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Rubrik Antifa

Antideutsch encore

Bei scrupeda gibt's immerhin drei Bilder von der Antideutschen Konferenz, hier wiederum eine von besserezeiten initiierte Seite zur Sammlung englischsprachiger Texte zum Thema oder zu den Grundlagen.
23.11.05 21:00


Antideutsche Konferenz

In der randvollen Kreuzberger Jerusalemgemeinde erlebte das teils recht weit angereiste Publikum gleich am Freitagabend ein unerbittliches Dementi bequemer Selbstvergewisserung. W?hrend Justus Wertm?ller in der Anmoderation des ersten Podiums klarstellte, was alles nicht von der Konferenz zu erwarten sei - die Guilllotine, der Wettbewerb um den besten Kommunismus, die Selbstbegl?ckw?nschung -, wurden danach von Nachtmann und Dahlmann die theoretischen Instrumente ausgepackt.

Auch wenn er sich zuweilen in seinen Nebens?tzen und Einsch?ben etwas verhedderte, wies Clemens Nachtmann der 68er Aneignung der Kritischen Theorie ein politisches Bed?rfnis nach Revolte gegen Vermittlung, f?r die Unmittelbarkeit nach, das u.a. zu einer Spaltung des rezipierten Adorno in einen als brauchbar empfundenen Politik-Adorno und einen vernachl?ssigbaren, b?rgerlichen Kunst-Adorno f?hrte und das somit das Moment des ?berfallenwerdens von Erkenntnis genauso ?berging wie Adornos Verteidigung des "sch?nen Scheins" als Platzhalter des kommenden Sch?nen.

Manfred Dahlmann belustigte zun?chst mit launigen Verweisen darauf, was er alles nicht mehr sagen m??te, weil wohl jeder der Anwesenden die antideutsche Interpretation des "Fetisch"-Kapitels im "Kapital" auch mitten in der Nacht aufgeweckt sofort referieren k?nnte (danke, aber das k?nnte ich nicht). Ebenso f?hle er sich nicht in der Positionen einen Priesters, der eine viel gepredigte Bibelstelle noch einmal v?llig neu und originell auslegen k?nnte.

Dennoch wollte er zur Illustration der gesellschaftlichen Folgen der Kritik f?r die Kritisierenden - der beziehungsm??igen Isolation n?mlich - betonen, was der Fetischcharakter der Ware f?r Konsequenzen f?r den Begriff der Beziehung hat. Er f?hrte aus, da? die Beziehung nur als Beziehung auf etwas denkbar ist, da? das nicht auf etwas bezogene Verh?ltnis somit nichts sei. (Bad news f?r Nicht-Fuller-Geometrie...)

Historisch sei der monotheistische Gott das verdinglichte Nichts gewesen, da? dem Individuum die Panik angesichts seiner Einzelexistenz genommen habe. W?hrend jedoch die Religion Krisen nur schlecht ?berstand, sei das Kapital zur erfolgreicheren Panikbew?ltigung geworden, da es aus Krisen gest?rkt hervorgehe und Kritik zu integrieren verm?ge. (Nur am Rande der chronologiekritische Aspekt: Dahlmann versicherte in seinem in der Vortragsweise an Douglas Adams erinnernden Ausflug in die Geschichte, da? das r?mische Imperium ohne eine monotheitische Gottesvorstellung nicht denkbar w?re, was ihm als historisch widersinnig ausgelegt werden k?nnte, aber auch die Frage nach Reihenfolge und Zeitr?umen der r?mischen Geschichte stellen lie?e...)

Da nun "der Kritiker" jedoch kein Identifikationsangebot im Sinne eines verdinglichten Nichts mache, weil die antideutsche Kritik ja nicht mal das "Klasseninteresse der Unterdr?ckten und Beleidigten" anspreche, w?re eine Vereinsamung die Folge. Junge Hinzugesto?ene sollten sich demnach im Klaren dar?ber sein, da? sie nicht in eine Ersatzfamilie geraten w?ren.

(In between: wunderbares Abendessen im advena, billiges Fr?hst?ck mit spendiertem Luxus am Morgen zur?ck bei der Konferenz)

Hatten Nachtmann und Dahlmann gerade auch als Doppel eine Art zen-kommunistischer Performance geboten, die den Knochen tiefer begraben, die Trauben h?her h?ngen und die Aspiranten vertreiben sollte, so l??t sich Martin Blumentritt, der als erster Referent des Samstags zum "Abgrund des Liberalismus" sprach, um im Bilde zu bleiben als in Aufbau, Sprache und Inhalt katholisch beschreiben: Sein herumm?anderndes Ableitungsgeklapper mit historischen und philosophischen Allgemeinpl?tzen gemahnte schwer an den "Gegenstandpunkt" und kam mit den unn?tig ausf?hrlich Zitaten von Hobbes, Locke, Mill und - als Kritiker - Marcuse nicht ?ber den Erkenntniswert einer Gemeinschaftskundestunde hinaus. "Schon Hegel...", sang er geradezu oder: "Hier [bei Mills] ist im Grunde schon die faschistische Volksgemeinschaft vorgedacht, die heute Sozialpartnerschaft genannt wird." Alles zu einfach und zu lang.

Dabei sa? daneben Gerhard Scheit, f?r den dann auch nur eine halbe Stunde blieb, um - als seine H?lfte dieses Podiums - dennoch souver?n eine Art "Greatest Hits" abzufackeln: "Demokratie als Begriff der politischen P?dagogik", Heideggers Freiheit zum Nichts und das Selbstopfer, Leviathan und Behemoth, die Formulierungen des Paradoxen bei Hobbes und Marx. Europ?ische Intellektuelle w?rden den Behemoth, den Unstaat als Untier, mittlerweile als Haustier pr?sentieren, so Boris Groys, der eine m?glichst widerspr?chliche und unverst?ndliche EU-Verfassung fordert. Dagegen setzte Scheit Paul Bermans Idee einer R?ckrufaktion f?r deutsche Ideologie aus dem Nahen Osten, denn, wie Paul Celan 1962 schrieb: "Die Deutschen haben die Welt nicht zu unterwerfen vermocht, sie durchfaulen sie jetzt."

