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Montag und Dienstag revisited: Sachsen ist weltbekannt

Gestern traf ich - nachdem ich Sexism and the media vom Ansatz her spannend und erstaunlich gut besucht, aber dann doch etwas blabla gefunden hatte (bis auf den Part ?ber H?agen Dazs);



danach im Club Plenumsvermeidungsstrategien (Mario Kart zu viert, Chili con carne aus dem Darm, Wikipedia-Eintr?ge pflegen) verfolgt hatte, trotzdem die beabsichtigten (und hoffentlich nicht wieder verschleppten) Hackerthemen-Artikel f?r die Jungle World hatte anleiern k?nnen und auf dem S-Bahnhof Friedrichstra?e beinahe den Kaffeeautomaten in Betrieb genommen hatte (Strom ging, aber die Bootsequenz dauerte noch an, als die Bahn kam);



in der c-base nur wenige Minuten versucht hatte, in der eher gegeneinander als miteinander spielenden Open Stage ein paar Rhymes unterzubringen - auf dem Nachhauseweg einen guten Bekannten, der nachts um drei gerade seine Kunstmalerei in einem bald er?ffenenden Fris?rladen am G?rlitzer Park unterbrach, um mit mir einen trinken zu gehen. Wir versachten hier und da, schlie?lich trafen wir morgens um f?nf im Imbi?flachbau am Schlesischen Tor auf den Trommler Gordon W. und den in Japan wohnenden Monty, mit denen wir bei T?ten und Bier ?ber Polen, Lockpicking und bevorstehende Partys kommunizierten. Auf die Frage nach der THC-Rechtslage erkl?rte ich die verschiedenen Eigenbedarfsmengen je nach Bundesland und wies wegen der beabsichtigten Reiseroute ?ber Dresden nach Polen auf die Zero Tolerance in Sachsen hin. Darauf Monty: "Oh yeah, Saxony, isn't that the place with all the nazis?"



Dort war ich auch (das war schon Montag) und kann dem ganzen Enthusiasmus nur beipflichten - WAF h?rt nicht auf mich zu ?berraschen. Und Karl-Marx-Stadt-Society-Suckers steht irgendwie f?r alles, wof?r Sachsen ansonsten nicht mehr wirklich steht.

2.6.05 23:02


Krieger f?r ein verst?ndliches Europa ohne Verfassung!

Deutschland ist nicht nur spendabler und p?pstlicher als alle anderen, es sagt zur EU-Verfassung auch erheblich neiner als die Nachbral?nder. Auf dem demokratischen Weg einer Bild-Umfrage unter fast 400000 Lesern sind 96,9% dagegen - und zwar u.a. mit folgenden Begr?ndungen: "Wir wissen doch gar nicht, was in der Verfassung drin steht", "Deutschland wird langsam entm?ndigt, dagegen m?ssen wir uns wehren", "Andere V?lker bestimmen dann, was hier bei uns zu geschehen hat". Auch bei Bild-Kommentator Boenisch sitzt der Zweifel tief: "Fast 500 Seiten Verfassungsvertrag. Wer au?er den Verfassern will das lesen?" Er beschw?rt stattdessen die historische Dimension:

"Wenn die Toten von Verdun bis Stalingrad, von Skaggerak bis Montecassino reden k?nnten, w?rden sie diese und die kommenden Generationen anflehen: Rettet die europ?ische Idee!"
4.6.05 16:55


Thale -> Berlin-Marienfelde

Von Thale (16:30) ein 41j?hriger Mann aus Warnstedt, der mich sympathischerweise ein paar Kilometer weiter f?hrt und am richtigen Quedlinburger Ortsausgang absetzt. Er l??t sich ?ber die mangelnden M?glichkeiten zur Abendgestaltung aus: In den Discos wird er als alter Mann angemacht, nach Roger Whittaker mag er aber auch nicht tanzen. Wir bedauern, da? es die "Altenburg" so nicht mehr gibt.

