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Flüchtlingsselbstorganisation mit deutschen Freunden

Gestern fand in Berlin eine vom Sudanclub initiierte Demo zur ?gyptischen Botschaft statt, mit der gegen das Massaker an sudanesischen Fl?chtlingen protestiert werden sollte, das die ?gyptische Polizei Ende 2005 in Kairo bei der R?umung eines Protestcamps angerichtet hatte und bei dem nach offiziellen Angaben 27, nach Angaben der Demoveranstalter jedoch mindestens 156 Menschen get?tet worden waren.



An der Demo beteiligten sich neben dem veranstaltenden Verein eine Handvoll Antifas aus dem solid-Umfeld und mit gro?em Transparent leider auch die notorische Gesellschaft f?r bedrohte V?lker, insgesamt etwa 40 Personen. Im dreisprachig vorgetragenen Redebeitrag wurde die Aufkl?rung des Massakers gefordert, ebenso die Aush?ndigung der Leichen.

An der Botschaft wurden nach kurzem Warten drei sudanesische Aktivisten von weniger prominentem Personal empfangen. Sie durften ihre Protestnote aush?ndigen, jedoch nichtmals mit dem Botschafter sprechen.

In der Zwischenzeit wurde drau?en aus dem Lauti in Ermangelung von mitgebrachter Musik des Sudanclubs die wartende Menge mit fr?hlichem Party-Ska beschallt, was zusammen mit der Fahne, den V?lkern und vier lachend pogende Palituch-Punks die Vereinnahmung abrundete.


In der Vorhalle links vom Transparent: gro?es Bild von Mubarak
3.2.06 15:29


Konkrete Friedensangebote

Auf Michelle Malkins sehr christlichem Blog finden sich Fotos eines islamistischen Protests in London gegen die d?nische Blasphemie. Zum Beispiel diese:



4.2.06 17:56


Antideutscher Folkloreabend

Gestern abend fanden sich zumeist junge Antifas zum Partyfreitag der "Aktionswochen gegen deutsche Zust?nde" im Festsaal Kreuzberg ein. So sieht er also aus, der antideutsche Szenekonsens. Oder sind das nun die vielbeschworenen Softcore-Antideutschen?

Nein, veranstaltet wurden die Wochen von praktisch dem gleichen Zusammenschlu?, der sich im letzten Jahr f?r die Antisexismus-Wochen zusammengefunden hatte. B?se Zungen behaupten, da? ein gemeinsamer Feind - die Sexisten und "T?tersch?tzer" bei den "Hardcore-Antideutschen" - hier Einigkeit erzeugt hatte, wo es sie lange nicht gegeben hatte. Das BGAA hinter der Theke, der Antifaschistische Aufstand K?penick an der Garderobe, an den Balkons die Banner "Solidarit?t mit Israel" und "Faschismus als patriarchale Ideologie angreifen". So war denn auch im Festsaal noch die plumpeste antideutsche Folklore in Ordnung, sofern sie nicht mit der 'Bahamas' in Verbindung gebracht werden konnte. Am Einla? war zu erfahren, da? Egotronic damit gedroht hatten nicht aufzutreten, wenn auf dem Hausverbot gegen einen 'Bahamas'-Redakteur bestanden werden w?rde. Er durfte doch rein, der Eklat blieb aus, also wurde es lustig.

Erst wurde vorsichtig be?ugt, ob man Knarf Rell?m so gut finden durfte wie zu Hause. Irgendwann gingen die unwillk?rlichen Bewegungen Einzelner in kollektives Gewippe und Geschwanke ?ber, was als allgemeines Okay akzeptiert wurde, so da? der K?nstler sogar "sexy motherfucker" und "kommt n?her, ich will euch sp?ren" st?hnen durfte. Unterdessen wurde hinter dem Tresen diskutiert, ob das mit Israel denn wirklich so okay w?re, denn Frauen h?tten es dort auch nicht leicht. Droht uns aus dieser Richtung eine weitere Veranstaltung: "Sexismus in Israel - Keine Solidarit?t mit rassistischen und sexistischen IsraelInnen"?

Nun ja, Knarf Rell?m bot gegen Ende Bernadette la Hengst an der Gitarre auf und umgarnte den folgenden Auftritt von Plemo ("Ich will mit Mama weinen"), der dementsprechend auch erlaubt war.

Dann kamen als Headliner Egotronic (ja Headliner, Knarf Rell?m als Opener - so ?ndern sich die Zeiten), von Plemo mit dem Verweis auf seinen von Torsun bei der Trink-Lesung vollgekotzten Eimer angek?ndigt. Egotronic spielten, was sie immer spielen und rockten die Menge ordentlich (V36 als erstes St?ck und als Zugabe nehme ich aber doch pers?nlich!). Leider rutschte Torsuns aus der Arschtasche seiner Hose herauslugender Danebro schon w?hrend des ersten Liedes in die Tasche hinein. (Wird das der n?chste Fahnenstreit? Wer traut sich, mit einer d?nischen Fahne durch Kreuzberg zu laufen?) Ich wiederum war nicht zugegen, als Torsun nach Rappern fragte, die auf seinen "weisz nicht"-Beat quatschen sollten. Magic Moment daher: Torsun sagt "Walser-Fischer-M?llewahn" an, Jan fragt: "A-G-F oder?"

Die anschlie?ende Auflege lie? etwa bis zwei Uhr auf die erste Synkope warten, aus der dann aber in Gestalt eines Drum'n'Bass-Sets gleich ziemlich viele wurden. Ein paar Frauen verbrannten am Eingang einen Flyer mit antisexistischen Verhaltensma?regeln - mehr Distinktion war nicht.

