es bequemer ist, kleine Gruppen verantwortlich zu machen, statt die wirklich furchtbare Wahrheit zu akzeptieren, daß Kapitalismus etwas ist, das alle mit allen machen. Das Pärchen, über das Barkas' Machwerk kursierte und mittlerweile schon wieder anderswohin kursiert, war da schon einen Schritt weiter, wie es in einer größeren Runde zwei Abende später vorführte. Während die Frau offenkundig Bauchschmerzen gerade mit den antijüdischen Elementen hatte, regte sich der Mann, ein Spediteur und Reeder, darüber auf, bei politischen Veranstaltungen im Fernsehen immer einen "Scheißjuden da sitzen" zu sehen. So klingt das also, wenn der Verfassungsschutz weit genug weg ist.

Er bestand auf einem Schlußstrich und auf der Einstellung der "enormen Zahlungen an Israel". Ich fragte, um wieviel Geld es denn ginge. Er behauptete, es wären 200 Millionen Euro pro Jahr. Ich fragte, wieviel das geteilt durch die Bevölkerung Deutschlands ergeben würde. Er schwieg und ich fragte nach, ob 2 Euro 50 nicht eine angemessene Spende zur Verteidigung Israels gegen die Antisemiten wären. Das schien ihn nicht zu überzeugen, brachte ihn aber eine Weile zum Verstummen.
11.7.06 15:15


Sie wollen doch nicht, daß Ihrem Markt etwas zustößt

Der 'Spiegel' spiegelt einen Text von Alois Weber aus der 'Gazette' mit der unfaßbaren Neuigkeit, daß der Markt zur Weltreligion geworden ist:

"Der Markt herrscht, ist unergründlich, und keiner kann ihn verleugnen. Im Markt zu bestehen wird zum Sinn des Lebens."

Das liest sich über weite Strecken ganz lustig, so als hätte jemand Marxens "Fetischcharakter der Ware" für deutsche Bildungsspießer übersetzt, wenn nicht gegen Ende immer mehr darauf herumgeritten werden würde, daß es ja eine intolerante Religion ist, gegen die es wiederum religiöser Auflehnung bedarf:

"Wer verbreitet Angst und Schrecken bei den Anhängern der Marktreligion im Namen einer anderen Religion? ... Da gibt es Menschen, die sich opfern, weil sie an etwas völlig anderes glauben; die zu sterben bereit sind und im Versprechen auf ein Himmelreich selbst zur Waffe werden, um andere, möglichst viele, mit in den Tod zu reißen...

Sie testen unseren Glauben, sie erproben die Anfälligkeit unseres Glaubens, des Glaubens an die Ware, den Preis, den Konsum, an Angebot und Nachfrage, kurz: an den Markt. Haben wir etwas entgegenzusetzen? Unser Gott, dieser Markt, ist anfällig. Seine Erprobung durch Anschläge und Terror bringt etwas Schreckliches zu Tage, nicht nur die unschuldigen Toten: seine Anfälligkeit, seine mögliche Unbeständigkeit...

Welcher Gott wird sich am Ende als der Stärkere erweisen? Da gab es schon einmal ein Zeitalter der Glaubenskriege. Das haben wir in Europa bereits durchgemacht. Vielleicht ein Drittel der Bevölkerung hat es gekostet. Am Ende all der Bürgerkriege stand der absolute monarchische Staat. Da musste sich eine Staatsgewalt herausbilden, um all die streitenden Parteien niederzuhalten.

Was wird in hundert Jahren sein? Der absolute Weltstaat? Eine Macht, die uns zusammenzwingt, damit wir uns nicht gegenseitig vernichten."


