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Dein K?rper geh?rt dem Staat

Der englische Telegraph ?ber die Zwangsvermittlung von Arbeitsuchenden in die Prostitution - in Deutschland.

If you don't take a job as a prostitute, we can stop your benefits'
3.2.05 16:11


Mixed emotions in Weimar

Gestern auf einer Typographen-Party in den Outskirts von Weimar. Sehr viel Postmoderne mit Pointe, lustige Deko, schlie?lich auch zwei Stunden grandiose Tanzerei: DJ H. Armless, der seiner kurzen Arme wegen mit den F??en ein ?u?erst fettes Drum'n'Bass-Set incl. MC Tali und The Professionals auflegte. (Was genau war eigentlich diese krasse DnB-Version von 'Toxic' von Britney Spears?)

Dann wanderte dasselbe Set allerdings in Ragga ?ber, wonach ich der Mucke halber gern weiter tanzen wollte, aber die endlosen Ausf?hrungen ?ber 'Blaze Babylon an blaze di Chi-Chi-Man' einfach nicht tragbar fand. Ich glaube gern, da? die meisten Tanzenden und auch die DJs die Texte nicht verstehen oder nicht drauf achten. Der Skandal bestand mehr darin, da? die sicher zehn Leute, die ich nach meinem Abzug von der Tanzfl?che auf die Aufrufe zum Schwulenmord hinwies, es allesamt nicht f?r schlimm hielten. Die Reaktionen bewegten sich von "Die wehren sich halt dagegen, da? ihre Natur von der Zivilisation zerst?rt wird" bis "Das darf man nicht w?rtlich nehmen" und auch dreister R?ckfrage: "Bist du etwa schwul?" Zusammenfassung: So sind sie halt, die Neger, und irgendwie haben sie ja auch recht. Meine Fresse.
3.2.05 16:26


Bahamas im Kirchenasyl

Steht es wirklich so schlimm, wie sie sagen? Die Veranstaltungen in der Jerusalemgemeinde sind kein geschickter Schachzug, sondern Ergebnis der Not?

Anyway, Gerhard Scheit war once again gro?artig, der Saal war gef?llt, allerdings waren die abschlie?enden "Verst?ndnisfragen" nur olle Nachweise von Begriffsmangel - ich h?tte ihn gern ?ber richtige Themen diskutieren h?ren.
5.2.05 17:16


Termine

Mittwoch, 9.2., Jerusalemgemeinde Berlin, Lindenstr. 85, 19 Uhr 30: Bahamas-Veranstaltung zum Kampfbegriff "Islamophobie"

Wochenende, Dresden: legale Nazis instruieren die Volksgemeinschaft ?ber ihre gro?en ?pfer - gute Gelegenheit, mit Nazis zu 'diskutieren' - hinterher am Samstag vielleicht zu H-KON, wo auch immer er auflegen wird

Sonntag, 20.2., Potsdam, Geschichtssalon im Caf? Heider, Friedrich-Ebert-Str. 29, 18 Uhr: mein Vortrag ?ber Nationale Geschichtsschreibung: Wozu und f?r wen wird Geschichte geschrieben?

Mittwoch, 23.2. , Jerusalemgemeinde Berlin: Zur Verspie?erung der deutschen Punkszene
6.2.05 15:07


Endlich fertig: der Song zugunsten der Feuerwehr von Babylon

http://www.systemausfall.de/antivolk_timbou_kulla_sie_singen_nur_peace_and_love.mp3

antivolk
Timbou feat. Classless Kulla
"Sie singen nur Peace and Love"
(Betaversion f?rs Netz nach zwei Bastelnachmittagen im Kinderzimmer in Jena)

[die Bassline ist wirklich aus "Deutschland mu? sterben" von Slime; die Bassline und in gewisser Weise der Titel selbst sind im Grunde das einzige aus jenem Song, das weiter G?ltigkeit besitzt]
["Teil der Landschaft" sagt Robert de Niro als Freelance-Agent, der nach dem Kalten Krieg au?erhalb des CIA unter Laien Besch?ftigung sucht, in "Ronin"]
[das Ende des Zweiten Weltkrieges wird von Harry Truman verk?ndet, mit der nochmaligen Betonung auf dem Doppelsinn von "fly all over Europe"]

"Ja, wir sind ganz locker, denken nicht dauernd nach
und tragen Palit?cher den ganzen Tag
Krieg ist schlimm, also sind wir gegen Krieg
doch Krieg ist nur, wo wir nich mitmachen"

Sie singen nur Peace and Love, aber es ist doch Krieg
Und sie haben ihn mit angefangen, den Krieg gegen die Moderne
Sie schimpfen auf Babylon, aber Babylon brennt
Und sie haben es mit angez?ndet - New York brennt

Der Pazifismus der Waffenh?ndler
Nichteinmischung in faschistische L?nder
Krieg ist nur, was Amerika tut
V?lkermord ausgerechnet, was Israel tut

Sie singen nur Peace and Love, aber es ist doch Krieg
Und sie haben ihn mit angefangen, den Krieg gegen die Juden
Sie schimpfen auf Babylon, aber Babylon brennt
Und sie haben es mit angez?ndet - Tel Aviv brennt

Sie reden von kulturellen Eigenarten
und verschleiern damit die wirklich schlimmen Taten
Frauenunterdr?ckung, Massenmordhysterie
die Volksgemeinschaft der Mudjaheddin

Sie singen nur Peace and Love, aber es ist doch Krieg
Und sie haben ihn mit angefangen, den Krieg gegen die Frauen
Sie schimpfen auf Babylon, aber Babylon brennt
Und sie haben es mit angez?ndet - Amsterdam brennt

[Erich Honecker beschw?rt in seiner ber?hmten Rede ?ber Beatmusik den "sch?dlichen Einflu? solcher Musik auf das Denken und Handeln Jugendlicher"]
[Annett Louisan singt "Ich mach heute blau", aus ihrem wundervollen Song "Die Tr?gheit"]