Das dritte Podium ?ber die "Demagogen des Sozialstaats" er?ffnete Natascha Wilting mit einer Betrachtung des Geschlechterbildes im letzten Bundestagswahlkampf, der das instinktsichere, starke, standhafte Alpha-Tier Schr?der als Anf?hrer und sozialstaatlichen Beuteverteiler eines Wolfsrudels inszenierte, gegen den die weiblich-schwache, ferngesteuerte, schwanzlose Merkel als Repr?sentantin der pragmatischen Vernunft und des kalten Egoismus stand. (siehe dazu auch Wir haben unser'n deutschen Kanzler 1, 2 und 3) Warum sie allerdings die "titanic" in diesem Zusammenhang so ernst nehmen mu?te (was ja auch zuletzt in der Bahamas schon passierte), bleibt r?tselhaft.

Uli Krugs "200 Jahre deutsche Ideologie" sah ich leider nicht ganz. Daher hier nur das Zitat ?ber die Parteilichkeit der deutschen Linken: "Hauptsache es kommt von S?den, Hauptsache es kommt von Osten, Hauptsache es kommt von unten."

"Freunde der Juden - Feinde Israels?" lautete das Motto des dritten Podiums. S?ren P?njer referierte Leerstellen bei Dershovitz, der in Chomskys Hausverlag als dessen Debattenerg?nzung erschienen ist, und erkl?rte, warum er Am?rys "Der ehrbare Antisemitismus" f?r nicht mehr auf der H?he der Zeit h?lt. Er w?rdigte die Sisyphusarbeit, die die ja doch nicht gerade vielen israelsolidarischen Antideutschen ("Hier kann man das ja mal sagen") leisten. Tjark Kunstreich beschrieb die Ver?nderungen in der Rolle von Juden als Kronzeugen gegen antideutsche Kritik, die sich von Avnerys Antizionismus zu Butlers Gegnerschaft zum j?dischen Staat insgesamt gewandelt habe und las zum Steineerweichen Erkl?rungen in "sinistra"-Deutsch vor - manchen sicher bekannt aus dem Begleitbuch zu "I can't relax in Deutschland".

Das Abschlu?podium zur Prime Time am Samstagabend unter der ?berschrift "Was links ist? Die Desertion vom Kollektiv!" machte den Saal noch voller, als er ohnehin schon war. In Claudia Dreiers Anmoderation deutete sich mit dem Hinweis auf den "in Paris im Namen des Islam rasenden Mob" und das "wahnhafte moslemische Familienleben" das sp?tere Problem schon an. Erst las jedoch Philipp Lenhard von Georg-Weerth-Gesellschaft K?ln einen recht zusammengesuchtes "Pl?doyer gegen die Politisierung des Privaten" vor, der vielversprechend mit der Abwesenheit des Individuums bei poplinken Theoretikern wie Roger Behrens (da ja "Popkultur total" sei) und der Wirkung der Hartz-IV-B?rokratie auf selbstbestimmte Lebensentw?rfe (auch Nichtehen werden zu Bedarfsgemeinschaften) anfing. Dann wurde jedoch das Private so konsequent unter Ausblendung der Anwesenheit von Frauen ebendort verhandelt, da? sogar von "h?uslicher Gewalt, die sich gegen den anderen richtet, weil man zum Objektbezug nicht mehr f?hig" sei, die Rede war und mit lauter m?nnlichen Beispielen von einer Entwertung oder Wertlosigkeit der Freizeit gesprochen wurde, welche f?r die meisten Frauen auf der Welt bis heute keine Realit?t ist.

Justus Wertm?ller stieg in seine ?berlegungen dazu, was links ist an antideutscher Kritik, mit Literaturhinweisen ein: Heines sp?te Texte zum Kommunismus, Oscar Wilde "?ber die Seele des Menschen im Sozialismus" und Lord Byrons "Ode an Napoleon", um dann zu einer Verteidigungsrede des First Amendment der US-amerikanischen Verfassung anzuheben. Am Beispiel des Karikaturisten Marlett, der f?r die bildliche Frage, wie Mohammed heute zum Terror st?nde, mit Ha?mails ?bersch?ttet wurde und daraufhin schrieb, diese zumeist gerade erst immigrierten Moslems, die ihm auch Viren gesendet h?tten, w?ren recht schnell mit dem know how der USA vertraut geworden, jedoch offenbar nicht mit dem know why. Marletts Rede von der "Ware Toleranz" f?hrte Wertm?ller zu der Forderung der britischen Moslems nach 7/7 in London, nun besonders in Schutz genommen zu werden. Da? er diese Forderung allerdings damit verglich, da? die Katholiken nach der Bartholom?usnacht besonderen Schutz f?r sich h?tten reklamieren k?nnen, machte bereits eine merkw?rdige Verdrehung von Mehrheitsverh?ltnissen offenbar. So sch?n die Formulierung der "?bergro?en Mehrheit der Mitopfer" auch war, fa?te sie dennoch das Problem von Minderheiten nicht wirklich; da? in die Zumutungen durch diese Mehrheit au?erdem "p.c." und "hate speech" hineinmu?ten, leuchtete wieder nicht ein. Ebenso blieb unklar, welche automatische Integration in den USA normalerweise gelingt, die - wie an dem Beispiel Marletts erkennbar - nicht mehr gelingen soll.

Wertm?ller machte als Begr?ndungszusammenhang f?r kollektives Verst?ndnis v?llig richtig die Geschichte aus. Das identit?re Kollektiv benutze die "Weltgeschichte als Guillotine, die die Ungleichen gleich macht, in dem sie sie einen Kopf k?rzer macht". Es m?sse gegen die Weltgeschichte aufgestanden werden.