Ich kann am Bahn?bergang aussuchen, aber alle, die wirklich zur Autobahn fahren, wollen nicht und/oder sind wochenendm??ig vollgepackt. Also fahre ich mit einem Studenten in die Tramperfalle Magdeburg, wo er einem Kirchenchorkonzert beiwohnen soll, weil er so eine Schulfreundin wiedertreffen kann. Das behagt ihm aber gar nicht, wie an der Mittelalterpunk-Beschallung im Auto auch zu merken ist ("Sag hallo zum Teufel in dir"). Das Gespr?ch dreht sich etwas fruchtlos um Amerika, aber nicht schlimm.

Er setzt mich gegen halb acht am Hauptbahnhof ab - ich will es nur noch ein bi?chen an der Auffahrt auf die Tangente versuchen, um dann irgendwann die Regionalbahn zu nehmen. Kurz bevor ich abbrechen will, h?lt ein junges Wolfsburger P?rchen auf dem Heimweg von Berlin. Sie haben in Magdeburg noch eingekauft und behaupten, da? das in Berlin so schlecht ginge. Es stellt sich heraus, da? sie nur am Ku'damm waren. Abgesehen vom Besuch am "Holocaust-Denkmal" - "Mahnmal", sage ich - wo auch sie verbl?fft dar?ber waren, wie ausgiebig dort herumgetollt wird. Er: "Immer ?berall die Klappe halten, aber gerade da m?ssen sie ruml?rmen. Das ist so typisch."

Ich steige am Rasthof B?rde aus, wechsle ?ber eine Landstra?enbr?cke die Richtung und erfrage mir einen jungen Schlosser auf dem R?ckweg von einer "kurzen Woche in Maastricht" nach Tempelhof. Er k?nne aber schon wieder fahren, meint er. Wir stellen Gemeinsamkeiten in der "Liebe zum Ger?t" bei Hackern und Mechanikern fest. Er f?hrt ziemlich schnell und ist sehr aufger?umt. Vermutlich ist er schon noch ein bi?chen breit, aber das entpannt einfach die Lage.
4.6.05 23:51


Boston Public cancelled

Ob niemand etwas ?ber "Boston Public" lesen will, weil die Serie nach der vierten Staffel von Fox nicht verl?ngert wurde? Warum ist die hochrealistische Produktion von "Ally McBeal"-Macher Charles E. Kelley dank schlechter Programmplazierung und mangelnder Werbung zu "One of the Most Underrated Shows in History" geworden? Nun, da keine weitere Staffel zu erwarten ist - was ersetzt diesen tiefen Einblick in die Alltagsdebatte in den heutigen USA?
8.6.05 18:55


Berlin-Sch?neweide - Dresden-Neustadt

Im 265er Bus auf dem Weg zum Adlergestell erz?hlen sich tats?chlich zwei etwa 12j?hrige Jungs das Geschehen verschiedener Videoclips - "Da find't'er seine Olle mipm andern und flippt aus und haut die raus, ausm Fenster und alles und dann..." - um dann am S-Bahnhof Baumschulenweg sich wichtig dar?ber abzustimmen, da? hier noch mehr "Vietschis" rumlaufen als ausgerechnet auf dem Weinbergsweg (Mitte).

Mich nimmt eine recht sympathische Cottbuserin mit, vor der ich meine Biometrie-Recherche ausbreite, was sie nach einer Weile zu der Frage bringt: "Mit Ihren Auffassungen stehen Sie aber schon recht weit links?" Vom Rasthof R?blingsheide zum Rasthof Freienhufen dr?ckt ein wortkarger Anzugtr?ger ordentlich aufs Gas, lacht dann aber ?ber Sch?nbohms im Radio verbreitete Kampfansage gegen Hacker. Immerhin.

Die letzten Kilometer nimmt mich ein Ausbau-Unternehmer mit, der nach sieben Jahren D?rre sich dieses Jahr vor Auftr?gen nicht retten kann und immer noch nicht gen?gend Aushilfen eingestellt hat. Er streicht f?r die Pharmaindustrie sterile R?ume und profitiert vor allem davon, da? Glaxo in Dresden ein neues Werk f?r die Herstellung von Grippeimpfstoff baut, der wiederum wegen einer fehlgeschlagenen Zulassung in Amerika nur noch von ihnen vertrieben wird.

