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Spanien - Saudi-Arabien

Die gleiche Stelle, von der aus ich auf der Hintour auch morgens im Berufsverkehr von Setubal in Richtung Algarve gut losgekommen war, erwies ich nun auf dem Weg nach Spanien als schlechter Startpunkt, da offenbar später am Tag beständig Autos dort parken, wo ich mich hinstellen wollte.

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Also nahm ich doch gleich die Ausfallstraße zur Autobahn, die schon in der Stadt sechsspurig von einer vielbefahrenen Kreuzung abgeht. Es dauerte also etwas, bis ich mitgenommen wurde, dann waren es jedoch zwei politisch engagierte junge Kerle aus Elvas, von denen der eine mein Melt-Banana-T-Shirt goutierte und der andere eben in Elvas einen Gerichtstermin hatte, zu dem er unbedingt total bekifft erscheinen mußte; danach jedoch wollten sie noch über die Grenze nach Badajoz fahren.

Wir hatten ein relativ konstruktives Gespräch über Israel. Es stellte sich heraus, daß ihnen selbst allerlei Zweifel an der traditionslinken Position zum Thema gekommen waren und sie deshalb auch auf anderslautende Argumente neugierig waren. Während des Gerichtstermins trank ich in einer Bar einen galao und ertappte mich dabei, wie ich für das gerade gegen Saudi-Arabien spielende spanische Fußballteam war, weil ich hoffte, daß nach günstigem Ausgang die Mitnahmebereitschaft vielleicht wenigstens etwas günstiger sein würde als bisher.

Der Fahrer berichtete mir - ich gab mich mal wieder als Brite aus - von seinen Erlebnissen mit Nazis in potsdam, die ihn dazu bewogen hatten, in Zukunft lieber einen Bogen um Deutschland zu machen. Die beiden setzten mich gegen 20 Uhr an einer ausgesucht guten und von ihnen bereits wiederholt erfolgreich benutzten Stelle ab, an der die Nationalstraße und die Autobahn von Badajoz nach Madrid zusammenlaufen. Ich war bekifft und stellte mir vor, wie Melt Banana "I gotta pee" und "See her pee" von Nofx covern und dazu ein pornographisches Video drehen.

Nach gerade einer halben Stunde hielt ein Spanier an - für mich mittlerweile ein Ereignis. Er erwies sich denn auch als recht untypisch, da er bereits viele Jahre im Ausland verbracht hatte, besonders in Holland, und viele Freunde von ihm in London arbeiten. Selbst arbeitete er beim Fernsehen und berichtete im Sommer von Rockfestivals in ganz Europa. Sein Autoradio spielte Temple Of The Dog, wovon besonders "I'm growin' hungry" meine breite Stimmung traf. Die Temperatur stieg trotz der späten Abendstunde noch mal von 35 auf 37 Grad.

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Nach langer Suche setzte er mich mehr als 70 Kilometer nach seiner Zielausfahrt an der ersten autobahnnahen Tankstelle südlich von Trujillo ab, auf dem Bild ist er wegfahrend zu sehen. Trotz der guten Intention war der Platz aber blöd - kaum Verkehr, dafür Polizei, die mich gleich darüber aufklären mußte, daß ich nicht auf der Autobahn herumlaufen sollte, dazu furchtbar eklige Insekten, die zwischen fünf und zehn Zentimeter groß waren und wie ungewöhnlich dicke Heuschrecken in Eiter- und Kotzfarben aussahen. Sie sprangen in Gruppen zu mehr als zehn wild in der Gegend herum.

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In Verbindung mit meinem Geisteszustand wuchsen sie sich zu einer erheblichen Einschränkung meines Wohlbefindens aus, so daß ich entgegen der nicht nett vorgetragenen wiederholten Aufforderung der Guardia Civil, nicht auf die Autobahn zu laufen, auf die Autobahn lief. Ich hatte sie fast erreicht, als zwischen mir und der ersten von der Fahrbahn gut einsehbaren Stelle ein Cluster von etwa zwanzig der ekligen Insekten um zwei überfahrene Exemplare herumsprang. Ich brachte es nicht fertig, mit meinen Sandalen durch dieses Gewusel zu laufen und brach in Zuckungen aus.

In diesem Moment jedoch hielt Pablo, der mich einfach von der Autobahn aus an der Ausfahrt hatte stehen sehen, auf dem Standstreifen an und hupte. Ich faßte mir ein Herz und rannte durch die Bugs hindurch. Belohnt wurde ich mit einem Ride bis 100 Kilometer vor Madrid - auch das trug aber nur mäßig zur tramptechnischen Rehabilitierung Spaniens bei, da Pablo die letzten sechs Monate in Portugal bei der dortigen Hälfte seiner Familie verbracht hatte. Wir hörten Musik von meinem Stecker und aus seinem mp3-Player (Def Con Dos, Cultura pro-base).

Er wollte mich wiederum günstig absetzen, nämlich gegen 23 Uhr an der Auffahrt von Talvera auf die Madrider Autobahn, jedoch kamen in dem Moment, in dem er dort anhielt, vier von der Grünen Polizei angelaufen und begannen, sein gesamtes Auto und auch meinen Rucksack nach Drogen zu durchsuchen. Sie hielten sogar meine Ohrstöpsel zunächst für Drogen. Danach wollten sie unbedingt, daß er mich an einer schlechteren Stelle absetzt, woraufhin er vorschlug, mich lieber mit zu sich nach Hause zu nehmen.

Also fuhren wir nach El Real de San Vincente, einen Ort von höchstens 5000 Einwohnern, in dem wir dennoch bis vier Uhr morgens von Kneipe zu Kneipe gehen konnten, in denen auch ordentlich der "Schokolade" zugesprochen wurde und zum Beispiel Los Delincuentos gespielt wurden, die in einem Lied eine Autodurchsuchung durch die Grüne Polizei behandeln. Der Refrain geht dann etwa: Da ist nichts, da ist nichts, wir haben nichts, das haben wir alles schon aufgeraucht.

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Auf dem Bild noch mal der Ort am Morgen, als ich wieder zur Autobahn an die schöne Stelle zurückgebracht wurde. Dort kam ich auch nach zwei Stunden mit einem sympathischen Ex-Knacki nach Madrid weg, nicht jedoch, ohne zuvor noch mal eine gründliche Rucksack-Inspektion von der Policia besorgt zu bekommen. Das ist ja wie zu Hause, verdammt.

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26.6.06 01:46
 



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