Dann kippte der Vortrag in eine 10-Minuten-Ha?-Sendung gegen die Rioter in den franz?sischen Vorst?dten um. In b?sem Ton, der bei anderen Gelegenheiten angebracht gewesen sein mag, geiferte Wertm?ller, da? Sarkozy die Jugendlichen zurecht als Gesindel bezeichnet habe, wetterte gegen den "Bl?dsinn diese Woche in der Jungle World", w?nschte sich, da? "die sich einfach gegenseitig umbringen". Die Figur des Provokateurs, den er dann als Vorklatscher des kollektiven Vernichtungswunsches denunzierte, pa?te in gespenstischer Weise auf ihn selbst. Der sonst bei aller Kritik am Antirassismus beibehaltene Blick auf die vor dem Selbstausschlu? aus der Gesellschaft erfolgte Ausschlie?ung durch die Gesellschaft, die in den banlieues schon baulich ?berdeutlich ist, fehlte hier v?llig. In l?cherlicher Weise wurden diejenigen bedauert, die wegen der Riots nicht fr?h ins Bett kamen, um morgens an ihrem Ausstieg aus dem Elend zu arbeiten zu k?nnen.

Wie dieses unfa?bare Gebashe kam, ging es auch wieder, Wertm?ller plauderte sich aus, zerplauderte auch die Fragerunde im Anschlu? und bekam vom Publikum - das erschien mir fast bemerkenswerter - kein Widerwort. Trauten sie sich nicht, so wie ich, der ich bef?rchtete, nicht die richtigen Worte zu finden, um nicht einfach als Antira-Spam ignoriert zu werden? Oder hatten sie wirklich kein Problem damit, wie aus brandstiftenden Jugendlichen - welche gar nicht alle Moslems sind, welche weiterhin dem Staat erfolgreich mehr Geld abn?tigen und welche genau wie beabsichtigt den zurecht verha?ten Innenminister und seine Aufstandsbek?mpfungstruppe in die Kritik bringen - hier das im gesellschaftlichen Mainstream skandalisierte Gesindel wird, das sich hoffentlich selbst vernichtet?

Diese Auslassungen Wertm?llers und das Ausbleiben der Kritik an ihnen machen mir trotz der insgesamt hervorragenden Veranstaltung einige Sorgen, ob das automatische Belegen der "Bahamas" mit Rassismusvorw?rfen mittlerweile dazu gef?hrt hat, da? wirkliche diesbez?gliche Warnsignale nicht mehr bemerkt werden.

(Zwischenbericht bei scrupeda)
20.11.05 01:11


Schön gesagt



(wird gr??er durch Draufklicken, via ADF)
5.11.05 21:47


Al-Quds-Tag Nachlese

Ivo Bozic kann sich nicht helfen:

"Wenn man dann noch von der Handvoll Antifas, die erschienen waren, h?rt, man f?hle sich unwohl angesichts der Anwesenheit von Leuten aus der FDP oder der Linkspartei, ist das schon beinahe zynisch.

Das Argument, dass linkes Engagement ?berfl?ssig wird, wenn die gesellschaftliche Mehrheit ein Thema aufgreift, zieht ebenfalls nicht..."


Es ist mir v?llig egal, wer jeweils auf der Stra?e ist, es geht mir darum, welche Positionen vertreten werden. Wenn "Euer Frieden verdient den Krieg" nunmehr "Wir sind auch f?r den Frieden" hei?t, ist das nicht nur eine Frage von B?ndnissen, sondern vor allem von Inhalten. Die gibt es n?mlich tats?chlich auch noch.
4.11.05 20:58


Stuß und Selbstvergewisserung

Der Marsch zum Al-Quds-Tag - voran ein Kind mit Ayatollah-Schild, dann die vermummten Frauen, dahinter die zahlreicheren Kerle, insgesamt etwa 300-500 Leute - wirkte wie eine ?ffentliche Hypnoseveranstaltung. Der Beifahrer des Lautsprecherwagens, der Nazi Frank-Eckart Czolbe-Senft, beschwor mit manisch langsamer Stimme "Frie-den", "Frei-heit" und "Ge-rech-tig-keit" garniert mit Versen, die sich auf "Hebron ist besetztes Gebiet" reimten. Die Beschw?rung wurde klanglich zur Sonderpreis-Moderation im Kaufhaus, wenn es hie?: "Moslems verurteilen jeden Terror", "Moslems sind f?r Frieden f?r alle Menschen" und "Juden, Christen und Moslems Hand in Hand".

Die Polizei, die intern den Islamisten-Aufzug unter der Bezeichnung "Stu?" f?hrte ("Wenn ihr da vorn fertig seit, macht ihr beim Stu? weiter", "Ihr k?nnt jetzt zur Pro-Israel gehen, wir bleiben beim Stu?"), war den Gegendemonstranten gegen?ber ruppig und wie immer anma?end. Als sie drei Menschen mit zwei Israel-Fahnen von der Kantstra?e wegschubsten und dabei von einem Dutzend Pressefotografen begelitet wurden, wurden diesen drohend zugerufen: "Behindern Sie nicht unsere Ma?nahme!" Den Fahnentr?gern wiederum mehrmals damit gedroht, da? sie "eingewiesen" werden k?nnten.

An der Schl?terstra?e, dem Ort der Gegenkundgebung, hielt sich ein 77j?hriger Mann, der nicht von der Polizei gefilmt werden wollte, die Hand vors Gesicht, woraufhin er von einem fast doppelt so gro?en Polizisten im Vor?bergehen angerempelt wurde. Einen Meter weiter blieb der Rempler stehen, drehte sich zu dem wei?jahrigen kleinen Mann um und bellte: "Wenn Sie mich noch mal anfassen, bekommen Sie eine Anzeige wegen K?rperverletzung".

Als der Islamisten-Aufzug an der Schl?terstra?e vorbeikam, brachen die Teilnehmer der Gegenkundgebung, die hinter Absperrung wirkten wie im K?fig, in lautes Gejohle und Pfeifen aus, die Israel-Fahnen wurden geschwenkt und unpassenderweise ausgerechnet "Helvenu schalom aleichem" angestimmt. Entsprechend zeigten sich die Islamisten unbeeindruckt und machten lediglich beil?ufige Gesten. Die Angriffe, vor denen sie von ihrem Vorbeter immer wieder gewarnt worden waren ("La?t euch nicht provozieren", "Die Ordner m?gen eine Kette bilden, um ums vor den Provokationen der Gegendemo zu besch?tzen"), schienen sie weiterhin erst zu erwarten.

