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Sohn des Typen mit dem Helm (Bolschewiki

"Soll das hei?en, Geschichte ist nur das, was man den Menschen erz?hlt?" fragte die Herzogin.
Der Narr sah sich im Thronsaal um und deutete auf ein Portrait, das K?nig Gr?nbeer den Guten (906 - 967) zeigte.
"_Stimmt_ der Beiname? Wer wei? das heute noch? War er wirklich gut? Es spielt keine Rolle mehr. Bis zum Ende der Welt bleibt er Gr?nbeer der Gute."

Terry Pratchett, "MacBest"

(Dank an M?schki!)
1.8.05 16:17


Ihr habt alle recht

Es gibt die J?dische Weltverschw?rung und ich bin Mitglied. Wir k?nnen nicht aufh?ren zu mauern und sind nun, da uns Google Earth sowieso bald aufsp?ren wird, zur Transparenz gezwungen.

Bringt alle eure Freunde mit!
4.8.05 12:14


Thale -> Berlin

In Thale stand ich eine Weile rum, bis mich ein sehr typischer junger Kerl mitnahm, der ?ber sich erz?hlte, da? er als Elektrotechniker in Sta?furt arbeitet, kifft ("Alle roochen, die Nazis roochen, die Zecken roochen, die Punks roochen"), mit dem Esel Sachen zieht, Stronghold 2 spielt. Er klang grundlos ausgelassen und fr?hlich, auch als er vom Unwetter im Urlaub berichtete, bei dem seine Frontscheibe einen Treffer kassiert hatte: "Hat ja unjeharelt!" Und w?hrenddessen lief die ganze Zeit eine Frank-Rennicke-CD. Ich brachte es einfach nicht fertig, ihn darauf anzusprechen, und stelle mir noch jetzt einige Fragen dar?ber, wie das eigentlich alles zusammengeh?rt. Er setzte mich grinsend mit einem "So, jetzt komm ich vielleicht in'n Himmel" am richtigen Ortsausgang ab.

Es klappte wieder nicht, noch vor der Abzweigung, an der die B6 und die Stra?e nach Kroppenstedt sich teilen, mal jemanden von den vielen Fahrern in Richtung A9 zu bekommen. Erst als ich ?ber den Abzweig hinausgelaufen war, hielten zwei Musiker von einer Thalenser Mittelalterband namens Scherblhaufen an, die in Magdeburg noch weitere Leute einsammeln wollten, um dann nach Roskilde zu fahren, wo sie einen Auftritt hatten. Sie waren lustig, aber unspektakul?r, ich verlie? sie an der Auffahrt von der B81 auf die A14, wo ich noch nie gestanden hatte.

Relativ flink wurde ich von einem weiteren jungen Mann mit weiblichem Dackel an der Stelle, wo ich meinen Rucksack parken wollte, aufgelesen, der zwar Richtung Hannover auf die A2 fuhr, was aber auch der Plan gewesen war, da ich am Rasthof B?rde einfach die Fahrbahnseite wechseln konnte (sogar mit Br?cke). Er holte etwas auf einem kleinen Ort bei Helmstedt ab, was ein Freund von ihm bei ebay ersteigert hatte.

Die letzte Etappe fuhr ich mit einem afrodeutschen MTV-Mitarbeiter, der seine etwa 8j?hrige Tochter aus dem Fantasialand in Br?hl wieder nach Berlin fuhr. Sie sa? auf dem R?cksitz und fand die H?rspiel-CD von Exuperys kleinem Prinzen gar nicht lustig, so engagiert Papa sie ihr auch anempfahl. Mit immer energischeren Rufen verlangte die Tochter nach Wir sind Helden, und Papa gab schlie?lich nach. Ich konnte nicht sagen, was ich schlimmer fand. Immerhin gelang es mir, mit dem Verweis auf die Verwendung des Liedes "Denkmal" durch die Nazis daf?r zu sorgen, da? das ?bersprungen wurde. Papa war aber verwundert, da? die Helden, mit denen er beruflich gelegentlich zu tun hat, dazu nie Stellung bezogen haben. Er meinte, er w?rde sie mal drauf ansprechen. W?hrend er mich freundlicherweise in Berlin wirklich bis vor die T?r fuhr, geriet er dann aber in eine "Jeder kann es schaffen"-Tirade, die wohl Einstellungsbedingung beim Musikfernsehen ist. Er war in dem unersch?tterlichen Glauben, da? jeder, dem es schlecht geht, daran selbst schuld ist. Wobei zu seiner Auffassung von "es schaffen" auf jeden Fall dazugeh?rt, da? er eines Tages nicht mehr in Deutschland lebt. Womit ich wieder eine Pointe habe. Nun ja.
6.8.05 13:39


