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Zur häufig gestellten Frage des Mitschnitts der 'Entschwörungstheorie'

Auf meine Frage "Ist die Hoffnung begr?ndet, da? alles, was in der Liste fehlt, noch nachkommt oder sind einige Videos wieder gone into the void wie sonst?" wurde im 22C3 Public Wiki beteuert:

"Es ist keine einzige Aufnahme von einem Vortrag verloren gegangen. Wir haben ca. 400 Gb an Rohdaten und jede Kamera hat auf Tape (insgesamt ca. 200 Stueck) aufgezeichnet die wir notfalls immernoch auslesen k?nnen. Ansonst wird wie in btks Blog schon geschrieben nun erstmal alles Divx codiert bevor wir die on Demand WMV Streams weitermachen. Ebenso l?uft der Ftp wieder und die Benennung der Files wird bei den Divx wahrscheinlich auch noch besser sein."

Ich w?rde es ja selbst auch gern mal sehen.
3.1.06 03:13


2005

Das Jahr, in dem der 'Spiegel' seinen Antiamerikanismus endg?ltig zum Hauptanliegen gemacht hat. (Beispiel) Ich lernte, da? mir die blo?e Teilnahme an der Antideutschen Konferenz mehr Blogtraffic verschafft als mein gutbesuchter antideutsch angehauchter Vortrag beim Chaos-Kongre?.

Gleich dreimal zog ich um, obwohl ich nach einem Jahr Obdachlosigkeit gedacht hatte, das blo?e Finden einer Wohnung sei gar nicht so sehr das Problem. Nach wie vor passen Wert- und Chronologiekritik genauso wenig zusammen wie Seins- und Bewu?tseinserweiterung, aber ich werde weiter daran arbeiten.

Regelm??igeres Schreiben hat journalistisch eher nicht geklappt, das sollte ich gar nicht versuchen, auf der Blogebene aber schon - rein quantitativ war ich noch nie so produktiv, wie an meinem Reader auch zu besichtigen ist. (Den gibt es jetzt in der 5MB-Version mit allen Bildern zum Ziehen)

Es gab mehrere Musikprojekte ("Sie singen nur Peace and Love" mit Timbou, die Diktierger?tsession mit Peter Guhr, erste Kleinigkeiten mit scrupeda, Live HipHop in Jena), die ich 2006 vielleicht zu richtigen Tracks erweitern und daraus vielleicht eine Art Kullaboration-Sampler basteln kann.

Insgesamt habe ich ein paar F?den wieder aufgenommen, wieder Cut-up vorgelesen (in Bremen) und mir endlich ein Notebook gekauft. Jetzt kann es richtig losgehen, I would say.
4.1.06 01:47


Im Hamburger Bahnhof

Die Ausstellung "Typologien industrieller Bauten" mit den ultra-objektivierten Ornamentalfotografien von Bernd und Hilla Becher zeigt methodisch angeordnete F?rdert?rme, Hoch?fen, Silos und andere Anlagen, die gemeinhin der Vergangenheit, der Geschichte zugerechnet werden, weil sie in ihrer konkreten Form im Verschwinden begriffen sind. Ihre Funktion ist jedoch nur weiterentwickelt, ihre Bedienung nur angepa?t und ihre obsz?ne Zumutung an die Menschen nur in andere L?nder ausgelagert worden.



Die beiden Fotografen fordern "Mitspracherecht f?r die Objekte" und machen auf diese Weise eine Formenvielfalt sichtbar und vergleichbar, die nicht zuletzt wegen der Betroffenheit der fr?heren Generationen durch die schiere soziale und technische Gewalt der Anlagen erst sp?t in den Blick geriet.

Besonders die "Industrielandschaften", die neben den Einzelfotos, den Perspektivensammlungen ("Abwicklungen") und Detailaufnahmen die vierte Hauptgruppe der ausgestellten Arbeiten bilden, lassen die Epoche wieder aufleben, in der die Zw?nge der Kapitalverwertung greifbar wurden.

Wenn ich die Wiederbelebung des Katastrophismus im 19. Jahrhundert nicht als blo?e Reaktion auf den entstehenden Darwinismus betrachten mag, sondern gleichsam als Abbildung der Zeitgeschichte, habe ich dabei im Sinn, da? den Zeitgenossen der Industrialisierung diese als apokalyptischer Vorgang erscheinen mu?te.

Die aus der ?bersichtlichen Tyrannei der feudalen Landwirtschaft in die neuen Ballungsr?ume gewanderten Millionenmassen stiegen dort mehrheitlich in dunkle staubige Gruben, in denen viele von ihnen jung starben, oder sie verbrachten die meiste Zeit des Lebens in riesigen Ofenanlagen, die ihnen Hitze und Gifte entgegenwarfen. Der Wert verw?stete ihre Welt nunmehr umfassend und un?bersehbar, bescherte ihnen ein Leben im Niemandsland oder den Schrecken der unterirdischen Killing fields.



Das historische Verbrechen der Arbeiterbewegung wird in diesem Zusammenhang besonders sichtbar, wenn sie irgendwann nicht mehr darauf bestand, diesen Zustand zu ?berwinden, sondern die Arbeiter zur gr??tm?glichen Anpassung zu erziehen. Nur so konnte aus dem vielfach t?dlichen Handwerk das Handwerk des T?tens werden, das mit Explosionsmitteln immer gr??ere Gebiete eben in Industrielandschaften verwandelte und beinahe alle Tr?ume von urbaner Gesellschaft unter sich begrub.