Zwei Stunden sp?ter fanden sich die meisten Teilnehmer der Gegenkundgebung vor der iranischen Botschaft ein, um gegen die antiisraelische Vernichtsdrohung des iransichen Pr?sidenten zu protestieren. Hier war das B?ndnis wie schon zuvor sehr breit. Hatten an der Schl?terstra?e Cem ?zdemir und DGB-Sommer gesprochen, war nunmehr eine starke religi?se Fraktion ("Jerusalem ist unser") und eine erdr?ckende Mehrheit Gutmenschen-B?rgertums vertreten. Vor der Kundgebung war zu vernehmen, wie sich allenthalben dar?ber gewundert wurde, wer eigentlich diese vermummten jungen Leute seien, die jetzt pl?tzlich auf "unserer" Demonstration herumlaufen und von Kommunismus reden: "Das ist wohl sicher der linke Rand."

So nachvollziehbar der w?hrend der recht kurzen, 100-200 Teilnehmende starken Kundgebung zelebrierte Wunsch nach Selbstvergewisserung war, er sorgte f?r eine ausgelassene Atmosph?re, die dem Anla? ?berhaupt nicht gerecht wurde. Auch die Antifanten, die mit ihren Fahnen hier nicht aufgefallen waren, wirkten eher ?berm?tig, als sie nach Abpfiff noch versuchten, gegen die an dieser Stelle nicht besonders aufgefallene Polizei noch ein paar Punkte zu sammeln.

Im "Berliner Fenster" war unterdessen seit dem Morgen, als der "Al-Quds-Tag" noch richtigerweise als "Demonstration gegen Israel" bezeichnet worden war, die Sprachregelung der Islamisten ?bernommen worden. Nun hie? es, sie h?tten "gegen die Politik Israels protestiert."

(scrupeda:"Ungeachtet des Ursprungs dieses Tages und seiner sehr eindeutigen Botschaft hie? es, es g?be keinen Grund und keine M?glichkeit, die Demo zu verbieten.")

(bessere zeiten: "War der Mullah von Delmenhorst ?berhaupt wieder als Vorbeter am Start? Die Demo war so kurz und schnell wieder vorbei, ich konnte es hinter den Absperrungen gar nicht erkennen.")
30.10.05 16:59


False friends

Das B?ndnis gegen den morgigen Al-Quds-Tag ist mittlerweile so breit, da? ich mir langsam nicht mehr so sicher bin, wie ich mich vor Ort positionieren soll. Einfach dastehen und ignorieren, da? sich jetzt Leute von der FDP (incl. ihres Generalsekret?rs, der Politikmaschine Dirk Niebel) mit dazu stellen, deren Partei einst M?llemann hervorgebracht und gro?gemacht hat? Und was werde ich ?berhaupt rufen? "Gegen jeden Antisemitismus - nieder mit Deutschland! F?r den Kommunismus!"?

Die jetzt ?berrascht und entsetzt tun, als w?re der Islamismus nicht schon lange ein bekanntes und von den eigenen Staaten unterst?tztes Ph?nomen, sollen gehen oder ich gehe lieber vor die iranische Botschaft.
29.10.05 00:21


Die Welt zu Gast in Deutschland

"Haut ab aus Deutschland", bekamen die Musiker von Pante?n Rococ? zu h?ren, bevor die Pr?gelei losging.

laut.de: "Pr?gelei in Brandenburg"
23.10.05 21:36


Islamismus - für eine linke Intervention!

Der internationale Al-Quds-Tag am 29. Oktober in Berlin: Ayatollah Khomeini rief 1979 den internationalen Al-Quds-Tag aus. Seitdem demonstrieren am letzten Freitag im Ramadan weltweit Anh?nger der islamistischen Diktatur im Iran f?r die "Befreiung" Jerusalems (Al-Quds), die Zerst?rung Israels und den weltweiten Export der Islamischen Revolution. Seit Mitte der 90er Jahre findet eine Al-Quds-Tags-Demonstration auch in Berlin statt und ist der gr??te regelm??ige islamistische Aufmarsch in der Stadt.

Seit 2003 und auch dieses Jahr mobilisiert ein B?ndnis Proteste gegen den Al-Quds-Tag in Berlin.



http://www.gegen-al-quds-tag.de/


Montag 24.10. 19.00
Info und Mobilisierungsveranstaltung gegen den Al-Quds-Tag
Ort: Cafe Morgenrot, Kastanienallee 85
19.10.05 21:56


Lehrveranstaltung über den universellen Judenmord

Vorm Cinemaxx am Potsdamer Platz, in dem "Paradise Now" startete, standen etwa zwei Dutzend Protestierende mit drei Israelfahnen, denen ich mich zugesellte, bis um 20 Uhr die Podiumsdiskussion im Kino startete.

Sie wurde in einem gut gef?llten und gegen Ende noch besser gef?llten Saal vom M?nchner Journalisten Andreas Wirwalski geleitet, der einleitend von "starken Emotionen" sprach, die sich in der Kundgebung drau?en manifestieren w?rden. Er wollte gern "das leidige Thema" vermeiden, nicht ?ber den Nahost-Konflikt reden, den Film als Kunstwerk diskutieren, und zwar "friedlich" und "kameradschaftlich".

Er las kurz aus einer wohlwollenden Rezension auf zeit.de und aus der Presseerkl?rung der "Paradise No"-Kampagne vor und begann, das Podium vorzustellen, wobei er ebenfalls vorwiegend auf Internet-Recherchen zur?ckgriff.

Die Auswahl und Anordnung der Disktutierenden war bemerkenswert: in einer Reihe sa?en zur Rechten Wirwalskis der islam.de-Betreiber Aiman Mazyek und Prof. Werner Ruf von der AG Friedensforschung der Uni Kassel, zur Linken Khaled al-Khatib von der Deutsch-Pal?stinensischen Gesellschaft und der deutsche Koproduzent des Films Roman Paul.

Ganz links und damit neben dem Tisch war Maya Zehden als Vertreterin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft plaziert worden, die dann auch noch als erste sagen sollte, wie ihr der Film gefallen habe.

Sie tat das einzige richtige und sprach zun?chst ?ber das Panel, dar?ber da? sie als einzige Frau und offenbar auch als einzige Nichteinverstandene sich nicht in der Lage f?hlte, als ebenfalls Nichtexpertin in Sachen Film und Politik allein das Kontra zu bilden, und bat das Publikum, ihr vielleicht zur Seite zu springen.

