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Rubrik Trampen

Reise in die Vergangenheit 7

Heute vor einem Jahr sa? ich um diese Zeit bereits in der Tapas Bar in Carvoeiro und blickte in den Sonnenuntergang. Obwohl ich damit gerade mal 50 Stunden von Karlsruhe bis hierher gebraucht hatte, war die Nacht zuvor nicht gerade angenehm gewesen.

Zun?chst hatte ich einen weiten Sprung gemacht, indem ich den deutschen Fahrer eines Lieferwagens, der bereits abgelehnt hatte, etwa um 22 Uhr dazu bewegt hatte, mich doch mitzunehmen. Er war n?mlich auf dem Weg nach Marokko und schlie?lich sogar bereit, die n?rdlichere Route zu fahren, was mich schon weit durch Spanien hindurch katapultierte. Er transportierte teure Teile f?r Siemens-Gasanlagen und hatte viel zu erz?hlen: von den Maut-Schwankungen, derzeit waren es 400 Euro f?r die Strecke; vom Bakschisch in Marokko; von seiner Tochter, die Spanisch studiert und in Paraguay leben wollte; von den nach wie vor relativ lockeren Einreisebestimmungen in die USA; von den unergr?ndlichen Wegen der Autobahnplaner, die uns best?ndig ?ber endlose Versorgungsstra?en neben der Autobahn im Kreis schickten; vom Gewerbegebiet Sommersdorf, dem Hafen von Bremen und anderen Investitionsruinen. Er ermutigte mich, f?r eine Tramperversicherung zu streiten, und verwies auf seinen Erfolg, selbst eine erweiterte Ladungsversicherung ausgehandelt zu haben. Wir passierten unter anderem die Skyscaper von Benidom und Villagoyosa, die den Eindruck erweckten, es w?rde sich um riesige Finanzmetropolen handeln, obwohl es haupts?chlich Touristenorte sind.

Um 2 Uhr in der Nacht lie? er mich an einer Rastanlage bei Granada raus, wo ich die n?chsten 8 Stunden verbrachte. Sehr lange blieb ich einfach an der Ausfahrt stehen und hoffte, einen der vielen LKWs anzuhalten. Ans Ausrollen des Schlafsacks war wegen Bodenfrost nicht zu denken, au?erdem stanken die abgelegeneren Teile des Parkplatzes wirklich enorm. Ich begann zu frieren, wollte aber lieber in einem fahrenden Auto schlafen, so da? es bis 4 dauerte, da? ich von einem Tankenden mit 2 Euro ins Caf? des - ja, na klar - Hotel Paraiso geschickt wurde. Weder drinnen noch drau?en war allerdings die ganze Zeit einer der Fahrer bereit mich mitzunehmen, was meine Vorurteilsresistenz bez?glich Spaniern zu unterminieren begann. Als ich wieder an der Ausfahrt stand, fluchte ich allerlei Faschismusvorw?rfe und Ausf?lle gegen den um mich herum zelebrierten Nationalcharakter und seine mutma?lichen Entstehungsumst?nde.

Erst um 10 Uhr konnte ich dann ein wenig in einem Lieferwagen schlafen, der noch Ladung abseits der Strecke holte, mich aber fast bis nach Sevilla fuhr. Ein weiteres Auto brachte mich durch Sevilla durch, wobei mir angesichts des Tangentenspaghetti klarwurde, da? ich auf dem R?ckweg unbedingt vermeiden sollte, hier irgendwo steckenzubleiben. Auf der Fahrt von Sevilla bis kurz vor die portugiesische Grenze erkl?rte mir der Lieferwagenmann, welche Gew?chse am Stra?enrand zu sehen waren, darunter Kiwis und Orangen, alles offenbar der Desertifikation abgerungen, Plantagen gegen die W?ste.

"Kurz vor der Grenze" erwies sich jedoch als relativ, meine Ann?herung an diese Grenze hatte etwas von Achilles oder der Infinitesimalrechnung oder dem lustigen Kernspalt. Als erstes wurde ich von einem Eingeborenen, der an seine kaputte Tachoanzeige glaubte, mit gesch?tzten 10 km/h von einem wenig benutzten Kreisverkehr an eine nicht mehr frequentierte Ecke 4 Kilometer weiter gefahren, was mir richtig viel brachte. Dann lief ich ein St?ck die Stra?e entlang, wobei ich aus den vorbeifahrenden Autos mit M?ll beworfen wurde. Als mich endlich ein weiterer Local mitnahm, begriff er nicht, da? die Stelle, an der er mich absetzen wollte einen weiteren endlosen Fu?marsch nach sich ziehen w?rde, was sie dann auch tat. Endlich war ich also mitten im Januar an einem Ort mit mehr als 20 Grad Au?entemperatur und pr?chtigem Sonnenschein, mu?te aber gleich 6 Kilometer durch die Sonne auf Beton und Asphalt herumlaufen.

Von der endlich gegen 15 Uhr erreichten letzten Auffahrt in Spanien, fuhr mich ein junger Metalh?rer mit dringenden Auswanderungsw?nschen genau bis zur ersten Ausfahrt in Portugal. In einem siffigen Auto mit ebensolchem Fahrer wurde ich dann wieder nur ein paar Exits bis Tavira gefahren, dort jedoch von einem Kanadier aufgelesen, der sich wunderte, da? ich bisher in Portugal ?berhaupt trampend vorangekommen war. Er empfahl mir verschiedene Orte, die ich w?hrend meines Aufenthaltes hier unbedingt sehen sollte und brachte mich auf die N125, die an der Algarve-K?ste entlangl?uft. Nun brauchte es lediglich einen sehr begeisterungsf?higen Schulangestellten, der mich f?r einen Amerikaner hielt und mir die Vorz?ge seines Landes pries - offensichtlich erpicht darauf, ein positives amerikanisches Urteil zur?ckzubekommen - um ohne weitere Landeanflugs-Probleme direkt bis nach Carvoeiro gefahren zu werden, denn diesen Ort wollte er mir unbedingt selbst noch gezeigt haben.

Ich konnte mich zur?cklehnen und auf den Feierabend meines lieben Freundes Peter warten.
14.1.06 17:38


Reise in die Vergangenheit 6

Hufi, der als Technischer Leiter 1987 die BZ komplett hatte online stellen wollen und nunmehr deutsche Produkte auf Mallorca verkaufte, war derjenige, der mich dann tats?chlich nach Mitternacht in Beaune auflas, um in seinem vollbeladenen Klapperlieferwagen nicht allein auf dem Weg nach Spanien zu sein.

Als er zwischen 2 und 4 in Mont?limar eine Pause einlegte, fragte ich mich, wozu ich f?r diesen Lift so bereit w?re, er fuhr aber nach mittelschwerem Schnarchen einfach weiter und ich geno? ein stundenlanges Aufwachen bei der immer deutlichen R?misches-Reich-Optik ?berall, schon bald praller Sonne und einsetzender W?rme.

In wacherem Zustand tauschten wir Erz?hlungen ?ber das Zeitungswesen aus, er von der BZ und seinen Gr?nde zu gehen, ich von meiner Zeit als Chefredakteur der sachsenweiten Jugendzeitschrift "Spie?er" und meinen Gr?nde zu gehen. Es wurde eine der Tageszeit angemessene Do-what-you-gotta-do-Schleife, gefolgt von einem ?hnlich einvernehmlichen Gespr?ch ?ber offene Beziehungen.

