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Suchen und Finden

Daß das liebe Blogpublikum selten das liest, was mir selbst am wichtigsten ist - nun ja, geschenkt. Ist ja kein Jammerblog. Was dann allerdings zumeist gesucht wird und dank Google auch noch bei gefunden, finde ich doch immer wieder sehr belustigend. "Drogen in Thale" zum Beispiel, "sizilianische mafia namen aus den 30ern", den Songtext von Frank Rennickes "Uncle Sam" (nie klang er so sehr nach FDJ), sehr häufig aber "panzer selber fahren", "felicitas woll nackt" und "ostnutte".

Immerhin mehr als nur ein paar Anfragen nach "aufhebung des kapitalverhältnisses", "krautkillah", "ersma ein baun" und "tatu all about us video vergewaltigung" wurden zurecht zu mir geschickt.

Aber was ist von ebenfalls nicht gerade wenigen Treffern mit "jude spielt reggea" zu halten. Ja, darf der das denn? "Darf man diktatoren töten hitler"? Oder doch lieber "hitler reden als klingelton"? Oder noch etwas extravaganter "dr. schiwago,klingelton"?

48 stunden außer pillen nichts gefressen hip hop,
der link zu flerräter funktioniert nicht! darum bin ich so tight und schaue ne fm einheit

er sagt was sachsen-anhalt denkt: ich bin ein nazi, wie kann ich wieder normal werden? pokern online gegen andere im netz

an dieser stelle ist die quelle mangelnder aufmerksamkeit
unzensierte sex videos
werbung hure des kapitals marx
sehnt sich der jetzt-mensch nach einfachen weltbildern?nach urlaub vom humanen?

wie wartet man eine nazi
ich find katja kipping scheiße, blumentopf antisemitisch, wie schreib ich eine kritik? verzerrte stimme wie bei egotronic

argumente gegen deprimiertheit
eine seite wo mann im netz andere battlen kann
man herkunft germanisch sexismus
sonntags gehen wir in die wanne nicht mit jedem aber jeder
arabisches frau trojaner

geschichte zu lernen heißt die kräfte zu suchen
die deutschen haben die welt nicht unterwerfen können - sie durchfaulen sie jetzt


Und Felicitas Woll ist in meinem Blog weder nackt noch angezogen zu betrachten, hier ist sie einfach Dresden (Deutschland) und damit hat sich's.
1.6.06 01:46


Thale -> Quedlinburg

Wegen Erkältung und Regen hatte ich gar nicht vor zu trampen, dann war ich aber zu früh am Thalenser Musestieg-Bahnhof und lief eben doch zur ersten Stelle hinter dem zentralen Kreisverkehr an der 'Forelle'. Nach fünf Minuten dachte ich, gleich wird's eh wieder regnen und in der Bahn ist der Wind sicher auch nicht so heftig. Nach zehn Minuten hielt ein Auto mit Magdeburger Kennzeichen, was aber irreführend war: es gehörte der Schwester des Fahrers, er selbst wollte eigentlich nicht mal über die Stadtgrenze hinaus, fuhr mich dennoch nach Quedlinburg.

Der punkige Sound aus dem Autoradio stellte sich als Nicht-Nazi-Musik heraus, die Kurzhaarfrisur des Fahrers war einst ein Iro gewesen; nach seinen eingestreuten Schilderungen über von Nazis verkloppte Kumpel von ihm scheint der Schritt zur Rasur vor allem aus Angst erfolgt zu sein.

Er bestätigt meinen Eindruck, daß es mit den Nazis in der Gegend zwar bei weitem nicht so schlimm sei wie bis Mitte der Neunziger, es zuletzt jedoch wieder bedrohlich zugenommen habe. Die Antifa mag er aber nicht so: "Was die so für Vorstellungen haben..."