Es gibt Stau auf der Gegenspur, Staus auf s?mtlichen Zufahrtstra?en nach Dresden, ein Zugungl?ck - aber ich bin eine halbe Stunde eher da als gedacht. Nu ja.
8.6.05 19:17


?hm, gute Frage... irgendwie [hysterisch kicher + fl?cht]

National Socialist Black Metal "wirft die Frage auf, ob ein Black Metaller, der nicht bereit ist dem vollkommenen Hass zu folgen, der nicht den Traum, die Menschheit zu t?ten lebt, sich ?berhaupt 'Black Metaller' nennen darf."

Auch ein bedenkenswerter Einwand: "Gleich beim allerersten Askpekt, dem der Misanthropie, wird die Unvereinbarkeit mit der Ns Ideologie klar. Man kann Misanthropie nicht auf bestimme Rassen begrenzen.
Und ja, es wird argumentiert, NS sei der ultimative Hass. Passt doch perfekt zum Bm oder? Dabei wird halt vergessen, dass man im Gegenzug seine eigene Rasse verehrt, geradezu liebt."


Na, da bin ich ja wirklich beruhigt.
9.6.05 02:09


Die n?chsten Termine

* dieses Wochenende im Camp Discordia bei Berlin 05 (etwa ab Samstag nachmittag bin ich da)

* 22./23.7. Auerworld-Festival - wie immer B?cherstand zusammen Oona und den lieben Beisitzern

*vielleicht besuche ich vom 12.-14.8. Spa? im Gras bei Pirna

* 17./18.9. AuerTalk, sozusagen diesj?hriger Entheovision-Ersatz - B?cherstand und Vortrag, vermutlich eine leicht modifizierte Version von "Dope und Mate"


9.6.05 11:43


Mal wieder im Telepolis-Forum

Auch wenn es im Artikel nicht explizit um die 'Antideutschen' geht, pa?t er prima in die gegenw?rtige Rhetorik ?ber sie. Besonders sch?n finde ich dieses St?ck Code im Teaser: "...die geistige Klemme, in die bestimmte linke Kleingruppen geraten sind."

Der Benutzer leider_heiser f?hrt dieses fdog-Quote an, um zu zeigen, wie wenig Dialektik noch vertragen wird: "Die n?chste Aufgabe war klar: Wir hatten zu erkl?ren, warum wir als Kommunisten f?r den Liberalismus k?mpfen, als Staatsfeinde f?r Israel, als Antikapitalisten f?r amerikanische Kriegseins?tze. Nicht ganz einfach."

In diesem Bild ist das Ankommen der als ehemalige 'Antideutsche' identifizierten FDOGs im widerspruchsfreien Liberalismus das Ergebnis eines praktisch zwangsl?ufigen Vorgangs, der damit eingel?utet wurde, da? sie vor einiger Zeit die ausgetretenen Wege des linken Konsens verlassen hatten und den gern als "irre" oder "besonders deutsch" genannten 'Antideutschen' sich ann?herten.

Wie eine vern?nftige Position, die sich kaum auf Mehrheitsverh?ltnisse bezieht und ihre Begr?ndungen vorwiegend aus der Debatte entwickelt, ?berhaupt durchzuhalten sein soll, bleibt f?r die meisten weiterhin schwer vorstellbar. Die jederzeit zugegebene Marginalit?t der eigenen Position wird als Argument gegen die 'antideutsche' Position verwendet.

Ich glaube nicht, da? es eine Zwangsl?ufigkeit gibt, mit der der Weg von links nach rechtsliberal ?ber die Stationen konkret, Jungle World, Bahamas und Henryk M. Broder f?hrt. Es gibt keinen linken Damm, der brechen und alle ins falsche Lager sp?len k?nnte. Allerdings gibt es einen Mangel an Debatte, der auch in diesem Forum sehr unangenehm die Besinnungslosigkeit des deutschen Diskurses abbildet.