Fuckparade

?ber den Jungle-World-Titel diese Woche hatte ich mich ge?rgert, weil der Verwendung von "Team America"-Optik eine gebrochenere Schlagzeile als "Fuck the Terror!" angemessen gewesen w?re. Als ich dann heute nachmittag an den immerhin sieben Parade-Wagen vorbeilief, hatte ich angesichts des omnipr?senten Schriftzuges TERROR ?berall dennoch st?ndig genau jene Schlagzeile im Kopf. "Terror ?ber alles", "Terrorist", ein Bild eines Zapatisten mit "Liberty or death - Terror", Palituch kombiniert mit "Heavy Bombing - Outline Squad" - insgesamt kokettierten sicher mehr als hundert der etwas mehr als 1000 Teilnehmer mit Anschl?gen aller Art.

Ich wei?, da? das "eben halt so ist bei den Gabba-Leuten", wie die Standardauskunft lautet - aber warum eigentlich? Warum ist neben dem offiziellen Demoanliegen - der Verteidigung von Freir?umen f?r die eigene Subkultur - das Bekenntnis zum Terror die einzige wirklich auff?llige Botschaft? Wie klingt bei diesem Erscheinungsbild die bei der Auftaktkundgebung ausgegebene Parole "Tanzende sind keine Terroristen?"

Korrekterweise wurde der Angriff der tschechischen Polizei auf ein Technofest (Czechtek) verurteilt. Unverst?ndlicherweise wurde sich darum bem?ht, Wolfgang Thierse zu einem diesbez?glichen Statement auf die Parade zu locken. Ekligerweise griff sich dann eine B?ndnisgr?ne das Mikro, nachdem nach einem "deutschen Politiker mit R?ckgrat" verlangt worden war. Unverst?ndlicherweise wurde auch im Demoaufruf unter dem Abschnitt "Keine Party ist illegal!" jede Solidarisierung mit oder auch nur der Verweis auf die Partysituation in anderen L?ndern unterlassen.

Und die Mucke? Ein dummer Indiewagen am Start (tats?chlich spielten sie "London Calling" und lauter alte Schei?e), eine B?hne ?berwiegend mit Punk, ein okayer Drum'n'Bass-Wagen, einer mit Noise und dann drei mit erfreulichem Gekloppe, aber mit der h?chsten Dichte an Terror-Fans. Keine ?berraschungen, aber ein bi?chen Anla? zum Bangen und Hopsen.

(Nachtrag zur Afterparadeparty im K?pi: Es gibt einen Punkt, an dem ich sagen mu?, die Musik ist st?rker als ich.)
7.8.05 00:22


Provozierte Film- und Betrachterkritik

Was h?tte ich zu "L.A. Crash" schon schreiben sollen? Da? kaum etwas zu sehen war, was nicht anderswo auch passieren k?nnte und abgesehen von den Verkn?pfungen der Geschichten auch nichts, was nicht schon sehr oft in Filmen gezeigt wurde? Da? Ludacris gut abging? Da? man noch eine Weile zu f?nft dr?ber diskutieren kann, wie bestimmte Szenen gedacht waren (vor allem, wenn man zu sp?t ins Kino kam, bei der Einblendung: "Einen Tag zuvor")? Da? die Sensibilit?t f?r rassistische Stereotype sich auf Schwarze beschr?nkte, w?hrend die auftauchenden Perser und Chinesen das reine Klischee waren? Der Film war okay, aber zu pathetisch, um was dr?ber zu schreiben.

Die Lekt?re einiger deutscher Rezensionen ist dann aber doch Grund zum Wundern. Exemplarisch zwei Zitate aus der zitty, die "ein erschreckendes Bild der USA von Heute" erblickt und ein paar Seiten nach ihrer Huldigung incl. Oscarempfehlung in ihren "Zittylights" folgende Ansage macht: "Los Angeles im 21. Jahrhundert. Das von Politikern gerne propagierte Bild des Zusammenwachsens der Kulturen ist gescheitert."