F?r mich wurde das Politische dann recht privat, da ich - wie es unangek?ndigt alle paar Jahre geschieht - von einer erheblich konsequenteren Tramperin an einen unausgetragenen Pers?nlichkeitskonflikt meinerseits erinnert wurde. Ich bin Gelegenheitstramper, Reformist, domestizierter Nomade. Andere haben Zivilisationskrankheiten, ich habe Se?haftigkeitskrankheiten. Oder ich bilde mir etwas ein. Handfest genug immerhin, um mich stundenlang herumwundern zu lassen, ?berfordert zu stammeln und mich etwa bei der Lekt?re von "Ghost Riders" dazu zu bringen, mich dem Buch gegen?ber best?ndig zu rechtfertigen.
4.2.06 18:30


Let's roll



Was f?r ein Krimi! Um ein Haar h?tte Alba Berlin (Rollstuhlbasketball) gegen den Tabellenzweiten RSC Osnabr?ck in der 2. Liga gewonnen - komplett mit unf?higem Schiedsrichter, der mehrmals zum Spielgericht einbestellt wurde, fr?her F?hrung f?r Alba (18:10), dann deutlicher R?ckstand (45:55), bis sie 40 Sekunden vor Schlu? 63:62 wieder vorn lagen.



Nachdem die letzten Punkte durch umstrittene Freiw?rfe an Osnabr?ck gingen (vorher waren die zahllosen Fehlentscheidungen recht gleichm??ig verteilt gewesen) und Alba doch noch mit 64:66 verlor, flippten einige ?ltere Fans neben mir v?llig aus und drohten mit Handgreiflichkeiten gegen den Schiedsrichter. Nun ja, der Underdog sein zu m?ssen und Schlamperei als pers?nlichen Angriff aufzufassen, das ist wohl leider ein integraler Bestandteil von Lokalsport-Fantum. Die anderen (incl. der Unparteiischen) sind gegen einen, dagegen kommt man nur mit erbittertem Kampf und Geschimpfe an.

Osnabr?ck war einfach sicherer im Wurf. Da? es ein so knappes Ergebnis wurde, zeigt allerdings, da? Alba im Gegensatz zur Hinrunde im Herbst mittlerweile in der 2. Liga zu Hause ist.

Hier noch zwei kleine Videos f?r alle, die noch nie Rollstuhlbasketball gesehen haben: ein Foul und ein Korb
5.2.06 15:33


Breakcore ist das aufgelöste Rätsel der Musikgeschichte

Niemals nie mehr in die Maria am Ostbahnhof zu gehen und sich inmitten von transmedialen Herumstehenden den Inhalt teurer, kleiner Fl?schchen einzuverleiben, ist das eine - der [SCIAK! AAAARGH!]-Floor, auf dem haupts?chlich japanische und US-Acts zeigten, was mit Musik alles angestellt werden kann, ist etwas ganz anderes.

Da? das alles unter 'Breakcore' firmiert, ist schon das erste Anzeichen von Hilflosigkeit des Begriffsapparats gegen?ber der Verselbst?ndigung des ?berflutenden Bastelfiebers, das im Umfeld dieser musikalischen Sparte ausgebrochen ist. Tats?chlich bilden die schneller gedrehten Breakbeats nur noch einen Baustein unter immer zahreicheren anderen.

Bei den als erste spielenden (endlich wird dieses Verb auch wieder mit Bedeutung gef?llt) Extreme Animals waren es etwa die psychedelischen Giftschr?nke der sp?ten Sechziger, die in ihre billigen Keyboards ausgekippt wurden.

Schon der zweite Act des Abends zeigte allerdings die zwei, drei Drehungen an, die das unter 'Breakcore' Laufende dem voraus ist, was landl?ufig (zum Beispiel von Andreas Hartmann) unter 'Breakcore' verstanden wird. Die Japanerin Doddodo schrie, kicherte, grunzte, br?llte auf dem Techniktisch stehend und hockte sich zwischendurch hin, um ein paar Kn?pfe zu dr?cken, die Welten kollidieren lie?en. Das ist eben nicht nur Hardcore, der harte Kern, denn es spaltet diesen noch.

Sie spielte mit der Musik, warf das Publikum buchst?blich mit dem kleinen Finger vom Pogo in die Ratlosigkeit und zur?ck. Den Eklektizismus-Award, der letztes Jahr ohne Zweifel an die Society Suckers gehen mu?te, verleihe ich dieses Jahr schon jetzt an sie.



Einen ?hnlichen Effekt, mit dem Dargebotenen nicht zuletzt dem Publikum vorzuf?hren, was es selbst zu Hause mit seiner Technik aus Musik basteln k?nnte, hatte die aus dem Doddodo-Gig herauswachsende Human-Beatbox-Performance von Gulpepsh, der mit seinem Human Breakcore das Selbermachen zur?ck auf die Stimmb?nder bezog - er sang und rappte und sprach verzerrte Samples ein, w?hrend er gebrochene und brachiale Beats ausspuckte. Als er zwischendurch seinen Pa? f?r 500 $ verloste, fragte man sich schon, ob er das nicht wert w?re.