'Antideutsch' in Anf?hrung, da es weiterhin keine repr?sentative Organisation dieses Namens gibt und das Label selbst mittlerweile eher f?r die anh?ngenden Pop-Ph?nomene verwendet wird (sog. "Identit?ts-Antideutsche").

http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=8182791&forum_id=80141
13.6.05 11:07


Anything else again

15.6.05 23:03


Fimdienst Britz

Am Montag er?ffnete Phillip seine Filmabend-Reihe mit den stabreim- und themenverbundenen Wissenschaftsumsetzungen "Donald Duck in Mathmagicland" ("I'm no pawn - I'm Donald Duck!") und "Donnie Darko" ("So I'm supposed not to talk about what nobody knows?"). N?chstes Mal gibt es "Eraserhead" und den einen oder anderen Lynch-Kurzfilm, und zwar wieder am Montag hier.
16.6.05 14:44


Berlin 05: Klappe halten und mitmachen, Smudo nervt

Noch gar nicht ausgekotzt hatte ich mich ja ?ber das Wochenende in der Wuhlheide, die Vorfeldveranstaltung der Bundespolitik.

So nett die Hackerfestung des CCC am Rande auch war - optisch erkennbar weniger glatte Leute als drau?en, Mate, Netz - auch hier schwappte in Gestalt von Smudo ein unangenehm symptomatisches Geseier aufs samstagabendliche Urheberrechts-Podium. Jeder Versuch, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ins Spiel zu bringen, wurde von ihm mit "La? doch diese bekackte Diskussion" oder besser noch "La? doch mal die Industrie beiseite" gekontert. Abwechselnd waren die Menschen oder die Welt schlecht, was jeden Versuch der Ver?nderung von vornherein zu "Sozialromantik" machte.

Nicht, da? ich die dagegengehaltenen Vorstellungen von Kulturflatrate und freiem Zugriff f?r unproblematisch halte - dazu habe ich mich wiederholt ge?u?ert - dieses v?llig zugekokste Altherren-Getue ist nicht mal auf einer "Star benimmt sich daneben"- oder antizyklisches-Verhalten-Ebene irgendwie cool.

Die komplement?re Parole zu Smudos "Klappe halten!" war drau?en "Mitmachen!" Scharen von guten Menschen fanden alles toll, informierten sich ?ber die abgez?hlte Menge an erlaubten politischen Bet?tigungen, Antifa war solid, Satire war die nun doch ordentlich ausgelutschte Apfel-Partei, die Menschen waren geb?gelt und gewienert, die Moderatoren waren Animationsdeliranten.

Ich wollte nicht sehen, wie Tocotronic von diesem Publikum gefunden werden. Kante sagten immerhin "Zombi" mit den Worten an: "Wir spielen ein St?ck ggen die alte und die neue Bundesregierung."
16.6.05 14:59


Konzerne von innen und au?en

Ebenfalls mit Versp?tung sei auf Holm Friebes sch?n fieses Dossier in der Jungle World verwiesen, da? die Vorstellungen vom Innenleben der kapitalistischen Wirtschaft mit dem Witz der naturalistsichen Beschreibung nett zerpfl?ckt. Er verwendet so viel Jargon, da? ersichtlich wird, wie vermutlich ungewollt tief er in dieser Welt steckt.

Ob die griffige Formel von Konzernen als Antim?rkten tragf?hig ist, kann ich nicht sagen. Da? andererseits die Management-Experten sagen werden, da? die beschriebenen Zust?nde wie z.B. Abteilungsrivalit?ten gerade nicht auf erfolgreiche, sondern auf strauchelnde oder - wie es so sch?n hei?t - "vegetierende" Unternehmen passen, da? weiter die aufstrebenden und ihrem Image entsprechend funktionierenden Konzerne diese Einblicke nicht erm?glichen, ist so sicher wie das Argument gegen meine empirischen Sozialbefunde, da? mich ja nur bestimmte Menschen mitnehmen, die eine gewisse Disposition mitbringen.

Tatsache ist, da? die Produkt- und Firmenidentifikation in verschiedenen Branchen doch auffallend st?rker ist, als die ihr entgegenarbeitenden, von Holm Friebe aufgef?hrten Faktoren es vermuten lassen. Gerade der Einzelhandel ist voll mit Charakterruinen, die die aktuelle Werbekampagne, die Hausordnung und die Gesch?ftsbedingungen unabl?ssig und unaufgefordert rausposaunen wie eigene ?berzeugungen.
16.6.05 15:11


Kusturica und Privatclub

Ich beginne, meine im Grunde immer recht gro?e Begeisterung f?r Kusturica angesichts seines neuen Films "Das Leben ist ein Wunder" zu ?berdenken. So komisch der surrealistische Krawall weiterhin ist, so sehr ich mich ?ber Dialoge wie "Wo hat die Ustascha denn eine 120er Granate her?" - "Die hat Genscher geschickt" freue - die wirklich ?blen Elemente sind zu dominant.