Wir fr?hst?ckten direkt an der spanischen Grenze im Rasthof La Jonquera inmitten einer aufgedrehten englischen Schulklasse. In f?r Januar wirklich nicht normaler staubiger Hitze stand ich schlie?lich an der Umgehung von Barcelona, satt und munter, ohne Zweifel auf dem Weg nach Portugal.

Bis zu einer Tankstelle auf der A7 nahm mich ein LKW-Fahrer namens Walter Keusch mit, der jedoch ausschlie?lich spanischsprechender Spanier war und von seiner Freundin ?bers Handy gelotst wurde.

Zu einem Rasthof vor Tarragona fuhr mich ?ber die Nationalstra?en ein routinierter, ?lterer LKW-Fahrer, der von Fotos zahlreicher Frauen umgeben war.

Zu einem weiteren Rasthof kurz vor Valencia brachte mich ein junger franz?sischer Baske aus dem Textilgewerbe, der eine T?te rauchte, von Valencia, Orangen und Reisplantagen schw?rmte und gegen das NASA-Projekt zur Zerst?rung von Meteoriten agitierte. Es lief Bregovic.

Der letzte Rasthof schien auch die Endstation f?r den Tag zu sein, es war mittlerweile dunkel, wurde jetzt auch hier kalt, was durch den Kontrast wesentlich unangenehmer als in der Nacht zuvor war. Endlose Mengen von Autofahrern waren nur ein paar Kilometer weiter unterwegs.
13.1.06 23:32


Reise in die Vergangenheit 5

Genauer: Reise in der Vergangenheit. Heute vor einem Jahr brach ich zu meiner bisher hier nicht berichteten Tramptour nach Portugal auf, nachdem ich zuvor in Weimar und Jena Neuigkeiten ?ber Babylon und die Azteken gesammelt und diesen Song aufgenommen hatte sowie in Karlsruhe eine Diskussion ?ber Apokalypse als kybernetische Erkenntnis gef?hrt hatte.

Nun fuhr mich von der Durlacher Auffahrt auf die A5 ein Dichtungs-Unternehmer, der seine Produktion gerade nach Ungarn auslagern wollte, zur Tankstelle Schauinsland, von dort ein LKW aus Brno bis zur franz?sischen Grenze. Nachdem mich dann ein Local nur bis zur n?chsten Rastst?tte fuhr, es dunkel wurde und regnete, kamen erste Zweifel an meinem Plan auf. Mein Schlafsack war gegen die Temperaturen ein Witz und die Autobahn doch schlechter befahren als erwartet. Von jemand ganz Dummem wurde ich nach langem Hin und Her im Auto an einer Tankstelle bei Besancon abgesetzt, wo ich sicher zwei Stunden am bereits sp?ten Abend im Regen herumstand. Ich machte mir warme Gedanken ?ber allerlei Organisches, bis mich schlie?lich ein sehr kultivierter, Klassik h?render Jurist bis an den Riesenrastplatz bei Beaune fuhr und damit wohl die ganze Tour rettete.

Obwohl ich in Beaune warten mu?te, es mittlerweile nach zw?lf und richtig kalt war, sagten mir die Unmengen von Autos, da? noch was gehen k?nnte und ich dachte in der Zwischenzeit ?ber die Lebensplanung nach: Vielleicht doch wieder wohnen? (Ich war ja noch residenzlos...) Mehr f?r die Jungle World schreiben? mehr B?cherst?nde machen? Vielleicht wieder nach Dresden ziehen? Nah- oder Fernbeziehung und wie nah oder wie fern?

Da stand ich und mir wurde klar, wie sehr ich mich mal wieder dem Zufall ausgeliefert hatte. Nur ein Auto, das weit genug fahren w?rde und bis zum Morgen in Spanien w?re und alles w?re noch offen - noch mehr Performance wie bisher seit der Grenze und ich m??te vor dem Winter kapitulieren.

Ich trank die Dose Mr Brown's leer und wickelte meine H?nde wieder in die Kapuzenpulli-?rmel.
12.1.06 23:14


Potsdam -> Michendorf

Das war nat?rlich nicht die beabsichtigte Fahrtroute, allein, die Elemente waren m?chtiger. Die erste Frau, die anhielt und nur bis Ortseingang Michendorf fahren wollte, lie?en wir eben fahren, die zweite angesichts der nahenden Dunkelheit (es ist Winter!) doch nicht. Sie sah zwar durchaus ein, da? es schon recht sp?t w?re, um noch bis nach Thale zu kommen, fuhr uns aber trotzdem nicht bis zur Autobahn, was sie mit dem ?blichen Verweis darauf begr?ndete, es w?ren ja nur 100 Meter, was nat?rlich nicht stimmt. Ebenfalls teilte sie uns nicht mit, da? die gew?nschte Auffahrt derzeit wegen Bauarbeiten an der allen Michendorfern gut bekannten neuen Ortsumgehung gesperrt ist, was auch f?r die n?chste Zeit bedeutet, da? es schweiriger werden d?rfte, aus Berlin wegzutrampen.

Wir liefen also zum Rasthof, der in der Zwischenzeit, in der die Auffahrt die bevorzugte Stelle war, noch trostloser geworden ist: die armen kleinen Deutschen k?nnen sich das teure Benzin nicht mehr leisten, zwischen den mit Dingen vollgepackten zahlreichen polnischen Autos sind nur noch wenige meist mit vier Pesonen besetzte deutsche anzutreffen. Passend zum allgemeinen Verfall war die Laterne an der Ausfahrt kaputt, so da? wir schon bald im Dunkeln standen.

Wir beschlossen, noch mal kurz an der Tanke zu schauen, wo nicht ein Auto zu sehen war, da? auf die A2 fuhr, daf?r aber ein weiterer, schon leicht angefroren wirkender Tramper. Also gingen wir wieder zur?ck nach Michendorf und nahmen den versp?teten Bus zur?ck zum Bahnhof in Potsdam, wo wir der Busversp?tung wegen erst den Zug eine Stunde sp?ter nehmen konnten, der dann wiederum um 20 Minuten versp?tet war.
12.11.05 13:04


Leipzig-Wahren -> Berlin-Nikolassee

Obwohl ich extra einen Tram-Fahrschein bis nach Schkeuditz gekauft hatte, hopste ich in Wahren bereits raus (writing on the wall Annaberger/Georg-Schumann-Stra?e: "Die Zeit wird's biegen, da? wir dich kriegen, schwarzer Stricher - NK Gang") und hielt fast augenblicklich einen ebenfalls noch partyverstrahlten Basecaptr?ger an, der mit der Sonne korrespondierenden Jazz h?rte und mich bis an die A9-Auffahrt brachte.

Dort stand ich wiederum sehr einen Moment, bis ein BMW mit zwei Russen auf dem Weg nach Berlin anhielt. Einen weiteren Moment sp?ter waren wir mit 200 (nje po vstrjechnoj) bei russischer Disco-Beschallung - mehrere vom Fahrer kritisch durchgeskippte Sampler - unterwegs, die sich von Jugo-Disco haupts?chlich durch diese vor Euphorie klingelnden Vocals unterscheidet, etwa wie in Mobys Ecstasy-Phase).