Zu Ove Naxx mu? ich nichts mehr schreiben, au?er, da? er nach wie vor von seiner Wirkung ?berrascht zu sein scheint. Es folgte mit Otto von Schirach die einzige aber gleich riesige Entt?uschung: Was f?r ein kleines, mieses sexistisches St?ck Pups! Von seinen von der Konserve bekannten Breakcore-K?nsten war kaum etwas zu h?ren, stattdessen gab es Br?llmacker-Elektro mit einem Stakkato von Ansagen wie "I'll fuck everything that moves!" Wenn er wieder irgendwo auftritt, w?rde ich doch gern vorher einer aktionistischeren Frauengruppe bescheid geben.

Das letzte vom Line-Up, das ich noch schaffte (es ging danach noch mindestens ein oder zwei Stunden weiter), war Drumcorps. Schon in den fr?hen Neunzigern schrieb die legend?re NM!Messitsch in der Rezension einer Deathmetal-Platte, da? sich der Drumcomputer eine neue Band suchen sollte. In gewisser Weise ist das jetzt passiert. Es handelt sich um einen besseren Rechner und er hat jemanden gefunden, der ihn bedienen kann, den sympathischen Dread-Nerd Aaron Spectre, der endlich die richtigen Gitarrenriffs mit richtigen Breakbeats zusammenbaut und einem die ernstgemeinten B?ser-Mann-Posen aus Hardcore und Metal erspart.

Und es ist genau dieses "Wir machen uns die Musik, wie sie uns gef?llt", diese Absage an formale und stilistische Zwangsl?ufigkeiten, die Funktion des auftretenden K?nstlers als lediglich besonders originelles Beispiel und seiner Musik als lediglich besonders wirkungsvolle Inspiration f?r die Selbstaneignung der Musik, was mich zu euphorischen Aufhebungs-Gleichnissen wie im Titel dieses Blogeintrags veranla?t. Ich h?re mich Dinge sagen wie: "Breakcore ist der Vorschein der aufgehobenen Entfremdung, die in genau dieser Weise durch spielerische Aneignung im Zuge effektiverer Heimindustrie funktionieren k?nnte."

Wie vollst?ndig die sonst ebenso umfassend g?ltige Position der Kritischen Theorie zu kulturindustrieller Musik in diesem Szenario nicht galt, wie sehr etwa die folgenden Beweisf?hrung Christoph T?rckes aus der "Einf?hrung in die Kritische Theorie" vom Geschehen widerlegt wurden:

"Bliebe es nur beim 'Waren-H?ren', es w?re halb so schlimm. Aber diese H?rweise hat sich auch zum Ma?stab daf?r aufgespreizt, wie Musik gemacht wird. Das betrifft nicht nur die Interpretation klassischer Musik, bei der, um sich ins dekomponierte Ohr einzuschmeicheln und auf dem Markt durchzusetzen, satter Klang, sch?ne Stelle, sch?ne Stimme, teures Instrument sich zu Fetischen verselbst?ndigen, in die die Musik sich tendenziell aufl?st. Auch die meisten Potpourris und Arrangements dienen dem Zweck, die Musik leichter verdaulich zu machen: sie in H?ppchen zerst?ckelt, von allen rhythmischen Widerhaken befreit und in die gleiche standardisierte Klangsauce getaucht darzubieten. Und nach dem Strickmuster der Arrangements werden wiederum zahllose neue St?cke komponiert. W?rde die Musik damit wirklich 'unterhaltender', wie die Verfechter solcher Praktiken gern behaupten, dann h?tte noch ihre Verst?mmelung auch ihr Gutes. Jedoch: 'Ein englischer Romancier hat in einem Essay die Frage aufgeworfen, wer in einem Am?sierlokal sich eigentlich noch am?siere. Mit gleichem Recht lie?e sich fragen, wen die Unterhaltungsmusik noch unterhalte. Viel eher scheint sie dem Verstummen der Menschen, dem Absterben der Sprache als Ausdruck, der Unf?higkeit, sich ?berhaupt noch mitzuteilen, komplement?r...' [Adorno, ?ber den Fetischcharakter in der Musik...]"

In schillernder Dialektik sind das Zerst?ckeln und die Austauschbarkeit in absichtsvolle, individuelle Auswahl umgeschlagen; die rhythmischen Widerhaken verdichten sich zu Clustern statt zu verschwinden; ohne Frage ist unter den Tanzenden viel weniger Gewohnheitsgewippe zu sehen als sonst, da die Musik daf?r viel zu viel will.

Mal sehen, wie schnell mir meine Euphorie schal oder peinlich wird. F?r den Augenblick k?nnt ihr mich mit weiteren S?tzen erfreuen, die im Original um das Wort 'Kommunismus' aufgebaut sind, und in denen jetzt 'Breakcore' vorkommt.
5.2.06 17:02


Wie nützt es denn nun?

rkinet fragt im Telepolis-Forum

Gibts schon ne Verschw?rungstheorie (mit Amis) f?r das alles?

Da geht ein Ereignis durch die Weltpresse, die D?nen als Teilnehmer der Koalition der Willigen sind erstmals im Visier der Medien und immer noch keine Verschw?rungstheorie dazu am Markt?

Es gibt leider zuwenig Bilder um mal die Schatten nachzumessen, ob die alle gerade sind (s. Mondlandel?ge). Es brannte zwar, aber das Geb?ude fiel nicht ein. War zwar nicht so hoch wie das WTC, aus Stein statt Beton und es fehlten die Flugzeuge aber sonst typ. Ami-Verschw?rung, oder?