So bleibt denn als Fazit auch die Einsicht ins Appeasement als Überlebensstrategie:

"Der neue Gott Markt ist möglicherweise sterblich. Oder er schrumpft auf ein Maß, mit dem mehrere Religionen leben können."
9.7.06 19:01


Madrid Atocha again

Nachdem es mir auf der Hinfahrt innerhalb von drei Stunden nicht gelungen war, irgend einen Hinweis oder eine Auskunft zur Anschlagsserie vom 11.3.2004 zu bekommen, erwischte ich diesmal in einer Touristeninformation eine Frau, die mir zweierlei sagen konnte: es gäbe ein Computerterminal, an dem man eine Nachricht hinterlassen könnte und es würde ein 'big national monument' bereits gebaut werden - ich ahne Schreckliches...

24062006384


Das Computerterminal befindet sich in einer abgelegenen Ecke mit Fensterblick auf eine große Baustelle. Im Verlaufe einer halben Stunde zählte ich drei Besucher. Es gibt zwei Eingabetastaturen, in die ich jeweils dasselbe schrieb wie auf eine der drei dazwischen baumelnden Papiersäulen, auf denen sonst nur Aznar als Mörder und Hurensohn beschimpft oder immer wieder Frieden geblökt wurde: Ihr habt euch von den Terroristen erpressen lassen und sie eingeladen, es ein Jahr später in London noch mal zu versuchen.

24062006383
26.6.06 11:22


26.6.06 02:10


25.6.06 23:53


Where we lost the war

18062006338

Dazu sicher noch mehr von mir, besonders der Aspekt der rivalisierenden Verschwoerungstheorien zwischen der Anschlagsserie und der folgenden Wahl. Zur Erinnerung noch mal der mittlerweile nicht mehr ganz frische Text vom Wertmueller ueber Das Madrider Abkommen.
20.6.06 13:12


I'm not convinced

Der Nazis liebster Iraner, der nicht will, daß Bushs Seele etwas zustößt, äußert wieder öffentlich seine durchdachten Zweifel am Holocaust.
17.6.06 03:23


Bunny me

>>Doch Kulla hat trotz seines schönen Lebens einen sehnlichen Wunsch. Wird der Wald ihm den Wunsch gewähren? (...) "Kulla" ist ein Buch über Freundschaft, gute Taten und Wünsche, die manchmal auch in Erfüllung gehen.<<

8.6.06 20:58


8.6.06 10:30


While I'm away

Ich greife die Idee von Endi auf und verlinke hier als Überbrücker bis zum ersten Tramp-Posting ein paar meiner Lieblings-mp3s.

7.6.06 21:57


The Great Escape

Gerade bastele ich noch an meinem Text für die GPN5, Arbeitstitel "Das schreckliche deutsche Wort", nebenher plane ich jedoch meine Flucht vor der WM, die mich so aktiv nicht interessiert, daß die gesamte Zeit außerhalb Deutschlands verbringen werde, Spanien, Portugal, England sind die Ziele. Es wird also seltener Blogeinträge geben, dafür aber vermutlich lange.
7.6.06 16:38


Aktive Schreibblockade

Passend zu meinem Vorhaben, bis zur GPN5 am Wochenende noch meinen dort vorzulesenden Text zu basteln, habe ich die letzte Nacht mal mehr tanzend, mal mehr genußmittelgestützt kommunizierend bis in den frühen Nachmittag hinein verlängert. Als besonders zeitkrümmend erwies sich dabei die Mischung von Club Mate mit KokMok.



Nachdem es auf der ersten Veranstaltung recht technoid war und ich mich mehr der Unterhaltung widmete (Torsun erzählte mir, daß der Refrain zu "Du weiszt" sich auf meine Blogdiskussionen mit Partisan bezieht), ging es dann nach dem Ortswechsel irgendwann gegen 7 oder 8 heute morgen in der Gerichtsstraße 23 musikalisch psychoaktiv genug vor sich, um mich in Bewegung zu versetzen. Tribble bat mich um ein Beweisfoto für den Autonomen Drogeninfo-Stand:



In der Mittagssonne, in der meine Sonnenbrille auch endlich nicht mehr völlig bescheuert wirkte, sah ich mir noch im grünen Teil der Location das schlechteste Tischtennis an, das je gespielt wurde und hatte beim Nachhausegehen trotz der Uhrzeit das Gefühl vorzeitigen Abbruchs.