Er setzt mich am Bahnhof raus, ich sehe einen sich schwärzenden Himmel, aber auch eine 32 Minuten in der Zukunft liegende Abfahrtszeit, also laufe ich bis dahin, wo sonst der recht langgestreckte und entsprechend günstige Ortsausgang von Quedlinburg anfängt. Allerdings wird dort gebaut und es stehen lange Autoschlangen in alle Richtungen. Neben einem Halteverbotsschild schaffe ich es zwar, wenigstens zwei Ascherslebener anzuhalten, dann laß ich's aber mit der Aussicht auf die bald bevorstehende Tramptour nach Portugal doch sein und kapituliere feige vor der Bahn.
2.6.06 17:52


Welträtsel gelöst

Keineswegs müssen erst Wesen und Erscheinung dialektisch vermittelt und die fetischistischen Verzerrungen aus der Betrachtung herausgerechnet werden, um herauszubekommen, wo die Quelle allen Übels sitzt. Es genügt, einfach mal nach Lichtenberg zu laufen, da wird qua Selbstbezichtigung das Problem-Epizentrum ausgewiesen:



Malermeister Thomas Kern, der "Einfallspinsel", hat sich das alles ausgedacht.
2.6.06 18:01


The Da Vinci Code / Sakrileg (Film)

Nachdem ich die massenhafte begeisterte Rezeption der Verschwörungsliteratur des US-Autors Dan Brown bereits in meine Überlegungen zur Entschwörungstheorie eingebaut hatte, um an ihnen die für Verschwörungstheorien charakteristische Konstruktion eines Eigentlichen gegen ein Abstraktes - im Falle von "Sakrileg" also der wirklichen königlichen Blutlinie statt der metaphorischen Herrschaft Christi - aufzuzeigen, hielt ich es für angebracht, mir auch den dazugehörigen aktuellen Blockbuster anzuschauen.

Das wenige Gute vorweg: die reichlich zwei Stunden gehen schnell vorüber, Audrey Tatou hat trotz ihrer überladenen Rolle als letzter Nachfahrin von Jesus die eine oder andere Pointe,

Abgesehen davon ist der Film nicht nur unbeschreiblich platt und vorhersehbar, sondern erscheint mir auch kreuzgefährlich (sic!). Denn die Frontstellung des Eigentlichen gegen das Abstrakte ist viel offener antisemitisch konnotiert, als ich angenommen hatte. Sehr klar stehen sich Natürlichkeit und Künstlichkeit schon dadurch gegenüber, daß die Selbstgeißelung des tötenden Opus-Dei-Adepten, der hier auch noch völlig blödsinnig als Mönch bezeichnet wird, als reine Perversion funktioniert. Er ist als Albino völlig überzeichnet und vereinigt als einziger offen Nichtgesunder und als williges Werkzeug der Verschwörung klassische Stereotypen in sich.

Zur Tötungsabsicht heißt es denn auch: "Sie wollen ihn töten, wie sie Jesus getötet haben." Überhaupt wird in den geschichtlichen Rückblicken einiges an Relativierung ausgepackt: "Der Hexenhammer war das blutrünsigste Traktat in der Geschichte der Menschheit." 50000 getötete vermeintliche Hexen werden genannt, mit dem bezeichnenden Nachsatz: "... manche reden von Millionen."

Der von Tom Hanks zur reinen Karikatur reduzierte Symbologe, der mit Audrey Tatou auf der Suche nach dem Gral, also dem Beweis der königlichen Abstammungslinie, herumhetzt, kann für einen Mann seines Fachs auf ein Symbol angesprochen verblüffend schnell sagen: "Das hat keine Bedeutung." Was jedoch für ihn Bedeutungen sind, führt er eingangs in einem Power Point-Vortrag aus. Er präsentiert seinem Publikum Bildausschnitte, die ein bestimmtes Symbol erkennen lassen, um dann beim Herauszoomen ein Gesamtbild mit einer anderen Bedeutung zu zeigen. Die ersten beiden Beispiele sind die Teufelsforke, die sich als Poseidons Dreizack entpuppt, und eine vermeintliche Jesus- und Maria-Szene, die eigentlich Isis und Osiris zeigt. In beiden Fällen gibt es eine "ursprüngliche" Bedeutung des Symbols, die für den Symbologen hier auch explizit die wahre Bedeutung ist, während die verfälschte durch den jüdisch-christlichen Kontext entsteht.