Sie klopfen auch bei dir, wollen deine Arbeitskraft
dein Opfer f?r die Volksgemeinschaft
Geschichte ist Geschichte - alle Opfer gewesen
Vom deutschen Wesen sind noch nicht alle genesen

Sie singen nur Peace and Love, aber es ist doch Krieg
Und sie haben ihn mit angefangen, gegen die Zivilisation
Sie schimpfen auf Babylon, aber Babylon brennt
Und sie haben es mit angez?ndet
Deine Stadt brennt
Deine Stadt brennt

Von dir mu? die Welt genesen
[Bush-Ansprache zum offiziellen Kriegsende im Irak: "The message is: no matter how long it takes, no matter what the cost"]
Von dir mu? die Welt genesen
[Honecker: "...durch die Verbreitung von Unmoral und Skeptizismus"]
[Truman: "all... over... Europe"]
6.2.05 15:38


Bahamas im Kirchenasyl II

Provokation funktioniert in Abwesenheit der Angesprochenen nicht so gut. Gerade gegenw?rtig w?re es aber besonders hilfreich, die Rassismus-Debatte wirklich zu f?hren. Die Kritik, die Wertm?ller am praktizierten Antirassismus als Schutz von Kollektiven und Ausblendung nicht dazugeh?render Individuen ?bt, ist brisant und n?tig, wird aber scheinbar ?berhaupt nicht rezipiert. Allenthalben hei?t es, die Antideutschen seien jetzt v?llig durchgedreht und sind jetzt sogar f?r Rassismus. Allein der Umstand, da? mit diesem unscharfen und seit Durban 2002 eigentlich hochproblematischen Kampfbegriff ?berhaupt noch so undefiniert um sich geworfen werden kann, zeigt, wie dringend eine Debatte ?ber das Thema ist.
11.2.05 14:37


Eigentlich kein Bedarf an Feinden, aber...

Gerade stie? ich auf zwei programmatische ?berlegungen, die ich wohl etwa vor zwei Jahren notierte.

Die eine betraf den Umstand, da? ich aus der mich empirisch seit einiger Zeit ?berw?ltigenden Dummheit und dem gleichzeitigen umfassenden Desinteresse an der Regelung eigener und gesellschaftlicher Angelegenheiten von einer mutma?lich l?ngeren bevorstehenden Periode der Konterrevolution ausging.

Die andere wiederum lautete: Die Welt ist komplex, schillernd, vielf?ltig und bunt, und es w?re sehr erfreulich, sich in sie hineinst?rzen zu k?nnen und ihr mit immer komplexeren Gedanken auf die Schliche zu kommen. Leider nur stricken sich Menschen aktuell viel simpler; das verst?rkt sich in Gruppen mit wachsender Gr??e und vor allem in deutlich herrschaftlichen Gruppen bis zu einem Punkt, an dem sowohl Ideologie als auch Handlungsweise aufs ?deste vorhersehbar und nach Art einer Farce herausforderungslos werden. Das Problem ist also, da? es den Verstand beleidigt, sich mit diesen nach wie vor h?chst primitiven Mechanismen von Herrschaft und Beuteaufteilung (heute w?rde ich kollektive Identit?t dazurechnen) besch?ftigen zu m?ssen und ich jeden verstehen kann, der lieber in die wirklich spannenden Themen vordringen mag; leider wird das nie wirklich funktionieren, solange die beschriebenen Mechanismen in Kraft sind, weil sie Erkenntnis und vor allem das Teilen dieser Erkenntnisse mit anderen so massiv behindern. Daher ist die R?ckf?hrung des politischen Get?ses auf seine wenigen zugrundeliegenden Aussagen unvermeidbar und kann leider erst unterlassen werden, wenn es irgendwann besser sein sollte.

Mich verbl?ffen diese Gedanken, weil es danach beinahe zwangsl?ufig erscheint, da? ich danach auf die Bahamas so abgegangen bin, die ich ja noch gar nicht so lange kenne. Wenn es solche ideologischen Knoten wie den Antisemitismus gibt, dann liegt das nicht an seinen Kritikern. Ich kann mir gut vorstellen, in einer Welt zu leben, ich der ich mich nicht st?ndig und so einfach an derma?en offensichtlichen Problemen aufziehen mu?. Es w?re wirklich besser, wenn alle anderen einfach cooler w?ren, als sie es eben sind.
11.2.05 14:56


Wieder keine Trampgeschichte...

...da mein Bruderherz mich in Berlin aufgabelte und nach Dresden mitnahm (die Portugalgeschichten reiche ich gesammelt nach...), er selbst aber daf?r, als ich im Plus drei Stangen Lauch aufs Kassenband legte, lustigerweise fragte: "Was ist das denn?"
11.2.05 16:16


?berdosis Deutschland

Der Traum nach dem Rumdrehen beinhaltete eine verwickelte und sehr sch?ne Anbandelung mit einer jungen Frau in einer f?r die th?ringische Provinz, in der ich mich der Ausschilderung nach befand, dann aber doch viel zu gro?en Stadt.
Als ich im mitt?glichen Dresdner Halbdunkel noch mal die Augen schlo?, sah ich hingegen gestrige Einsatzkr?fte, die sich in immer neuen Mustern formierten, wobei es ihnen v?llig mi?lang, lustig zu wirken.
Ich werde mich erst mal in die Badewanne legen.
14.2.05 13:35


"Im Herzen sind heute alle Deutschen Dresdner"

Mit etwas gefestigterem Bewu?tsein traue ich mich in die indymedia-Erg?nzungen zu gestern, in denen weiterhin "IBM" steht, wenn "IDF" gerufen wird, und schmunzele ?ber den Kommentar von einem "John UK", der die antigermans f?r entschlossenen Einsatz lobt.