Zehden verwies darauf, da? der Film in den Schulunterricht aufgenommen werden soll und da? sie als Mutter nicht m?chte, da? Kindern dieser Film vorgef?hrt wird, da er seinem Anspruch nicht gerecht wird, nichts ?ber die pal?stinensische Gesellschaft erz?hlt und stereotype Rollen zeigt. Insbesondere die Anklagen gegen den Sicherheitszaun, der dann aber doch st?ndig ?berquert wird, fand sie paradox. Sie h?tte sich diesen Film nicht angesehen, wenn sie nicht in diese Runde eingeladen worden w?re, da sie sich ?berhaupt nicht in einen Selbstmordattent?ter hineinversetzen m?chte.

Daraufhin kam al-Khatib zu Wort, der in unfa?barer Weise Zehden einfach das Wort im Munde verdrehte. Sie habe recht, wenn sie von der Darstellung der Realit?t spreche, die der Film seiner Meinung nach gut zeigen w?rde, der Realit?t eines universellen Ph?nomens, der Unzufriedenheit. Zehdens Argument bez?glich des Sicherheitszauns drehte er ebenfalls einfach um, indem er sagte, der Zaun sei ?berfl?ssig. Das ganze tat er im Tonfall eines Charmeurs, der dem dummen Frauchen die Flausen austreiben will. Er betonte den allgemeinen Charakter der Filmbotschaft und verstieg sich zu der Ansicht, das Leben in einem ummauerten Land ?ber Jahrzehnte hinweg w?rde nunmal zu solchen "Verwerfungen" f?hren wie eben den Selbstmordanschl?gen. (Einwurf: "Wieviel Selbstmordattent?ter h?tte die DDR wohl hervorbringen m?ssen?")

Jetzt zeigte sich schon, wie ?berfordert Wirwalski war, als er versuchte, die beiden Beitr?ge mit der Aussage zusammenzufassen, "es gehe um Emotionen". Deshalb sei nun der Wissenschaftler an der Reihe.

Ruf behauptete, der Film w?rde die Ursache und den Sinn von Gewalt beleuchten. Im Nahostkonflikt seien achtmal soviele Pal?stinenser wie Israelis ums Leben gekommen, aber er wolle die Opfer nicht aufrechnen. Au?erdem w?rde sichtbar wie sich militante politische Strukturen allm?hlich dem kriminellen Milieu ann?hern w?rden, beinahe selbst kriminell werden w?rden. Wohlgemerkt, er meinte damit die "Lehrer" von Terroristen. An dieser Stelle regte sich erster Unmut aus den hinteren R?ngen, die sich nach und nach mit den Teilnehmenden der Kundgebung f?llten.

Jetzt war es an Mazyek, vom "Widerstandskampf" der Pal?stinenser zu reden. Die Frage nach der Rechtfertigung von Selbstmordattentaten sei spannend und interessant, zumal - das gute alte Argument - der Koran in Sure 4,29 den Selbstmord verdammt. Er hatte im Film eine Entwicklung des schlie?lichen Attent?ters gesehen, die ihn gegen Ende als Monster erscheinen lassen w?rde.

Als der Koproduzent nun ?ber die Entstehung des Filmes zu sprechen begann, wurden die Einw?rfe aus dem Publikum immer lauter und zahlreicher, so da? zwei Zuschauer das Wort erhielten und den Film als insgesamt realit?tsnah bezeichneten. Als Paul nach weiterem Hin und Her wieder zu Wort kam, sagte er, genau diesen Ton, der jetzt hier herrsche, h?tten sie mit dem Film ausl?sen wollen, einen suchenden Ton.

Die Situation wurde absurd, als aus dem Publikum lautstarke Verdammungen der Israelis zu h?ren waren ("Sie t?ten unsere Frauen") und endlich einer der Kundgebungs-Teilnehmer ans Mikro ging. Es w?rde ihm schwerfallen, nicht emotional zu reagieren, aber er w?rde sich bem?hen, sagte er und begann, den Skandal anzusprechen, den die Verharmlosung des Judenmords darstellt. Als er davon erz?hlte, was er selbst in Ramallah und Bethlehem von jungen Pal?stinensern zu h?ren bekam, als er sich als Deutscher zu erkennen gegeben hatte, n?mlich antisemitische Hetze, die Sehnsucht nach einem gro?en Blutbad in Israel und Zitate aus "Mein Kampf", wurde er lauter und konnte seine Emotionen nicht mehr so gut z?geln. Er klagte an, da? nicht von Antisemitismus und Faschismus gesprochen werden w?rde und empfahl die Lekt?re von Dershowitz' "Pl?doyer f?r Israel".

Das wurde vom Podium nicht aufgegriffen oder erwidert, sondern schlicht ?bergegangen, als wiederum der Koproduzent den Film als Trag?die beschrieb. Wie in der Mathematik, wo es x und f(x) gebe, m?sse man sich sehr wohl in die Terroristen einf?hlen. Er pries die internationale Zusammenarbeit an diesem Projekt, ohne zu merken, was er damit sagte.

Eine Reihe hinter mir sa? eine Gruppe von f?nf oder sechs pal?stinensischen M?nnern und Frauen aus Jerusalem, die nun immer h?ufiger auf die Einw?rfe aggressiv zur?ckbr?llten ("L?ge!") und Mutma?ungen dar?ber anstellten, um was f?r Menschen es sich bei den Protestierenden wohl handeln w?rde. "Das sind Jesuisten, die glauben an Jesus" war eine, "Das sind sicher Studenten" eine andere. Gleichzeitig beschimpften sie sie als "niveaulos", "dumm" und "intellektuell".

Al-Khatib f?hrte nun unter st?ndigen Beteuerungen, es sei doch nur ein Film, die auch der Moderator mehrmals nachsprach, aus, wie sich im Film genau wie im Konflikt Leben und Tod, T?ter und Opfer vermischen w?rden. Das wurde von einem weiteren Teilnehmer der Kundgebung kritisiert. Ein Kunstwerk als unpolitisch zu bezeichnen, sei verkehrt, da es immer aus einem bestimmten Kontext heraus entstehen w?rde, der in diesem Fall un?bersehbar w?re.