Das dritte Beispiel, das nicht mehr direkt kommentiert wird, sondern nur groß im Hintergrund zu sehen ist, bildet das Hakenkreuz in der Verwendung durch die Nazis, dann in seiner "ursprünglichen" Bedeutung als indisches Swastika. In dieser vorgeführten Reihe wurden wir also irregeführt, es als Nazi-Symbol zu sehen, was es ja "eigentlich" nicht ist. Hier handelt es sich um einen wohlbekannten Taschenspielertrick von Antisemiten, die dafür werben wollen, das Symbol wieder überall zeigen zu dürfen, typisch etwa (Achtung, Naziseite) so.



Die "Entschlüsselungen" im weiteren Verlauf des Films sind ähnlich unterkomplex, Anagramme gelten bereits als Codes und immer müssen die Buchstaben zurück ins Glied, um wieder den "ursprünglichen" Sinn zu ergeben. Ein Teppich auf einer Klappe ist der Schutz für die zweitausend Jahre alte Bibliothek der "Gralsdokumente", die dort in einem feuchten englischen Keller gelagert werden.

"Historiker-Porno" nannte scrupeda diese Filmsequenz: in Regalen mit Aufschriften wie "8-54 AD" geordnet, aber nicht von Archivaren weggeschlossen, liegt dort die Aufzeichnung der einzig relevanten Königsfamilie griffbereit herum. So hätten sie es gern. Gralsforscher Teabing darf denn auch lange vorher schon ausrufen: "Die Geschichte war hinter Glas - jetzt leben wir die Geschichte!" (In punkto Implikationen auch nicht schlecht: "Niemand haßt die Geschichte, man haßt nur seine eigene Geschichte.")

Unterdessen wird die potentielle Königin, die letzte Vertreterin der Jesus-Dynastie, jedoch immer farbloser. Anfänglich wird ihr für eine Frau verwirrend viel Intelligenz zugeschrieben, der Symbologe sagt: "Ich habe noch nie eine Frau getroffen, die so viel von Verschlüsselung versteht." Dafür bekommt er weder eine gefeuert noch einen Kommentar. Doch nachdem der Spuk aufgeklärt ist und klar wird, daß sie nur wegen der Anleitung ihres Großvaters soviel darüber weiß, um später die Schlüssel richtig anwenden zu können, wird sie fast vollständig wieder zum dummen Muttchen, daß hin und wieder eine kindlich-launige Bemerkung machen darf. Zum Frauenbild fällt auch auf, daß alle befreite Weiblichkeit die Bruderschaft von Sion dennoch Wert darauf legen läßt, daß Maria Magdalena königlichen Blutes war und keinesfalls eine Prostituierte - als solche ist sie nur von den Katholiken verunglimpft worden, "das arme Ding." Vielsagend, daß die abstrakte Gottheit, der Menschengott Jesus, Maria Magdalena auch als Hure akzeptierte.

Pierre Plantard entwarf die zugrundliegende Verschwörungslegende in den Sechzigern als Mittel zur Reinigung der katholischen Kirche vom jüdisch-antichristlichen Einfluß, der nicht nur von ihm im Zweiten Vatikanischen Konzil als manifest angesehen wurde.



In gewisser Weise ist Plantards Theorie eine antisemitische Rettung durch die Kassierung einer anderen katholischen antisemitischen Verschwörungstheorie, die von ihm als Irreführung angesehen wurde, nämlich der von den "jüdischen" Templern. Diese hatten in der Auffassung unzähliger katholischer Laien nämlich die Kreuzzüge mißbraucht (in manchen Fassungen sogar angezettelt), um sich in Palästina zu bereichern und ihre Templerbank zu begründen.

Die Staatsaktion gegen den Templerorden 1307 wurde nach dieser Logik als gerechtfertigtes Pogrom angesehen. Plantard widerspricht dieser Geschichte, indem er die Templer und Prieuré de Sion zu Wächtern eines in Palästina geretteten Reliktes macht, was ihre Verfolger in ein völlig anderes Licht rückt.