In der Kunst-Buchhandlung im Erdgescho? des Hamburger Bahnhofs gibt es neben famosen Bildb?nden leider auch Kulturphilosophie ? la Merve Verlag u.?., Marx' Golden Oldies in neuer Rechtschreibung, der Warenfetisch als Extremform der Entfremdung, Wertkritik ? la Chomsky und so weiter. In einem englischsprachigen W?rterbuch der Kritischen Theorie fand ich dann die doch bemerkenswerte Feststellung, da? Marx' Fetischbegriff wie auch derjenige Freuds dem im 19. Jahrhundert typischen Bild von der afrikanischen Religion entsprungen ist.

Der von der wundervollen Buchh?ndlerin empfohlene Band "Sample Minds" befand sich wiederum in unfa?barer N?he zu Cut-up, enthielt endlose Beschreibungen davon, was mit Texten alles anzustellen w?re, was alles gemacht werden k?nnte, wie genau vorzugehen sei - ohne da? es dann auch passieren w?rde. Wie so oft wird nur dar?ber geredet und nichts getan. I know what you're gonna say so don't - just do it.

Diese hysterische Einladung zu etwas, das dann nicht stattfindet, wird schon bald daf?r sorgen, da? ich mich ersatzweise mit Schere und Open Office ?ber die Begleittexte der Ausstellung hermachen werde. Coming up very soon.
4.1.06 17:37


Zufall ist Methode.

Anfassen und Begreifen Michs.

I know what you're gonna say so don't. Vergleichendes Sehen, das die Besonderheiten innerhalb einer Familie von Bauten vor Augen f?hrt, wird erst in Bildreihen m?glich. Just do it. Cut the fuck up. Ein solches Vorgehen entspricht dem wissenschaftlich-analytischen Prozess, der Erkenntnis aus der exemplarischen Gegen?berstellung der Dinge und Ph?nomene zieht.

Vergleichendes Sehen nach der handlungsorientierten Arbeit: Masken aus Packpapiert?ten zu Jawlenkys K?pfen. Vergleichendes Sehen oder Gleichheit aus Versehen? Wie zuf?llig ist denn Cut-up? Versuchen Sie ein "vergleichendes Sehen" anzuwenden. Wie verh?lt sich das Dargestellte zur Realit?t? Nur ein Kunstgriff war und ist erlaubt, die einzelnen Objekte freizustellen, als rahmenf?llend ins Bild zu r?cken, was ja nicht den Tatsachen entspricht, da sie vor Ort in einem architektonischen Chaos oder Urwald stehen. Nicht ?vergleichendes Sehen? ist Thema, sondern jedes St?ck Geschichte. Ihre Objekte r?cken sie in die Mitte des Bildes und isolieren sie so weit als m?glich von ihrem Umfeld. Winckelmanns ?vergleichendes Sehen? ist eine der ersten Methoden zur relativen Chronologie.



Vergleichendes Sehen, das die Besonderheiten innerhalb einer Familie von Bauten vor Augen f?hrt, wird erst in Bildreihen m?glich. Durch Instabilit?ten der Hierarchie innerhalb einer Familie kommt es rasch zu gereizten Auseinandersetzungen. Mit diesen Kameras ist die Aufnahme von Bildreihen m?glich. Nat?rlich kommt es innerhalb einer Familie immer wieder zu Grenz?berschreitungen. Je nach gew?hlter JPEG-Kompressionsstufe und Schnelligkeit der verwendeten CF-Speicherkarte sind sogar ?endlose? Bildreihen m?glich. Welche exakten Prozessor-Nummern die einzelnen CPUs innerhalb einer Familie erhalten, hat Intel noch nicht bekannt gegeben. Die Eintragung der Kraftwirkungslinie ist nur durch Bildreihen m?glich. Dieser bereits praktizierte "Sozialismus innerhalb einer Familie" soll nun nicht mehr in Eigenregie der Familien durchgef?hrt, sondern staatlich genormt werden. Daf?r sind aber Panoramen mit mehreren Bildreihen m?glich.

Ablenkende Momente - Menschen, Schatten, Wolken oder Rauch - werden aus dem Bild verbannt. Zufall. Dabei sollen ad?quates Beschreiben, vergleichendes Sehen und der Umgang mit den Methoden der Interpretation ge?bt werden. Ein solcher komplizierter Arbeitsprozess schlie?t spontanes Agieren ebenso aus wie bewegte Motive. Durch ein vergleichendes Sehen ger?t man in den Strudel der Formen und vergi?t schlie?lich ganz, da? es sich um abstrakt argumentierende Werke handelt.

Das Werk - angesiedelt zwischen Dokumentation und Kunst - entzieht sich einer klaren Zuordnung. "Vergleichendes Sehen" (Synopse) erleichtert das. Lange musste es auf ?ffentliche Anerkennung warten. They didn't choose to lose. Die Kunst-Fotografen empfanden es als allzu n?chtern und unpers?nlich. They choose to lose. So verwundert es nicht, da? die Arbeiten zun?chst von Ingenieuren und Architekturtheoretikern gesch?tzt wurden, die in den Bildern eine wichtige Informationsquelle f?r ihre Arbeit erkannten.
4.1.06 18:21


Richtig gute Konsumenten...