(1) Selbst der genannte Dialog ist vor allem Ausdruck des lupenreinen nationalistischen Bekenntnisses. Die jugoslawische Bundesarmee wird repr?sentiert durch lebenskluge und umsichtige F?hrungsk?pfe und liebenswerte Trottel. "Schlechte" Serben sind keine mehr - was an den "falschen" Drogen (Koks) und der Benutzung deutscher Telefonsexnummern per Satellitentelefon klargestellt wird - und werden selbstverst?ndlich umgebracht.
(2) Wie in der "Jungle World" beschrieben, wird die von au?en an den Balkan herangetragene Folklore affirmiert - ein authentisches wildes Leben mit dem Nationalcharakter gleichgesetzt, was immer auch sinnlosen Schu?waffengebrauch - auch vor dem Krieg - beinhaltet. Das Ideal ist die nat?rliche Liebe zwischen Mann, Frau und Tier. Weiterf?hrende Gedanken ?ber die Wechselwirkung Jugoslawien - J?rgen Els?sser unter besonderer Ber?cksichtigung ?bersichtlicher Geschlechterbilder werden sich anschlie?en.
(3) Eben das Geschlechterbild des Films ist ein einziger Skandal. Der "gute" Mann darf die junge Frau, die gerade offenbar von einem oder mehreren Soldaten vergewaltigt und anschlie?end bei ihm abgeladen wurde, gern anschreien und attackieren, wird daf?r dennoch mit ihrer grenzenlosen Liebe belohnt. Seiner Frau ist vorzuwerfen, da? sie sich vor dem Krieg nicht damit abgefunden hat, ihre Gesangskarriere seinem Eisenbahnjob unterzuordnen und deshalb mit einem ungarischen Musiker durchbrannte. Sie gilt deshalb in der Folge als vogelfrei - sie wird betrogen und trotz offensichtlicher Hilfsbed?rftigkeit in einer einsamen H?tte im verschneiten Wald festgebunden und zur?ckgelassen. (Was sie erstaunlicherweise ?berlebt, wie sp?ter im Film zu sehen ist). Das wirkt gerechtfertigt, ebenso wie ihre Vorw?rfe, ihr "guter Mann" w?rde das Leben seines Sohnes gef?hrden, da die junge Frau zum Gefangenenaustausch mit ihm vorgesehen ist, trotz der Richtigkeit ungerechtfertigt wirken. Der Grund f?r das Geschie?e des "guten Mannes", f?r seine Ausflipperei und die Gef?hrdung seines Sohnes ist einzig die optische Erscheinung der jungen Frau (besonders ihr Hintern wird immer wieder grundlos in die Kamera gehalten, sie mu? extra minutenlang pinkeln deswegen), die ansonsten einigerma?en naiv und unterw?rfig erscheint.

Die "Jungle World"-Kritik von Andreas Thomas zeichnet sich allerdings auch nicht gerade durch besonderen Tiefsinn aus und pa?t zum l?ngst ?rgerlichen Zustand des dortigen Feuilletons. Diesem Film ausgerechnet vorzuwerfen, er w?re chaotisch, die Figuren zu fl?chtig, der Balkan zu ?bers?t mit Tunneln - das ist ganz sch?n borniert.

