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Angebot und Nachfrage

Zwei Messebauarbeiter ?ber 30, vielleicht auch schon ?ber 40 Jahre alt, staunen ?ber den Aufbau aus Projektoren und Pr?sentationsmaschine.

"Und was kostet das so?" fragt der eine.

"1600 Euro", antwortet der Kampagnenbetreuer.

Murmelnd wiederholt der Messebauarbeiter: "1600 Euro f?r ditte allet."

Der Kampagnenbereuer korrigiert: "Nein, nur f?r das Pr?sentationstool. Das Notebook kostet extra und der Projektor kostet etwa 3000."

"Oh, nein", sagt der Messebauarbeiter, "ick mein, 1600 Euro kriejick diest Jahr vielleicht noch zusamm."
1.9.05 19:41


Na dann ist ja alles gut

Sehr tief blicken l??t das G?stebuch der Reggae-Seite Youthbass Culture. Ein "Irie Man" schreibt dort:

"Der ?berlebenswille dieser Menschen basiert auf dem Glaube an das Wirkliche, der Musik und der Natur...!!! Und was soll man sagen--->HOMOSEXUALIT?T IST WIDER DER NATUR !! !! !!"

Nach eher verhaltener Kritik versucht er sich moderat zu geben:

"Wer genau hinguckt sieht hier die Kacke am Dampfen und zwar M?CHTIG!!! Ich sage nur J?rgen M?lleman und den Zentralrat der Juden...die befinden sich zur Zeit soweit von Zion entfernt wie der Habicht vom Mond. Aber ich will nich schon wieder anfangen. (aproppo...jetzt bitte nich als Antisemit hinstellen *thxxx)"

Daraufhin attestieren mehrere folgende Eintr?ge, da? ihm nun wieder verziehen werden k?nne.
1.9.05 20:37


Zerebrale Erwärmung

Ob der Mike Patton, der Trittin den bei Spiegel Online-Seite zitierten Brief schrieb, wirklich der one and only Mike Patton ist? Sounds like it:

"The majority of German brains have been adversely affected by global warming - they're definitely fried."

Entsprechend gut durchgebraten sind dann die deutschen Repliken:

"Why are the Americans trying to put all Germans under one label?"
1.9.05 23:16


Abfall vom Glauben

Was machen sie, wenn sie merken, da? der allm?chtige und allwissende Bush so gar nicht allm?chtig handelt? Sie beschimpfen ihn, trotz seiner Allwissenheit unt?tig geblieben zu sein.
4.9.05 22:38


Über Katastrophenschutz

"Der amerikanische Katastrophenschutz ist gut organisiert... Die ?bergeordnete Koordinationsstelle, die Federal Emergency Management Agency (Fema), ist auch gut ger?stet und die Schulung der hauptamtlichen Kr?fte ist beispielhaft. Ich glaube eher, dass die Amerikaner von der Dimension ?berrascht wurden. Wir sind au?erdem in Deutschland auch ein bisschen komisch. Wenn bei uns so etwas wie Eschede passiert, also ein Zug entgleist, wird gleich von nationaler Katastrophe geredet. Ich m?chte mal sehen, was losw?re, wenn eine ganze Gro?stadt evakuiert werden m?sste."

Wolf Dombrowsky, Leiter der Katastrophenforschungsstelle der Universit?t Kiel, in der taz.
4.9.05 23:19


Antikes Treibhaus

?Bei Untersuchungen der Sedimente in Binnenseen in Louisiana, Mississippi und Alabama fand der Geowissenschaftler Kam-biu Liu von der Staatsuniversit?t von Louisiana gro?e Mengen an Sand, den man sonst nur an Meeresstr?nden findet. Aus der Folge der Schichten leitete Liu ab, da? der Golf von Mexiko von 1400 vor Christus bis vor etwa 1000 Jahren drei- bis f?nfmal so h?ufig von schweren Hurrikanen heimgesucht wurde wie heute. In das Ende dieses Zeitraums fiel auch die Bl?tezeit der mittelamerikanischen Maya. Aus ihrer Sprache ist das Wort 'Hurukan' ?berliefert, das zweifellos den aus dem Atlantik stammenden tropischen Wirbelst?rmen ihren Namen gab.?