...wollen ins schwedische Parlament und die "Rechteverwerter" davon abhalten, den Weg zum unmittelbaren Konsum zu verstellen: Die Piratenpartei.

4.1.06 21:52


Wie sehr Sharon fehlen könnte

"His unilateral withdrawal from Gaza, the security wall he has built to secure Israel and the West Bank possessions it claims, and the expectation that a similar unilateral withdrawal would eventually occur in the West Bank as well are not part of any political party's standing program, nor of any treaty or 'road map.' They reflect Sharon's own vision of a peace concluded without the participation of the Palestinians, based on his long-held premise that 'there is no Palestinian partner,' and that Israel's best interests are served by unilaterally?and occasionally in consultation with the U.S.?resolving the problem of the occupation on its own terms."

(Time)
5.1.06 12:56


Reise in die Vergangenheit 1

Am Samstag f?hrte mich die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot im Supamolly gleich auf zwei Weisen zur?ck in der Zeit.

Zum einen hatte ich sie noch nie live gesehen, obwohl ich schon vor etwa 12 Jahren ihre Platte "Werke" beim L?becker D.D.R.-Mailorder (heute Plattenmeister) erstanden hatte. Darauf gefiel mir, wie sie mit der sowjetischen Nationalhymne das anstellten, was Hendrix mit der amerikanischen gemacht hatte. Weitere Highlights waren ein f?r Blasmusik verbl?ffend tanzbares "Kasakka" mit Flake (damals noch nicht Rammstein, sondern gerade Ex-Feeling B) am Keyboard und eine schr?ge Vertonung von Brechts "Lob des Lernens".

Der andere Weg in die Vergangenheit bestand jedoch in der nun im Supamolly vorgetragenen Abschaffung jeder Selbstdistanz zum vorgetragenen Material. Gleich zu Beginn wurde der DDR-Nationalhymne eben nichts angetan, sie wurde eher aktualisiert und aufgepunkt. Entr?ckt und voller Pathos wurden nur die letzten Zeilen des Brechtschen Alternativtextes gesungen bzw. geschmettert ("Und nicht ?ber und nicht unter/andern V?lkern woll'n wir sein/von der See bis zu den Alpen/von der Oder bis zum Rhein").

Und weiter ging's durch die versammelten Fehler des Arbeiterbewegungsmarxismus: "Der heimliche Aufmarsch", allerlei Brecht, sp?ter immer mehr Ton Steine Scherben (vom Publikum auch lautstark eingefordert).

"bis heute besteht ihre subversion darin, dass man sie nie so richtig festmachen kann, nicht genau wei?, wo der spa? aufh?rt und der ernst anf?ngt"

hatte die tip vor ein paar Jahren geschrieben und bezogen auf die erste Platte vielleicht sogar recht. Mittlerweile jedoch d?rfte eine Reideologisierung stattgefunden haben, die das Programm kompatibel zu Linkspartei- wie Junge Welt-Veranstaltungen macht. Dabei ist aus der Verunsicherung lupenreine Anbiederung geworden, aus der Ironie ein unglaublich spie?iger Stammtischhumor, der oft rassistisch und meist ?berhaupt nicht komisch ist. "Augenzwinkernd" nennen sowas die, f?r die es gemacht wird.

Das musikalische Verbrechen war dennoch, "Smells Like Teen Spirit" abz?glich aller Br?che zu spielen. Nicht, weil der Song noch mehr ist als ein Popsymbol, das im Grunde beliebig verbastelt werden mag. Sondern weil offensichtlich wurde, da? die Aneignung von strammen Kampflieder und politischer Holzhammerlyrik ihren Reiz haben kann, die selbstdistanzfreie R?ck?bersetzung von unstrammen und unscharfen Rocksongs ins den Stahlwerk-4/4 aber einfach nur deutsch, bieder und schrecklich ist.
11.1.06 18:58


Entschwörungstheorie Wegweiser

11.1.06 19:16


Reise in die Vergangenheit 2

Im diesw?chigen SPIEGEL wird Felicitas Woll zu ihrer Rolle im deutschen TV-Opferschinken ?ber Dresden interviewt. Sie zeigt sich davon beeindruckt, sich in die Erlebnisse ihrer Vorfahren zur?ckversetzen zu k?nnen und schl?pft daher gern in die Kluft jener Zeit, wie ihr Krankenschwester-Foto zeigt. "Ich hoffe, dieser Film schafft Ver?nderungen und Vers?hnung", sagt sie und: "Da sin V?lker, die gegeneinander k?mpfen, aber auch in der Lage sind, sich zu lieben." Wurde ihr Verstand von Herrn Knopp pers?nlich durchgegrillt? Werden jetzt nach und nach alle jungen deutschen Kulturikonen in Rollen von damals gesteckt, damit "Erinnerung Identit?t und Kontinuit?t erm?glicht", wie Schr?der 2004 so vielsagend formulierte? Und gibt es dann wirklich nur noch solchen Quatsch zu h?ren wie diese Schlu?worte von Frau Woll: "Mir wurde klar, dass der Krieg so m?nnlich ist. Die Frauenkirche hat etwas Weibliches. Sie ist hell und nicht erdr?ckend. Dresden ist weiblich. Es haut einen um"?
11.1.06 20:03


Reise in die Vergangenheit 3

"Es m?ssen nur hundert Jahre vergehen und alle glauben, jedes Wort sei genial."