Ruf war mittlerweile beim "Kriegsv?lkerrecht" angekommen und stellte die These auf, da? die Dialogverweigerung die Gewalt erst erzeugen w?rde. Im Film sei doch klar eine Ver?nderung bei den Charakteren zu beobachten, die erst dem Auftrag folgen w?rden und dann zu zweifeln beg?nnen. Auch er ging nicht darauf ein, welche Konsequenz dennoch am Schlu? gezogen wird.

Es w?rde eben, sekundierte Mazyek, auch ein anderer Ma?stab an Israel angelegt werden, weil es sich um eine Demokratie handelt.

Tobias Ebbrecht meldete sich zu Wort und wies auf die antisemitischen Stereotype hin, die er auf Typoskript (pdf) weiter ausgef?hrt hat. Als Beispiel nannte er die Bemerkung eines Film vorkommenden Taxifahrers, der die Israelis implizit beschuldigte, das Wasser zu vergiften. Daraufhin rief einer der hinter mir sitzenden Pal?stinenser, das sei eine Tatsache und stand auf, um diese These zu verteidigen. Er sagte, das sei nicht antisemitisch. Wenn es hei?t, man k?nne in Pal?stina 30 Jugendliche fragen und sie w?ren alle Antisemiten, w?rde er dagegen halten, da? er ebenso 50 Deutsche fragen k?nne und sie w?ren alle Antisemiten: "Hei?t das, die Deutschen sind Antisemiten?"

Mit dem starken Gel?chter auf dieses Eigentor hatte er nicht gerechnet und setzte sich wieder. Die Mutma?ungen gingen wieder los, jetzt hie? es, diese komischen jungen Leute h?tten offenbar "die Geschichte nicht gelesen". Oder einfach: ?Was ist denn hier los?? Eine Frau fragte sich laut, ob denn nicht gerade die Jugend immer auf ihrer Seite gewesen w?re.

Ebbrecht stellte die Frage, warum in der deutschen Synchronisation nur die einzige israelische Sprechrolle mit gebrochenem Deutsch, die pal?stinensischen Figuren jedoch alle hochdeutsch synchronisiert wurden. Paul best?tigte, da? das eher eine Frage w?re, die der Vertrieb beantworten m??te, gab aber verbl?ffenderweise an, im Original w?rden beide Seiten in unterschiedlich gebrochenem Englisch sprechen. Die nun nicht gezogene Schlu?folgerung lautet, da? also nicht die Israelis von der deutschen Synchronisation "verfremdet" wurden, wie Ebbrecht vermutet hatte, sondern die Pal?stinenser "eingedeutscht".

In die aufgeladene und teilweise tumultartige Szene, die sich zur H?lfte aus den Beschimpfungen von hinter mir ("Warum sagst du nicht die Wahrheit?!") und zur anderen aus den dauernden Zwischenrufen ergab, sprach Zehden ihr Schlu?wort. Sie zitierte aus dem von der Bundeszentrale f?r politische Bildung herausgegebenen Begleitmaterial f?r die Schule, in dem von Sch?lern zu bearbeitende Fragen wie "Wie begr?ndet Said schlie?lich seine Motivation zum Selbstmordattentat?" und "Wie inszeniert Hany Abu-Assad dessen Monolog gegen Ende des Films?" zu finden sind, w?hrend in der "Zeittafel des israelisch-pal?stinensischen Konflikts" von Suicide Attacks keine Rede ist, sogar der Schwarze September fehlt.

Letzte Rufe aus der Reihe hinter mir ("Wir haben keine Armee, wir brauchen eine Armee! Wir haben nur eine Heilsarmee!") begleiteten die Abmoderation, in der Wirwalski mehrmals nach einer n?tigen "L?sung?des Konflikts" verlangte.

Ich begl?ckw?nschte Maya Zehden dazu, sich so tapfer geschlagen zu haben, und den Dershowitz-Empfehler, es geschafft zu haben, sich gegen die Abwiegelei wenigstens kurzzeitig durchgesetzt zu haben, was ich mir nicht zugetraut h?tte. Er sagte, es war nicht schwer, es kam von Herzen.

Insgesamt f?hlte ich enormen Frust dar?ber, da? mit Argumenten gegen die zur Schau gestellte Selbstgerechtigkeit und schiere Dummheit einfach nicht anzukommen ist und da? der Film, unabh?ngig davon, wie er m?glicherweise noch verstanden werden k?nnte, wohl leider genau die bef?rchtete Rezeption erfahren wird. Der kleine, sehr kleine Trost, der fast keiner ist, besteht darin, da? sich die Kritik immerhin bemerkbar gemacht hat.

(auch dagewesen: scrupeda)
30.9.05 00:21


Hacking mit Kollateralschäden

Vielsagende Mutma?ungen auf Indy dar?ber, von wem Front Records nun defaced wurden.

(Danke Philip)
28.9.05 18:06


Auschwitz on acid

?Ich starre zu den Wacht?rmen hinauf, nie habe ich begriffen, wen sie eigentlich bewachen. Wer sollte hier weglaufen? Wohin sollte ein Jude aus Auschwitz laufen? Drinnen Deutsche, drau?en Deutsche. Welchen Sinn h?tte es, vor den Deutschen drinnen wegzulaufen, nur um den Deutschen drau?en in die Arme zu laufen? Tats?chlich haben sie uns von drau?en hierher gebracht ? von diesem Drau?en, wo es keine Juden mehr gab, zu denen man fl?chten und sich verstecken konnte. Au?erdem w?rde ein Nicht-Jude drau?en uns sofort den Deutschen ausliefern, und die Deutschen sind ?berall. Ich frage mich, ob die Deutschen auch jenseits des Krematoriums sind, auf der anderen Seite, im Himmel.?

Ka-Tzetnik 135633 "Shivitti"
8.9.05 18:59


Nehmen und nehmen 2

"Nur eines noch wird eine dritte Intifada jetzt verhindern k?nnen: Eine Sperranlage, so hoch und breit wie die Chinesische Mauer."