I enjoyed the ride - zwischen weinroten bestickten Kissen versuchte ich ein Muster in der Songsauswahl zu erkennen (I can't help it) und machte mir Gedanken ?ber zusammengesetzte Worte mit "Schein-" vom Scheinasylanten, mit dem 1992 Mitsch?ler ihre Konversion nach rechts begr?ndeten, bis zum beschimpften Scheinarbeitslosen von heute. Da war er wieder, der Unterschied zwischen Wesen und Erscheinung: die Deutschen beteuern, sie w?rden sich ja mit "richtigen" Fl?chtlingen und Bed?ftigen belasten, aber eben nicht mit dem "Schein" von ihnen.
30.10.05 17:52


Potsdam -> Leipzig

Ein Bayer, der fr?her mit langen Haaren getrampt ist, fuhr mich an die Michendorfer Auffahrt, ein mit seinen Wohnungsplanungen besch?ftigtes Schweriner Ehepaar nach Leipzig.
30.10.05 17:41


Berlin-Pankow -> Bremen

Dort, wo die Prenzlauer Promenade in die A114 ?bergeht, standen zun?chst schon zwei etwa 30j?hrige Polinnen auf dem Weg nach Szczecin, die allerdings nach etwa einer halben Stunde beschlossen weiterzulaufen, was ich nicht verstand. F?r einen Moment hatte ich den Platz f?r mich, bis eine etwas j?ngere Dresdnerin ihren Rucksack vor mir abstellte und mein zugegebenerma?en schlecht improvisiertes "Hamburg"-Schild kritisierte.

Nach wenigen Minuten sa?en wir beide im Auto eines mittelalten Mannes, der seine Kinder zu seiner Ex-Frau in Friedrichshain gebracht hatte und nun auf dem Heimweg war. Das Gespr?ch entspann sich aber zwischen der Dresdnerin und mir, da sie ?berraschenderweise auch nach Bremen wollte. Wir sprachen ?ber gro?e und kleine St?dte, ?ber das legend?re az conni, ?ber Osten und Westen, ?ber gebrochenes Leben und das Umherziehen.

Als wir netterweise am Rasthof Stillhorn -schon etwas weiter in die richtige Richtung, als der Fahrer h?tte fahren m?ssen - abgesetzt wurden, begann der lustige Teil. Wir zwei zynischen Tramper-Vets machten Witze ?ber das allgemeine Deutschsein der Tankenden und hielten uns gegenseitig davon ab, Leute zu fragen, bei denen wir eh nicht mitfahren wollten.

Schlie?lich war aber doch eine Stunde vergangen und wir stiegen zu einem auch nur semi-sympathischen Bremer P?rchen ins dicke Auto. Ich versuchte vergeblich, ihre uns?glichen Fragen nach meiner Lesung zu beantworten ("Womit kann ich denn das vergleichen?", "Das versteht ja kein Mensch, komm doch mal auf'n Punkt..."), was aber die Tramperkollegin dazu brachte, sp?ter im ZAKK aufzutauchen, wo ich nach freundlicher Bek?stigung allerlei unerwartetes Feedback f?r mein Live-Gelitte bekam und sogar ein bi?chen Gedrucktes verkaufte.

Gern immer wieder.
5.10.05 23:13


Weinheim (Bergstraße) -> Thale (Harz)

Drei Minuten lang ?rgerten uns (Oona und mich) demonstrativ nicht ausweichende Radfahrer und d?mlich parkende Autofahrer, dann ging?s mit einem 30j?hrigen ?berzeugten Sozi bis nach Gr?fenhausen. Er schien 1998 h?ngengeblieben zu sein, war aber sehr lustig. Genau an der Landesgrenze Baden-W?rttemberg zu Hessen ? und nicht einen Meter eher - machte er sich mit viel Tamtam endlich seine langersehnte T?te an und gab als Hartz-IV-Empf?nger weitere R?tsel ?ber seine SPD-Begeisterung auf.

In Gr?fenhausen stand ein Sonntagstramper an der Ausfahrt, manchmal sa? er auch. Als wir zu ihm gehen wollten, um ihn zu fragen, ob er wirklich noch wegkommen wollte, fing er pl?tzlich ?bermotiviert an, sich halb auf die Stra?e zu stellen und aufgeregt zu winken. Wir fragten zwei Kerle, die nach Bad Lauterberg (im Harz, dicht am Zielort) fuhren, denen aber irgendein wichtiges Teil am Auto fehlte und die deshalb das Risiko nicht eingehen wollten. Ein paar Meter weiter studierte ein sympathischer ?lterer Schweizer eine ?ber seinem Auto ausgebreitete Karte, obwohl er lediglich nach Marburg wollte. Wir konnten ihm gut und einfach erkl?ren, wie er dahin kommt und fuhren bis Wetterau mit. Er wohnte im Grunde im Hochland von Honduras, verglich aber die meiste Zeit die provinzielle Schweiz mit dem st?dtischeren Deutschland, von dem er als Kind ein anderes Bild gehabt h?tte. Was er damit genau meinte, blieb unklar, die Unterhaltung war jedoch angenehm fraktal.

Mitnehmer des Tages war nun folgende Lasertechniker, der von 1987-90 mit dem CCC zu tun gehabt hatte und danach aus nachvollziehbaren Gr?nden lieber nicht mehr. Ihn freute es zu h?ren, da? sich im Chaos so viel getan h?tte, und er deutete an, auf dem n?chsten Kongre? mal vorbeizuschauen.

Umso grausiger wurde es im siffigen VW-Bus ab Kirchheim. Obwohl jeder, der einen von dieser mit Touristen und Ausfl?glern aufs deutscheste garnierten Rastst?tte mitnimmt, zun?chst im tollsten Lichte strahlt, mussten wir uns von dem alterslos jungen Herumdenker endlos ?ber politische Themen ausfragen lassen, nur um dann seine wirklich ?blen, aber keinesfalls b?se gemeinten Statements wie ?da gab es ja schon Kameradschaft und Gleichheit damals an der Front? und ? es waren ja nicht alle schlimm bei der Waffen-SS? anzuh?ren. Auf dem Beifahrersitz sa? ein schwarzer Rastatr?ger, der ebenfalls als Tramper vorher zugestiegen war, und den der Fahrer auch noch als Argument benutzte. Er fragte ihn: ?F?hlst du dich in Deutschland ausgegrenzt?? Der Rastamann verneinte und der Fahrer schaute triumphierend zu uns, woraufhin ich die Frage an den Rastamann stellte, ob er schon mal in Sachsen gewesen w?re. Darauf er: ?Nein, da fahre ich nicht hin!?

Gl?cklich weiteren Er?rterungen ?ber das gerade eintreffende 18:00-Wahlergebnis entronnen, wurden wir an der A7-Ausfahrt Rh?den/Harz von einem unaufgeregten Mann bis nach Thale gefahren. Als wir ausstiegen, fragte mich Oona, die geschlafen hatte, ob ich den Fahrer h?tte bequatschen m?ssen, da er ja gar nicht Thale hatte fahren wollen. Ich sagte, er w?re jetzt ganz sicher der Ansicht, es w?re seine Idee gewesen.
19.9.05 13:40


Potsdam -> Jena

Zur Auffahrt Michendorf f?hrt mich eine junge Frau, die im Rahmen ihrer Physiotherapie-Ausbildung den Tag ?ber sich in einem Rollstuhl durch die Stadt bewegt hatte und mir nun den Perspektivwechsel beschrieb.