(Harvey Lipschultz in Boston Public)
12.1.06 00:06


Alles bloß Post-Punk

"...ob Herr Hartmann Breakcore ?berhaupt ?kennen? w?rde, wenn nicht diesen Samstag in der K9 eine Breakcore-Jungle-World-Soliparty w?re"

Andreas Hartmann is killing sound
12.1.06 01:46


Reise in die Vergangenheit 4

Am Dienstag wurde in der Kreuzberger ver.di-Mediengalerie die Ausstellung "Neofaschismus in Deutschland" der VVN er?ffnet, wobei die ausgestellten Tafeln von den vorangegangenen Versionen nur minimal abwichen und sich somit zum wirklichen ?rgernis entwickelt haben.

Es gibt hier keine Zweifel: die Grauzonen befinden sich alle bei den anderen, die Verbindungen ins Ausland f?hren nicht zu den Nationalbolschewisten, es gibt keine Autonomen Nationalisten, ja nicht einmal Holger Apfel.

Vor Beginn der Veranstaltung sprachen wir einen der Ausstellungsmacher auf zwei der offensichtlichsten Punkte an: die Formulierung, nach 1945 w?re versucht worden, den Nationalsozialismus in Deutschland "auszurotten" sowie den kleinen Kasten auf einer der beiden Tafeln zu Jugendsubkulturen, der drei junge Nazis mit Palituch und Che-Guevara-T-Shirt unter der ?berschrift "Nazis verkleiden sich als Linke" zeigte. Obwohl wir darauf bestanden, da? die gezeigten Symbole mit dem zum Ausdruck gebrachten Antizionismus und Antiimperialismus integrale Bestandteile der heutigen Naziideologie repr?sentieren und also keineswegs eine Verkleidung seien, wurde uns nur beschieden, die Formulierung w?re absichtlich so gew?hlt worden.

Das entsprach auch den Redebeitr?gen, die folgten. Der Nationalsozialismus wurde haupts?chlich als Angriff auf die Arbeiterbewegung geschildert, Antisemitismus tauchte praktisch an keiner Stelle auf, es wurde das bekannte Niem?ller-Gedicht mit dem Dreiklang Kommunist - Sozialdemokrat - Gewerkschafter ohne Juden rezitiert. Fast ?bergangslos wurde die historische Parallele zwischen "damals" und heute in den Angriffen auf die Arbeitervertretung und Kriegstreiberei lokalisiert.

Abgerundet wurde das Ganze von anarchistischer Musik mit j?dischem Einschlag - genau so viel Abweichung von der Linie kann noch m?helos vereinnahmt werden.
12.1.06 22:51


Reise in die Vergangenheit 5

Genauer: Reise in der Vergangenheit. Heute vor einem Jahr brach ich zu meiner bisher hier nicht berichteten Tramptour nach Portugal auf, nachdem ich zuvor in Weimar und Jena Neuigkeiten ?ber Babylon und die Azteken gesammelt und diesen Song aufgenommen hatte sowie in Karlsruhe eine Diskussion ?ber Apokalypse als kybernetische Erkenntnis gef?hrt hatte.

Nun fuhr mich von der Durlacher Auffahrt auf die A5 ein Dichtungs-Unternehmer, der seine Produktion gerade nach Ungarn auslagern wollte, zur Tankstelle Schauinsland, von dort ein LKW aus Brno bis zur franz?sischen Grenze. Nachdem mich dann ein Local nur bis zur n?chsten Rastst?tte fuhr, es dunkel wurde und regnete, kamen erste Zweifel an meinem Plan auf. Mein Schlafsack war gegen die Temperaturen ein Witz und die Autobahn doch schlechter befahren als erwartet. Von jemand ganz Dummem wurde ich nach langem Hin und Her im Auto an einer Tankstelle bei Besancon abgesetzt, wo ich sicher zwei Stunden am bereits sp?ten Abend im Regen herumstand. Ich machte mir warme Gedanken ?ber allerlei Organisches, bis mich schlie?lich ein sehr kultivierter, Klassik h?render Jurist bis an den Riesenrastplatz bei Beaune fuhr und damit wohl die ganze Tour rettete.

Obwohl ich in Beaune warten mu?te, es mittlerweile nach zw?lf und richtig kalt war, sagten mir die Unmengen von Autos, da? noch was gehen k?nnte und ich dachte in der Zwischenzeit ?ber die Lebensplanung nach: Vielleicht doch wieder wohnen? (Ich war ja noch residenzlos...) Mehr f?r die Jungle World schreiben? mehr B?cherst?nde machen? Vielleicht wieder nach Dresden ziehen? Nah- oder Fernbeziehung und wie nah oder wie fern?

Da stand ich und mir wurde klar, wie sehr ich mich mal wieder dem Zufall ausgeliefert hatte. Nur ein Auto, das weit genug fahren w?rde und bis zum Morgen in Spanien w?re und alles w?re noch offen - noch mehr Performance wie bisher seit der Grenze und ich m??te vor dem Winter kapitulieren.

Ich trank die Dose Mr Brown's leer und wickelte meine H?nde wieder in die Kapuzenpulli-?rmel.
12.1.06 23:14


Ratespiel

Woher stammen folgende Zitate?

>>Die "Masse Volk" mu? selbstbestimmt die Befriedigung ihrer Bed?rfnisse organisieren. (...) Voraussetzung ist also die Expropriation der Expropriateure.