Aliens wurden (leider) auch nicht gesichtet und Mohammed scheint wohl schon fr?her ohne Mitwirkung des CIA verstorben zu sein --- aber das ist nur die offizielle Verion dar?ber. ?l gibts in Beirut auch nicht, au?er bei der Tanke. Und ne U-Bahn haben die auch nicht - immer diese Komplikationen

Aber irgendwie m?ssen doch die Amis und vielleicht die Juden daran beteiligt gewesen sein? Oder es hat was mit diesem ?gyptischen Schiff zu tun ...

Also VT-logen, ran an die Tastatur und ne neue VT generiert. Mu? doch klappen, bei soviel action inside."


Alldieweil sogar Herr Br?ckers d?nischen Quark kauft...
6.2.06 14:35


Überlaufregal

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 4)



Der paramilit?rische Apparat drohte sich zu verselbst?ndigen. Vier Mitarbeiter der tschechischen Redaktion wurden schwer, vier weitere leicht verletzt. Das Theater war voll von eben aus Frankreich heimgekehrten Frontsoldaten. Sie steigen immer auf den letzten Dr?cker ein. Ich schrie, weil es so hei? war, so unertr?glich hei?. Ist die Heilige Stadt weit weg von hier? Ich wei? nicht, antwortete ich m?glichst diplomatisch, sie sind alle sehr sch?n. Da habe ich ihnen gleich auch den Blinddarm herausgenommen. ?berall spritzte die Fischbr?he herum. Das Wasser ist kontingentiert, von den Lebensmitteln ganz zu schweigen. Also gehen wir in die Knie.
6.2.06 16:51


Von Blog zu Blog

Von Partisan wird mir in einer Art offenem Brief ein "linkes Weltbild" attestiert.
6.2.06 20:23


Die Feinde meiner Feinde

Tats?chlich ist er da, der von mir am Samstag vorhergesagte n?chste Fahnenstreit. Dazu passend noch mal die Meldung aus dem Dezember:

"Das Parlament der norwegischen Provinz S?r-Tr?ndelag hat den Boykott s?mtlicher Waren aus Israel beschlossen. Trondheim, Hauptstadt der Provinz, ist die viertgr??te Stadt Norwegens. Torill Skj?rseth von der Roten W?hlervereinigung / Kommunistische Linke (RV) stellte den Antrag. Die israelische Herrschaft ?ber die Pal?stinenser unterscheide sich nicht von der Apartheid S?dafrikas. S?r-Tr?ndelags Parlament hatte seinerzeit als erstes norwegisches Legislativorgan die Apartheid verurteilt." (die sehr entsprechende Quelle)

Au?erdem f?r andere Diskussionsteilnehmer hier wie dort:
Der Anteil der d?nischen Landwirtschaft am BSP betr?gt 2.2%, Holocaustleugnung steht in D?nemark nicht unter Strafe. "Jyllands-Posten erh?lt oftmals Leserbriefe von Lesern, die Ausl?ndern und Europa sehr reserviert gegen?ber eingestellt sind, und diese Leserbriefe werden, auch wenn sie sehr scharf formuliert sind, regelm??ig unkommentiert ver?ffentlicht." (Wikipedia)

Ansonsten bin ich nicht daf?r zust?ndig, die Headline News zu kolportieren. Wenn sogar Spiegel Online von einem "panislamischen Volkssturm" schreibt, werde ich mein winziges Blog lieber auf Rundumfeuer stellen und die Peinlichkeiten ringsherum dokumentieren. Gute Hilfen dabei z.B.: Egyptian Sandmonkey (prowestlicher ?gypter) und in der anderen Ecke Sabbah (pal?stinensischer Jordanier).
6.2.06 22:16


Not a number

"Beta-Aktive haben letztlich nichts zu sagen. Das ist Demokratie."

"Sch?ne neue Welt der Planwirtschaft?"
7.2.06 11:40


Arbeiterbewegung praktisch und theoretisch

Am Nachmittag forderten etwa 20 Teilnehmende einer Kundgebung vorm DGB-Headquarter am Hackeschen Markt Freiheit f?r die gefangenen Gewerkschafter im Iran und die Legalisierung der staatsunabh?ngigen Gewerkschaften.

Sie berichteten von Massenverhaftungen, die gerade j?ngst noch zugenommen haben, sowie von Erpressungen durch Sippenhaft. Konkret ging es heute darum, den DGB zu einer Stellungnahme zu bewegen, die er bisher im Unterschied zu anderen europ?ischen Gewerkschaften unterlassen hat. Immerhin lie? sich nach dem obligatorischen Warten J?rgen Eckl von der "Internationalen Abteilung" herab, im Austausch gegen eine Materialsammlung Beruhigungsformeln abzusondern, the punchline being: "Wir sind (!) davon sehr betroffen und haben allzeit unsere Solidarit?t bekundet, womit wir uns einig mit allen europ?ischen Gewerkschaften wissen."

Der einzige deutsche Teilnehmer der Kundgebung, ein friedensbewegter verdi-Basismensch, brachte sogleich die Theorie auf, der DGB w?rde sich ja aktuell gegen den Iran und f?r Israel positionieren, daher w?rden sie das Gewerkschaftsthema lieber unterm Teppich halten. Meine Entgegnung, da? das ?berhaupt keinen Sinn ergibt, weil die Repression gegen ihre Kollegen doch prima politische Munition sein m??te, blieb unbeantwortet.

Die plausiblere Erkl?rung kam von einer iranischen Aktivistin: der DGB verhandelt nicht gern mit unabh?ngigen Gewerkschaften, er ist ja selbst keine. ?berhaupt gibt es immer zwei deutsche Ma?st?be f?r die Beurteilung anderer Staaten. Nach dem einen ist der Iran gef?hrlich, nach dem anderen d?rfen iranische Asylbewerber abgelehnt werden.