Fundstück auf dem Heimweg, an einem Gemeindehaus der Türkischen Christen
(das "Verbot")


It feels alright now.
5.6.06 20:28


Galerie der deutschen Einsichten

Der 'Spiegel' zeigt auf der Leserbriefseite unter der Sammelüberschrift "Wir sollten nicht so aufgeregt sein", wie es um die Anfälligkeit seines Publikums für die Lehren Ahmadinedschads bestellt ist:

"Nach dem Lesen des in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Interviews mit Ahmadinedschad stellt sich die Frage, wer denn nun die Bösen und die Gefährlichen sind. Dieser Mann ist offenbar alles andere als ein ignoranter Dummkopf. Er hat es lediglich gewagt, seinen Finger in chronisch eiternde Wunden zu legen."

"Vielen Dank für dieses Gespräch, das das vorherrschende Bild eines zornigen, unberechenbaren Bombenbastlers deutlich revidiert. Es ist sein gutes Recht (und europäische Tradition), nicht alles zu glauben, was als Tatsache behauptet wird. Die historische Tatsache des Holocaust kann nicht per Gesetz zementiert werden."

"Das Interview mit Ahmadinedschad zeigt, dass dieser Mann durch seine einseitige Sicht der Welt und seine fanatische Einstellung hochgefährlich ist. Aber dieses Interview zeigt auch, wie schwierig es ist, aus der Sicht der aufgeklärten und demokratischen Welt dagegen zu argumentieren und vielmehr noch dagegen zu handeln, wenn man zugleich die seit Jahrzehnten katastrophale Außen-/Nahostpolitik der USA verteidigen muss, weil man noch immer die Hegemonie der USA anerkennt und gutheißt."

"Warum sollte ich mich vor Ahmadinedschad fürchten? Hüten sollte man sich vor einer internationalen Heuchlerclique, angeführt von einem fundamentalchristlichen Haufen von Waffen- und Öl-Lobbyisten, deren Ziel die Kontrolle der Straße von Hormus ist und die bereit sind, 500 Milliarden in sinnlosen Kriegen zu verpulvern, und die den Kampf gegen den Terror gewinnen wollen, den sie selbst fördern. Ich bin kein Freund von Ahmadinedschad und iranischen Atomwaffen, aber wer Indien, Nordkorea oder Pakistan mit Schmusekurs begegnet oder Israel Atomwaffen zugesteht, wird einen Verzicht anderer Staaten
nicht einfordern und erklären können."


(meine Hervorhebungen)
5.6.06 18:03


Vorrundenaus und die Folgen

>>"Im Fall eines frühestmöglichen Ausscheidens der deutschen Mannschaft werden wir Verschwörungstheorien hören, Schuldzuweisungen lesen und pampige, schlechte Verlierer erleben - die Minderwertigkeitskomplex-Deutschen eben, die weder mit Stil gewinnen noch verlieren können, sondern immerzu siegen und triumphieren wollen. Der Schrumpfgermane steckt halt drin - umso mehr, je häufiger und hartnäckiger das geleugnet wird."<<

Wiglaf Droste im Spiegel-Interview

(Tip: AK)
5.6.06 12:23


Welträtsel gelöst

Keineswegs müssen erst Wesen und Erscheinung dialektisch vermittelt und die fetischistischen Verzerrungen aus der Betrachtung herausgerechnet werden, um herauszubekommen, wo die Quelle allen Übels sitzt. Es genügt, einfach mal nach Lichtenberg zu laufen, da wird qua Selbstbezichtigung das Problem-Epizentrum ausgewiesen:



Malermeister Thomas Kern, der "Einfallspinsel", hat sich das alles ausgedacht.
2.6.06 18:01


Nachlese Entheovision 3

Im Regen war nicht so viel mit Rausch, auch die lieben Genossen, die sich angekündigt hatten, blieben irgendwo im Samstagnacht-Programm kleben. So wurde es immerhin der bisher entspannteste Kongreß dieser Reihe.