Fake hin oder her - ich hatte den ganzen Abend ?ber Gespr?che mit einem englischsprachigen Turbantr?ger, der in einer wesentlich deutlicheren Sprache dar?ber abging, da? die Synagoge gern der Ort sein darf, an dem die Nazis scheitern, und der uns f?rmlich anfeuerte.

Wie schon Samstagabend beim DnB im conni war auch der gestrige Tag voller Fragen nach den antideutschen Positionen und Slogans aller Art - sowohl von Antifas als auch von vorbeilaufenden Gutmenschen. Gr??te Verbl?ffung l?ste ich damit aus, auf die Vorhaltung "Damit macht ihr euch aber sicher nicht besonders beliebt hier" einfach "Ja" zu antworten.

Wenn es auch sonst nicht sonderlich glorios war - der Tag bleibt wohl eher in schrecklicher Erinnerung feat. das Bild der endlosen Nazimenge auf der Augustusbr?cke zu den Kl?ngen des Herrn Orff - wenigstens sind endlich wenigstens Teil der innerlinksradikalen Debatte wirklich nach Dresden gelangt.
16.2.05 14:16


Fomenko: History - Fiction or Science 1

"The ancient Plato is supposed to have been the founding father of Platonism. His teaching allegedly falls into oblivion for centuries to come, and is revived by the famous Neoplatonist Plotin, allegedly 205-270 A.D. The similiarity of his name to that of his teacher is purely accidental, of course. Then Neoplatonism perishes as well, in order to be revived again in the XV century A.D. by another famous Platonist - Gemisto Pleton, whose name is also identical to that of his teacher as a result of sheer coincidence." (p. 53)

?ber Datierungsmethoden: "Firstly, one fails to understand what citeria of similarity have been used here... This method, which is also known as "the dominoes method", and all similar ones are based on pure unadultared subjectivism, and, principally, on the Scaligerian chronology." (p. 60)
16.2.05 15:51


Oh, nein - kein Samplen und kein Remixen

In der 'Trend'-Stellungnahme zur Spiegelung eines Textes aus der Islamischen Zeitung werden sch?ne Konzepte der Textaneignung zur Rechfertigung herangezogen:

Wir verbreiten sowohl bereits ver?ffentlichte Texte durch Spiegelung als auch bisher unver?ffentlichte, um sie dadurch neu zu samplen bzw. zu remixen. Diese besondere Sammelwerkmethode schafft neue Sichtweisen und Einsichten in bereits bekannte Zusammenh?nge und Strukturen. Bestimmte Informationen, die zuvor als marginal galten, k?nnen so eine zentrale Bedeutung erlangen.

Die reine Datenbank des Wahnsinns bedeutet aber noch nicht Samplen. Das kann damit gemacht werden, es ist eine Ausgangsbasis daf?r. Wahrscheinlicher jedoch ist bei ungefilterter und eben noch unabgemischter Einspeisung eine simple Pr?sentation. Den Optimismus, das sich dieses Material angeeignet wird, kann ich nicht teilen.

Ich werde erst die Koran-Cut-ups ins Netz stellen, sicher nicht den Koran spiegeln.
16.2.05 16:51


No Nomad

Nach nunmehr neun Monaten Quasi-Residenzlosigkeit konstatiere ich ziemlich entschlossen, wirklich nur Tramper und keineswegs Nomade zu sein. Weder mag ich im Rudel herumziehen, noch erbeute ich mir besonders gern meine Nahrungsmittel. Irgendwie war die Idee am Herumgefahre auch immer, m?glichst viel Material anzusammeln, das ich dann an einem durchaus fixen Ort auch durchaus konzentriert zusammenr?hre und durchdekliniere. Nomadentum ist sozusagen reine begriffslose Feldforschung ohne Nachbereitung.

Ich frage mich daher auch, ob sich das Nomadologische Institut nicht doch noch mal Gedanken ?ber den Namen machen sollte, da hier vielleicht eine Verwechslung von Gegenstand, Selbstbild und methodischem Ansatz vorliegen k?nnte. Ging zumindest mir so. Im zur?ckliegenden Jahr bin ich sozusagen in der Empirie verlorengegangen. Ich konnte ?berall beobachten (auch teilnehmend), ich konnte mir hier und da auch Notizen machen, aber kam selten zur Reflexion oder gar systematischen Darstellung.

Bekanntmachung:

Kulla wird wieder wohnen! Zumindest zeitweise. Ich sage voraus, da? ich dadurch sogar mehr trampen werde und noch mehr Verdrahtungen entstehen werden.
16.2.05 19:36


Ohne Verletzungen im tp-Forum

Ich habe mich im Forum bei Telepolis aufgehalten, noch dazu beim Thema "Selbstkritik unter Muslimen?" und bin praktisch unbeschadet herausgekommen. Es war m?glich, Fragen zu beantworten, es gab sogar Zustimmung. Das bin ich gar nicht mehr gew?hnt. Aus meinen bisherigen Erfahrungen, gerade bei tp (Sammlung gibt's hier ) w?rde eher den Schlu? ziehen, da? Internetforen als ?beroptimale Identit?tsgeneratoren noch F?rchterliches bewirken werden. Wie funktioniert denn unter diesen Umst?nden noch Kommunikation? Also: Warum hat es diesmal geklappt?
16.2.05 20:56


Rasthof Dresdner Tor A4 -> Ausfahrt K?nnern A14

Nachdem M?schki mich mit dem Barkas zur Raste gebracht hat, stehe ich etwas verloren in der K?lte herum und bekomme einen "Wieso glaubst du eigentlch immer, da? das ?berhaupt geht?"-Anfall, der etwa zehn Minuten dauert und mich wie immer in den Grundfesten ersch?ttert, meine Lebensweise infragestellt und mich gar dar?ber nachdenken l??t, ob ich mir mal eine andere M?tze besorgen sollte.