Es geht in diesen S?tzen genauso wenig um den Film selbst, wie etwa in der Pointe der Rezension zur Irak-Doku "Underexposure", wo ein "ungesch?nter Blick in ein zerst?rtes Land" goutiert wurde. Es geht darum, da? die ?ber Amerika nun bestens informierten Zuschauer mit uns nach dem Film das "Neue Off" in der Hermannstra?e verlassen und nicht mitbekommen, was man f?r einen Film ?ber ihre Stadt drehen k?nnte.
7.8.05 01:52


Who's buildin' whom?

"Edel und nachahmenswert" erscheint dem s?chsischen Hofmechaniker Leupold um 1725 "der Versuch der Bauleute von Babel, sich durch solche technische Gro?leistung einen Namen zu machen und ein ewiges Denkmal zu stiften. Jeder Hinweis auf das Zentralst?ck jenes biblischen Berichtes, auf das Eingreifen Gottes und auf die Folgen der menschlichen ?berhebung unterbleibt."

(Zitat aus Ansgar St?cklein, Leitbilder der Technik, M?nchen 1969:105)
7.8.05 19:25


Spiegel & Lesen

Auf islamistischen Druck werden in ?gypten immer mehr als liberal geltende B?cher zur?ckgezogen. Was aber lesen die Islamisten? Harry Potter.

Renate K?nast liest hingegen am liebsten das Label Made in Germany auf Produkten.

Lieber nicht lesen sollte man den Artikel ?ber den Wikimania-Kongre?, der so ahnungslos geschrieben ist, da? ich ihn gleich gar nicht verlinke.
8.8.05 14:56


Bauwesen, das n.

Die Person, die baut.
10.8.05 04:04


My brain hurts

Me, I got a bottle in front of me
and Jimmy has a frontal lobotomy
just different ways to kill the pain the same
But I'd rather have a bottle in front of me
than have to have a frontal lobotomy
I might be drunk but at least I'm not insane

(Randy Hanzlick: I'd rather have a bottle in front of me, Dr. Demento's Novelty Songs)
10.8.05 04:19


Kulla in da Jungle

Heute erscheint mein Dossier zum Thema "Informationsflut" in der Jungle World. Die Version mit Quellenangaben und l?ngerer ?berschrift liegt hier.

Gleichzeitig habe ich mal mein bisher leider unver?ffentlichtes "Sie sind unter uns" als Referenz f?r die im Dossier auftauchenden Flutvorstellungen (besonders Zombies als Menschenflut) hochgeladen.
10.8.05 13:33


All you can hate



NBP
13.8.05 19:58


Geschichte

Aus der Einleitung zu einer Sammlung von deutschen Originaldokumenten zur Entstehung der "b?rgerlichen Tugenden" aus dem 16. bis 18. Jahrhundert:

"Autorit?ten standen vor jeder eigenen Erfahrung, Geschichte fungierte als gro?e Lehrsammlung von Beispielen, als 'Lehrmeisterin des Lebens', deren aktuelle Verbindlichkeit nicht bezweifelt wurde, gleichg?ltig, ob man sie auf die antike Lehre von der Wiederkehr des immer Gleichen, in die man auch das menschliche Leben einordnete, gr?ndete, oder ob man einen in allen Phasen von Gott gelenkten Geschichtsverlauf annahm. In jedem Fall w?hnte man sich eingebettet in ein gro?es Geschehenskontinuum, das nach erkennbaren Regeln abzulaufen schien.

(...)

Gleichg?ltig, ob das liberale B?rgertum bem?ht war, seine Vorgeschichte in ideologischer Selbststilisierung m?glichst weit zur?ckzudatieren, oder ob das marxistische Periodisierungsmodell vom Kampf des B?rgertums gegen den Feudalismus angewandt wurde und wird, es f?llt schwer, die Fr?he Neuzeit in ihrem Gesamtverlauf einsinnig als quasi teleologisch ablaufenden Proze? auf die Formierung einer b?rgerlichen Gesellschaft hin zu interpretieren."