(...)

F?r mich ist der Staat der Unterdr?ckungsapparat der herrschenden Klasse, der zu einer Serviceorganisation f?r die in ihm lebenden Menschen umfunktioniert werden soll.

(...)

Die Absurdit?t ist heute Wirklichkeit geworden. Dazu bedurfte es keiner Verschw?rung, es entspricht schlicht der Eigengesetzlichkeit des Kapitals.<<


Und woher wiederum stammt dies hier?

>>Die Welt geh?rt jedem einzelnen, aber es scheint so, als ob Minderheiten - die Nachkommen derer, die Christus ans Kreuz geschlagen haben - sich den ganzen Wohlstand der Welt genommen haben.<<

Aufl?sung in den Kommentaren.
13.1.06 13:40


Reise in die Vergangenheit 6

Hufi, der als Technischer Leiter 1987 die BZ komplett hatte online stellen wollen und nunmehr deutsche Produkte auf Mallorca verkaufte, war derjenige, der mich dann tats?chlich nach Mitternacht in Beaune auflas, um in seinem vollbeladenen Klapperlieferwagen nicht allein auf dem Weg nach Spanien zu sein.

Als er zwischen 2 und 4 in Mont?limar eine Pause einlegte, fragte ich mich, wozu ich f?r diesen Lift so bereit w?re, er fuhr aber nach mittelschwerem Schnarchen einfach weiter und ich geno? ein stundenlanges Aufwachen bei der immer deutlichen R?misches-Reich-Optik ?berall, schon bald praller Sonne und einsetzender W?rme.

In wacherem Zustand tauschten wir Erz?hlungen ?ber das Zeitungswesen aus, er von der BZ und seinen Gr?nde zu gehen, ich von meiner Zeit als Chefredakteur der sachsenweiten Jugendzeitschrift "Spie?er" und meinen Gr?nde zu gehen. Es wurde eine der Tageszeit angemessene Do-what-you-gotta-do-Schleife, gefolgt von einem ?hnlich einvernehmlichen Gespr?ch ?ber offene Beziehungen.

Wir fr?hst?ckten direkt an der spanischen Grenze im Rasthof La Jonquera inmitten einer aufgedrehten englischen Schulklasse. In f?r Januar wirklich nicht normaler staubiger Hitze stand ich schlie?lich an der Umgehung von Barcelona, satt und munter, ohne Zweifel auf dem Weg nach Portugal.

Bis zu einer Tankstelle auf der A7 nahm mich ein LKW-Fahrer namens Walter Keusch mit, der jedoch ausschlie?lich spanischsprechender Spanier war und von seiner Freundin ?bers Handy gelotst wurde.

Zu einem Rasthof vor Tarragona fuhr mich ?ber die Nationalstra?en ein routinierter, ?lterer LKW-Fahrer, der von Fotos zahlreicher Frauen umgeben war.

Zu einem weiteren Rasthof kurz vor Valencia brachte mich ein junger franz?sischer Baske aus dem Textilgewerbe, der eine T?te rauchte, von Valencia, Orangen und Reisplantagen schw?rmte und gegen das NASA-Projekt zur Zerst?rung von Meteoriten agitierte. Es lief Bregovic.

Der letzte Rasthof schien auch die Endstation f?r den Tag zu sein, es war mittlerweile dunkel, wurde jetzt auch hier kalt, was durch den Kontrast wesentlich unangenehmer als in der Nacht zuvor war. Endlose Mengen von Autofahrern waren nur ein paar Kilometer weiter unterwegs.
13.1.06 23:32


Reise in die Vergangenheit 7

Heute vor einem Jahr sa? ich um diese Zeit bereits in der Tapas Bar in Carvoeiro und blickte in den Sonnenuntergang. Obwohl ich damit gerade mal 50 Stunden von Karlsruhe bis hierher gebraucht hatte, war die Nacht zuvor nicht gerade angenehm gewesen.

Zun?chst hatte ich einen weiten Sprung gemacht, indem ich den deutschen Fahrer eines Lieferwagens, der bereits abgelehnt hatte, etwa um 22 Uhr dazu bewegt hatte, mich doch mitzunehmen. Er war n?mlich auf dem Weg nach Marokko und schlie?lich sogar bereit, die n?rdlichere Route zu fahren, was mich schon weit durch Spanien hindurch katapultierte. Er transportierte teure Teile f?r Siemens-Gasanlagen und hatte viel zu erz?hlen: von den Maut-Schwankungen, derzeit waren es 400 Euro f?r die Strecke; vom Bakschisch in Marokko; von seiner Tochter, die Spanisch studiert und in Paraguay leben wollte; von den nach wie vor relativ lockeren Einreisebestimmungen in die USA; von den unergr?ndlichen Wegen der Autobahnplaner, die uns best?ndig ?ber endlose Versorgungsstra?en neben der Autobahn im Kreis schickten; vom Gewerbegebiet Sommersdorf, dem Hafen von Bremen und anderen Investitionsruinen. Er ermutigte mich, f?r eine Tramperversicherung zu streiten, und verwies auf seinen Erfolg, selbst eine erweiterte Ladungsversicherung ausgehandelt zu haben. Wir passierten unter anderem die Skyscaper von Benidom und Villagoyosa, die den Eindruck erweckten, es w?rde sich um riesige Finanzmetropolen handeln, obwohl es haupts?chlich Touristenorte sind.