***

Im Anschlu? ging es in den Privatclub - nach Ewigkeiten mal wieder ein ganzer Abend mit Gitarrenmusik. Das funktioniert nicht mehr wirklich. Wir waren feierwillig und tanzten stundenlang, aber der Eindruck verst?rkte sich, da? das mehr mit Gewohnheit und gegenseitigem Hochschaukeln zu tun hatte. Nachdem anf?nglich noch geradezu experimentierfreudig aufgelegt wurde (wann habe ich zum letzten Mal "Youth Against Fascism" irgendwo geh?rt?), schliff sich ?ber den Abend immer mehr dieser hart-sein-wollende Emogejammer-Rock ein, dessen Songs ungelogen oft nicht mehr auseinanderzuhalten waren, da die Stimmen und Gitarrensounds austauschbar klangen, immer an der gleichen Stelle das Break mit der Ba?spur kam und die Breaks und "Ausbr?che" ihre Spannung so v?llig einb??ten. Im ganzen gab es genau einen Song mit einer Frauenstimme, die dann auch ?ber den coolen Micky singen mu?te, der mit ihr alles machen darf. Kein Dover, kein Kaito, kein Sleater Kinney, nicht mal Le Tigre. Wir tanzten immer lustloser, die Tanzfl?che wurde immer voller - mit Leuten, die auch einfach vor sich hin schaukelten und die zwei oder drei als nicht uncool klassifizierten Bewegungen immer wiederholten. Wir gingen, sie blieben - sie gehen offenbar immer dahin, wir wohl nicht mehr. Es ist ja nicht mal billig.
18.6.05 23:58


I'm mostly harmless

Am Donnerstag rief mich Manuel an und bat um Rat, wie er nach Dresden - wohl zur BRN - gelangen k?nnte. Ich beschrieb ihm die Stelle und die Vorgehensweise, am Freitagnachmittag erbat er nochmals genauere Hinweise, so da? er schlie?lich genau an meiner Stelle mit dem ?blichen Schild stand.

Um sieben smste mich Ruth an, die ich seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen hatte und deren Telefonnummer mir anl??lich meines letztj?hrigen Handyverlusts - den die Staatsanwaltschaft Dessau wegen des Trampzusammenhangs f?r eine Fundunterschlagung (es existiert noch kein Wikipedia-Eintrag zu diesem Begriff, fang ihn an) h?lt, obwohl es glasklar ein Diebstahl war - abhanden gekommen war, da? sie mich am Stra?enrand gesehen h?tte, aber leider gerade gar nicht nach Dresden fahren w?rde.

Manuel tr?gt einen roten Iro.

Mal wieder eine sch?ne Tramp-Geschichte, nachdem das Hauptwerk von Douglas Adams, der Menschen und Dinge gl?cklich gemacht hat, ?ber weite Strecken an K?rperverletzung grenzend verfilmt wurde. Okay, Mos Def war toll. Aber diese v?llig sinnlosen "neuen" Handlungsstr?nge, die nichts bringen und komplett unkomisch sind! Die v?llige Verfehlung des Themas am Anfang! Die Abwesenheit jedes Anflugs der bitters??en Grundstimmung der B?cher! Dieses irrsinnig bekloppte Lied im Vorspann, bei dem ich dachte, da? ich das falsche File gezogen habe! Da Tim Burton laut Wikipedia noch lebt, werde ich versuchen ihn an Agenten und Agenturen vorbei zu kontaktieren und ihn beschw?ren, den Film - oder gern auch f?nf Filme - richtig zu drehen.
19.6.05 01:49


Illegale Primzahl

http://de.wikipedia.org/wiki/Illegale_Primzahl

(via neingeist)
21.6.05 20:39


It couldn't be the economy...

...die Einsparung der 4,50, die mich die Heimfahrt von Brandenburg gekostet h?tte, taugt auch angesichts meiner prek?ren Finanzlage kaum als Motiv daf?r, mir eine Stunde lang den entgegenkommenden dortigen Feierabendverkehr anzuschauen (und mich von ihm anschauen zu lassen).

Bis ich feststellte, da? ich in die verkehrte Richtung stand.

Die richtige war aber offenbar auch nicht die Gegenrichtung - auf der B1 Richtung Potsdam - da die Dichte an Gesichtern nicht eben abnahm.

Ich beschlo?, doch gleich auf die Autobahn zu trampen und wurde recht bald von einem an der Tankstelle stehenden Mann in tiefliegendem Fahrzeug gefragt, wo ich hinwollte. Er versprach, mich nach Michendorf mitzunehmen - okay. Er befand alte BGS-sucks-Storys f?r lustig - ?berraschung. Er beschimpfte zuf?llig auf der Autobahn herumfahrende Polizisten - Verwunderung.