"Siegesfeiern in Nahost" von Ralf Schroeder in der J?dischen
31.8.05 21:03


Antifa janz weit draußen

Gerade viele Antifas haben es nicht bis nach Neuk?lln geschafft, um die Anti-SPD-Demo der Nazis zu begleiten, und der Eindruck des Tagesausflugs konnte nur m??ig verdeckt werden. Der Lauti-Ansager reihte Versprecher an Versprecher, sagte Karl-Marx-Allee statt Karl-Marx-Stra?e oder redete davon, da? die Nazis "wieder mal" durch Neuk?lln laufen w?rden. Auch das abgespielte Jingle mit der EA-Nummer teilte mit, da? der Ermittlungsausschu? das ganze Wochenende erreichbar w?re.

Der einzige Authentizit?ts-Punkt konnte mit einem Open-Mic-Beitrag eines jugendlichen Migranten aus dem Kiez erzielt werden, der sich dann aber auch recht weit ins Leninistische hineinredete ("Die deutsche Abschiebepraxis ist Faschismus an sich") und sp?ter an der Absperrung mit gereckter Faust alte Slogans skandierte. Andere Teenies aus der Gegend freuten sich sichtlich und applaudierten, dann riefen sie mehrmals "Wir sind die Juden".

Ansonsten leider wie zuletzt ?blich: schon in Sichtweite der Nazidemo zu stehen, f?hrt zu Platzverweisen, die mit immer wieder verbl?ffender Aggressivit?t ausgesprochen werden, oft schon Sekunden sp?ter gefolgt von Festnahmedrohungen. Das Gel?nde war leicht abzuriegeln, au?er mit dem Boot war eigentlich kein Rankommen.

?ber die Uns?glichkeiten, die von WASG, MLPD und verdi auf ihrer Kundgebung an der Sonnenallee ausgebreitet wurden, m?chte ich nicht sprechen.
31.8.05 20:46


Vernichtung und Wohlstand

Ist Japan hinsichtlich seiner Geschichtsaufarbeitung vielleicht doch anders gelagert, als ich bisher annahm? Zugegebenerma?en unter dem Druck der sich verschlechternden Beziehungen zu den Nachbarstaaten entschuldigte sich Ministerpr?sident Koizumi nicht nur f?r die kriegerische Aggression w?hrend des Zweiten Weltkriegs, sondern verkn?pfte dies mit dem Verweis auf die Gegenwart:

"Am 60. Jahrestag des Endes des Krieges, betone ich, dass der Frieden und der Wohlstand, den wir heute genie?en, errichtet ist auf den Opfern der Vielen, die im Krieg gegen ihren Willen ihr Leben verloren haben."

Auch im inflation?ren deutschen Erinnern und Gedenken der letzten Jahre meine ich diesen Aspekt kaum vernommen zu haben. W?hrend heutigen arabischen Nazi-Bewunderern sehr wchtig ist, da? die Fr?chte des Krieges aus Wohlstand bestehen, mu? man schon zu "Meister der Krise" von Gerhard Scheit greifen, um zu erfahren, was Koizumi offen eingesteht: Der heutige Wohlstand der damaligen Achsenm?chte entspringt dem Krieg. (Gut, bei Scheit geht das noch tiefer, wenn er die massive Kapitalvernichtung als brutale, aber erfolgreiche Form der Krisenbew?ltigung beschreibt und das sp?tere "Wirtschaftwunder" auf die technische und infrastrukturelle Modernisierung Deutschlands und ?sterreichs w?hrend der NS-Herrschaft zur?ckf?hrt.)
15.8.05 11:58


13.8.05 19:58


Gedenkmarathon-Sportmuffel

Sehr sch?n, wenngleich nicht eben angef?llt mit Neuigkeiten, war die gestrige Kleinveranstaltung von Phase 2 im "Morgenrot".

Besonders l?blich, wie handgreiflich Marx referiert wurde, wie dezidiert die Rolle der Erinnerungspolitik f?r au?en- und sicherheitspolitische Vorhaben betont wurde oder wie der deutsche Vorwurf an die Amerikaner, "die nie eine ReEducation durchgemacht haben", pointiert wurde.

Herzerw?rmend, wie die Leipziger "PoMo-Fl?gel" sagen.

Nicht wirklich ?berraschend, da? in kleinem Kreise (etwa 20 Teilnehmende) letztlich zuviel Konsens f?r eine harte Debatte vorhanden war.

Es l??t sich inhaltlich einiges kritisieren, mache ich aber erst in ein paar Tagen, wenn ich von anderen Dingen nicht so geplagt bin.
30.6.05 21:59


Mal wieder im Telepolis-Forum

Auch wenn es im Artikel nicht explizit um die 'Antideutschen' geht, pa?t er prima in die gegenw?rtige Rhetorik ?ber sie. Besonders sch?n finde ich dieses St?ck Code im Teaser: "...die geistige Klemme, in die bestimmte linke Kleingruppen geraten sind."

Der Benutzer leider_heiser f?hrt dieses fdog-Quote an, um zu zeigen, wie wenig Dialektik noch vertragen wird: "Die n?chste Aufgabe war klar: Wir hatten zu erkl?ren, warum wir als Kommunisten f?r den Liberalismus k?mpfen, als Staatsfeinde f?r Israel, als Antikapitalisten f?r amerikanische Kriegseins?tze. Nicht ganz einfach."

In diesem Bild ist das Ankommen der als ehemalige 'Antideutsche' identifizierten FDOGs im widerspruchsfreien Liberalismus das Ergebnis eines praktisch zwangsl?ufigen Vorgangs, der damit eingel?utet wurde, da? sie vor einiger Zeit die ausgetretenen Wege des linken Konsens verlassen hatten und den gern als "irre" oder "besonders deutsch" genannten 'Antideutschen' sich ann?herten.

Wie eine vern?nftige Position, die sich kaum auf Mehrheitsverh?ltnisse bezieht und ihre Begr?ndungen vorwiegend aus der Debatte entwickelt, ?berhaupt durchzuhalten sein soll, bleibt f?r die meisten weiterhin schwer vorstellbar. Die jederzeit zugegebene Marginalit?t der eigenen Position wird als Argument gegen die 'antideutsche' Position verwendet.