Wiederum sehr schnell wurde ich bis Leipzig-West mitgenommen, wobei das Gespr?ch nicht sehr erfreulich war. Der auch recht junge Fahrer hatte eine Frisur wie Christopher Lambert als Vercengetorix. Hinter seinem Frisurvorhang waren die Gedanken recht effektiv eingesperrt. Sein einziger l?ngerer Redebeitrag war ein emp?rtes Sichluftmachen ?ber den weder aus dem Autoradio noch bis dahin von mir erhobenen Vorwurf, die ?Deutschen als Volk? seien am Zweiten Weltkrieg schuld gewesen.

Im n?chsten Auto (ab Auffahrt Leipzig-West) war es viel netter. Ein ?lterer russischer Mann in einem altmodischen Jackett und mit abgedunkelter Brille h?rte dixielandartige russische Filmmusik, vorgetragen mit zwei Gitarren. Seine Ausf?hrungen ?ber die Filme habe ich nur teilweise verstanden, obwohl ich schw?ren k?nnte, mindestens einen Film als Kind gesehen zu haben.

An der Eisenberger Ausfahrt von der A9 abgesetzt, lief ich bis zur Regionalbus-Haltestelle und wurde vom n?chsten Fahrer f?r diese Wahl gelobt, was mir lange nicht mehr passiert ist. Er erz?hlte von seinen Trampereien bis Mitte der Neunziger (danach haben ja fast alle aufgeh?rt) und wir stimmten in der Verwunderung ?berein, wie leicht es nach wie vor in Deutschland ist, mitgenommen zu werden, w?hrend aber gleichzeitig kaum jemand trampt.
19.9.05 13:38


Rasthof Wetterau -> Brandenburg

Der R?ckweg vom Vollmond gestaltete sich unspektakul?r, was nach der z?hen Hintour auch sehr nett war. Wir wurden bis Wetterau gebracht, mu?ten dort zwar eine Weile warten, hatten dann aber einen sehr aggressionsabbauenden Lift mit zwei Darkened Nocturne Slaughtercult-H?rern, die auch nicht viel reden wollten. Einzig die Nachfrage, ob wir auch wirklich nicht vom Weltjugendtag kommen, war ihnen wichtig. Ohne weitere Diskussion h?tten sie uns sonst wohl gleich wieder rausgesetzt, das steht fest.

Sie fuhren nach Paderborn, lie?en uns also in Kirchheim raus, wo nach kurzem Imbi? praktisch sofort ein Auto mit OPR-Kennzeichen anhielt - nach Brandenburg, was hie?, da? wir uns dort einfach in die Regionalbahn setzen k?nnten und weitere ?berraschungen ausblieben. Ich verschlief die Fahrt, bekam nur mit, da? der Fahrer in Brandenburg seine Freundin besuchte und ihr einen groe?n Blumenstrau? mitbrachte, mit dem ich mir die R?ckbank teilen mu?te.

F?r die Bahnfahrt von Brandenburg bis in die Samariterstra?e brauchten wir genauso lange wie von Kirchheim nach Brandenburg. Irgendwann beim n-ten Umsteigen nahm ich mir vor, bei der Fahrscheinkontrolle zu sagen: "Sehr geehrte Zugbegleiterin! Aufgrund Ihrer Bauarbeiten kommt es zu Zahlungsunregelm??igkeiten meinerseits. Ich bedanke mich herzlich f?r Ihr Verst?ndnis!" Aber der extra vorher gekuafte Fahrschein wurde gar nicht kontrolliert.
21.8.05 16:24


Potsdam -> Rasthof Wetterau

Mit Oona auf dem Weg nach L?hrbach zum Vollmond geht es nett und schnell an die Michendorfer Auffahrt (auch wenn ich im Tran zun?chst das Sch?nefelder mit dem Schkeuditzer Kreuz verwechselt und mich schon gefreut hatte...), dann im Auto eines kurz vorm Abschlu? stehenden FU-Romanisten mit starkem Abgrenzungsbed?rfnis ("Oh, Radio Eins hab ich nur zuf?llig an, mach ich gleich wieder aus...", "Altphilologen sind ganz anders, die h?tten sicher auch nicht angehalten") bis zum Rasthof Fl?ming, dann miti einer recht stillen Frau um die 40 bis Osterfeld und von dort mit einem nicht wirklich sympathischen Unternehmer spezialisiert auf schwenkbare Terrassen?berdachungen (zu mir: "Oh, Sie kennen sich im Kaufm?nnischen aus!") bis zum Erfurter Rasthof Eichelborn.

Dort standen drei Wettbewerber an der Ausfahrt (ich sage nur: wei?es Tuch um den Kopf gewickelt) und noch einer an der Tanke. Bei Letzterem stellten wir uns um die Ecke und wollten warten, bis er wegkommen w?rde. Nach einer Weile stellten wir aber fest, da? er gar niemanden ansprach. Also gingen wir hin und fragten, ob er eigentlich irgendwas machen w?rde. Er meinte mit einem ins Religi?se lappenden L?cheln, er habe es nicht so eilig und w?rde eben nicht bei jedem einsteigen. Wir antworteten, da? wir eigentlich bei jedem einsteigen w?rden, der zumindest bis zum n?chsten Rasthof fahren w?rde. Er zog es vor, statt nun den Modus zu wechseln, sich einfach auf den Parkplatz zu trollen, was dazu f?hrte, da? wir nach einer halben Stunde von den zahlreichen Trampern als erste wieder weg waren. Last in, first out of the station.

Bis Eisenach fuhr uns ein Afghane, dessen Sprache trotz angegebenen 15 Jahren in Deutschland nur streckenweise verst?ndlich war. Immer wieder blitzten englische und noch h?ufiger russische Versatzst?cke auf. Den BGS bezeichnete er zum Beispiel auf deutsch als "Kriminalpolizei der Bundeswehr" und auf russisch korrekt als Grenzpolizei (graniznaja). Mehr als da? er sich ordentlich verfahren hatte (von Leipzig nach Hannover ?ber die A4...) und da? er als Autoh?ndler daf?r war, da? Autos auch st?ndig gefahren werden, war seinen durchaus recht langen Ausf?hrungen nicht zu entnehmen.

Eisenach nach Reinhardshain: Wenn die Zittauer Mutti, die bei Kettcar mitsingt und mitpfeift(!), zum ca. 15j?hrigen Sohnemann auf dem Beifahrersitz sagt: "Haste wieder dran rumgespielt?" - dann meint sie heutzutage seine inkompetente Bedienung des ?berforderten Autoradios. Wenn die erste Seeed-Platte dann mal eine Weile am St?ck durchl?uft, kann die Zeile "Sonntags gehn wir in die Wanne, nicht mit jedem aber jeder!" endlich dem affirmierten Rasta-Kontext zugeordnet werden - die Riddims und die nicht szenekonformen Inhalte gehen aber weiterhin gut klar.