(Paul M?nch, Hg.: Ordnung, Flei? und Sparsamkeit, M?nchen 1984)
13.8.05 20:14


Vernichtung und Wohlstand

Ist Japan hinsichtlich seiner Geschichtsaufarbeitung vielleicht doch anders gelagert, als ich bisher annahm? Zugegebenerma?en unter dem Druck der sich verschlechternden Beziehungen zu den Nachbarstaaten entschuldigte sich Ministerpr?sident Koizumi nicht nur f?r die kriegerische Aggression w?hrend des Zweiten Weltkriegs, sondern verkn?pfte dies mit dem Verweis auf die Gegenwart:

"Am 60. Jahrestag des Endes des Krieges, betone ich, dass der Frieden und der Wohlstand, den wir heute genie?en, errichtet ist auf den Opfern der Vielen, die im Krieg gegen ihren Willen ihr Leben verloren haben."

Auch im inflation?ren deutschen Erinnern und Gedenken der letzten Jahre meine ich diesen Aspekt kaum vernommen zu haben. W?hrend heutigen arabischen Nazi-Bewunderern sehr wchtig ist, da? die Fr?chte des Krieges aus Wohlstand bestehen, mu? man schon zu "Meister der Krise" von Gerhard Scheit greifen, um zu erfahren, was Koizumi offen eingesteht: Der heutige Wohlstand der damaligen Achsenm?chte entspringt dem Krieg. (Gut, bei Scheit geht das noch tiefer, wenn er die massive Kapitalvernichtung als brutale, aber erfolgreiche Form der Krisenbew?ltigung beschreibt und das sp?tere "Wirtschaftwunder" auf die technische und infrastrukturelle Modernisierung Deutschlands und ?sterreichs w?hrend der NS-Herrschaft zur?ckf?hrt.)
15.8.05 11:58


Ich bin wieder auf der Suche

Nun ist es amtlich, da? ich nach Ablauf der Zwischenvermietung am 1. 10. aus der V36 wieder ausziehen mu?. Ab diesem Termin w?rde ich also gern woanders einziehen. Unbedingt in Berlin, am besten in Friedrichshain oder Umgebung, schon 200 ? oder weniger.

Wer was wei? oder was hat oder mit mir eine WG aufmachen will, m?ge sich melden!

Anbei ein sowas von WG-kompatibles Bewerbungsbild:

16.8.05 00:25


Nehmen und nehmen

"Wenn die Autonomiebeh?rde ?bernimmt, dann werden wir auch f?r die Elektrizit?t bezahlen m?ssen. Das ist schlecht, denn diese haben wir bis jetzt gratis von den elektrischen Leitungen des israelischen Milit?rs abgezapft", sagt ein Beduine im Gaza dem Spiegel.

"The Jews pay everybody money, they never give it back to you", sang Borat alias Ali G. alias Sacha Baron Cohen in seinem Antisemitismus-Test (Video).
16.8.05 01:04


Indische Geschichte

"Es gibt praktisch nichts, was uns als historische Literatur in Indien bekannt w?re... Alles, was wir haben, ist eine vage m?ndliche ?berlieferung und eine sehr begrenzte Zahl von Dokumenten... Diese Tradierung gibt uns keine M?glichkeit, eine vollst?ndige Herrscherliste zu rekonstruieren. Die sp?rlichen Reste, die wir besitzen, sind so nebul?s, da? kein Datum vor der moslemischen Periode als pr?zise angenommen werden kann. Die Werke der Gerichtsschreiber sind nicht erhalten... All dies f?hrt einige ernsthafte und bedeutende Wissenschaftler zu der Behauptung, da? Indien keine eigene Geschichte hat."

"Die Namen einzelner K?nige sind vom Nebel der Legenden verschleiert. Wir besitzen nichts, was Palastchroniken nur im Entferntesten ?hnelt."

"Schriftliche Zeugnisse der Industal-Kultur trotzen bis heute der Entzifferung... Kein einziges Fundst?ck kann mit einer tats?chlichen Person oder geschichtlichen Epoche in Verbindung gebracht werden."

"Diese Invasion
[Alexanders des Gro?en in Indien]... scheint von der indischen ?berlieferung unbemerkt geblieben zu sein, obwohl manche ausl?ndischen Historiker sie f?r das einzige Gro?ereignis in der alten Geschichte Indiens halten."