Ich glaube nicht, da? es eine Zwangsl?ufigkeit gibt, mit der der Weg von links nach rechtsliberal ?ber die Stationen konkret, Jungle World, Bahamas und Henryk M. Broder f?hrt. Es gibt keinen linken Damm, der brechen und alle ins falsche Lager sp?len k?nnte. Allerdings gibt es einen Mangel an Debatte, der auch in diesem Forum sehr unangenehm die Besinnungslosigkeit des deutschen Diskurses abbildet.

'Antideutsch' in Anf?hrung, da es weiterhin keine repr?sentative Organisation dieses Namens gibt und das Label selbst mittlerweile eher f?r die anh?ngenden Pop-Ph?nomene verwendet wird (sog. "Identit?ts-Antideutsche").

http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=8182791&forum_id=80141
13.6.05 11:07


Abgang der Unanst?ndigen von der Lindenstra?e

Stadt und Polizei haben das breite Antifab?ndnis feat. B?ndnis 90/Die Gr?nen ermutigt, Unter den Linden zusammenzustr?men, um die Nazis am Zugang zum "nationalen Symbol" Brandenburger Tor zu hindern. Die wenigen, die sich von diesem "So gut kommen wir nicht mehr zusammen"-Auflauf in Richtung der alternativen Naziroute absetzten und an der Ecke Alexanderstra?e/Holzmarktstra?e eine nicht gerade imposante Stra?enblockade bildeten, waren wohl auch eher Vorwand als Grund daf?r, den Nazis unter Verweis auf ihre fehlenden 20 nicht vorbestraften Ordner den Abmarsch vollst?ndig zu untersagen.

Hatten sich nicht alle ?ber die AANO lustig gemacht, die heute lieber zu Hause bleiben wollte? Das war sicher die bessere Idee, als sich zur Man?vriermasse der "Anst?ndigen" zu machen und "die Beschmutzung Berlins durch den braunen Dreck zu verhindern" (Zitat Wichtelzwerg auf indymedia)

Noch mehr zum Thema Drehbuch: "Bis 14 Uhr mu?ten die Nazis erstmal warten, weil gegen 13:30 eine Kranzniederlegung an der Neuen Wache stattfand. " und "Dort an der Br?cke der Leipziger Stra?e kam es dann noch zu einigen Flaschenw?rfen und einem 'Stop and go', runterz?hlen und dann auf die Bullen zurennen. Dabei sind auch einige Leute durchgebochen und waren dann auf der Br?cke zwischen zwei Bullen-Ketten, wurden aber einfach wieder freigelassen." (Quelle)

Das OpenAir am Vorabend deutete schon an, wohin B?ndnisse steuern. So umwerfend Tocotronic waren, so gut auch die vor ihnen abgespielte Soundcollage gebastelt war - das Moderationstrio verspr?hte den Charme von FDJ-Funktion?ren, die die tolle Band ausm Westen einrahmen, und unter den Anwesenden waren die Liebhaber der Band(s) in der Regel viel sympathischer als die Politikm?sser und Traditionspunks. Sch?ner kleiner Flugzettel: vorn "Oma war ein Nazi" - hinten "Am 8. Mai gegen Geschichtsrevisionsimus und Muttertag - Gender Killer".
9.5.05 22:41


Revolution?rer Kampftag der Arbeiterklasse

Kopfschmerzen vom gestrigen Tr?nengas, in das ich hineingeraten war, als ich auf dem Weg zur Liebsten nicht bemerkte, was mir da Gr?nes ausgerechnet auf dem Wismarplatz entgegenkam.

Ob ich mir die teilnahmslos Ausflippenden und ihre komplement?ren Beherrscher des Ausnahmezustands heute anschauen mag, wei? ich noch nicht. Es ist so schlimm, da? es so egal ist. Und Leipzig? Sich 2000-m??ig zur Exekutive der Gutmenschen machen? Sich in ?berzahl auf l?cherlich gemachte offene Nazis st?rzen? Mir fehlt - wie meistens - der Glaube.
1.5.05 15:32


Antifa war auch schon mal souver?ner

Es war einsam bei den Befreiungs-Kundgebungen. Freitag schafften es 40 ?berwiegend sehr junge Antifas in die Landsberger 546 (erstes Berliner Haus, das die Rote Armee erreichte), am Samstag etwas mehr als 50 VVNler, PDSler, FDJler, lokale Punks und die Handvoll veranstaltenden, ziemlich ?berforderten Sympathen vom Antifaschistischen Aufstand K?penick zum Platz des 23. April.

Au?er wenigen Anwohnern und Feierabendverkehrsteilnehmern (Marzahn) und Spazierg?ngern (K?penick) d?rften die Aktionen kaum jemandem aufgefallen sein. Alles war gut gemeint und auch gut gedacht, aber recht mau umgesetzt. In beiden F?llen waren die Veranstalter nicht in der Lage, offenbar Verwirrte daran zu hindern, das Bild der Aktion zu ver?ndern.

In Marzahn stellte sich ein ?lterer Herr mit einem Plakat - Vorderseite: [Spasibo!] CA rettete alle Deutschen vor Hiroshima-US-NAtombomben; R?ckseite: Ami go home to South of Northern America - direkt neben die stra?enseitigen Transparente, also die eigentliche Sichtfl?che auf die Stra?e. Statt ihn dazu zu bringen, das Plakat runterzunehmen oder sich woanders hinzustellen, lie? man sich tats?chlich auf inhaltliche Diskussionen ein. Leider waren keine Fahnen am Start, um das Plakat einfach zu verdecken...

In K?penick wurden zun?chst vermeintliche Stasi-Leute, sp?ter die FDJler von einem sehr ?berdrehten jungen Mann beschimpft ("Da steht die Atombombe! Wegen euch habe ich Neurodermitis! Ihr verharmlost die Verbrechen des Kommunismus!"), der dann mit ein paar Punks direkt vor dem Mahnmal sa?, welche wiederum lautstark auf ihrem Recht bestanden, Deutschland gut finden zu d?rfen. Auch hier passierte au?er ein bi?chen Zur?ckgep?bel nicht viel.

Oh je!
25.4.05 23:12


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