Reinhardshain nach Wetterau: Das Quoten-Schlachtschiff f?r den Tag. Gepolsterter Tiefflug, w?hrend es immer st?rker zu regnen beginnt, so da? wir in Wetterau auf andere Vollmondfahrer warten, um uns aufzugabeln.
21.8.05 16:02


Thale -> Berlin

In Thale stand ich eine Weile rum, bis mich ein sehr typischer junger Kerl mitnahm, der ?ber sich erz?hlte, da? er als Elektrotechniker in Sta?furt arbeitet, kifft ("Alle roochen, die Nazis roochen, die Zecken roochen, die Punks roochen"), mit dem Esel Sachen zieht, Stronghold 2 spielt. Er klang grundlos ausgelassen und fr?hlich, auch als er vom Unwetter im Urlaub berichtete, bei dem seine Frontscheibe einen Treffer kassiert hatte: "Hat ja unjeharelt!" Und w?hrenddessen lief die ganze Zeit eine Frank-Rennicke-CD. Ich brachte es einfach nicht fertig, ihn darauf anzusprechen, und stelle mir noch jetzt einige Fragen dar?ber, wie das eigentlich alles zusammengeh?rt. Er setzte mich grinsend mit einem "So, jetzt komm ich vielleicht in'n Himmel" am richtigen Ortsausgang ab.

Es klappte wieder nicht, noch vor der Abzweigung, an der die B6 und die Stra?e nach Kroppenstedt sich teilen, mal jemanden von den vielen Fahrern in Richtung A9 zu bekommen. Erst als ich ?ber den Abzweig hinausgelaufen war, hielten zwei Musiker von einer Thalenser Mittelalterband namens Scherblhaufen an, die in Magdeburg noch weitere Leute einsammeln wollten, um dann nach Roskilde zu fahren, wo sie einen Auftritt hatten. Sie waren lustig, aber unspektakul?r, ich verlie? sie an der Auffahrt von der B81 auf die A14, wo ich noch nie gestanden hatte.

Relativ flink wurde ich von einem weiteren jungen Mann mit weiblichem Dackel an der Stelle, wo ich meinen Rucksack parken wollte, aufgelesen, der zwar Richtung Hannover auf die A2 fuhr, was aber auch der Plan gewesen war, da ich am Rasthof B?rde einfach die Fahrbahnseite wechseln konnte (sogar mit Br?cke). Er holte etwas auf einem kleinen Ort bei Helmstedt ab, was ein Freund von ihm bei ebay ersteigert hatte.

Die letzte Etappe fuhr ich mit einem afrodeutschen MTV-Mitarbeiter, der seine etwa 8j?hrige Tochter aus dem Fantasialand in Br?hl wieder nach Berlin fuhr. Sie sa? auf dem R?cksitz und fand die H?rspiel-CD von Exuperys kleinem Prinzen gar nicht lustig, so engagiert Papa sie ihr auch anempfahl. Mit immer energischeren Rufen verlangte die Tochter nach Wir sind Helden, und Papa gab schlie?lich nach. Ich konnte nicht sagen, was ich schlimmer fand. Immerhin gelang es mir, mit dem Verweis auf die Verwendung des Liedes "Denkmal" durch die Nazis daf?r zu sorgen, da? das ?bersprungen wurde. Papa war aber verwundert, da? die Helden, mit denen er beruflich gelegentlich zu tun hat, dazu nie Stellung bezogen haben. Er meinte, er w?rde sie mal drauf ansprechen. W?hrend er mich freundlicherweise in Berlin wirklich bis vor die T?r fuhr, geriet er dann aber in eine "Jeder kann es schaffen"-Tirade, die wohl Einstellungsbedingung beim Musikfernsehen ist. Er war in dem unersch?tterlichen Glauben, da? jeder, dem es schlecht geht, daran selbst schuld ist. Wobei zu seiner Auffassung von "es schaffen" auf jeden Fall dazugeh?rt, da? er eines Tages nicht mehr in Deutschland lebt. Womit ich wieder eine Pointe habe. Nun ja.
6.8.05 13:39


Rasthof Kirchheim -> Thale

Ich hielt es f?r eine clevere Idee, die Bundesstra?enstrecke von Auerstedt ?ber Querfurt und Eisleben zu vermeiden und stattdessen auf der Autobahn einmal ringsherum zu trampen, zumal ich mit Werner und Nadina einen Lift bis zum Kirchheimer Dreieck hatte. Leider war die A4 wieder (wie schon auf der Hinfahrt) zugestaut, so da? es unterm Strich wohl sogar l?nger gedauert hat.

In Kirchheim mu?te ich warten, bis ein wandernder Geselle mitgenommen wurde und letztlich auch, bis die Masse der vollgepackten Urlauberautos sich etwas verringert hatte. Dann fuhr ich bei einem norddeutschen Ehepaar mit bis zur Ausfahrt Rh?den/Harz. Sie versuchte ihn offenbar von der Gef?hrlichkeit von Verschw?rungstheorien zu ?berzeugen ? ich kam mir n?tzlich vor.

Ein Werniger?der, f?r den es eine Neuigkeit war, da? der ehemalige Grenzabschnitt der A4 wieder durchg?ngig befahrbar ist (was schon unmittelbar nach 1990 ging), fuhr mich an die Silstedter Auffahrt auf die B6n.

Ein Mitarbeiter eines Werniger?der Euro-Grills, der eine sehr kleine Tochter herumfuhr und islamische Gebete h?rte, brachte mich nach Blankenburg.

Von dort ? von der einstmals wohl h?ufigsten Trampstelle ? wurde ich von einer dreik?pfigen Familie, deren Sohn sein Studienbuch auf den Knien hatte, bis nach Thale gefahren.
26.7.05 15:02


Potsdam -> Birkenau

Der lockige Mann, der Oona und mich zur Autobahn fuhr, mochte kurze Ansagen, die davon zeugten, dass er sich ?ber die Probleme des Trampens schon mal Gedanken gemacht hat. Er und sein auf dem Beifahrersitz ?berwiegend schweigender Sohn rauchten aus den Fenstern.

Von der Auffahrt Michendorf wurden wir dann von einer sehr sympathischen Potsdamer Geschichts-Studentin mitgenommen, die sehr neugierig und gespr?chig war. Immer wieder schien es inhaltlich heikel zu werden, zum Beispiel bez?glich ihres Nebenfachs Religion. Doch sie lie? sich darauf ein, ?ber deutsche Universit?ten und ihre Besonderheiten (Indogermanistik, unitarischer Religionsbegriff, Burschenschaften) zu reden. Auch ihr Interesse f?r den Islam stellte sich eher als ein ethnologisches heraus denn als solches einer angehenden Konvertitin. Bei einer kurzen Pause sagte sie, dass sie froh sei, da? wir sie so gr?ndlich ablenken w?rden, da sie sich am Vortag von ihrem Freund getrennt h?tte, mit dem sie ?ber drei Jahre zusammen gewesen war. Er sei nicht bereit gewesen, etwas f?r die Beziehung zu tun.