Am Abend betrat ich den Diskussionsraum in der K9, wo die Abschlu?veranstaltung der Reihe "Antiherrschaft statt Antipolitik" Diskutierende der gastgebenden Initiative antiherrschaftliche Gesellschaftstheorie (IaG), der quasi herausfordernden Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft sowie aus Linksruck/MLPD-, Interkomm- und anderem globalisierungskritischem bis kommunistischem Spektrum versammelte. Nach dem Wortbaukasten-Referat des IaG-Redners und der deftigen Gegenrede seines klassenlosen Kontrahenten sagte mir der Raum w?hrend der folgenden Diskussion dies:

Das schwebt doch alles im luftleeren Raum. Ich wollte mal so 'nen ?konomisch verk?rzten Zusammenhang erz?hlen. Die Frau ist in dieser Gesellschaft kein Subjekt. Irgendwie wei? ich jetzt auch nicht, vielleicht kann das noch mal jemand anders... Das schwebt jetzt aber echt, so wie du das sagst, im luftleeren Raum. Aber wie sieht denn dann eure Praxis aus? Und was hei?t ?berhaupt Theoretizismus? Der Arbeiter kommt metaphysisch daher und erschafft die ganze Welt, au?er die generative Reproduktion. Das schwebt im luftleeren Raum. Politik ist dieses, kann aber auch jenes sein. Und was leitet ihr daraus f?r eine Praxis ab? Die Widerspr?che sitzen alle im selben Boot. Dann diskutieren wir aber im luftleeren Raum. Das Proletariat l??t mir seine Visitenkarte da. Rufe ich an? Bedarf es im Kommunismus der Subjektkonstitution? Auch im Kommunismus bedarf es selbstt?tig handelnder Subjekte, doch kann eine kommunistische Gesellschaft nicht einfach Ideologie als Praxis zur Konstitution von Subjekten ?bernehmen. Sie muss eine Form von Subjektkonstitution praktizieren, die keine Unterwerfung beinhaltet, da diese Kennzeichen von Herrschaft ist. Und darf ich vielleicht die Frage nach der Praxis noch mal stellen, die ihr daraus ableiten w?rdet?

Und so weiter!
8.2.06 01:49


Wi 22 vs. Wi 109

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 5)



Sp?testens seit Erzbischof Wulfstan im Jahre 1014 in einer Predigt in York erkl?rte: ?Die Welt rast ihrem Ende entgegen?, glauben die Menschen, da? alles schlechter wird und da? fr?her alles besser war. Du kannst dir nicht vorstellen, wie das nervt. Die Krise war Realit?t geworden. Wie w?rden Sie vorgehen?

Ich habe einmal mitnotiert, was M?nner w?hrend nur eines Arbeitstages in einem durchschnittlichen Team in der herstellenden Industrie zu und ?ber ihre Kolleginnen sagten. Hier eine kleine Auswahl:

Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. Hier sollte langfristig ?berlegt werden. Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. Dies sollten Sie bereits im Vorfeld ?berdenken. Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. Die Sprache ist die Mutter des Erfolgs. Sind Sie bereit f?r Mutterfreuden? Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. In jedem Land hat man sich an die ?rtlichen Gegebenheiten anzupassen. Allerdings nur dann, wenn die Kindererziehung im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erfolgt.

Wenn Sie nein sagen, gehen Sie davon aus, da? ein Mann das erst mal nicht versteht. Dazu folgender Rat: Frauen, die schwarz tragen, f?hren ein buntes Leben. Dieses wiederum k?nnte die biologische Vielfalt der Umwelt bedrohen. Je konkreter, desto besser! Wer Kundenw?nsche antizipiert, st?hnt ?ber die hohen Arbeitskosten. Wenn Sie nein sagen, gehen Sie davon aus, da? ein Mann das erst mal nicht versteht.

So etwas wie eine vollst?ndig unber?hrte Tradition gibt es nicht. Es ist Profil gewordene Substanz. Japan und Deutschland praktizieren eine viel straffer organisierte Form von Kapitalismus als Amerika. So erwecken sie auch nicht den Eindruck, etwas verbergen zu wollen.
8.2.06 13:37


Thomas Kapielskis historisches Beispiel

9.2.06 01:25


Note to self

Bisher von der ?berlegung her gar nicht upgedated, von der Praxis vielleicht schon: statt Cut-up auf der H?he von Hip Hop zu eskalieren oder auf Techno auszuweichen (wie Goetz oder Meinecke), sollte der Michs an Breakcore geschult werden, gem?? der Frage: Was ist der ?berdrehteste und dennoch konsistente Beat, der sich aus Texten bauen l??t?
9.2.06 21:42