"The Pope as Antichrist riding the Beast of the Apocalypse." Artist unknown. From Fierie Tryall of God's Saints (1611). The Folger Shakespeare Library.

Gleichzeitig zielt Plantards Revision jedoch ins "jüdische" Herz der christlichen Kirche, nämlich auf die Verehrung einer Abstraktion, eines übermenschlichen Göttlichen und einer metaphorischen Herrschaft. Dagegen setzt er - wie auch Buch und Film von Dan Brown - eine ganz im lutheranischen Sinn "menschlichere", "sinnlichere" Religion, einen Lebenskult gegen den vermeintlichen Todeskult, ein gesundes neuheidnisches Konkretes, um die jüdisch-christliche Selbstkontrolle und Abstraktion wieder loszuwerden. Von der katholischen Marienverehrung ist vielleicht auch deshalb nichts zu sehen und zu hören, denn sie würde die Ähnlichkeit zwischen der als frei bezeichneten Ursprünglichkeit des empfangenden Weiblichen als "Kelch" und dem katholischen Mutter-Ideal augenfällig machen. Befleckt oder unbefleckt, zentral bleibt die Empfängnis.



Daß ein derart fundamentaler Angriff auf die Vermittlung mit derart plumpen Mitteln funktionieren kann, weist darauf hin, wie groß die Gefahr massenhafter Verbreitung von Verschwörungstheorien derzeit ist. Daß vieles in Buch und Film keinen rechten Sinn ergibt, daß die Rätsel alle sehr ähnliche Lösungen haben, daß Opus Dei als Reaktion auf die einsetzende Flut von Drohungen und Verdächtigungen maximale Transparenz praktiziert - all das wirkt dank verschwörungstheoretischer Aufbereitung eher noch unterstützend.

Dem wahnhaften Quatsch ist, wie der 'Spiegel' uns gerade sehr schön an Ahmadinedschad vorgeführt hat, mit Argumenten nur mäßig beizukommen. Ihm muß der Boden entzogen werden, indem für Vermittlung, Abstraktionsfähigkeit und Selbstdistanz geworben wird, indem immer wieder darauf hingewiesen wird, wohin die negative Aufhebung der gegenwärtigen Zumutungen führt. Der AFBL faßt das ganz treffend: "Capitalism is not a conspiracy of a few - it works cause we work."
3.6.06 17:05


Vorrundenaus und die Folgen

>>"Im Fall eines frühestmöglichen Ausscheidens der deutschen Mannschaft werden wir Verschwörungstheorien hören, Schuldzuweisungen lesen und pampige, schlechte Verlierer erleben - die Minderwertigkeitskomplex-Deutschen eben, die weder mit Stil gewinnen noch verlieren können, sondern immerzu siegen und triumphieren wollen. Der Schrumpfgermane steckt halt drin - umso mehr, je häufiger und hartnäckiger das geleugnet wird."<<

Wiglaf Droste im Spiegel-Interview

(Tip: AK)
5.6.06 12:23


Galerie der deutschen Einsichten

Der 'Spiegel' zeigt auf der Leserbriefseite unter der Sammelüberschrift "Wir sollten nicht so aufgeregt sein", wie es um die Anfälligkeit seines Publikums für die Lehren Ahmadinedschads bestellt ist:

"Nach dem Lesen des in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Interviews mit Ahmadinedschad stellt sich die Frage, wer denn nun die Bösen und die Gefährlichen sind. Dieser Mann ist offenbar alles andere als ein ignoranter Dummkopf. Er hat es lediglich gewagt, seinen Finger in chronisch eiternde Wunden zu legen."

"Vielen Dank für dieses Gespräch, das das vorherrschende Bild eines zornigen, unberechenbaren Bombenbastlers deutlich revidiert. Es ist sein gutes Recht (und europäische Tradition), nicht alles zu glauben, was als Tatsache behauptet wird. Die historische Tatsache des Holocaust kann nicht per Gesetz zementiert werden."