Sie fuhr weiter nach Bayern, wir stiegen am Rasthof Osterfeld aus und wurden ? wieder sehr flink ? von einem Kleinbus mitgenommen, in dem ein Reiseunternehmer auf dem Weg nach Trier sa?. Er stellte sich als Zuckers?chtigen vor, wir empfahlen Werners neues Buch dazu, er bot uns von der T?te Gummib?rchen an: ?Sonst e? ich das doch wieder alles sofort auf.? Auf der doch recht langen Fahrt bis Reinhardshain streiften wir dann allerlei politische Themen, wobei er eine ausgesprochen deutsche Position einnahm, aber darauf bestand, da? er sich freuen w?rde, mal mit jemandem dar?ber diskutieren zu k?nnen. Wenn er von einem ?latenten Antisemitismus in Deutschland? sprach und ich zur Illustration des recht handgreiflichen Antisemitismus von den Angriffen auf die Dresdner Synagoge am 13. Februar erz?hlte, sagte er zum Stichwort ?Bombenholocaust?, mit dem ich die NPD-Position charakterisieren wollte: ?Das ist ja korrekt? und wiederholte das zweimal. Als ich daraufhin etwas fassungslos nachfragte, ob ihm der Unterschied zum Holocaust klar sei, bestritt er, den Begriff ?berhaupt verwendet zu haben. Oona sagte, dass er es aber genau so gesagt habe und er bestritt es. In diesem Stil ging es um weitere ?hnliche Themen. Er behauptete auf der Grundlage von J?rg Friedrich, die Alliierten h?tten gewu?t, da? sie ein sinnloses Verbrechen begehen w?rden, w?hrend er andersrum bestritt, da? die Deutschen wirklich bescheid wu?ten. An solchen Stellen ist G?tz Alys Buch doch immer wieder eine sinnvolle Referenz ? er wollte sogleich genau wissen, wie es hei?t und wo und wann es erschienen ist. Mehrere Male wollte er uns darauf festlegen, da? wir damals auch vor den Russen geflohen w?ren oder dort in Dresden h?ten hocken k?nnen. Wir wiesen daraufhin, da? wir vermutlich eher in Buchenwald oder im Ausland zu finden gewesen sein w?ren. Am Rasthof angekommen, wollte er als abschlie?endes Statement stehen lassen: ?Im Grunde kann man aber eben nicht viel ?ndern, es passiert eh alles.? Ich antwortete: ?Doch, sie konnten damals herkommen und die Nazis besiegen und sie k?nnen heute gehen und Diktatoren st?rzen, das geht sehr wohl.? Woraufhin er sagte, da? er nun gar nicht mehr darauf antworten k?nnte und so sein Schlu?pl?doyer keins gewesen sei.

Nach Wetterau nahm uns ein Ilmenauer Handwerker mit, der Wau und den Eine-Welt-Laden kannte und sehr entspannt davon berichtete, da? er in Offenbach jemanden treffen w?rde, mit dem er gern mal reden mag und der vielleicht ? aber das w?rde die Nebenrolle spielen ? auch einen bundesweiten Auftrag f?r ihn h?tte. Wir machten Witze ?ber den Mond, ob er vielleicht nicht mehr da w?re, wenn die Wolken sich verziehen w?rden; ob er immer schon mit einem anderen Planeten rummachen w?rde; ob wir dann eine Kontaktanzeige in Lonely Planet aufgeben m??ten.

Der letzte Lift war ein weiterer schneller Gl?cksfall: Eine noch recht junge Frau aus der Umgebung von Dortmund fuhr ins Nachbardorf von L?hrbach, um dort eine Bekannte mit ihrem Pferd abzuholen. Sie war froh, da? wir wu?ten, wo es langgeht, wir kamen schnell bis in die n?chste N?he ? und mu?ten uns dann doch von Oonas Frau Mama abholen lassen, da es regnete wie [insert nicht abgegriffener Vergleich].

(Erst jetzt entdecke ich, da? die Geschichte von mir doch vergleichsweise vers?hnlich erz?hlt wird, im harten Vergleich)
26.7.05 14:57


Das Ende der Geschichte

Die Mauern fielen, der Rausch war unbeschreiblich, alles pa?te zusammen und war eins - bis auf den pain in the ass , der von den geschwollenen H?morroiden herr?hrte, die wiederum Resultat der cannabis-gest?tzten Durchblutungsf?rderung waren (classless berichtete), der ich nunmehr mit dem Tetra-Pak Vitamin-C-haltigen Safts entgegenwirken wollte, der mir von dem freundlichen jungen Sonnenbrillentr?ger angeboten worden war, in dessen von Dopenebel erf?llten Auto ich gerade sa? und der schlechtes Reden ?ber die Deutschen bei aller Plausibilit?t mit dem Hinweis von sich schob, da? er zumeist in Deutschland sein Geld verdient. Ich mu?te nur den Amerikaner spielen, der auf dem Weg nach Berlin war, und schon redete er ?ber die Bewohner des leider immer noch existierenden Staates.

Auch der n?chste Mitnehmer, ein etwas ?lterer B?rohemdmann, meinte, er sei auf die Deutschen neidisch wegen ihrer hohen Effizienz. Ich sagte, den gr??ten Schrecken h?tten die Deutschen mittels ihres gr?ndlichen Zuendemachens verbreitet und "inefficiency is a value", worauf er vermutlich irgendwie reagiert hat, was ich aber wegen der immer noch unbeschreiblichen Bekifftheit nicht mehr mitbekam/noch wei?.

An der letzten Tankstelle vor der Grenze schlief ich zwei Stunden in der Fr?habendsonne und holte mir einen ansehnlichen Sonnenbrand an den Schultern - dann fuhr ein Pole nach Hause und ich schlief, bis ich in der Michendorf-Mitropa vor einem Teller Nudeln mit Pudeln sa?. (Gerade eben erst stelle ich fest, da? auf dem Bon wirklich Mitropa steht, das war eigentlich nur als Ambientevergleich gedacht, in Remineszenz an Wegeleben damals...)

Ich rollte den Schlafsack aus, tr?umte vermutlich aufregendes Zeug, was ich der Bekifftheit wegen aber schon beim Aufwachen nicht mehr wu?te - am Morgen fuhr mich ein Schichti zum Potsdamer Bahnhof, back to square one.

Und dann bekomme ich eine Mail, in der ich gefragt werde, ob ich immer gleich soviel Theorie und Verallgemeinerung am Start habe und nie einfach mal pl?tzlich stehen bleibe und denke: 'Boah, was f?r'n Baum!' Und ich stehe auf der Br?cke und denke: 'Boah, was f?r ein rotierendes Geglitzer die Sonne auf den Wellen des Kanals verursacht!' Schon einen Moment sp?ter denke ich: 'Boah, wie antisemitisch in der U-Bahn diskutiert wird!' Und bevor einer der beiden Gedanken zu irgendwas weiterem werden kann, denke ich: 'Boah, aus dem Geldautomaten kommt ja gar nichts mehr raus!' (letzte Woche noch consecutive 5 Euro) Und: 'In den S??igkeitenautomaten mu? aber unbedingt was rein!'
19.7.05 01:46


Amsterdam doesn't really rock ('cept for

Mu?te ich damit rechnen, beim Eintreffen in der Innenstadt nachts um zwei wirklich schon der Zusp?tkommer zu sein? Nur noch alle f?nf, sechs Stra?en waren Cl???bs auf mit Wichtigm?nnern davor und Bier ab 5 Euro aufw?rts. Auch keine kleinen L?den oder dergleichen, wo es etwas anderes als S??igkeiten gab. Auch diese waren ab 3 s?mtlich sloten.