(Damodar D. Kosambi: Culture and Civilization of Ancient India, London 1965; meine ?bersetzung)


Bonustrack zur Industal-Kultur:

"Die Quellenlage zur Harappa-Kultur ist im Gegensatz zu den anderen beiden Hochkulturen in ?gypten und Mesopotamien leider sehr d?nn... Weder ist ihre Schrift entschl?sselt noch ist ihr pl?tzliches Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. gekl?rt.

(Wikipedia)
18.8.05 17:24


Potsdam -> Rasthof Wetterau

Mit Oona auf dem Weg nach L?hrbach zum Vollmond geht es nett und schnell an die Michendorfer Auffahrt (auch wenn ich im Tran zun?chst das Sch?nefelder mit dem Schkeuditzer Kreuz verwechselt und mich schon gefreut hatte...), dann im Auto eines kurz vorm Abschlu? stehenden FU-Romanisten mit starkem Abgrenzungsbed?rfnis ("Oh, Radio Eins hab ich nur zuf?llig an, mach ich gleich wieder aus...", "Altphilologen sind ganz anders, die h?tten sicher auch nicht angehalten") bis zum Rasthof Fl?ming, dann miti einer recht stillen Frau um die 40 bis Osterfeld und von dort mit einem nicht wirklich sympathischen Unternehmer spezialisiert auf schwenkbare Terrassen?berdachungen (zu mir: "Oh, Sie kennen sich im Kaufm?nnischen aus!") bis zum Erfurter Rasthof Eichelborn.

Dort standen drei Wettbewerber an der Ausfahrt (ich sage nur: wei?es Tuch um den Kopf gewickelt) und noch einer an der Tanke. Bei Letzterem stellten wir uns um die Ecke und wollten warten, bis er wegkommen w?rde. Nach einer Weile stellten wir aber fest, da? er gar niemanden ansprach. Also gingen wir hin und fragten, ob er eigentlich irgendwas machen w?rde. Er meinte mit einem ins Religi?se lappenden L?cheln, er habe es nicht so eilig und w?rde eben nicht bei jedem einsteigen. Wir antworteten, da? wir eigentlich bei jedem einsteigen w?rden, der zumindest bis zum n?chsten Rasthof fahren w?rde. Er zog es vor, statt nun den Modus zu wechseln, sich einfach auf den Parkplatz zu trollen, was dazu f?hrte, da? wir nach einer halben Stunde von den zahlreichen Trampern als erste wieder weg waren. Last in, first out of the station.

Bis Eisenach fuhr uns ein Afghane, dessen Sprache trotz angegebenen 15 Jahren in Deutschland nur streckenweise verst?ndlich war. Immer wieder blitzten englische und noch h?ufiger russische Versatzst?cke auf. Den BGS bezeichnete er zum Beispiel auf deutsch als "Kriminalpolizei der Bundeswehr" und auf russisch korrekt als Grenzpolizei (graniznaja). Mehr als da? er sich ordentlich verfahren hatte (von Leipzig nach Hannover ?ber die A4...) und da? er als Autoh?ndler daf?r war, da? Autos auch st?ndig gefahren werden, war seinen durchaus recht langen Ausf?hrungen nicht zu entnehmen.

Eisenach nach Reinhardshain: Wenn die Zittauer Mutti, die bei Kettcar mitsingt und mitpfeift(!), zum ca. 15j?hrigen Sohnemann auf dem Beifahrersitz sagt: "Haste wieder dran rumgespielt?" - dann meint sie heutzutage seine inkompetente Bedienung des ?berforderten Autoradios. Wenn die erste Seeed-Platte dann mal eine Weile am St?ck durchl?uft, kann die Zeile "Sonntags gehn wir in die Wanne, nicht mit jedem aber jeder!" endlich dem affirmierten Rasta-Kontext zugeordnet werden - die Riddims und die nicht szenekonformen Inhalte gehen aber weiterhin gut klar.