"Das Interview mit Ahmadinedschad zeigt, dass dieser Mann durch seine einseitige Sicht der Welt und seine fanatische Einstellung hochgefährlich ist. Aber dieses Interview zeigt auch, wie schwierig es ist, aus der Sicht der aufgeklärten und demokratischen Welt dagegen zu argumentieren und vielmehr noch dagegen zu handeln, wenn man zugleich die seit Jahrzehnten katastrophale Außen-/Nahostpolitik der USA verteidigen muss, weil man noch immer die Hegemonie der USA anerkennt und gutheißt."

"Warum sollte ich mich vor Ahmadinedschad fürchten? Hüten sollte man sich vor einer internationalen Heuchlerclique, angeführt von einem fundamentalchristlichen Haufen von Waffen- und Öl-Lobbyisten, deren Ziel die Kontrolle der Straße von Hormus ist und die bereit sind, 500 Milliarden in sinnlosen Kriegen zu verpulvern, und die den Kampf gegen den Terror gewinnen wollen, den sie selbst fördern. Ich bin kein Freund von Ahmadinedschad und iranischen Atomwaffen, aber wer Indien, Nordkorea oder Pakistan mit Schmusekurs begegnet oder Israel Atomwaffen zugesteht, wird einen Verzicht anderer Staaten
nicht einfordern und erklären können."


(meine Hervorhebungen)
5.6.06 18:03


Aktive Schreibblockade

Passend zu meinem Vorhaben, bis zur GPN5 am Wochenende noch meinen dort vorzulesenden Text zu basteln, habe ich die letzte Nacht mal mehr tanzend, mal mehr genußmittelgestützt kommunizierend bis in den frühen Nachmittag hinein verlängert. Als besonders zeitkrümmend erwies sich dabei die Mischung von Club Mate mit KokMok.



Nachdem es auf der ersten Veranstaltung recht technoid war und ich mich mehr der Unterhaltung widmete (Torsun erzählte mir, daß der Refrain zu "Du weiszt" sich auf meine Blogdiskussionen mit Partisan bezieht), ging es dann nach dem Ortswechsel irgendwann gegen 7 oder 8 heute morgen in der Gerichtsstraße 23 musikalisch psychoaktiv genug vor sich, um mich in Bewegung zu versetzen. Tribble bat mich um ein Beweisfoto für den Autonomen Drogeninfo-Stand:



In der Mittagssonne, in der meine Sonnenbrille auch endlich nicht mehr völlig bescheuert wirkte, sah ich mir noch im grünen Teil der Location das schlechteste Tischtennis an, das je gespielt wurde und hatte beim Nachhausegehen trotz der Uhrzeit das Gefühl vorzeitigen Abbruchs.


Fundstück auf dem Heimweg, an einem Gemeindehaus der Türkischen Christen
(das "Verbot")


It feels alright now.
5.6.06 20:28


The Great Escape

Gerade bastele ich noch an meinem Text für die GPN5, Arbeitstitel "Das schreckliche deutsche Wort", nebenher plane ich jedoch meine Flucht vor der WM, die mich so aktiv nicht interessiert, daß die gesamte Zeit außerhalb Deutschlands verbringen werde, Spanien, Portugal, England sind die Ziele. Es wird also seltener Blogeinträge geben, dafür aber vermutlich lange.
7.6.06 16:38


While I'm away

Ich greife die Idee von Endi auf und verlinke hier als Überbrücker bis zum ersten Tramp-Posting ein paar meiner Lieblings-mp3s.

7.6.06 21:57


Good news for a change

8.6.06 10:30


Bunny me

>>Doch Kulla hat trotz seines schönen Lebens einen sehnlichen Wunsch. Wird der Wald ihm den Wunsch gewähren? (...) "Kulla" ist ein Buch über Freundschaft, gute Taten und Wünsche, die manchmal auch in Erfüllung gehen.<<

8.6.06 20:58


Deutschland - Costa Rica

Den deutschlandfahnenschwenkenden Kiddies in der Regionalbahn entronnen, nahm mich ein WM-kritisches und antinationales Pärchen in einem Transporter von der B2-Auffahrt am Potsdamer Hauptbahnhof bis an die Michendorfer Autobahnauffahrt mit. Auf ihre erste Frage, wo ich denn hinwolle, antwortete ich: Raus hier, und sie lachten. So wurde ich gleich ein paar meiner gestern noch bei der Naturfreundjugend eingesammelten Vorrundenaus-Aufkleber los.