Dann sind eine Reihe von Deutschen deutsch, ich studiere die ?berschriften der zahlreichen in der Tanke feilgebotenen Zeitungen (Tenor etwa: Fischer fritzt frische Forsa-Umfragen) und kaufe mir keinen Mr. Brown's f?r 2,10 ?.

Schlie?lich nimmt mich ein pfeifend seinen Reifendruck pr?fender Pole aus Legnica mit, der w?hrend der Fahrt kaum etwas sagt und bis an oben bereits erw?hnte Ausfahrt rollt, weil er aus nicht nachvollziehbaren Gr?nden ausgerechnet nach K?then will. Die Ausfahrt befindet sich nur eine weitere Ausfahrt von Pl?tzkau entfernt, was die meinige in Richtung Thale gewesen w?re. Leider fahren eine kalte Stunde lang recht viele Einheimische an mir vorbei, die mir gr??tenteils bedeuten, da? sie ja nur eine Auffahrt weiter fahren w?rden, was mir ja wohl sicher nicht viel weiterhelfen w?rde. Ich besichtige die Stadt K?nnern, zu der mir wirklich nichts weiter einf?llt und kapituliere bei Einbruch der Dunkelheit und einsetzendem Schneesturm sch?ndlich mittels Einwurf von Geld in einen Automaten der Deutschen Bahn.
16.2.05 21:06


Ob wir auch die neue Single von Wir sind Helden - so wie schon "Denkmal" - auf NPD-Demos zu h?ren bekommen: "Wir kommen um zu bleiben, wir gehen nicht mehr weg"? Was sagt denn der restliche Text so?
16.2.05 21:31


Bulletproof Monk samplen!

Auch wenn der Film eine m?glichst gro?e Distanz zwischen der Feudalwelt Tibets und den Nazis erzeugen will, spr?ht "Der kugelsichere M?nch" vor antifaschistischer Aktion aller Art. Zu Beginn versucht ein Nazi-Trupp 1943 aus einem tibetanischen Kloster eine Schriftrolle zu entwenden, deren lautes Vorlesen die Weltherrschaft verleiht. Die Nazis werden vom Namenlosen (Chow Yun-Fat) verpr?gelt, was sch?ne Bilder gibt.

60 Jahre sp?ter ist eine von Deutschen dominierte "Human Rights Organisation" damit besch?ftigt, die Geschichte umzudeuten. Hinter ihr verbirgt sich der Anf?hrer des damaligen Nazitrupps, immer noch auf der Jagd nach der Rolle.

"Die lassen ja nicht locker." - "Schon seit 60 Jahren."

Die gro?artigsten Samples ergeben sich aus den trockenen Erkl?rungen, weniger aus den ?blen Gl?ckskeksweisheiten ? la "Es geht nicht um Macht, es geht um Liebe". Am Ende m?ssen die Deutschen, die darauf bestehen, sich nie zu ?ndern, sterben, damit die Welt leben kann. Der Chefnazi wird von der eigenen Geschichte in Gestalt einer Skulptur erschlagen.
16.2.05 22:19


(Grundlagentext zu meinem Vortrag an diesem Sonntag, 20.2., in Potsdam, Geschichtssalon im Caf? Heider, Friedrich-Ebert-Str. 29, 18 Uhr: Nationale Geschichtsschreibung: Wozu und f?r wen wird Geschichte geschrieben?)

?Die Geschichte ist noch nicht geschrieben, Marty!? (Doc Brown in ?Zur?ck in die Zukunft?)

GESCHICHTE IST KEINE AUSREDE.

Wir werden von der Geschichte nichts lernen, wenn wir sie etwas lehren wollen. Die historische Mission eines revolution?ren Subjekts, ein Letzter Gro?er Ruck oder die ?berlegenheit der indogermanischen Rasse lassen sich nicht nachweisen und ebensowenig ableiten. Sie repr?sentieren nur das Bild, das einige von uns teilweise v?llig unabh?ngig von historischen Untersuchungen als ihr favorisiertes auserkoren haben.

Sehr wohl m?glich erscheint es mir, abstrakt gesprochen, das heute Greifbare als Produkt des bisher Geschehenen zu setzen und somit die Geschichte aus der Gegenwart mit ihren materiellen und ideellen Spuren der Vergangenheit zu extrapolieren ? das jedoch immer mit dem wachen Blick auf die Wahrscheinlichkeiten der Resultate und auf die Geltungsbereiche der angewandten Modelle und Methoden.

Die Ruinen, Urkunden, Religionen, Ideologien, all die absichtlichen und unwillk?rlich hinterlassenen Spuren m?ssen in diese Welt gebracht worden sein; die Logik unterstellt dabei aus den Schichten tats?chlich unternommener Grabungen eine Reihenfolge der Geschehnisse, aus denen sich wiederum Wahrscheinlichkeiten f?r einschichtig abgelagerte oder an der Oberfl?che befindliche Artefakte ermitteln lassen.

Dabei sollte jedem Buch, vor allem den ?lteren, komponierten ? auch den jeweils liebsten und just originell ausgelegten ? weniger vertraut werden als den vorgefundenen M?llhaufen, Lavakonservierungen oder den eben zum Teil noch immer ?historischen? Bewohnern entlegener Landstriche. Was sich in den ausgegrabenen M?llhaufen findet, was sich in vom Vulkan bespuckten Orten als Bild erhalten hat, mu? zu einer bestimmten Zeit so bestanden haben; was bis in die j?ngste Vergangenheit isolierte Insulaner ohne unsere ?zwingenden Vorbedingungen? genauso zuwegebrachten, kann aus ihren Lebensbedingungen, die einmal zum Teil die hiesigen gewesen sein k?nnten, erkl?rt werden.