Reinhardshain nach Wetterau: Das Quoten-Schlachtschiff f?r den Tag. Gepolsterter Tiefflug, w?hrend es immer st?rker zu regnen beginnt, so da? wir in Wetterau auf andere Vollmondfahrer warten, um uns aufzugabeln.
21.8.05 16:02


Zeitgeschichte - Abstimmung mit den Füßen

Laut Spiegel ist die Auswanderung aus Deutschland auf 150000 Menschen j?hrlich gestiegen, das entspricht 0,2% der Bev?lkerung. Mit 14000 zieht es die meisten in die USA, au?erdem viele nach Polen, in die Niederlande, die Schweiz. Besonders stark vertreten sind unter den Auswandernden Hochqualifizierte.

Vom Zeitpunkt des Mauerbaus bis einschlie?lich 1988 verlie?en 383000 Menschen die DDR auf legalem Weg, 222000 durch Flucht. 1989 gingen noch einmal 344000 Menschen. Das macht f?r den ganzen Zeitraum eine j?hrliche Abwanderung von etwa 33000 Menschen, also etwa 0,2% der DDR-Bev?lkerung.
21.8.05 16:13


Rasthof Wetterau -> Brandenburg

Der R?ckweg vom Vollmond gestaltete sich unspektakul?r, was nach der z?hen Hintour auch sehr nett war. Wir wurden bis Wetterau gebracht, mu?ten dort zwar eine Weile warten, hatten dann aber einen sehr aggressionsabbauenden Lift mit zwei Darkened Nocturne Slaughtercult-H?rern, die auch nicht viel reden wollten. Einzig die Nachfrage, ob wir auch wirklich nicht vom Weltjugendtag kommen, war ihnen wichtig. Ohne weitere Diskussion h?tten sie uns sonst wohl gleich wieder rausgesetzt, das steht fest.

Sie fuhren nach Paderborn, lie?en uns also in Kirchheim raus, wo nach kurzem Imbi? praktisch sofort ein Auto mit OPR-Kennzeichen anhielt - nach Brandenburg, was hie?, da? wir uns dort einfach in die Regionalbahn setzen k?nnten und weitere ?berraschungen ausblieben. Ich verschlief die Fahrt, bekam nur mit, da? der Fahrer in Brandenburg seine Freundin besuchte und ihr einen groe?n Blumenstrau? mitbrachte, mit dem ich mir die R?ckbank teilen mu?te.

F?r die Bahnfahrt von Brandenburg bis in die Samariterstra?e brauchten wir genauso lange wie von Kirchheim nach Brandenburg. Irgendwann beim n-ten Umsteigen nahm ich mir vor, bei der Fahrscheinkontrolle zu sagen: "Sehr geehrte Zugbegleiterin! Aufgrund Ihrer Bauarbeiten kommt es zu Zahlungsunregelm??igkeiten meinerseits. Ich bedanke mich herzlich f?r Ihr Verst?ndnis!" Aber der extra vorher gekuafte Fahrschein wurde gar nicht kontrolliert.
21.8.05 16:24


Zufall & Geschwätzigkeit

Who told you Michs.

Wer spricht? Ein Kreuzberger Blog wundert sich, wie ausufernd ein befeindeter Linker von seiner eigenen Person spricht. W?hrend es doch an sich ganz ungew?hnlich ist, in einem linken politischen Essay das Wort "ich" zu finden. Ob es der Spaziergang ?ber den "T?rkenmarkt" ist oder die pers?nlichen Eindr?cke von einer Demonstration anl?sslich des Papstbesuches in Deutschland: alles ist bei ihm ?hnlich subjektivistisch gef?rbt wie sonst nur die Kolumne "Post an Wagner" in der BILD-Zeitung.

Das Blog l??t nun Theodor W. Adorno sprechen, ausgegeben als Zufallsfund. Cut-up bezieht die Macht und M?glichkeit des Zufalls in die bewu?te Erz?hlung ein. Der Cut-up-Schnipsel macht etwas Unsichtbares sichtbar, bricht das Muster der Erwartung. Hier sei an Gramscis Konzeption des organischen Intellektuellen erinnert, die bei allem Pathos im Kern die wichtige Forderung enthielt, ?wirklich mehr zu wissen, nicht nur so zu tun, als wisse man mehr? und die gleichsam als Kritik an der zur Mustererkennung verkommenden Gesellschaftskritik entstanden war, die ?so oft blo?es Wiedererkennen [ist], die Produktion von etwas, das wir schon gewusst haben!? Hier spricht zuf?llig Stuart Hall.