Ein Nordhausener Bauunternehmer fuhr mich zum Rasthof Köckern, dort las mich in der schönsten Sonne, in der stehend ich jedoch von armen unter eben der Sonne leidenden Grünanlagenpflegern beäugt worden war, ein bekenntnisgetriebener Neokonservativer mit, der mir unbedingt klarmachen mußte, daß die 68er Revolution tot sei, sein Opa kein Verbrecher war und es eine Rückbesinnung auf preußische Tugenden geben müsse.

Der Eisenacher Bauunternehmer, der mich dann mitnahm, war weitaus weniger konservativ und fragte mich begierig über das Leben in Berlin aus, da er für eine Weile dort zu arbeiten haben wird. Ihn erfreute besonders die Aussicht auf internationale Szenarien in der Stadtmitte.

Bis nach Reinhardshain gab sich ein freikirchlicher Ex-Junkie alle Mühe, mich nicht zu bekehren, obwohlich ihn beständig löcherte, warum er mit seinem unleugbaren persönlichen Erweckungserlebnis auch die ganze Geschichte mitkaufen mußte.

Dann wurde es zur Abwechslung sehr lustig, da eine polnische Verkostungspromotorin über ihren Job, die Agenturen und die "Fußballidioten" Witze machte.

Von Wetterau gab es einen überraschenden Direktlift bis nach Karlsruhe, allerdings in einem Smart, mit dem der fahrende Abiturient erstaunlicherweise schon die ganze Strecke von Bremen zurückgelegt hatte. Er hörte schlechte Musik und mußte mich über kriminelle Ausländer informieren.

Kurz mußte noch mal mitten durch den Deutschlandfahnen-Mob, als ich in Karlsruhe zum Austragungsort der GPN lief. Dort war jedoch schnell klar, daß ich in einer fußballfreien Zone angekommen war. Für morgen wurde gar ein "Capture the flag" ausgerufen, dessen Inhalt man sich ja vorstellen kann.
10.6.06 03:06


Lesungstext für die GPN5

>>Am Anfang war der Code. Und keiner wußte, was Gott damit sagen wollte. Also schickte Gott das Wort nach, das wurde begeistert aufgenommen und nun waren sich alle total sicher, daß sie es begriffen hätten. Sie vergaßen den Code und erzeugten gerade in unserem Landstrich immer längere Wörter, unüberschaubare Buchstabenketten, was die Sprache schon strukturell fremdenfeindlich machte. Wortungetüme wie Abschnittsbevollmächtigter bedeuteten nichts mehr über sich hinaus, sie waren eben kein Code, kein Verweis auf irgendwas, sie durften das gar nicht sein.<<

DON'T SPREAD THE WORD - CUT-UP & CODE!

10.6.06 16:47


England - Paraguay

09062006178

GPN im Schnelldurchlauf: Katholiken beten, wenn das Essen dampfend auf dem Tisch steht; Konfuzius ist nicht nur autoritär, geschichtsrevisionistisch und antikommunistisch, sondern auch tramperfeindlich ("Es spielt keine Rolle, ob du dich langsam bewegst, solange du nicht anhältst"); die Geschlechterfrage in der Hackerszene ließe sich vielleicht unter dem Motto "Wo ist der De-Macker?" angehen; lustig, was die Befragten auf dem Radiocamp 2006 auf die Fragen "Was sind Hacker?" und "Was sind Haecksen?" antworteten.

11062006187
11.6.06 15:26


Mexiko - Iran

Nach dem Lift von der GPN zur Tankstelle Schauinsland bei Freiburg brauchte ich nur noch ein ganzes Auto voller Jungkommunisten, die mich mit Samplern wie "Class Pride Worldwide" oder auch einer vorzüglichen Benefiz-CD für den Schwarzen Kanal unterhielten und ueber die Nationalstrassen fuhren, um in Lyoner Zentrum bei ihnen nach einem guten Mahl und einer Tüte die Nacht zu verbringen.