Das Dokument jedoch mu? bezweifelt werden, gerade weil es Zeugnis menschlichen Geistes ist, welcher einzigartig darin ist, die Unwahrheit, die Fehlwahrnehmung, das Irrationale und dem bereits gefa?ten Urteil entsprechend Gemachte zu beweisen und in aller schillernden Pracht darzustellen: die Zahl besiegten Gegner wird so sehr ?bertrieben wie die Zahl der Konvertierten und die Qualen der eigenen M?rtyrer; die eigenen Verbrechen werden verniedlicht, zu Notwendigkeiten erkl?rt oder neuerdings gar als Akt der eigenen L?uterung verkauft. Die Folgerichtigkeit der bisherigen Geschichte wird wie in einem Lebenslauf f?r ein Bewerbungsschreiben nicht zuletzt dann herausgearbeitet, wenn die Eignung f?r den angestrebten Posten umstritten ist. Der schwache Herrscher, der sich zum Gr??ten aufschwingt, ben?tigt Titel und belegte Besitzanspr?che; die schwache oder noch unscharf gefa?te Nation bedarf der prunkvollsten Geschichte, um ??ber allem in der Welt? stehen zu k?nnen.

Sich in diesem Dickicht von zu Siegen umgeschriebenen Niederlagen (wie beispielhaft der nur als phantastische Erz?hlung funktionierende Triumphzug des Willens durch Alexander den Gro?en) und zu aufopfernder Niederlage stilisierten eigenen Blutb?dern (hier sei vielleicht an die zahlreichen in diesem Ton schwelgenden Kreuzzugsdarstellungen erinnert) zurechtzufinden, ist nicht leicht, ist vielleicht gar nicht m?glich. Wer braucht das ?reichliche halbe Jahrtausend? maurischer Herrschaft auf der iberischen Halbinsel dringender zur Legitimation: die nordafrikanischen Moslems, die Portugiesen, die Spanier? Das heutige Europa, die heutige arabische Welt? Wem dient wiederum die reconquista als Grundlage f?r welche sp?teren oder heutigen Anspr?che? Wer hat nun wen wirklich aus der Geschichte getilgt oder andersherum sinnlos ?berh?ht? Wer macht das heute noch?

Anhaltspunkte bietet immerhin der Blick auf die eigentlichen Revolutionen innerhalb der Geschichtsbetrachtung. Da steht zuallererst Scaligers Chronologie, welche alle, die sie in Bezug auf die Vergangenheit anwendeten, dazu verleitete, die banalen und unlogischen Ereignisse zu einem Regierungsprogramm zurechtzuschreiben.

Mindestens ebenso wichtig sind die mit der Franz?sischen Revolution verbundenen Ver?nderungen in der Vorstellungswelt, die wiederum einen historischen Sinn und einen politischen Willen ? zum Zwecke der Sinngebung der damaligen Gegenwart ? weitestm?glich in die Geschichte zur?ck projizierten. Zuf?lle wurden ? sofern sie nicht schon vorher als schicksalhaft dargestellt worden waren ? zu Bedeutsamkeiten; schon aus zwei f?r me?bar und zeitlich bestimmbar gehaltenen Ereignissen wurden Gesetzm??igkeiten abgeleitet. (Darin sp?ter un?bertroffen die logische Herleitung der jeweiligen revolution?ren Situation durch die Marxisten-Leninisten)

Die b?rgerliche Revolution spiegelte sich ?berallhin, schuf ein dramatische, komponierte und in sich abgeschlossene Geschichte voller vern?nftiger Anordnungen und voller Strafen f?r Unmoral. Wieviele historische Figuren sollen an ihrer Hybris gescheitert sein? Wieviel waren Sklaven von Orakelspr?chen und g?ttlichen Eingriffen? Wie oft soll gerade die Anma?ung darin bestanden haben, ohne R?cksicht auf Gott und Schicksal zu handeln?

Die Hybris-Anschuldigung wurde dann von vermeintlich zeitgen?ssischen Historikern in Form von zu modernen Gerichtssaal-Reden vorgetragen. Der Angeklagte handelte unmoralisch, die Bestrafung soll ihm seine Verfehlung vergegenw?rtigen und ihn (und alle anderen) wieder auf den Teppich holen ? das ist der Kern der Hybriserz?hlung (des ?5. vorchristlichen Jahrhunderts?) und die Grundidee der aufgekl?rten Justiz (seit dem 18. Jahrhundert).

Wir m?ssen also den Erz?hlmustern lauschen, die Form verstehen und vor allem ?berlegen, wer von der Geschichte angesprochen werden soll und angesprochen wird.

Nehmen wir ein allen vertrautes Beispiel aus dem 20. Jahrhundert, in dem die Hybris immer noch zu walten schien. Hitler wird in der heutigen Erz?hlform, etwa in den popul?ren Fernsehfilmen Guido Knopps oder auch in den akademischen Arbeiten eines G?tz Aly, als Sozialpolitiker mit einer ?dunkeln Seite? geschildert. Die Geschichte treibt mehreren H?hepunkten zu, unterbrochen von ebenso dramaturgisch begriffenen R?ckschl?gen. Wie im Dramenschema bricht auf dem H?hepunkt der Macht der Wahnsinn allm?hlich durch. Hitler l?gt nicht mehr nur selbst, sondern hat einen hauptamtlichen L?gner eingestellt; statt wie jeder andere Staatsmann auch einfach Krieg zu f?hren, gibt es zu viel Grenz?berschreitung. Er ?bernimmt sich, der Wahnsinn kumuliert, am Ende ? nach retardierenden Momenten wie der Einnahme Stalingrads oder der Ardennenoffensive ? stehen Niederlage, Selbstmord und der Triumph der vern?nftigen Au?enwelt.