Berlin-Schöneweide -> Dresden-Wilder Mann

Mal wieder eine kleine T?tlichkeit. Ein Fahrer eines Lieferwagens war der Ansicht, da? ich dort, wo ich stand, "auf der Stra?e" stehen w?rde, was er mir jedoch erst mitteilte, nachdem er mich beim Ausfahren aus der Tankstelle mit seinem Fahrzeug angerempelt hatte, ich, um nicht umzufallen, kurz sein eben dieses sein Fahrzeug anfa?te, dabei einen Plonk-Laut verursachte und er sichtbar aufgebracht aus diesem seinem Fahrzeug ausgestiegen war, um mir eben jenes mitzuteilen, n?mlich seine durchaus kontroverse Auffassung dar?ber, wo die "Stra?e" beginnt und aufh?rt, erg?nzt um die waghalsige Prognose, da? ich sein "Fahrzeug nicht noch mal anfassen" w?rde. Als er nun aber daran ging, mich anzufassen und ich ihn v?llig richtig darauf hinwies, da? er gern vor sch?tzungsweise f?nf Zeugen der versuchten K?rperverletzung noch eine richtige hinzuf?gen k?nnte, nahm die ganze Sache eine Wendung ins Repetitive. Ich h?tte "auf der Stra?e" gestanden und doch eben kein "Recht", sein "Fahrzeug" anzufassen. Konkret wies er dann mit seinem linken Handschuh auf eine Stelle, an der der Fu?weg in ein Beet ?berging, und dekretierte: "Dort hast du zu stehen." Aber irgendwie schien ihn das nicht mehr gl?cklich zu machen, denn ich stand ja nicht dort und sagte einfach nur: "Nein."

Die Pirnaerin (oder Pirnenserin?) mit ihren zwei schlafenden Kleinkindern, eins auf dem Beifahrersitz, eins auf der R?ckbank neben mir, die mich alsbald nach Dresden fuhr, bemerkte zum Fahrzeugmann, da? "so jemand wohl nicht gl?cklich sein wird", und wir plauderten ?ber die A17 und ihr F?r (sie ist zu Hause, bevor die Kinder schreien) und Wider (der Zschonergrund). Sie bem?ngelte, wie noch immer konservativer Dresden und Umgebung werden w?rden, lokalpatriotisch und "bayerisch"; sie beschrieb die Neustadt als Insel; sie machte sich dar?ber lustig, da? in Dresden alle mit Outdoor-Klamotten, Outdoor-Rucks?cken und Outdoor-Schuhen herumlaufen w?rden: "Die sind alle nur noch am Surviven." Sonst wurde ich unaufdringlich ein bi?chen ausgefragt ?ber Demonstrationsrecht, meinen Weggang aus Dresden und die verschiedenen Konzentrationen von "Stadtneurotikern" in den verschiedenen Berliner Stadtbezirken. So gelangte ich gutgelaunt am Dresdner World Trade Center an und setzte mich ins Bibliotheks-Caf?.
11.2.06 01:04


Bei Kewil unterm Sofa

Wenn es auch oft mitschwingt - so ehrlich hat das bisher noch keiner ausgesprochen:

"Wieviele Millionen Moslems verkaufen ihre Waren in Europa, arbeiten f?r europ?ische Unternehmen bzw sch?pfen Gelder aus den europ?ischen Sozialkassen ab, und transferiern es in die r?ckst?ndigen muslimischen Diktaturen? Von wievielen manigfaltigen technischen Segnungen profitieren die Scheichs im allt?gliche Leben? Wer entwickelt und produziert Anlagen mit denen nicht zuletzt ?l gef?rderert wird? Was f?r Konsequenzen k?nnten die Europ?er ziehen?
Und jetzt sollten die Islamistischen Br?llaffen und Schleiereulen mal ?berlegen, wer am WESENTLICH L?NGEREN HEBEL sitzt? Na, f?llt der Groschen? Eben!

PS. Im Anbetracht dieser Tatsachen w?re eine ENTSCHULDIGUNG an die Europ?er, mindestens jedoch versch?mtes Schweigen von moslemischer Seite aus mehr als angebracht. Ab auf die stille Treppe!"


Kommentar von "Ka-wumm" (4.2.06 11:38)
Kewil-Blog "Fakten und Fiktionen"
11.2.06 01:27


Dresden First Impressions

"Gegen eine Vereinnahmung des 13. Februar durch rechtsextreme und nationalistische Gruppierungen" projizierte am Nachmittag und Abend das Projekt "Str?me" von der Augustusbr?cke aus Gedichte zum Thema, entnommen dem Band "Die w?ste Stadt", auf die Elbe. Dort waren dann ganz rhizomatisch Zeilen zu lesen wie:

"Da war die Stadt schon den Feuern geweiht. (...) Die Stadt sehe ich im Feuer, aber/Die Zukunft kommt mir entgegen, sich berechnet,/Doch die Zeit der ich entronnen bin,/Weint." (Heinz Czechowski)

"Die anglo-s?chsische Version von nevermore." (Durs Gr?nbein)

Und vielleicht am dreistesten, noch mal Czechowski:

"Da wurden nie schneller/Gr?ber gegraben."

W?hrenddessen konnte ich w?hrend der gesamten halben Stunde, die wir in einem Imbi? auf der K?nigsbr?cker Stra?e sa?en, in nahezu ununterbrochener Kette dunkelgr?ne, gr?n-wei?e und hellblaue Polizeiwannen vorbeifahren sehen, garniert mit einigen Gefangenentransportern und anderem Spielzeug.

(Sp?ter, als auf einer Kunst-Studenten-Party die schleppenden Midtempo-Funknummern in schleppende Midtempo-Bigbeat-Nummern ?bergingen und wir auf den Pitchregler an den Plattenspielern deuteten, blickte uns die Auflegende verst?ndnislos an. Nach unserer Pr?zisierung "Schneller?!" meinte sie bestimmt, dazu w?ren nicht diese Regler, sondern nur der 33-45-Umschalter da. Den wollte sie aber auch nicht dr?cken.)
11.2.06 09:08


Geisterjagd: Destroy the spirit of Dresden Teil 1

Am Samstag sollten die Aktivit?ten gegen den Dresdner Opfermythos mit einer Antifa-Demo und der Blockade des Naziaufmarsches beginnen.