Um 2 Uhr in der Nacht lie? er mich an einer Rastanlage bei Granada raus, wo ich die n?chsten 8 Stunden verbrachte. Sehr lange blieb ich einfach an der Ausfahrt stehen und hoffte, einen der vielen LKWs anzuhalten. Ans Ausrollen des Schlafsacks war wegen Bodenfrost nicht zu denken, au?erdem stanken die abgelegeneren Teile des Parkplatzes wirklich enorm. Ich begann zu frieren, wollte aber lieber in einem fahrenden Auto schlafen, so da? es bis 4 dauerte, da? ich von einem Tankenden mit 2 Euro ins Caf? des - ja, na klar - Hotel Paraiso geschickt wurde. Weder drinnen noch drau?en war allerdings die ganze Zeit einer der Fahrer bereit mich mitzunehmen, was meine Vorurteilsresistenz bez?glich Spaniern zu unterminieren begann. Als ich wieder an der Ausfahrt stand, fluchte ich allerlei Faschismusvorw?rfe und Ausf?lle gegen den um mich herum zelebrierten Nationalcharakter und seine mutma?lichen Entstehungsumst?nde.

Erst um 10 Uhr konnte ich dann ein wenig in einem Lieferwagen schlafen, der noch Ladung abseits der Strecke holte, mich aber fast bis nach Sevilla fuhr. Ein weiteres Auto brachte mich durch Sevilla durch, wobei mir angesichts des Tangentenspaghetti klarwurde, da? ich auf dem R?ckweg unbedingt vermeiden sollte, hier irgendwo steckenzubleiben. Auf der Fahrt von Sevilla bis kurz vor die portugiesische Grenze erkl?rte mir der Lieferwagenmann, welche Gew?chse am Stra?enrand zu sehen waren, darunter Kiwis und Orangen, alles offenbar der Desertifikation abgerungen, Plantagen gegen die W?ste.

"Kurz vor der Grenze" erwies sich jedoch als relativ, meine Ann?herung an diese Grenze hatte etwas von Achilles oder der Infinitesimalrechnung oder dem lustigen Kernspalt. Als erstes wurde ich von einem Eingeborenen, der an seine kaputte Tachoanzeige glaubte, mit gesch?tzten 10 km/h von einem wenig benutzten Kreisverkehr an eine nicht mehr frequentierte Ecke 4 Kilometer weiter gefahren, was mir richtig viel brachte. Dann lief ich ein St?ck die Stra?e entlang, wobei ich aus den vorbeifahrenden Autos mit M?ll beworfen wurde. Als mich endlich ein weiterer Local mitnahm, begriff er nicht, da? die Stelle, an der er mich absetzen wollte einen weiteren endlosen Fu?marsch nach sich ziehen w?rde, was sie dann auch tat. Endlich war ich also mitten im Januar an einem Ort mit mehr als 20 Grad Au?entemperatur und pr?chtigem Sonnenschein, mu?te aber gleich 6 Kilometer durch die Sonne auf Beton und Asphalt herumlaufen.

Von der endlich gegen 15 Uhr erreichten letzten Auffahrt in Spanien, fuhr mich ein junger Metalh?rer mit dringenden Auswanderungsw?nschen genau bis zur ersten Ausfahrt in Portugal. In einem siffigen Auto mit ebensolchem Fahrer wurde ich dann wieder nur ein paar Exits bis Tavira gefahren, dort jedoch von einem Kanadier aufgelesen, der sich wunderte, da? ich bisher in Portugal ?berhaupt trampend vorangekommen war. Er empfahl mir verschiedene Orte, die ich w?hrend meines Aufenthaltes hier unbedingt sehen sollte und brachte mich auf die N125, die an der Algarve-K?ste entlangl?uft. Nun brauchte es lediglich einen sehr begeisterungsf?higen Schulangestellten, der mich f?r einen Amerikaner hielt und mir die Vorz?ge seines Landes pries - offensichtlich erpicht darauf, ein positives amerikanisches Urteil zur?ckzubekommen - um ohne weitere Landeanflugs-Probleme direkt bis nach Carvoeiro gefahren zu werden, denn diesen Ort wollte er mir unbedingt selbst noch gezeigt haben.

Ich konnte mich zur?cklehnen und auf den Feierabend meines lieben Freundes Peter warten.
14.1.06 17:38


Ich vereinnahme Adorno gegen die Weltgeschichte

"Vorher, vorher! Du lebst in der Vergangenheit, Marge!" (Homer Simpson)

Ich habe beim Denken indoors einen kurzen Atem, outdoors einen vielleicht zu langen, weshalb konzentrierte Lekt?re am besten an einem Tisch vor einem Caf? funktioniert. Bl?d nur, wenn die Musik aus dem Caf? noch h?rbar ist, und auf diese Weise als Soundtrack zu Adorno ausgerechnet "Bilder von Dir" von Laith Al-Deen l?uft, garniert von dem akustischen Ergebnis, das ein anderer Gast damit erzielt, aus gesch?tzten 100 M?glichkeiten seinen bevorzugten Handy-Klingelton auszuw?hlen.

Daher konnte ich die "Idee der Naturgeschichte" zun?chst nur zur H?lfte erschlie?en und so m?glicherweise ?bereilt Adorno als Verb?ndeten meiner Geschichtskritik betrachten.