Diese Schilderung ist heute deshalb die bevorzugte, da sie alle anderen maximal entschuldigt, die so nur zur Staffage in einer zeitgem??eren Macbeth-Auff?hrung herabgestuft werden. Die Rede von Hitlers Selbst?bersch?tzung verdeckt seinen ? gemessen am in ?Mein Kampf? formulierten Vorsatz ? beispiellosen Erfolg, eine Nation v?llig in den Dienst von Krieg und Vernichtung gestellt zu haben; ein so unvorstellbares Vorhaben wie die Ausrottung der ?berall in der Welt verstreut lebenden und weitgehend assimilierten Juden so weit getrieben zu haben; eine Armee aufgestellt zu haben, die bis zur letzten Patrone f?r die ?Sache? k?mpft und sich selbst opfert. Die dramatische L?sung wiederum suggeriert ein pl?tzliches Verpuffen des Spuks mit dem Fall des Vorhangs bei Kriegsende und verstellt v?llig den Blick darauf, wieviel akkumulierten Wert die Nazis dem Nachkriegsdeutschland in Gestalt der um ein vielfaches perfektionierten und ausgebauten Infrastruktur, der angesammelten Verm?gen und der Millionen ausgebildeter und bis zum blinden Gehorsam disziplinierter Facharbeitskr?fte hinterlie?en; ein Effekt, der denn auch folgerichtig mit einem ?Wirtschaftswunder? beschrieben werden mu?.

Logisch war an der Nazizeit also genau die verbissene Abarbeitung eines von einem einzelnen Autor als ?Antenne seines Volkes? ausgearbeiteten Programms, die Deutschen so identisch zu machen, da? sie zu perfekt funktionierenden Teilen der zu einem gigantischen Monopol zusammengeflossenen Staatswirtschaft, zu gesunden Zellen des vorgestellten ?Volksk?rpers? werden konnten. F?r die so vollst?ndige Verschmelzung, die anderswo immer wieder versucht, so jedoch gl?cklicherweise bisher nicht wieder erreicht wurde, war die Austreibung des Abweichenden grundlegend. Nur ohne diejenigen, die das geschlossene Gesamtbild st?rten, konnte die Volksgemeinschaft zu ihrer schlie?lich erreichten und in den die halbe Welt ?berziehenden hochtechnisierten Massakern manifestierten Schlagkraft auflaufen.

Die Geschichte vom tragischen Hitler, der an seiner Hybris scheiterte, soll uns also beruhigen und vermag das offenbar auch angesichts aufmarschierender Imitatoren recht gut. Wie w?rde man sich auch f?hlen, wenn einem klar w?re, da? in jedem Quentchen Wohlstand der Gro?eltern, der Eltern, eines selbst die Vernichtung der Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuellen, Sinti und Roma und all der anderer Nichtpassenden, Nichtidentischen steckt? Ganz genau, man f?hlte sich nicht schuldig und auch ohne Not, Bu?e zu tun; sondern man f?hlte den Zorn, zum Komplizen gemacht worden zu sein, der in einstmals arisierten Wohnungen wohnt, am Tag im Schnitt drei W?rter originales Nazivokabular in den Mund nimmt und der immer noch die Vorstellung im Kopf mit sich herumtr?gt, wie sich der Menge eine Ruf wie aus einem Munde entringt. Sollte sich Schuld auch ablegen lassen, wie das gegenw?rtig gerade durch ihre Pathologisierung als zu ?berwindender Schuldkomplex geschieht, die Komplizenschaft kann man wachen Bewu?tseins eigentlich nicht weitergeben.

Gerade dieses wache Bewu?tsein ist der neben Chronologie und Dramaturgie dritte wichtige Angelpunkt einer erz?hlsensiblen Neusichtung der Geschichte. Dem Bewu?tsein f?llt es immer schwer, sich eine Welt ohne sich vorzustellen, oder eine Weltanschauung eines anderen, vielleicht weniger komplexen Bewu?tseins. Es tut dem Gegenstand der Geschichte damit zweierlei an. Zum einen wertet es Ereignisse und Hinterlassenschaften enorm auf, ohne gewahr zu bleiben, da? diese zugeschriebenen Werte werden in den Dingen stecken, noch vom Vorgeborenen ebenso, wenn ?berhaupt, zugeschrieben wurden, ja worden sein k?nnen. Wie der Mensch tierische Gef?hls?u?erungen f?r menschliche halten kann, kann er auch historische Handlungen im Licht (bzw. Schatten) seiner eigenen ? verkennen. Die erste Wirkung des modernen gesichtsbewu?ten oder geschichtsbewu?t werdenden Menschen besteht also darin, dieses historische Bewu?tsein den historisch Handelnden zu unterstellen, sowohl was Auswirkungen als auch zeitliche Tragweite anbetrifft. So m?ssen die mumifizierten Pharaonen ihre sp?tere Verwendung als B?rgen f?r die sich auf sie berufenden Herrscher gewisserma?en sogar beim Bau der Pyramiden selbst mitgedacht haben ? was nicht sehr wahrscheinlich aussieht und die Frage aufwirft, wem diese B?rgschaftsfunktion der Reinkarnation so klar gewesen sein kann, um diesen umfangreichen baulichen und organisatorischen Proze? in Gang zu bringen. Es geht also nicht um das Leninsche Cui bono, den Urheber im Profitierenden zu suchen, sondern darum, die Einzelnen oder Gruppen ausfindig zu machen, die diese nicht eben absichtslos aussehenden historischen Mechanismen in ihren Folgen absch?tzen konnten.

Der zweite Effekt hat wie die Dramaturgie etwas mit Sinnstiftung zu tun. Da das Geschichte betrachtende Bewu?tsein von der inneren Logik und Stringenz der eben im wahrsten Sinne des Wortes menschengemachten Geschichte ? also der durchkomponierten und zutiefst moralisch geschriebenen Geschichte ? ?berw?ltigt ist, nimmt es darin einen Urheber wahr, den es zun?chst traditionell als Gott bezeichnet, sp?ter als H?chstes Wesen und Weltgeist, im Laufe der Zeit mit den Namen jeder bekannten f?r ordnungsbildend oder eben chaosstiftend gehaltenen Kraft: Buddha-Sein, Yin & Yang, Wahrer Wille, historische Gerechtigkeit, Ewiger Diskord usw. usf.