(faz.net via PI)
4.9.05 23:20


Wir haben unsern deutschen Kanzler

Hat Schr?der damit die Wahl gewonnen?

Schr?der kritisierte die staatlichen Hilfen in den USA bei der Unwetter-Katastrophe im S?den des Landes. US-Pr?sident Bush selbst habe die Hilfe als "unakzeptabel" bezeichnet. Das Beispiel zeige: "F?r Menschen in Not brauchen wir keinen schwachen Staat, sondern wir brauchen einen starken Staat."

(n-tv)
4.9.05 23:34


Paradise No!

?PARADISE NOW?

Das Selbstopfer als Erl?sung:
Zur modernen Dramaturgie des Judenmordes

Vortrag und Diskussion
Tobias Ebbrecht (Filmwissenschaftler an der Filmhochschule Potsdam)
Ralf Schroeder (Mitherausgeber von TYPOSKRIPT.NET)

Berlin 8. September 2005, 19:30 Uhr
Hackesche H?fe, Kleiner Festsaal
7.9.05 22:38


Konspirationismus (Fragment)

So wie auch Antisemitismus keine wissenschaftliche Bezeichnung ist, sondern die Selbstbezeichnung einer Ideologie, sind Verschw?rungstheorien eben auch keine Theorien im wissenschaftlichen Sinn. Vielmehr werden oft unter ausdr?cklicher Feinderkl?rung an die wissenschaftliche Methode Indizien zu einer Hypothese verdichtet.

Historiker kennen Verschw?rungen, aber ihre Ausweitung auf die gesamte Evolution w?rden sie ablehnen. Die Besch?ftigung der Geschichtswissenschaften mit nachweisbaren Verschw?rungen mag trocken sein, ist dennoch mindestens genauso lehrreich, da sie den enormen Einflu? von Verschw?rungsgl?ubigkeit auf verschw?rerisches Handeln gerade im 20. Jahrhundert zeigen kann. Dabei beschreibt sie m?chtige Ideologien, die von den Verschw?rungstheoretikern in aller Regel mi?achtet werden.

Auf der anderen Seite stehen die Konspirationisten, die relativ unabh?ngig von wissenschaftlichem Nachweis den Einflu? von Verschw?rungen auf soziales Geschehen als beherrschend, oft als ?berm?chtig darstellen.

In der ?bergangszone dazwischen passiert aber etwas anderes. Das Herumspielen mit m?glichen Verschw?rungen sorgt f?r enorme und nicht selten produktive Verwirrung, ersch?ttert Gewi?heiten und erweitert die Datenbasis. Die Mindfuck-Tradition bereichert also zun?chst das Bild von der Gesellschaft. Erst die erneute Verengung auf wenige oder einzige Verschw?rungen im Besitz der Allmacht sorgt daf?r, da? eben nicht mehr ungefiltert vormals vernachl?ssigte Informationen in Betracht gezogen werden, sondern da? nur nach vermeintlichen Beweisen f?r ein feststehendes Weltbild gesucht wird. Dabei ist besonders absurd, da? sich mithilfe von heuristischer Indizienerhebung und anschlie?ender freier Assoziation dar?ber ?berhaupt nichts beweisen l??t.

Werner Pieper: Mein Plan war seit Wilsons Trilogie, einen Verschw?rungs-Sammelband zu machen: Alle jeweils in sich stimmig, und wenn m?glich die anderen ausschlie?end. Und eine selber schreiben. Da mir n?tiges geschichtliches Wissen fehlt, suchte ich jahrelang jemanden, der das machen kann. Und sammelte ein paar Jahre Stoff. Leider entwickelte jeder drei drei damals vorausgesuchten im Laufe der Geschichte eine Lieblingsverschw?rungstheorie - und disqualifizierte sich so f?r das Projekt. Und ich gab's auf.