Es gab viel Zeit, um mit Amber Marks, der Tochter von Howard 'Mr. Nice' Marks zu reden. Ihr Thema ist derzeit der Einsatz von Tieren im War on Drugs, also der Eingriff in Unschuldsvermutung und Privatsphäre, den mit großer Fehlerquote auf Spürgang geschickte Hunde, Mäuse und gar Bienen darstellen. Der Vortrag war von einer befreundeten Übersetzerin ins Deutsche übertragen worden, welche sich mit diesem T-Shirt zeigte:



Amber versprach, mir auch so eins zu besorgen, da ich mir sehr gut vorstellen kann, bei welchen Gelegenheiten es sehr angemessen sein könnte. Außerdem empfahl sie mir ihre gegenwärtige Lektüre über verschiedenste Gruppen, die alle an die Bilderbeger glauben.

Ebenfalls etwas Zeit blieb für kurze Ausflüge ins Botanische Museum, das ebenfalls in einer Abteilung psychoaktive Pflanzen austellte, in einer anderen mit einem Monsterexemplar eines angeblich 1200 Jahre alten Mammuntbaumes in die Geheimnisse der Dendrochronologie einführte:


Und zwar um 13:31.


Lehrreich war die Information über Menschen, die unter Cluster-Kopfschmerz leiden und die durch eine wöchentliche Dosis des magic mushroom-Wirkstoffs Psilocybin anfallsfrei werden können. Allerdings beträgt der Preis für eine Spritze 73 Euro, was von einer Rente und ohne Zuzahlung nicht bezahlbar ist. So rückte der Pilzzucht-Workshop in den Blickpunkt.

Nachdem wir alles zusammengeräumt hatten und nochmal auf einer Bank im Botanischen Garten saßen, gab es ein schönes Abschlußbild, als Werner in Wonkos Seifenblasen stand. Das hab ich aber nicht fotografiert, das müßt ihr euch mal selbst vorstellen.
31.5.06 17:47


Die Airbus-Verschwörung



Worin bestand die direkte wirtschaftliche Folge der Anschläge vom 11. September 2001? Durch die allgemeine Flugangst brachen die Passagierzahlen der zivilen Luftfahrt um bis zu 20 Prozent ein und der größte Hersteller von Großflugzeugen, Boeing, mußte seine technischen Weiterentwicklungen deutlich bremsen. Seitdem begann der Aufstieg von Airbus als europäischem Herausforderer, dessen zivile Sparte wiederum den militärischen Luftfahrtsektor der EADS (A400M, Eurocopter, Eurofighter) unterstützte.

***


Der CIA-Agent Thomas Volz hatte in Hamburg noch vor den Anschlägen versucht, Darkazanli umzudrehen. Das dortige "LfV ist eine der kleinsten Verfassungsschutzbehörden der Bundesrepublik. (...) Als sie ihm einmal mehr erklären, daß sie es für ausgeschlossen halten, Darkazanli 'umzudrehen', knallt ihnen Volz ein Handbuch des Anfängerlehrgangs der CIA auf den Tisch. Darin können sie nachlesen, wie man Spitzel anwirbt.

Volz versucht es schließlich auf eigene Faust. Als die Hamburger Ermittler davon Wind bekommen, machen sie dem CIA-Agenten unmißverständlich deutlich, daß sein Alleingang in ihren Augen Spionage ist. (...)

Die 'Operation Zartheit' lief damals schon mehr als drei Jahre. Allerdings hatten es die Ermittler vom BfV in Köln nicht für nötig erachtet, über die Ausspähaktion und deren Ergebnisse ihre Kollegen vom LfV zu unterrichten."

(Zitate aus: Oliver Schröm, Dirk Laabs: "Tödliche Fehler", Aufbau Berlin 2003)
21.5.06 12:08


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