Dann war er nicht davon zu ?berzeugen, da? die Autobahnbullen nicht sofort hinter ihm her w?ren. "Die Reifen sind total runtergefahren - alle vier", sagte er und nahm mit lautem Quietschen die Abfahrt Ferch. Er fuhr in den erstbesten Waldweg und h?tte die Streife garantiert abgeh?ngt, wenn sie ihn denn wirklich verfolgt h?tte, was ich nicht glaube.

Er fuhr weiter, sagte zu, mich bis zur S-Bahn in Lankwitz zu bringen, fuhr nicht eben defensiv, machte sich ?ber den Psychologen lustig, der ihm wegen seiner notorischen Regel?bertretungen im Stra?enverkehr zwangsweise verordnet worden war. An der Rangsdorfer Abfahrt vom Berliner Ring schlug er nunmehr vor, da? er mir das Geld f?r die Regionalbahn geben und mich einfach am Bahnhof von Rangsdorf absetzen w?rde. Ich hatte zwar nicht vor, den Zug zu nehmen, willigte aber in den Plan ein, weil ich es letztlich f?r vern?nftig hielt, wenn er schnellstm?glich nach Hause kam, um sich von seinem mehrt?gigen Durcharbeiten im Bootszubeh?rgewerbe auszuruhen.

Er fuhr mich einmal durch den nett begr?nten Ort, ich lief wieder durch den ganzen Ort zur?ck, stellte mich an die Ampel und holte mein immer im Rucksack befindlichen Berlin-Schild raus (R?ckseite: Dresden). In der zweiten Rot-Phase winkte mich ein Mann nichtdeutschen Akzents heran und sagte: "Hasenheide".
24.6.05 22:40


Germany might trick me once Songlyrics 2

Da sitzt jemand bei mir und denkt laut nach
macht sich Gedanken, meint, unsere Kritik f?ndt er ja toll
doch wenn er mal einlenken darf, an dieser Stelle
w?re die Quelle mangelnder Aufmerksamkeit
unsere leider fehlende Massentauglichkeit
Er meint, die Leute wollen bei Demos blo? die Show
der Rest ist ganz egal, den wolln sie auch nicht anderswo
und sowieso nimmt man das ganze viel zu wichtig
der Rest kommt von alleine, ist die Bewegung erstmal richtig
das Ganze l?uft dann in etwa folgenderma?en:
die ganze Theorie m??te weg,
das ist erst mal die erste Phase
Philosophen sind super, mit andern Worten toll,
doch nur mit den NoGlobalLeuten wird die Stra?e voll
Die Fahnen geh?ren aussortiert, die von Israel mu? weg
damit nichts mehr die Sicht auf die Volksbewegung versperrt
Und l?cheln, immer l?cheln, Zuversicht ausstrahlen
Das ist der Weg zu Volkes Wahl
Ich sag: bei den Deutschen bin ich leider letzte Wahl
Und f?r Zuversicht ist der Widerstand zu marginal
Und L?cheln ist auch doof, weil ich beim L?cheln meistens g?hne,
und nur 'ne alte Telefonzelle ist so gelb wie meine Z?hne
Vielen Dank f?r deine Tips, sind gut gemeint und very nice
but Germany has tricked me one - I won't let it trick me twice

Und die Antiimp-Kiddies in meiner Stra?e lallen:
"Das Kapitalverh?ltnis aufheben? Da mu? es erstmal runterfallen..."
Und ich sag: "Es ist schon unten, es ist der Boden,
auf dem ihr rumlauft, der euch festh?lt mit Gravitation."
Wenn sie ?berhaupt mal vom 'Aufheben' reden,
statt wie meistens einfach "Abschaffen!" zu blaffen,
womit sie meinen, die Hure Babylon zu ficken,
sie zu vergewaltigen und in die H?lle zu schicken.
Doch wenn ihr Babylon anz?ndet, hol ich die Feuerwehr,
denn apokalyptische Rauchs?ulen gab's in der Geschichte schon mehr.
Und ich kauf' euch eure Ideale nicht mehr ab,
weil ihr sie viel zu oft und live vor meinen Augen verraten habt.
Und es sieht so aus, als w?re das gerade meine einzige Wahl
Ihr habt mich einmal verarscht, es gibt kein zweites Mal!
27.6.05 18:56


Rasthof Garbsen -> Berlin-Tempelhof

Kaum habe ich mich an der Ausfahrt rumgedreht und den Daumen hochgehalten, nimmt mich ein ?berarbeitungsbed?rftiger Kombi mit. Darin: ein Erfinder. Gerade zuletzt hat er ein Ger?t gebaut, das mittels Laser Unkraut von Nutzpflanze unterscheiden kann und mit 2 km/h auf einem Beet oder Pfeld vor sich hin j?tet.