Gern ?bersehen wird auch der Zusammenhang zwischen Wilsons F?higkeit, sich dem Feld der Verschw?rungstheorie mit Distanz und Empirie zu widmen, und seinen heftigen und zahlreichen Angriffen auf die klassische literarische Erz?hlform. Denn die Mindfuck-Ebene des Verschw?rungsdenkens bildet ja ein ganz reales Problem ab: Unsere Wahrnehmungsf?higkeit ist auf kleine und ?berschaubare Personenkonstellationen ausgelegt und ist mit der Realit?t von 7 Milliarden handelnden Individuen auf der Welt v?llig ?berfordert. Indem Wilson dazu anregte, immer mehr verschiedene Interessen und m?gliche Verd?chtige in Betracht zu ziehen, machte er es zwar nicht wahrscheinlicher, da? tats?chlich die Wirklichkeit aller menschlichen Individuen von irgendjemandem erfa?t werden k?nnte. Das Bewu?tsein vom grunds?tzlichen Problem blieb hingegen durch die best?ndige Horizonterweiterung erhalten.

Genau in diesem Punkt erscheint mir Wilsons Herangehensweise der geschichtswissenschaftlichen ?berlegen. Wenn auch nicht durchg?ngig, so versucht er doch immer wieder, die dramatische Handlung zu zerlegen, wirklich ?berraschende Antihelden zu pr?sentieren und dem Zufall eine gr??ere Rolle zuzugestehen. Es sei an den Atomwaffeneinsatz in ?Schr?dingers Katze? erinnert, durch den Figuren und Erz?hler recht pl?tzlich vernichtet wurden.

Die konspirationistische Erz?hlung funktioniert hingegen klassisch. Gerade die Reduzierung der handelnden Personen auf immer kleinere Gruppen, die Zuschreibung eindeutiger Merkmale und die Ermutigung f?r den Leser, seine eigenen Eingebungen zu neuen Beweisen zu erkl?ren, produzieren ?bersichtliche Geschichten, die niemanden mit dem Versuch bel?stigen, seinen Horizont zu erweitern, sondern die konsequenteste Tunnelrealit?t sogar noch als subversiv und weltrettend adeln.
8.9.05 18:56


Auschwitz on acid

?Ich starre zu den Wacht?rmen hinauf, nie habe ich begriffen, wen sie eigentlich bewachen. Wer sollte hier weglaufen? Wohin sollte ein Jude aus Auschwitz laufen? Drinnen Deutsche, drau?en Deutsche. Welchen Sinn h?tte es, vor den Deutschen drinnen wegzulaufen, nur um den Deutschen drau?en in die Arme zu laufen? Tats?chlich haben sie uns von drau?en hierher gebracht ? von diesem Drau?en, wo es keine Juden mehr gab, zu denen man fl?chten und sich verstecken konnte. Au?erdem w?rde ein Nicht-Jude drau?en uns sofort den Deutschen ausliefern, und die Deutschen sind ?berall. Ich frage mich, ob die Deutschen auch jenseits des Krematoriums sind, auf der anderen Seite, im Himmel.?

Ka-Tzetnik 135633 "Shivitti"
8.9.05 18:59


t.A.T.u. 'All about us'

Musikalisch recht langweiliger Re-Run des ersten Hits - das erstaunlich deutliche Video zeigt jedoch, wie Julia einen Vergewaltiger erschie?t. Ich werde das T-Shirt weiter tragen.

9.9.05 11:49


Die Motivation der Hacker

Hier gibt es jetzt einen Mitschnitt der Sendung im Bayerischen Rundfunk, in der ich einen Kleinunternehmer ?ber das Innenleben von Hackern aufkl?ren sollte. Kann dann auch mit meiner kurz danach verfa?ten Blog-Darstellung verglichen werden.

Sehr lustig, welche erwarteten Antworten in den Fragen stecken.
9.9.05 14:36


Die Toten mahnen uns

Nachtrag zu Wir haben unsern deutschen Kanzler

"Gerhard Schr?der hat sich bei seinem Versuch, die Hurrikan-Katastrophe in den USA zum Sammeln von Wahlkampfpunkten zu nutzen, grotesk vergaloppiert. Im Fernsehduell mit Angela Merkel wartete er mit der These auf, das Versagen bei der Rettung der Opfer in Louisiana, Mississippi und Alabama in den ersten f?nf Tagen nach dem Sturm mahne uns, es mit der 'Entstaatlichung' und 'Privatisierung von Dienstleistungen' nicht zu weit zu treiben."