Vor Beginn der Demo sah es am Startpunkt recht traditionalistisch aus: lange nicht gesehene Mengen an Palit?chern, sogar eine Pace-Fahne. Der Eindruck glich sich etwas aus, zum einen, als schlie?lich auch die Antifas hinzutraten, die vorher wegen der K?lte in der Imbi?abteilung der Altmarktgalerie gewartet hatten, zum anderen, da der Lauti mit wirklich gut ausgesuchter Musik (elektronischer Frickelpop taugt auch sehr gut als kulturelle Kampfansage an den restaurativenKlassik- und Orchester-Fetisch der Nazibeschallung) Sprechch?re mit den Endreimen "Pack" und "Sack" und ?hnliches zu ?bert?nen vermochte.

Mit etwa 500-1000 Teilnehmenden zog die Demo durch die Altstadt, es gab lediglich kurze Gerangel, als Nazis in der N?he auftauchten. Bestimmend f?r den Eindruck der Demo d?rften jedoch die Wortbeitr?ge zum Dresdner Antisemitismus und zur Frauenkirche gewesen sein. (Nebenschauplatz: Beim Vorbeilaufen an der Synagoge fragte ich den Tr?ger den Pace-Fahne, ob er sie nicht wenigstens hier mal kurz zusammenrollen k?nnte, woraufhin er begann, mir einen Vortrag ?ber "deren Opfermentalit?t" zu halten, die ja auch f?r Krieg verantwortlich sei.)

Als nach der Aufl?sung am Pressehaus der Versuch, an Ort und Stelle zur Nazi-Route durchzubrechen, gescheitert war, diffundierten die Antifas in kleinen Gruppen zur?ck in die Altstadt und warfen einen Blick auf die gerade startende Nazidemo vorm Landtag, bis die Augustusbr?cke, auf der die Nazis auf ihrem R?ckweg auf die Altst?dter Seite laufen wollten, als Sammelpunkt ausgegeben wurde.

Da? hier beim Wettlaufen mit der als Absperrkette vorgesehenen Polizeieinheit genug Antifas schneller auf der Br?cke waren, d?rfte f?r den Rest des Tages den Ausschlag gegeben haben. Jetzt konnte mit 200-300 Leuten blockiert werden.

Nach und nach mischten sich auch wenige, allerdings ?u?erst auff?llig beflaggte Gr?ne ("Wir tun was gegen rechts"), PDSler (Friedenstaube) und Jusos (allen Ernstes mit SPD-Fahne) von ihren St?nden auf der benachbarten "Demokratiemeile" aus unter die Blockierenden. Statt der ?blichen drei R?umungsdrohungen der Polizei wurden es vier, weder der Versuch, einzelne nunmehr sitzende Blockierende wegzupfl?cken, noch die ?berredungsstrategie, uns einzeln "im Interesse" unserer "eigenen Sicherheit aus diesem Gefahrenbereich" herauszukomplimentieren, waren erfolgreich. Auch die auffahrenden zwei Wasserwerfer ?nderten trotz Schnee und K?lte nichts. Au?erdem - und das war wohl der zweite Wendepunkt - hatten sich mehrere Landtagsabgeordnete zwischen die Blockierenden und die Polizeikette positioniert.

Nun wurde unklar, ob die Nazidemo, die mittlerweile auf der Neust?dter Elbseite am Carolaplatz zum Stehen gekommen war, abweichend vom Plan ?ber die Carolabr?cke gef?hrt werden und damit an der Synagoge vorbeiziehen w?rden.

Als schlie?lich die Nachricht eintraf, da? die Nazidemo sich aufgel?st h?tte und nun in einzelnen Gruppen versuchen w?rde, ?ber die Carolabr?cke zu kommen, verlie?en mehr und mehr Antifas die Augustusbr?cke und sammelten sich an der Synagoge. Als sich allerdings herausstellte, da? lediglich ein Teil der Nazidemo vergeblich versucht hatte auszubrechen und sie immer noch alle geschlossen am Carolaplatz standen, sah es zun?chst so aus, als w?rde die geschw?chte Blockade auf der Augustusbr?cke nun brechen und die Nazis doch wie geplant weiterlaufen k?nnen.

Stattdessen entschied die Einsatzleitung der Polizei, die Nazis r?ckw?rts auf ihrer Demoroute ?ber die Marienbr?cke zum Landtag zur?ckzuf?hren.

Damit ist Dresdens Image maximal gereinigt worden, die von den "B?rgers" bef?rchtete "Vereinnahmung des 13. Februars" konnte abgewehrt werden und es gelang den Gr?nen und der PDS, sich als ausschlagebende Kr?fte der Blockade zu pr?sentieren. In den Nachrichten fimierten wir alle unter "Menschen" und "B?rger".

Tats?chlich mu?te ich mir von dem gr?nen Transparenthalter, den ich auf der Br?cke anfangs ohne Erfolg versucht hatte, dazu zu bringen, da? er ohne Parteiwerbung bleibt oder mit ihr geht, im Nachhinein vorwerfen lassen, da? die Augustusbr?cke keine gute Wahl f?r die Blockade gewesen w?re, da ja so nur verhidnert worden w?re, da? die Nazis durch die sch?ne Altstadt laufen. Noch ein Beleg daf?r, da? von der "Demokratiemeile" aus nicht nur die Wahrnehmung der Gr?nen Jugend getr?bt war.