Ebenso zuf?llig t?nt aus der aufgedrehten Quelle Adorno nun folgendes:

Bezeichnend f?r den Faschistenf?hrer ist ein Hang zu geschw?tzigen Erkl?rungen ?ber die eigene Person. Der liberale und der linksradikale Propagandist hingegen neigen dazu, um der "objektiven" Interessen willen, an die sie appellieren, Anspielungen auf die private Existenz zu vermeiden: der Liberale, um Sachlichkeit und Kompetenz zu demonstrieren, der Linksradikale, um seine kollektivistische Einstellung nicht unglaubw?rdig zu machen.

Moment mal, mischt sich Stuart Hall noch mal ein, weil er gerade zuf?llig in der Gegend war, sind Cultural Studies schlie?lich nicht irgendwann in dem Augenblick entstanden, als ich zuerst Raymond Williams getroffen habe oder in dem Blick, den ich mit Richard Hoggart gewechselt habe? In diesem Augenblick wurde Cultural Studies geboren; sie entstanden fix und fertig als Kopfgeburt. Ich m?chte tats?chlich ?ber die Vergangenheit reden, aber auf keinen Fall in dieser Weise.

Die Faschisten haben das begriffen, ihre Sprache ist pers?nlich. Nicht nur wendet sie sich an die unmittelbaren Interessen ihrer Gefolgschaft, sie schlie?t auch die private Sph?re des Redners mit ein, der seine Zuh?rer ins Vertrauen zu ziehen und die Kluft zwischen Mensch und Mensch zu ?berbr?cken scheint.

Paradoxerweise hei?t das, autobiographisch zu sprechen. Normalerweise meint man, Autobiographie bedeute, die Autorit?t der Authentizit?t zu beanspruchen. Aber um glaubw?rdig zu sein, mu? ich autobiographisch sprechen.

Doch gibt es noch spezifischere Gr?nde f?r diese Methode, die, wenngleich sie oft von der Eitelkeit des F?hrers gespeist wird, wohl berechnet und trotz augenscheinlichem "Subjektivismus" Teil eines h?chst objektiven Systems propagandistischer Praktiken ist.

Ich werde ?ber meinen Umgang mit einigen Aspekten des theoretischen Verm?chtnisses der Cultural Studies und mit einigen ihrer vergangenen Momente sprechen - nicht, weil es sich dabei um die Wahrheit handelt, oder um die einzige Art und Weise, die Geschichte zu erz?hlen. Ich habe sie selbst schon oft anders erz?hlt und ich beabsichtige, sie sp?ter wieder anders zu erz?hlen. Aber hier und jetzt, in dieser spezifischen Konjunktur, m?chte ich einen bestimmten Standpunkt zur "gro?en Erz?hlung" der Cultural Studies beziehen, um einen Proze? des Nachdenkens in Gang zu setzen...

Je unpers?nlicher unsere gesellschaftliche Ordnung ist, desto bedeutungsvoller wird Individualit?t als Ideologie. Je ausschlie?licher der Einzelne auf das blo?e "R?dchen im Getriebe" reduziert wird, desto nachdr?cklicher mu? als Ausgleich f?r seine Ohnmacht die Idee seiner Einzigartigkeit, seiner Autonomie und seiner Wichtigkeit unterstrichen werden.

Die Verschw?rungstheorie erz?hlt die Zeitgeschichte als griffigen Plot mit realen Elementen, mit Unglaubw?rdigem als W?rze, mit Opfern, Helden, Verf?hrern und einem historischen Spannungsbogen. Sie suggeriert auf diese Weise eine unmittelbare Politik, in der es zugeht, als w?rden nur eine Handvoll Menschen auf der Erde leben.

Da dies nicht in individueller, sondern nur in ziemlich allgemeiner und abstrakter Weise geschehen kann, wird es vom F?hrer stellvertretend getan. Es ist Teil des Geheimnisses totalit?rer F?hrung, der Gefolgschaft das Bild eines autonomen Charakters vor Augen zu stellen, der zu sein ihr in Wahrheit verwehrt wird.