Die Erkenntnis, die hier vorbereitet wurde, k?nnte sich als zutiefst verunsichernd, gern aber auch als befreiend erweisen: da? Menschen wirklich ihre Geschichte geschrieben haben, weshalb sie so sinnhaft erscheint; da? weiter wir uns in unserer Geschichte als Autor wiedererkennen, nicht also das reale Geschehen, sondern unsere Interpretation, unsere Absichten, W?nsche und vor allem unsere Denkmuster; da? noch weiter Menschen, seit sie Geschichte zu schreiben begonnen haben, ihre Gegenwart an ihr messen und bis zu einem hohen Grad bereit sind, ihr Handeln als historisches anzusehen; da? schlie?lich sowohl die Geschichte vor der Geschichtsschreibung wie auch die zuk?nftige nach einer zu erhoffenden L?sung von historischem Zwang viel br?chiger, merkw?rdiger, komplexer, unmoralischer, banaler und insgesamt eben sinnloser aussieht; da? ? um doch noch eine Programmansage zu machen ? der Sinn und Wert von einzelnen Menschen verliehen werden k?nnen und angesichts der Millionen ihrer historischen Inkongruenz wegen Hingeschlachteten auch verliehen werden m?ssen.
17.2.05 16:55


Bad Vibrations
Freundlicher Hinweis auf die Bedeutung von Dreadlocks

Zun?chst beziehen sich die Rastas auf die Bibel, auf das sogenannte "Nazarite Law" (4. Mose 6:5), in dem vorgeschrieben wird, da? f?r die Zeit ihres Gel?bnisses weder Schere noch Messer das Haupt besonders geheiligter Personen ber?hren darf.
Die Trennung von sakral und profan, von Religion und Leben, wie sie sich in unserer Gesellschaft mehr oder weniger stark ausgebildet hat, lehnt Rasta gerade ab.

Rasta-Frauen: Marginalisierung

Frauen waren in der Rasta-Bewegung von Anfang an in der Minderheit. Zu einer Marginalisierung von Rasta-Frauen im rituellen Kontext kam es jedoch erst ab den 50er Jahren: Ein gro?er Teil der radikalen Dreadlocks-Rastas, die in den 50er und 60er Jahren entscheidend an der Entwicklung der grundlegenden Vorstellungen, Verhaltensweisen und Tabus der Rasta-Livity beteiligt waren, praktizierte eine asketische Lebensweise und hielt sich von Frauen fern. Aus dieser Zeit stammt die noch heute bei vielen Rasta-M?nnern vorherrschende Auffassung, da? Frauen f?r M?nner (wegen der Erregung von sexueller Lust und Eifersucht) eine Ablenkung von religi?ser Kontemplation bedeuten und in diesem Sinne als unrein gelten.

Rasta-Frauen attackieren vor allem folgende weit verbreiteten Einstellungen bzw. Praktiken:
- die Auffassung, eine Rasta-Frau k?nne nur durch ihren Kingman g?ttliche Inspiration erlangen;
- die Ausschlie?ung oder Marginalisierung von Frauen bei Rasta-Ritualen;
- Konzeptionen von einer Unreinheit der Frauen, vor allem im Zusammenhang mit der Menstruation;
- orthodoxe Kleidungsvorschriften;
- das Tabu, Verh?tungsmittel zu verwenden;
- Polygynie.

Kritische Rasta-Frauen vermeiden oft eine Zuspitzung und ein ?ffentliches Austragen von Konflikten innerhalb der Bewegung, um nicht dem Babylon-System Argumente f?r die Bek?mpfung der Bewegung zu liefern.

Ausschlu?

Am Reasoning der orthodoxen Rastas nehmen Frauen h?chstens als Zuh?herinnen teil, und auch am Trommeln, Singen und Tanzen w?hrend der Nyabinghi-Veranstaltungen beteiligen sich meist ausschlie?lich M?nner. In orthodosen Rasta-Gruppen ist es au?erdem ?blich, da? Rasta-Frauen nicht mit den M?nnern zusammen Ganja rauchen. Nach Auffassung orthodoxer Rastas geh?ren Gehorsamkeit, Bescheidenheit und Zur?ckhaltung zu den wichtigsten Verhaltensweisen, die von einer Rasta-Frau erwartet werden. Die entscheidende Bibelstelle, die den Rastas als Begr?ndung f?r die Unterordnung der Frauen dient, ist Epheser 5,22-24. Dort hei?t es:

"Ihr Frauen, ordnet euch euren M?nnern unter wie dem Herrn (Christus); denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich Frauen in allem den M?nnern unterordnen."

W?hrend Rastas ansonsten bei ihrer Interpretation der Bibel sehr kreativ sind, wird diese Stelle von den meisten orthodoxen Rastas w?rtlich genommen.

Verh?llung

Nach Ansicht orthodoxer Rastas d?rfen Frauen keine Hosen tragen. Von ihnen wird erwartet, da? sie weite Kleidung tragen, um eine Betonung der weiblichen K?rperformen zu vermeiden. Arme und Beine der Frauen sollen m?glichst vollst?ndig bedeckt sein. Die Beachtung dieser Kleidungsregeln soll bewirken, da? Rasta-Frauen weder in der ?ffentlichkeit noch innerhalb von Rasta-Gemeinschaften bei M?nnern "unreine Gedanken" hervorrufen. Aus demselben Grund m?ssen nach der orthodoxen Auffassung Rasta-Frauen jederzeit ihre Dreadlocks bedecken, w?hrend das f?r Rasta-M?nner nur in der ?ffentlichkeit gilt. Au?erdem ist das Auftragen von Make-up nach orthodoxer Ansicht f?r Rasta-Frauen tabu.