Richard Herzinger in der "Weltwoche"
10.9.05 01:35


Unveiled

11.9.05 11:47


Konspirationismus 2

Mein Ausgangspunkt ist ein recht seltener. Einerseits halte ich das assoziative Denken f?r ein hilfreiches Werkzeug in vielen Wissenschaften und w?rde es jederzeit gegen die reine analytische Logik ohne Empirie verteidigen; gleichzeitig verteidige ich die analytische Logik gegen jene, die sie mit allen Mitteln aus ihren rein assoziativen Wahngebilden heraushalten m?ssen, weil sonst keine ?berlegung mehr aufgeht. Diese konspirationistische Vorgehensweise ist zudem im Fokus von gleich vier Feinderkl?rungen an die Geschichte/Erz?hlung, die ich vertrete:

(1) formal: die Geschichte ist langweilig und linear, Typen werden durch das Dramenschema geschoben und fertig; eine Erz?hlung mit mehr Beteiligten und mehr Widerspr?chen, die der Banalit?t und Zuf?lligkeit des Lebens und dem individuellen Handlungsspielraum und der Abweichung n?her kommt, geht mit dem Cut-up der bisherigen Geschichte los

(2) chronologiekritisch: die gro?e Geschichte (History) ist absichtsvoll und schlecht erz?hlt, vermutlich sind weite Teile Unfug und bef?rdern nur das Verwechseln von Karte und Territorium; die Brillen und Verf?lschungsinstanzen m?ssen rausgerechnet werden und Geschichte vorm 18. Jahrhundert als ebenso banal angesehen werden wie die Zeitgeschichte es ist

(3) ideologiekritisch: die nationale Geschichte, die den heutigen "V?lkern" eine kollektive Wahngrundlage schafft, ist nicht mal wirklich eine Erz?hlung, sondern nur eine immer wiederholte Momentaufnahme, die sich als Wahrnehmungsmuster ?ber jede geschichtliche Epoche legt und haupts?chlich in der Gegenwart Anwendung findet; die radikale Kritik an der Nation und der Vorstellung vom nationalen Kollektiv und seinen Feinden kann die Sicht wieder freigeben und den eigenen Verstand aus dem Volksgef?ngnis befreien

(4) anti-konspirationistisch: (Achtung: dieses Wort gab es bisher noch gar nicht!) die Verschw?rungstheorie dampft Zeitgeschichte, oft auch die Zivilisationsgeschichte (Des Griffin: Wer regiert die Welt?), in Extremf?llen die Evolutionsgeschichte (Br?ckers: 11.9.) auf das Wirken eines zumeist auch personalisierten Prinzips ein und ist somit die Quintessenz der Geschichte; wie die Geschichtswissenschaft mu? der Versuch der Vermittlung des bisher nicht erfa?baren Gesamtbildes mit der Erz?hlung davon weiter unternommen werden, jede Strategie der absichtlichen Regression auf ?bersichtliche Bilder mit klaren zu eliminierenden B?sewichtern mu? laut und deutlich kritisiert werden
11.9.05 15:02


Kreuzberger Nächte sind kurz

Ich kam vielleicht f?nf oder zehn Minuten zu sp?t zur Wasserschlacht bzw. "Kotzeschlacht" (Anwohnerbezeichnung) auf der Oberbaumbr?cke und schon hatten die Kreuzberger ihr gesamtes Pulver verschossen (und ein Friedrichshainer Auto in Brand gesteckt...)

Um zur "Front" zu gelangen, mu?te ich gleich an die andere Seite der Br?cke und hatte nach f?nf Minuten bereits einen Schaumstoffkn?ppel eines Kreuzbergers erbeutet. Danach wurden eigentlich nur meine Schuhe dreckig, im Minutenrhythmus wurde zum Schlesischen Tor vorgeprescht, bis drei verbliebene Kreuzberger vor der zur Absperrung an die Kreuzung gestellten 23er-Wanne minutenlang dem?tigendes Siegesgeschrei anh?ren mu?ten. Die Durchsagen aus der Wanne wurden zwar immer schriller, waren aber nicht zu verstehen, was den Durchsagenden zu immer krasserem Abgehen brachte, das aber auch nicht h?rbar war.