Jetzt bastelt er an einer Landdrohne, die nach dem Vorbild einer Spinne modelliert ist und bisher etwa 200 kg Nutzlast tragen kann. Wird sie besch?digt, versuchen die restlichen Teile, zu retten, was zu retten ist. Sie kann sich eingraben und zum Beispiel Kabel hinter sich herziehen. Au?erdem k?nnte sie die frisch in Dienst gestellten Minenratten in Mocambique abl?sen, da sie Minen orten, ausgraben und entsch?rfen kann.

Wenn er damit fertig sein wird, baut er wohl ein zuverl?ssigeres und komfortableres Blutzuckerme?ger?t.

Nach unoriginellen Absagen aller Art erbarmt sich am n?chsten Rasthof Zweidorfer Holz schlie?lich ein ukrainisch/usbekischer Sp?taussiedler, der in voller Begeisterung seiner wiedergewonnenen deutschen Nationalit?t mit mir ein Gespr?ch ?ber den Begriff Heimat f?hren m?chte. Obwohl ich ganz und gar nicht das sage, was er gerne h?ren mag, ist er erfreut ?ber die vielen neuen deutschen W?rter, die er lernt.

Vom B?rde-Rasthof fahre ich mit einem Ex-Gr?nen bis Berlin. Die Einzelheiten des Gespr?chs sind mir entfallen - vielleicht stand ich dann doch schon zu lange in der prallen Sonne herum.
28.6.05 21:42


Brandenburg-Wust -> Potsdam

Eben noch in zumindest halboffizieller Verkaufskluft, wirke ich erstaunlich schnell abgerissen genug, um von der Brandenburger Bev?lkerung mit ihren geistigen Ausscheidungen bedacht zu werden. Gestenreich schlagen sie mir vor zu laufen, fr?hlich johlen sie mir zu und mit Schwung treten sie das Gaspedal direkt neben mir durch.

Wie angenehm, mich in ein Auto zu setzen, dessen Radio eher der Landschaft als ihren Bewohnern angemessene Musik spielt - Benjamin Britten - und dessen Fahrer einfach nichts sagt, sondern lauscht.

Ich schlafe ersch?pft f?r einen Moment ein und wache auf, als der Kulturradio-Sprecher den neuen Roman von Jorge Sempr?n "Zwanzig Jahre und ein Tag" vorstellt. Dieser sei nicht chronologisch und kenne keinen allwissenden Gesamterz?hler - wie sch?n. Als eines der wiederkehrenden Motive fungiert ein Bild von Judith, die den Unterdr?cker Holofernes nach gemeinsamem Geschlechtsverkehr t?tet.
28.6.05 21:54


Wo ist Karl Marx Stadt, Mama?

Ger?chteweise haben wir am Montag nach einem knappen halben Jahr den vorl?ufig letzten Breakcore-und-andere-verstrahlte-Elektronik-Abend im WAF-Salon erlebt. Dabei habe ich wegen der Hitze kaum eine halbe Stunde getanzt und das wirklich gute Zeug zu sp?ter Stunde verpa?t. Oh je. Es hei?t, da? eine neue Location in Kreuzberg gefunden wurde und da? der ewig gleiche Kreis von wenigen Besuchern, die Enge und die Stickluft zur Abwanderung beitrugen.

Ob es jetzt nach dem Fresse in die Kamera-Gesetz der Weg zu Eintritt, Hype, Security und mehr als 1 Euro Getr?nkepreise schon vorgezeichnet ist, m?chte ich nicht beschw?ren. Aber es war bisher immer so.
29.6.05 13:10


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