Er beginnt mit Begriffsbestimmungen bzw. mit Disclaimern: da? er mit Naturgeschichte "nicht etwa... Geschichte der Natur? meint, da? er vielmehr beabsichtigte, ?die ?bliche Antithesis von Natur und Geschichte aufzuheben?, die ?Begriffe zu einem Punkt zu treiben, an dem sie in ihrem puren Auseinanderfallen aufgehoben sind?. Der verwendete Naturbegriff wiederum k?nne ?am ehesten mit dem Begriff des Mythischen ?bersetzt werden", dessen, das ?von je da ist?, ?als schicksalhaft gef?gtes, vorgegebenes Sein die menschliche Geschichte tr?gt?, ?in ihr erscheint?, das, ?was substantiell ist in ihr?.

(Laith Al-Deen: "Bilder von dir ?berdauern ? bis in alle Zeit, bis in alle Zeit, bis in alle Zeit...")

Davon unterschieden werde Geschichte verstanden als ?jene tradierte Verhaltensweise?, in der ?qualitativ Neues erscheint?, die ?eine Bewegung ist, die sich nicht abspielt in purer Identit?t, purer Reproduktion von solchem, was schon immer da war?. Geschichte gewinnt demnach ?ihren wahren Charakter durch das in ihr als Neues Erscheinende?.

Die folgende Verkn?pfung dieser Begriffe mit der philosophischen Diskussion im Zeichen der neu-ontologischen Schule Anfang der 30er Jahre beruht f?r Adorno auf folgender ?bereinstimmung: ?die Frage nach der Ontologie, wie sie heute gestellt wird, ist nichts anderes als das, was ich unter Natur gemeint habe.?

So steigt er in den I. Teil ein, der wie gesagt die H?lfte ist, die ich den Umst?nden zum Trotz wirklich aufnehmen konnte, und in dem Adorno haupts?chlich Umschw?nge in der philosophischen Diskussion beschreibt.

?Nur dort, wo die ratio die Wirklichkeit, die ihr gegen?ber liegt, als ein ihr Fremdes, ihr Verlorenes, Dinghaftes anerkennt, nur dort, wo sie nicht mehr unmittelbar zug?nglich ist und wo der ratio und Wirklichkeit der Sinn nicht gemeinsam ist, nur dort kann die Frage nach dem Sinn ?berhaupt gestellt werden.? (Laith Al-Deen: "Bilder von dir ?berdauern ? bis in die Ewigkeit, in die Ewigkeit, in die Ewigkeit." Ich denke: "Nur dort, wo dem Kerl die Frau gegen?berliegt...")

Scheler versuchte, einen ?Ideenhimmel zu konstruieren auf Grund einer rein rationalen Schau der geschichtslosen und ewigen Gehalte?. Es ergibt sich der erste Umschwung, der schematisch etwa so dargestellt werden k?nnte:

Plato: statische <-> qualitativ differente Ideen => Ph?nomenologie: ?Seiendes wird sich selbst zum Sinn?, ?Sein als Geschichtlichkeit?

Das hei?t konkret f?r die Auffassung von Geschichte:

Vermittlung zwischen Geschichte und Geschichtsbild (Historismus) => scheinbare Aufl?sung ?ber idealistische Identit?t zwischen beiden

So k?nne von einer Beseitigung der ?puren Antithesis von Geschichte und Sein? durch die Anschauung des Seins als Lebendigem gesprochen werden, damit zugleich der Beseitigung ?der falschen Statik? und des Formalismus. (Wohlgemerkt jedoch immer noch mit "der Geschichte" als Voraussetzung) Geschichte wurde "selber in ihrer ?u?eren Bewegtheit zur ontologischen Grundstruktur?, das geschichtliche Denken gleichzeitig reduziert ?auf eine philosophisch es tragende Struktur von Geschichtlichkeit...? Adorno fa?t die Frankfurter Diskussion zur Geschichtsphilosophie damit zusammen, da? ?alles radikal geschichtliche Denken? einen ?Entwurf des Seins? braucht und schlie?t damit seine Bestandsaufnahme vom Stand der Diskussion zum Zeitpunkt dieses Vortrages.

Nun setzt seine eigene Kritik ein. Adorno greift die Tendenz zur Tautologie im neu-ontologischen Denken an, die er damit in Verbindung bringt, da? es sich ?mit der Unerreichbarkeit des Empirischen? abfindet. Momente, die nicht in Denkbestimmungen eingehen, werden ihrerseits ontologisiert, z.B. Heideggers Sein zum Tode oder seine Geschichtlichkeit. Geschichte werde zu ihrer eigenen Ontologie verkl?rt, ?daher solch matte Antithesen wie Geschichte und Geschichtlichkeit?.

Weiter lokalisiert Adorno idealistische Bestimmungen ?im neu-ontologischen Denken?.

Zum einen die der Ganzheit und der unter sie befa?ten Einzelheiten (Verweis auf Fichtes "transzendentales Subjekt") : ?Aber indem man die ganze Wirklichkeit glaubt, wenn auch in einer Struktur, eindeutig zusammenschlie?en zu k?nnen, steckt in der M?glichkeit eines solchen Zusammenschlie?ens aller gegebenen Wirklichkeit unter einer Struktur der Anspruch, da? der, der alles Seiende unter dieser Struktur zusammenfa?t, das Recht und die Kraft hat, das Seiende an sich ad?quat zu erkennen und in die Form aufzunehmen. Im Augenblick, wo dieser Anspruch nicht erhoben, in diesem Augenblick ist die Rede von einer Strukturganzheit nicht mehr m?glich.?