12062006198
13.6.06 12:54


USA - Tschechien

Es war einfacher, als ich dachte, aus Lyon herauszukommen. Ich lief einfach von der Wohnung im Universitätsviertel auf die andere Flußseite, stellte mich an die erstbeste Auffahrt in Richtung Marseille und wurde von einem Sushibarkellner, der von seinen 12-Stunden-Tagen mal einen Tag freihatte, an einen Rasthof weit südlich der Stadt gebracht. Im nächsten Auto saß ein belgischer Programmierer, der ziellos in der Provence rumfuhr und mich am Rasthof Montélimar absetzte. Ein viel telefonierender Gewerbetreibender brachte mich bis nach Beziers-Montblanc, wo mich eine der vielleicht besten Trampstellen überhaupt erwartete.

12062006206

Eine großzügig geschwungene, entspannt befahrbare Ausfahrt, die schon am Nachmittag fast völlig im Schatten lag - gern wäre ich länger geblieben, aber der Lift direkt nach Barcelona war mir doch zu verlockend. Ein weiterer junger Programmierer war das, der eigentlich aus der Normandie stammt und in Frankreich gemeldet ist, aber lieber in Barcelona wohnt, was er mir denn auch unbedingt zeigen wollte. Damit rückte er aber erst raus, als ich - es war mittlerweile Abend - mich bereits in Valencia angekündigt und ein Red Bull getrunken hatte.

Ich ließ mir die Stadt zeigen, wurde bei einem Freund des Programmierers bekocht, betrunken und bekifft und spielte endlich mal etwas von meiner blöderweise nur auf USB-Stecker mitgebrachten Musik vor.

13062006214

Am frühen Nachmittag des nächsten Tages brachte mich mein Gastgeber ein Stück außerhalb Barcelonas, allerdings mußte er dafür zwei Zahlstellen durchqueren.

13062006220

Weiter ging's mit einem zynischen Marokkaner und einem bulgarischen Trucker, ich verschlief die Fahrt und machte nur ein paar Fotos von einigen der unzähligen Bauernhöfe, die immer noch genau wie römische aussehen und die Frage nach den angeblich verstrichenen 2000 Jahren aufkommen lassen. Von einer Wagenladung aufgedrehter Anzugträger wurde ich ins Stadtzentrum von Valencia, wo ich die Zielpeilung mit Handykamera bewerkstelligte: Foto vom Stadtplan, dann nach dem Foto gelaufen.

Der fünfte Tag auswärts, der wieder in Bett, Sattheit, Breitnis, Angetrunkensein und fast allseitigem Wohlbefinden endet.

13062006231.jpg
14.6.06 02:34


Kommunismus

Der erste Teil von “Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird” von Bini Adamczak als Podcast bei Sammelsurium.
17.6.06 03:15


I'm not convinced

Der Nazis liebster Iraner, der nicht will, daß Bushs Seele etwas zustößt, äußert wieder öffentlich seine durchdachten Zweifel am Holocaust.
17.6.06 03:23


Hitchhiker's Guide to Spain

Just don't do it. Really. You're only gonna end up shouting at seemingly deaf drivers and cursing every single Spanish person as probably all of them will have passed you by once you've made it through the country. Which is probably only gonna happen with lots of patience or with the help of public transport and foreign drivers.

And don't start complaining unless you know their language for they know only Spanish. Anyway, debates will soon have to touch the question for the general mindset and most likely they will do the rest of the excluding job by that.

Let it be. Skip it, press fast foward, and enjoy the neighbouring countries which by comparison look even more amazing. After a number of days of Spanish deprivation, hitchhiking in Portugal or France will turn you on again: people who talk to you, drivers who stop to take you to a good spot or who stop at all.
20.6.06 12:55


Where we lost the war

18062006338

Dazu sicher noch mehr von mir, besonders der Aspekt der rivalisierenden Verschwoerungstheorien zwischen der Anschlagsserie und der folgenden Wahl. Zur Erinnerung noch mal der mittlerweile nicht mehr ganz frische Text vom Wertmueller ueber Das Madrider Abkommen.
20.6.06 13:12


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