Die Idee der St?rke und Autorit?t reicht an sich nicht aus, die Anziehung faschistischer F?hrerschaft zu erkl?ren, sondern eher die Vorstellung, der Schwache k?nne stark werden, sofern er sein Leben der "Bewegung", der "Sache", dem "Kreuzzug" oder was sonst es sein mag, unterwirft. Mit der ambivalenten Bezugnahme auf die eigene Person - als zugleich menschlich und ?bermenschlich, schwach und stark, nah und fern - liefert er das Modell f?r eben die Einstellung, die er in seinen H?rern festigen will.

Die Bekenntnisse, ob wahr oder geheuchelt, erf?llen au?erdem den Zweck, die Neugierde des Publikums, ein universales Merkmal der heutigen Massengesellschaft, zu befriedigen. Ihre Struktur ist noch nicht gen?gend erforscht; teils hat sie ihre Ursache in dem weitverbreiteten Empfinden, "informiert" sein zu m?ssen, um in der Konversation mithalten zu k?nnen, teils in der Meinung, das Leben des anderen sei reich, erregend und bunt im Vergleich zur Plackerei des eigenen.

Der Faschist, dem solches Gebaren wesensverwandt ist, wei?, da? es keinen gro?en Unterschied macht, wie diese Neugier gestillt wird. Enth?llungen ?ber Bestechungen oder Diebst?hle, die der Gegner begangen haben soll, Er?rterungen der Krankheit seiner Frau oder seiner finanziellen Schwierigkeiten, die sogar erfunden sein k?nnen, sind gleicherma?en wirksam.


Vor diesen Vereinfachungen kapitulierte zum Beispiel die Hip-Hop-Kultur, in der trotz der M?glichkeiten, komplexe Inhalte zu transportieren, nur wenige inhaltslastige Acts eine Rolle spielen. Stattdessen dominieren die selbstgerechten ?Disser?, die von ?Wir? und ?Ihr? reden und jene pers?nlich beschimpfen, die ihnen nicht so verwertbar erscheinen, wie sie selbst sein wollen.

Als praktizierender Psychologe versteht er etwas von der Funktionsweise ambivalenter Gef?hle, selbst, wenn er die Psychoanalyse als j?disches Machwerk denunziert. Wird der Zuh?rer als Eingeweihter behandelt, wird seine Libido befriedigt, ist es Nebensache, ob seine Neugier auf positive oder negative Vorstellungen gelenkt wird. Um seine Gegner als Betr?ger zu verleumden, gen?gt unter Umst?nden die Tatsache, da? er seine Rechnungen nicht bezahlt. Stellt Thomas ?ffentlich fest - wie es wirklich geschah -, er k?nne seine Rundfunkunkosten nicht erstatten, bringt ihm das allenfalls neue Freunde ein.

Wenn diese Erz?hlungen nicht zu einer Ersatzhandlung gegen vermeintlich Schuldige animieren, sorgen sie meist f?r eine Art Erbauung. Leser von Werken eines bestimmten Glaubenssystems finden die wichtigsten Motive wieder und behalten den Eindruck, die Welt noch zu verstehen. Es geh?rt zu den Stilmitteln wirksamer verschw?rungstheoretischer Texte, zun?chst ein un?bersehbares Chaos zu schildern, um es dann auf die gewohnten, wenigen Faktoren oder noch eher Personen und Gruppen zur?ckzuf?hren. Cut-up dreht den Trichter um, auf den so gekommen werden soll.

Die theoretische Arbeit im Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) l?sst sich besser als theoretischer L?rm beschreiben. Cultural Studies sind eine diskursive Formation im foucaultschen Sinne. Sie haben keinen simplen Ursprung, obgleich einige von uns dabei waren, als sie sich zum ersten Mal diesen Namen gaben. Ich versuche das Projekt aus der sauberen Luft der Bedeutungen, der Textualit?t, der Theorie, in die gemeine Unterwelt zur?ckzubringen.
________________________________________________

Samples aus Stuart Hall ?Cultural Studies? (Hamburg 2000), dem in jenem Blog zitierten Aufsatz "Die psychologische Technik in Martin Luther Thomas' Rundfunkreden" von Adorno und aus meinem Artikel ?Was du nicht wei?t, bringt dich um?.
21.8.05 20:20


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