Am Abend herrschte trotz umherschweifender Gro?gruppen von Nazis in der Neustadt bei den meisten Antifas anscheinend der Eindruck vor, da? ihr Job erledigt sei. Ob das diesj?hrige Motto, das aus der Kampfansage gegen die Stadt und ihre Geschichtspolitik nunmehr eine Art Aufruf zur Geisterjagd gemacht hat, den Begriff der eigenen Rolle durcheinandergebracht hat? Ob ein paar Stunden in der K?lte schon zuviel Anforderung an die Kondition sind? Ob die Vereinnahmung durch die "B?rgers" auch aus Bequemlichkeit so gut klappt? Ob es dennoch als positiv zu werten ist, da? sich in Dresden mittlerweile Anzeichen b?rgerlich-demokratischer Mindeststandards bemerkbar machen?

Daf?r, da? es in Dresden war, schon okay.
12.2.06 12:17


Distinktion at last: Destroy the spirit of Dresden Teil 2

Nachdem die Nazis am Samstag zwar verloren haben, aber haupts?chlich das Image der Stadt Dresden als Sieger gelten d?rfte (Dresdner Neueste Nachrichten: "Ein deutliches Zeichen: Es l?sst sich nicht verhindern, dass Ewiggestrige den 13. Februar missbrauchen. Aber es l?sst sich verhindern, dass sie es im Herzen Dresdens tun."), gab es heute morgen die Gelegenheit, der B?rgereinheitsfront, die bei der Br?ckenblockade nach der letzten Sprachregelung nur noch "Dresdner" gesehen haben will, die angetragene Liebe zu verwehren.

Etwa 100-200 Antifas - also nur etwas weniger als die Menge, die am Samstag die Br?ckenbesetzung zuerst m?glich gemacht hatte - zogen zum Heidefriedhof, wo Nazis wie etwa Holger Apfel und zahlreiche andere Politiker der Stadt zusammen mit offenbar wenigen B?rgern "am Rumopfern waren" (Lauti).

Die Redebeitr?ge der Demo - wieder umrahmt von wirklich gut ausgew?hlter Musik - vollzogen einen Rundumschlag gegen Geschichtspolitik und Antisemitismus; die Gruppe Sabotage benannte Orte wie Lidice, Coventry und eben auch den tiefbraunen Reichsbahnknoten Dresden als Beispiele f?r das Wirken der deutschen T?tergemeinschaft.

Die anf?ngliche Bef?rchtung, au?er den Tieren im Wald um die Autobahn herum w?rde niemand etwas von der Demo mitbekommen ("Fuchs und Hase, wir sind da - Autonome Antifa"), zerstreute sich mit Erreichen des Friedhofseingangs, da wir nun f?r den Verlauf der "Prozedur" (Megaphonmann) f?r alle, die kamen, gingen oder auf langsam vorbeifuhren, gut sichtbar und h?rbar "Deutsche T?ter sind keine Opfer", "Deutschland ist gro?er Schei?, diese Stadt ist der Beweis" und "Heult doch!" rufen konnten. Nach Auskunft der wenigen Antifas, die auf dem Friedhof kurzzeitig das "Geopfer" (Megaphon) st?ren konnte, waren wir auch drinnen bisweilen gut zu vernehmen.

Ins angestimmte "Ten German Bombers" fiel leider niemand ein, daf?r gab es eine Gewinnspiel, bei dem f?r den originellsten Slogan ein beliebiges Teil der Frauenkirche ausgelobt wurde (an Selbstabholer).

Die Reaktionen waren durchwachsen. Die meisten Friedhofsbesucher schienen verbl?fft zu sein, da? es "sowas" ?berhaupt gibt, nicht wenige verlangten denn auch folgerichtig danach, uns auszurotten oder alle ins Lager zu sperren. Daneben gab es dennoch vereinzelten Zuspruch, etwa von einem ehemaligen Wehrmachtssoldaten, der uns mitteilte, da? damals alle um ihn herum in der Wehrmacht stramme Nazis waren und da? sie jetzt mal nicht so tun sollen.

Als die Prominenz den Friedhof wieder verlie?, geriet unsere Kundgebung sogar f?r eine ganze Weile in den Schu?bereich von Fernseh- und Pressekameras, die vorsorglich mitgef?hrten Pressemappen verteilten sich recht gut. Ein MDR-Mikrophontr?ger fing sich mehrere Sprechch?re ein, u.a. den extra f?r den Tag ?berarbeiteten "Gegen jeden Geschichtsrevisionismus, nieder mit Deutschland, f?r den Kommunismus!"

Je nachdem, wie peripher die heutige Aktion in der Berichterstattung auftauchen wird, k?nnte das schiefe Samstagsb?ndnis mehr oder weniger deutlich dementiert worden sein. Immerhin spielten sich die beiden Br?ckenblockaden und die heutige, politisch viel deutlichere Demo in Dresden ab, wo Derartiges bisher nicht unbedingt f?r besonders wahrscheinlich gehalten wurde.
13.2.06 14:45


Brief an die 'titanic'

konkret: Das Institut f?r Sexualwissenschaft gibt es seit 1973. Wozu ist es da?

Sigusch: Wir haben sowohl klinisch als auch kulturwissenschaftlich gearbeitet, d.h. fach?bergreifend. Ich selbst bin die ganze Zeit sowohl Professor in der Medizin wie in den Gesellschaftswissenschaften und habe immer in meinen Seminaren sowohl Medizinstudenten als auch Soziologiestudenten gehabt, so da? diese sich gegenseitig befruchten konnten.


(konkret 2/2006)
15.2.06 11:57


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