Ich lief stundenlang zwischen den glattgewienerten Fressen von Klassenfahrtteilnehmern herum, bis ich mich irgendwann am Nationaldenkmal gegen?ber vom Dam Schlafen legte.

Da der amerikanische Buchladen erst um 10 aufmachte, ging ich eine Stunde fr?her zu Waterstone's, die mich mit folgenden Titeln auf dem "Headline Politics"-Tisch erwarteten:

Ben Mezrich "Ugly Americans" (Hedgefond-Bashing, Follow-up zu einem Buch ?ber geldverschleudernde College-Studenten), Niall Ferguson "The Colossus - Rise and Fall of the American Empire", Paul Robert "The End of Oil", William Blum "Killing Hope - US Military and CIA Interventions since World War II", Michael Moore "Will they ever trust us again?", Eliot Weinberger "What I heard about Iraq", Reza Aslan "No God but God" (Islamversteher-Buch, das damit beworben wird, das moslemische Verh?ltnis den Juden gegen?ber zu thematisieren, das aber doch nur den Dhimmi-Status zu einer humanistischen Leistung verkl?rt), Phil Rees "Dining with Terrorists" (eigentlich gute Idee: jemand besucht Terroristen in verschiedenen L?ndern, leider folgt aus seiner Aufbereitung der Gespr?che ein recht deutliches "Wer bombt, hat recht" - die Terroristen handeln aus sozialer Emp?rung usw.) - und nat?rlich die John-Kerry-Verherrlichung "Tour of Duty" von Douglas Brinkley ("...showing Kerry's way from war to peace")

Auch die nicht so offen schlimmen Titel pa?ten in ihrer Pr?sentation gut ins Bild: Mit der "Real Story of the Bush family", "Blair's Wars", "Bush's Brain" und dem einen oder anderen Said-Buch nahm das weltanschauliche Programm fast den gesamten Tisch ein, ohne auch nur einen wirklichen Dischord aufzuweisen.

Ich kann nicht wirklich behaupten, das American Book Center w?re der Gegenentwurf dazu gewesen, dennoch fanden sich hier viele der vermi?ten Abweichungen: mehr Wissenschaft, mehr Marxismus, mehr Soziologie und sogar das eine oder andere Neocon-Buch. Ich verwarf die zu teuren Ausgew?hlten Werke von EP Thompson und entschied mich schlie?lich f?r Lyndall Gordons Buch ?ber die famose Mary Wollstonecraft sowie eine Sammlung revolution?rer Pamphlete vom 18. Jahrhundert bis heute.



Dann beging ich einen Fehler. Da zu erwarten war, da? der Fu?weg zur Autobahn etwas dauern w?rde, kaufte ich mir f?r 2,50 in einem Coffee Shop eine T?te und setzte mich damit an einen der drau?en aufgestellten Tische. Ich begann, das Buch "M?ll, Natur und Zeit" von Gerd Gr?bler zu lesen, so da? ich erst nach einer Weile bemerkte, da? es nicht an den wirklich hirnverknotenden Gedankeng?ngen des Textes lag, da? ich mich wunderlich f?hlte. Ich war nach gerade drei knappen Z?gen v?llig mottendichte breit.

Ich h?rte auf zu rauchen und wartete, da? sich die Lage wieder normalisierte. Die Lage verleierte weiter. Nach zwei oder drei Jahren beschlo? ich, den kaum angerauchten Spliff den Leuten am Nachbartisch zu vermachen und lieber weiterzulaufen, bevor ich es ?berhaupt nicht schaffen w?rde.

Eine Weile funktionierte das gut, weil ich in meiner Vernebelung einfach vor mich hinlief - so wie urspr?nglich geplant. Irgendwann jedoch kamen Schmerzen auf und wurden schlimmer - die v?llig durchdrehende Durchblutung hatte meine H?morrhoiden so weit schwellen lassen, da? jeder Schritt das Gef?hl vermittelte, eine Rasierklinge steckte in meinem Hintern. Also setzte ich mich mal hierhin und mal dorthin, mu?te teilweise groteske Positionen einnehmen; bei den in gewissen Abst?nden unternommenen Gehversuchen m?chte ich mir gern zugesehen haben.

Nach unglaublichen Mengen dahingeronnener Zeit war es dennoch erst nachmittags um drei und ich hielt einen jungen Mann an, der... Oh, das ist schon der n?chste Eintrag. Schaffe ich heute aber nicht mehr, weil immer noch zu belatschert. Nu ja.
17.7.05 16:30


Potsdam B2 am Hauptbahnhof -> Amsterdam

Zur Autobahn bringt mich ein Fernmeldeaufkl?rer der Bundeswehr, stationiert in Gatow, der aber nicht mehr ?ber seinen Job sagen darf, als, da? Fremdsprachenkenntnisse daf?r sehr n?tzlich sind. Er l?dt bei einem Kleinh?ndler auf dessen DDR-Grundst?ck Bio-Tierfutter ein und mich zur Abwechslung am Michendorfer Rasthof aus.

Dort gibt es keine Bel?stigung durch herumstreunende Polizeieinheiten, sondern einen schnellen Lift Richtung Westen. Der aus dieser Richtung stammende Fahrer, der seit einer Weile in Neuseddin wohnt ("46 Jahre Westen waren genug") und von seiner polnischen Frau schw?rmt, ist ein gro?er Amerika-Fan. Er hat die Ostk?ste mehrmals recht gr?ndlich bereist und sagt, die Toleranz der Leute h?tte ihn begeistert. Sobald sein ?lterer, noch aus erster Ehe stammender Sohn "alt genug" ist, was wohl in ein oder zwei Jahren der Fall zu sein scheint, will er mit Frau und Kind nach Amerika gehen. Ihn ?rgert die Engstirnigkeit hierzulande, auch der Umgang mit der Geschichte: "Egal, wen ich gefragt habe, damals will keiner dabei gewesen sein. Aber irgendwer wird es doch gemacht haben."

Er setzt mich am Rasthof Garbsen ab, weil er in Minden abfahren will. Ich trinke einen Mr Brown's und beschlie?e - da ich bisher noch kein Reiseziel hatte - nach Amsterdam zu fahren, um dort im American Book Center ein Geschenk f?r Oona zu kaufen. Ich schaffe es, drei Songs an der Ausfahrt zu singen, bevor mich ein LKW-Fahrer auf deutsch anspricht, wo ich hinwill. "I'm going to Amsterdam", sage ich und er sagt: "Exactly, just give me two minutes". Ich bin ohne zu ?berlegen in meiner guten alten Amerikaner-Zweitidentit?t f?r alle F?lle - was sich nach dem vorangegangenen Auto aber auch ein bi?chen aufgedr?ngt hat. Als er vom Klo zur?ck ist, fahren wir mit meiner Electrelane-CD in seinem kleinen tragbaren DVD-Player in den Sonnenuntergang. (Beim Schreiben dieses Satzes befielen den Autor Zweifel wegen der un?bersehbaren Klischeehaftigkeit.)