Zum anderen die Priorit?t des Entwurfs gegen?ber der Faktizit?t; die ?Vorherrschaft des Reiches der M?glichkeiten? gegen?ber der Wirklichkeit, was Adorno in den "Rahmen der Kritik der reinen Vernunft" ?bersetzt mit dem Gegensatz von kategorialem subjektivem Gef?ge und empirischer Mannigfaltigkeit. Tautologie erw?chse so aus der Identit?t: ?Das unter der subjektiven Kategorie Geschichtlichkeit befa?te geschichtliche Sein soll mit Geschichte identisch sein. Es soll sich den Bestimmungen f?gen, die von Geschichtlichkeit ihm aufgepr?gt werden.?

Adorno folgert: ?Jede Aussonderung naturhafter Statik aus der historischen Dynamik f?hrt zu falschen Absolutierungen, jede Absonderung der historischen Dynamik von dem in ihr unaufhebbar gesetzten Naturalen f?hrt zu schlechtem Spiritualismus? und formuliert damit eine deutliche Absage an die bevorzugten einfachen und tr?gerischen Wege aus dem Problem. Vielmehr sei noch die ??u?erste geschichtliche Bestimmtheit? als Natur, noch tiefstes Verharren der Natur ?als geschichtliches Sein? zu begreifen. Was sich Adorno dann unter der angestrebten ?R?ckverwandlung der konkreten Geschichte in dialektische Natur? vorstellt, ist mir noch nicht ganz klar. Dazu sei noch einmal Laith Al-Deen zitiert: "Worte sind wie Pulver, wenn du den Himmel kennst, ich f?hl?s in meinem Kopf, f?hl?s ?berall hab?s lang vermisst, ich kann nicht sagen, will nicht vergessen, Oh nein, nein, nein, wie ich es f?hl, wie ich es f?hl."
17.1.06 14:21


Tolerant, friedlich, homophob

Da? der Einb?rgerungstest in Baden-W?rttemberg durch seine Einseitigkeit, seinen Hoheitsanspruch und das Ziel der Ausgrenzung v?llig disqualifiziert ist, hei?t nicht, da? er nicht vielsagende Aussagen provozieren kann:

"W?hrend Ali keine Probleme haben d?rfte, die deutsche Staatsb?rgerschaft zu erhalten, m?sste sein Freund Enes wohl ausgewiesen werden. Nur in zwei Punkten stimmen beide ?berein: Sie w?rden keinen homosexuellen Sohn oder Bruder haben wollen. Und sie sind sich einig, dass sie den Test als diskriminierend empfinden ? wie die meisten muslimischen Befragten.

(...)

Viele verweisen auf die Gewaltlosigkeit des Islam und das Suizidverbot und begr?nden damit, dass Selbstmordattent?ter nicht mit der islamischen Religion vereinbar seien.

(...)

Und auch Homosexualit?t hat offenbar wenig Bedeutung, so lange sie nicht in der eigenen Familie vorkommt."


Wie schnell sie gelernt haben, wie ihre deutschen Mitmenschen auf der eigenen Friedfertigkeit und Toleranz rumzureiten. Das sind eigentlich die besten Belege daf?r, da? sie hierhergeh?ren.
18.1.06 11:04


Get in the ring

Gerade h?rte ich die h?chst aufschlu?reiche Debatte zwischen George Galloway und Christopher Hitchens ?ber den Irak-Krieg, die schon wegen des krassen Unterschieds zwischen Hitchens' Argumentation und Galloways, nun ja, predigtartigem Geschrei unbedingt empfehlenswert ist. Nachdem Galloway die meiste Zeit ?ber nur mit seinem Bauch zu den Antikriegs-B?uchen (er sagt: "zu den Herzen") gesprochen hat, l??t er dann gegen Ende an "die K?pfe" gerichtet diese flehentliche Aufforderung los:

"Reverse your policy towards Israel and Palestine! ... And we can all be safer!"
18.1.06 12:29


Man spricht deutsch

"Jordanian authorities should revise national school textbooks in order to avoid erroneous human rights terminology from being taught, a researcher from the quasi-governmental National Centre for Human Rights (NCHR) said.

In an ongoing study commissioned by the NCHR, the Ministry of Education and UNESCO, researcher Suleiman Sweiss found several instances of inaccurate information related to human rights in textbooks.

One example was found in a secondary-school course book in which writers define the term 'oriental democracy' as 'the rule by a small group of educated people who know very well how to run the state.'?


(Sabbah's Blog)

"Es ist zwar festzustellen, da? sich fast ausnahmslos alle deutschen Denker f?r die Franz?sische Revolution aussprachen, in sehr vielen F?llen jedoch ganz offensichtlich etwas Abweichendes darunter verstanden. (...) Campe spricht zwar in einem Brief an seinen Verleger deutlich von den 'Greueln der Hierarchie und des aristokratischen Despotismus', versteht jedoch unter 'Gleichheit' keineswegs das, was die Revolution?re darunter verstanden: es d?rfe keine Autorit?t 'als die der Talente' geben..."

(Molau: Rosenberg, Koblenz 1993:36)
19.1.06 01:25


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