Nach kaum mehr als einer Stunde war so schon wieder Schlu? und es blieb die Frage, ob n?chstes Jahr nicht eine zweite Front er?ffnet werden sollte, damit es nicht irgendwann keinen Spa? mehr macht.
11.9.05 20:14


Spiegel offline von heute

Die Lesefr?schchen nutzen die Gelegenheit des Ungl?cks in New Orleans, um sich mal so richtig alles von der Seele zu schreiben.

Christoph M?ller-Luckwald aus Bingen gilt es als "heilsamer Effekt der Zerst?rungen durch diesen und wahrscheinlich weitere Hurrikane", "dass der selbstgef?llige Voodoo-Magier des American Way of Life namens Bush und seine Kurzstrecken-Kreationisten mal einen deutlichen D?mpfer kriegen."

Ein Alan Benson aus Berlin hat ganz neue Vorw?rfe an die Amerikaner, als sie bisher zu h?ren waren: "'The Big Easy' ist selber schuld... 'The Big Easy' hei?t auch, etwas auf die leichte Schulter nehmen; der Staat wird's schon richten. Diese Versorg-mich-Mentalit?t war jedoch fatal."

G?nther R?hm aus Bad Cannstatt zieht gleich "f?r uns in Deutschland die Lehren aus dem Hurrikan-Desaster" und
Helmut Woitas aus Wolfsburg wei? Bescheid: "Die Gleichg?ltigkeit gegen?ber den sozial Schwachen, die sich nicht aus eigener Kraft in Sicherheit bringen konnten, findet eine Erkl?rung in dem Grundsatz: 'Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.'" Diese mittelalterliche Weisheit taucht schriftlich fixiert im 16. Jahrhundert beim (amerikanischen?) Schriftsteller Justus Georg Schottel in der Form: "Mensch, hilf dir selbst, so hilfet Gott mit." auf. ?hnliches schrieben auch schon antike R?mer (Imperialisten!) wie Cicero ("Fortes fortuna adjuvat" = "Den Mutigen hilft das Gl?ck").

Hilfsbereit deklariert F.L. Winkelhoch, Gummersbach: "Auch Umweltschutz ist Heimatschutz", was uns ja bereits von Egotronic klargemacht wurde.

Franz Tobiasch, Westendorf, wird von seinem Gewissen geplagt: "Ist man Zyniker, wenn man feststellt, dass ein Bruchteil der Tausende Milliarden Dollar f?r R?stung und Krieg ausgereicht h?tte, das Desaster zu verhindern?" Beruhigend kann gesagt werden, da? diese beabsichtigte Feststellung lediglich als nicht besonders helle zu gelten h?tte, so Herr Tobiasch den Mut aufbr?chte, sie im uneingeschr?nkten Indikativ herauszuschreien.

Alle Lichter sind dann alerdings beim K?lner Veit Hennemann aus, der normativ wie die Berliner Polizei ("Der Alpha f?hrt rechts ran und h?lt dort!") durchsagt: "Man muss diese Stadt aufgeben. Da sie nur existieren kann, wenn riesige Pumpen laufen und Energie verschwendet wird, hat sie keine Zukunft."

***

Nachdem ich tats?chlich erkl?ren mu?te, warum im neuen Tatu-Videoclip ein Vergewaltigungsversuch zu sehen ist, entdeckte ich weiter hinten im SPIEGEL einen etwas komplexeren filmisch dokumentierten Fall unter dem Titel "Mission Nummer eins", der leider online schon kostenpflichtig ist:

"Es gibt keine Stelle, an der Lisa Gier King nein sagt. Es gibt kein eindeutiges Stoppsignal. Es gibt viele Gelegenheiten unbehelligt aufzustehen und zu gehen. (...) Mike h?lt die Frau fest, jedenfalls eine Zeit lang. Und es ist auch deutlich, dass er sie nicht liebkosen will, sondern besiegen. (...) Die meisten M?nner sagten hinterher, was sie gesehen hatten, sei eine Vergewaltigung gewesen. Die weiblichen Zuschauer fanden, Lisa Gier King habe sich alles selbst zuzuschreiben. Es ist, als w?rde jeder sich f?r die Rolle sch?men, die sein Geschlecht in dem St?ck spielt."