Die Amerikaner-Position ist lohnenswert, da der Fahrer aus Holland stammt und sich sehr gern und ausgiebig ?ber Deutsche wundert. Er hat vier Jahre in England gelebt (in einem Vorort von Brighton) und drei in Kanada. In Parallele zum anderen Auto vorher hat auch er eine polnische Frau und will in sechs Wochen f?r immer nach Kanada gehen: "I've been on German roads for more than 20 years. I gotta get outta here!" Er beklagt sich ?ber die Weltfremdheit und Willk?r der deutschen Polizei, speziell der BAG und des BGS. Er erz?hlt zahlreiche Anekdoten dar?ber, wie Deutsche im Ausland erwarten, da? alle anderen auch deutsch seien, wie z.B. in einem abgelegenen schottischen Dorf eine vierk?pfige Familie mit einem eher dicken Auto vorgefahren kam und die Bedienung "right away" auf deutsch zutexteten; wie er sich ?ber die internationalen Restaurants in Deutschland wunderte, da Deutsche nach seinem Eindruck im Ausland auf ihrer K?che sehr best?nden; wie ?berhaupt Geld f?r Deutsche weiterhin etwas Magisches sei, etwas L?stiges, f?r das andere zust?ndig seien. Er erz?hlte einen polnischen Witz, den ihm seine Frau erz?hlt hatte: "Some people speak three languages - they are trilingual. Some speak two languages - they are bilingual. And some speak only one language - that's the Germans."

Ich mu?te mir eine DVD der Metal-Dinosaurier bzw. -Drachen Rush ansehen, die nicht ganz so schlimm war, wie ich erst bef?rchtet hatte. Auf dem letzten Streckenabschnitt, als er sich nach ?berschreitung der Grenze zu den Niederlanden sichtbar zu entspannen begann ("I still owe these police bastards 130 euro, and I don't wanna have to pay them before I'm up and away"), machte er den Film Red Dragon an, den ich noch nicht gesehen hatte, und ?ber den ich jetzt nicht ausf?hrlicher schreiben mag - Edward Norton kl?rt mit der Hilfe von Hannibal Lecter Verst?mmelungsverbrechen auf.

Beim Aussteigen am Bahnhof/Flughafen Schiphol verga? ich ein Buch in seinem LKW - ein deutschsprachiges aus der Amerika-Gedenkbibo. Wenn er es findet, k?nnte er sich wundern
16.7.05 20:02


Brandenburg-Wust -> Potsdam

Eben noch in zumindest halboffizieller Verkaufskluft, wirke ich erstaunlich schnell abgerissen genug, um von der Brandenburger Bev?lkerung mit ihren geistigen Ausscheidungen bedacht zu werden. Gestenreich schlagen sie mir vor zu laufen, fr?hlich johlen sie mir zu und mit Schwung treten sie das Gaspedal direkt neben mir durch.

Wie angenehm, mich in ein Auto zu setzen, dessen Radio eher der Landschaft als ihren Bewohnern angemessene Musik spielt - Benjamin Britten - und dessen Fahrer einfach nichts sagt, sondern lauscht.

Ich schlafe ersch?pft f?r einen Moment ein und wache auf, als der Kulturradio-Sprecher den neuen Roman von Jorge Sempr?n "Zwanzig Jahre und ein Tag" vorstellt. Dieser sei nicht chronologisch und kenne keinen allwissenden Gesamterz?hler - wie sch?n. Als eines der wiederkehrenden Motive fungiert ein Bild von Judith, die den Unterdr?cker Holofernes nach gemeinsamem Geschlechtsverkehr t?tet.
28.6.05 21:54


Rasthof Garbsen -> Berlin-Tempelhof

Kaum habe ich mich an der Ausfahrt rumgedreht und den Daumen hochgehalten, nimmt mich ein ?berarbeitungsbed?rftiger Kombi mit. Darin: ein Erfinder. Gerade zuletzt hat er ein Ger?t gebaut, das mittels Laser Unkraut von Nutzpflanze unterscheiden kann und mit 2 km/h auf einem Beet oder Pfeld vor sich hin j?tet.

Jetzt bastelt er an einer Landdrohne, die nach dem Vorbild einer Spinne modelliert ist und bisher etwa 200 kg Nutzlast tragen kann. Wird sie besch?digt, versuchen die restlichen Teile, zu retten, was zu retten ist. Sie kann sich eingraben und zum Beispiel Kabel hinter sich herziehen. Au?erdem k?nnte sie die frisch in Dienst gestellten Minenratten in Mocambique abl?sen, da sie Minen orten, ausgraben und entsch?rfen kann.

Wenn er damit fertig sein wird, baut er wohl ein zuverl?ssigeres und komfortableres Blutzuckerme?ger?t.

Nach unoriginellen Absagen aller Art erbarmt sich am n?chsten Rasthof Zweidorfer Holz schlie?lich ein ukrainisch/usbekischer Sp?taussiedler, der in voller Begeisterung seiner wiedergewonnenen deutschen Nationalit?t mit mir ein Gespr?ch ?ber den Begriff Heimat f?hren m?chte. Obwohl ich ganz und gar nicht das sage, was er gerne h?ren mag, ist er erfreut ?ber die vielen neuen deutschen W?rter, die er lernt.

Vom B?rde-Rasthof fahre ich mit einem Ex-Gr?nen bis Berlin. Die Einzelheiten des Gespr?chs sind mir entfallen - vielleicht stand ich dann doch schon zu lange in der prallen Sonne herum.
28.6.05 21:42


I'm mostly harmless

Am Donnerstag rief mich Manuel an und bat um Rat, wie er nach Dresden - wohl zur BRN - gelangen k?nnte. Ich beschrieb ihm die Stelle und die Vorgehensweise, am Freitagnachmittag erbat er nochmals genauere Hinweise, so da? er schlie?lich genau an meiner Stelle mit dem ?blichen Schild stand.

Um sieben smste mich Ruth an, die ich seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen hatte und deren Telefonnummer mir anl??lich meines letztj?hrigen Handyverlusts - den die Staatsanwaltschaft Dessau wegen des Trampzusammenhangs f?r eine Fundunterschlagung (es existiert noch kein Wikipedia-Eintrag zu diesem Begriff, fang ihn an) h?lt, obwohl es glasklar ein Diebstahl war - abhanden gekommen war, da? sie mich am Stra?enrand gesehen h?tte, aber leider gerade gar nicht nach Dresden fahren w?rde.

Manuel tr?gt einen roten Iro.

Mal wieder eine sch?ne Tramp-Geschichte, nachdem das Hauptwerk von Douglas Adams, der Menschen und Dinge gl?cklich gemacht hat, ?ber weite Strecken an K?rperverletzung grenzend verfilmt wurde. Okay, Mos Def war toll. Aber diese v?llig sinnlosen "neuen" Handlungsstr?nge, die nichts bringen und komplett unkomisch sind! Die v?llige Verfehlung des Themas am Anfang! Die Abwesenheit jedes Anflugs der bitters??en Grundstimmung der B?cher! Dieses irrsinnig bekloppte Lied im Vorspann, bei dem ich dachte, da? ich das falsche File gezogen habe! Da Tim Burton laut Wikipedia noch lebt, werde ich versuchen ihn an Agenten und Agenturen vorbei zu kontaktieren und ihn beschw?ren, den Film - oder gern auch f?nf Filme - richtig zu drehen.
19.6.05 01:49


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