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Ebermann und Trampert in Bonn

Der Laden, das war der Buchladen "Le sabot" ("Lesen als Sabotage"), bildete mit seinen Chomsky- und Moore- und Zimmermann-Büchern keinen sympathischen Rahmen, die Stadt in ihrer Piefigkeit (wenngleich das Jens und Fukami anders sehen mögen) auch nicht unbedingt.



Der schönere Rahmen bestand in der Auseinandersetzung zwischen Ebermanns zurückliegender Schreibblockade und zwischen die Lesungstexte eingestreuten Auszügen aus Lebenshilfe-Büchern. Auch die Ankündigung, daß "die Wirklichkeit wirklich so bekloppt ist, wie wir sie besprechen", ließ erwarten, daß sich die Vortragenden von ihrer Umgebung abzusetzen versuchen würden.

Stattdessen wurde das Publikum, überwiegend gute deutsche Linke, thematisch einfach bedient. Die textlichen Vorlagen Udo DiFabio, Ströbele, Nofitti, deutsche Märchen und Kindergeschichten, der 'Spiegel' über 'Hartz-IV-Betrüger', Reinhard Mey, der deutsche Papst und Richard Wagner taugten nur für Tontaubenschießen, entsprechend wenigdimensional waren die Scherze. Im Grunde handelte es sich um reinen Entblößungs-Cut-up, die kabarettistische Vorführung von bekannten Zielscheiben, über deren Wertung kein Zweifel bestand. Nicht mal aus sportlichen Erwägungen, geschweige denn aus stilistischen, wurde an einem der Gegenstände irgendetwas wenn schon nicht Gutes, so doch wenigstens Unklares oder Verwirrendes offengelassen.

In einem Gestus, der dem guten deutschen Linken wohl als 'lehrreich' gilt, wurden dem Publikum häppchenweise nochmal alle Pointen in den Quelltexten erklärt und unterstrichen. Die Form erwies sich dabei als Spiegelung ebenso der gängigen mangelnden Konzentrationsfähigkeit der Rezipienten wie des Bedürfnisses nach Anleitung und Führung zum richtigen Bekenntnis. Dem eigenen Urteil, der überraschenden Wendung, der Ungewißheit wurde kein Fußbreit gewährt.

Mit der Bemerkung, daß sie entgegen häufig geäußerter Vermutung gar nicht so viel lesen müßten, um ihr Material zu finden, da sie nach jahrelanger Routine auf Anhieb die Satiretauglichkeit erkennen würden, räumten sie ihre eigene Vorhersagbarkeit und Anpassung auch recht offen ein.

Die einzig schönen Elemente neben dem einen oder anderen netten Witz hier und da kamen beide im Teil mit den Märchen vor. Zum einen wurden gerade bei Max & Moritz die Texte hinreißend ökonomisch gestaucht, zum anderen wurde aus dem Kinderbuch des Ex-Arbeitsministers Norbert Blüm "Die Glücksmargerite. Geschichten zum Vorlesen" (empfohlen ab 6 Jahren) eine amtliche Splatterszene vorgetragen:

>>Und das ganze Hexengemenge explodierte mit einem furchtbaren Knall und zerplatzte in einzelne Körperteile: Arme, Beine, Füße, Rumpfteile; Hände, Finger, Augen, Ohren, Nasen fielen wie Hagelschauer auf den glitschigen, gelblichen Inselboden. Die Hexenmünder, die überall herumpurzelten, schrien wie irre und erfüllten die Luft mit ohrenbetäubendem Lärm.

Aus den Hexenarmen wurden giftige Schlangen, aus den Hexenbeinen giftige Leguane, aus den Hexenohren giftige Skorpione, aus den Hexenaugen giftige Quallen, aus den Hexenfingern giftige Lurche und aus den Hexennasen giftige Krebse.
<<

27.5.06 22:41
 



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