***

Auf der Obituary-Seite sah ich, da? DDR-Motorsportlegende Heinz Melkus gestorben ist und da? auch der konservative Supreme-Court-Richter Rehnquist nicht mehr lebt, dessen Name f?r mich immer damit verkn?pft sein wird, was Wilson in "Schr?dingers Katze" mit ihm angestellt hat.
12.9.05 14:21


Erbauliches von Joachim Rohloff

"...wurden der urspr?nglich emanzipatorische Gehalt der franz?sischen Revolution und der individualistische, kapitalistische Charakter der amerikanischen schlie?lich evident. Els?sser bezog seine Erkenntnisse von Hannah Arendt, aber auch das 'Kommunistische Manifest' lie?e sich in seinem Sinne verstehen, wenn man ein paar W?rter versch?be: 'An die Stelle der alten b?rgerlichen Gesellschaft tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung aller die Bedingung f?r die freie Entwicklung eines jeden ist.'"

Joachim Rohloff: "Wenn man dich nicht fragt, sag nein", Verbrecher Verlag 2002
12.9.05 16:45


Aufschluß



In kleiner, breiter Runde im Tacheles wurde ich gestern Zeuge, wie ein Rauchmelder gefoltert und seziert wurde, bis er verbl?ffenderweise tanzbare T?ne von sich gab. Zwischendrin sah ich ein Video einer Antigravitations-Vorf?hrung auf What The Hack, das ich bei verf?gbarem Platz irgendwo mal spiegeln werde. Ebenfalls wurden das Altern, der Tod, der Mangel an hochreinem Silizium durch den enormen Bedarf der Photovoltaik, die Frage technologischer Grenzen und die Einsetzbarkeit ganz kleiner fernsteuerbarer Spielzeugautos zur Verwirrung von Haustieren er?rtert.

13.9.05 12:15


Shades of truth

Was sagt Medienkritik dazu? Der notorisch anti-amerikanische "Stern" r?ckt zehn "Irrt?mer ?ber die Katastrophe" in New Orleans zurecht.

2. Die Katastrophe hat in ihrem Ausma? ?berrascht

Nein, in Studien, B?chern, Aufs?tzen und sogar in j?ngsten ?bungen der Katastrophenschutzbeh?rde wurde seit Jahren pr?zise vorausgesagt, was im Falle eines "Monster-Hurrikans" in New Orleans passieren wird. Aber offensichtlich hat niemand eine angemessene Antwort gesucht und dann politisch umgesetzt.

(...)

7. Die US-Regierung tr?gt die Verantwortung f?r das Ausma? der Katastrophe

Stimmt nur bedingt. Im f?deralen US-System sind zun?chst St?dte und Bundesstaat verantwortlich. Aus Louisiana scheint der Ruf nach Bundeshilfe sehr sp?t gekommen zu sein, allerdings dann mit einer offensichtlich kl?glichen Resonanz in Washington. Nicht nur konservative US-Medien berichteten, dass es US-Pr?sident George W. Bush war, der zu einer Evakuierung New Orleans dr?ngte.

8. F?r den Einsatz in New Orleans fehlten Nationalgardisten, weil sie im Irak im Einsatz waren

Von den knapp 10.000 Nationalgardisten Louisianas, die der Gouverneurin unterstehen, sind ein Drittel im Irak. Die ?brigen wurden aber zun?chst teilweise eingesetzt.

9. Staatsgelder f?r den Katastrophenschutz wurden gek?rzt, um Geld f?r den Irakkrieg zu haben

Kaum haltbar, schreibt die "Washington Post". Unter Bush erhielt das relativ bev?lkerungsarme Louisiana mit 1,9 Milliarden Dollar mehr Geld f?r den Zivilschutz als jeder andere US-Bundesstaat.
13.9.05 14:54


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