Geb?rverweigerung macht Frauen zu Parasiten

F?r die meisten Rastas ist Abtreibung Mord und damit eine der schlimmsten S?nden. Viele lehnen auch jede Art von Verh?tungsmitteln kategorisch ab. Sie betrachten die Ma?nahmen zur Geburtenkontrolle nicht nur als Manipulation der Natur durch den Menschen, sondern sehen darin auch eine konspirative Taktik Babylons, die darauf abzielt, alle schwarzen Menschen auszurotten.

Brother Miguel: "Abortion"

Don't make them tie off your tubes
my sisters
Don't make them steralize you
my brothers
Don't make them turn you into a cemetary my sisters
Fire for the pill
Don't be a seedless tree
That take but do not reproduce
That accept, but do not give
Then you are a parasite

Unreinheit


Viele Rastas nehmen keine Mahlzeit an, die von einer menstruierenden Frau gekocht wurde. Die extremste Form des Menstruationstabus herrscht bei den Bobo Dreads [zu denen sich Junior Reid z?hlt]. In deren Kommune m?ssen sich menstruierende Frauen vom ersten Tag ihrer Periode an f?r insgesamt 16 bis 20 Tage in ein sogenanntes Menstruationshaus zur?ckziehen. W?hrend dieser Zeit ist ihnen jeglicher Kontakt zu den ?brigen Mitgliedern der Kommune, vor allem mit den Bobo-M?nnern, untersagt.

Unnat?rlich

Homosexualitat wird von ihnen mit Sextourismus und westlicher Dekadenz assoziiert. Sie gilt als eine Erfindung Babylons, also als etwas, was zur Zeit der Ancient days nicht existierte; deshalb halten die Rastas Homosexualit?t f?r unnat?rlich und unafrikanisch. Die Behauptung, da? Homosexualit?t eine Erfindung der Europ?er sei und im "alten Afrika" nicht existiert habe, wird auch in Afrika sehr oft benutzt, um die Tabuisierung von Homosexualit?t zu rechtfertigen (wie zum Beispiel in Mugabes Wahlkampfkampagne in Simbabwe).

Ethnopluralismus: Zur?ck zu den Wurzeln

Wenn es zum Beispiel in einer aktuellen Repatriation-Hymne (Bushman 2001: "Yadd Away Home") nicht nur "Africa for Africans" hei?t, sondern unter anderem auch "Europe for Europeans" und "Italy for Italians", so stimmen diese Slogans - nimmt man sie aus dem symbolischen Rasta-Kontext heraus - sogar mit den Forderungen wei?er europ?ischer Rassisten ?berein, die die Immigration aus den Entwicklungsl?ndern nach Europa verhindern bzw. r?ckg?ngig machen wollen! [Fu?note: Zu einer ?bereinstimmung wei?er Rassisten mit den Forderungen von Angeh?rigen der afrikanischen Diaspora nach Repatriation kam es bereits Ende des 18. Jahrhunderts in England im Zusammenhang mit der Gr?ndung von Sierra Leone (s. Bishton 1986: 73f.). Und auch Marcus Garvey erhielt in den USA Beifall von wei?en Rassisten f?r seine separatistische Back-to-Africa-Rhetorik (s. Bilbo 1939 in Cronon 1973: 135-147)]

Die Schaffung des Eigenen soll eben gerade nicht ein Akt menschlicher Kreativit?t sein, denn menschliches Tun kann f?r Rasta nur zur Trennung dessen, was zusammengeh?rt, f?hren. Das Schaffen des Eigenen ist? vielmehr ein Wiederfinden, ein Zur?ckf?hren zu etwas, was als Quelle angenommen wird.

Babylon mu? brennen

Viele Rastafarians sind der Ansicht, da? die wei?e Rasse als solche eine Verirrung ist. Ein S?ndenfall, die Abkehr vom wahren, schwarzen Gott, lie? die Haut ausbleichen.

Das symbolische Niederbrennen Babylons ("burning down Babylon") ist das zentrale Anliegen der Rastas bei ihren Nyabinghi-Zusammenk?nften.
Blood and Fire ist eine weitere h?ufig von den Rastas verwendete Formel: Damit soll ausgedr?ckt werden, da? das Blut der Unterdr?cker ("downpressors") flie?en mu?, wenn Selassie sie mit seinem kosmischen Feuer verbrennt.

3. November 2002, D?sseldorf, ZAKK. "Give me some fire ... Burn down Babylon!", ruft Mellow Mark, der zusammen mit seiner Gitarre das Vorprogramm f?r Gentleman bestreitet?
Dann kommt Gentleman mit seiner Band auf die B?hne und l??t sich von der Massive feiern. Auch er tr?gt mit seinen Liedern zur Vernichtung Babylons bei: "A-just di fire-a-go bun dem. A-just di fire-a-go blaze dem...". Deutsche Reggae-Artists wie Gentleman und Patrice sind nicht nur mit dem "Reggae-Virus" infiziert, sondern auch stark von Rastafari-Ideen beeinflu?t.

Quellen: Volker Barsch: Rastafari - Von Babylon nach Afrika, Ventil Verlag Mainz 2003, S. 129ff., 133f., 141ff., 151, 170; Wolfgang Bender (Hg.): Rastafari - Kunst aus Jamaika, Bremen 1992, S. 12, 17f., 22f.
25.2.05 13:59


Ein Tag voller Flashbacks, am Ende dennoch unerkl?rliche Zuversicht

Mu?te ich mich am Mittwoch wirklich eine ganze Stunde zur Ernst-Busch-statt-Bush-Fraktion stellen, um zu merken, da? die Verhinderung einer Kranzniederlegung am Grab des SA-Manns Horst Wessel als Konsens nicht taugt und die meisten Anwesenden lieber dem "Krieger" Bush "kontra" (junge Welt) geboten h?tten? Wie lange habe ich an traditionssozialistischen Kundgebungen wie dieser nicht mehr teilgenommen? War es die Faszination an der eigenen fr?heren Begeisterung f?r m?glichst entschlossene Rotfrontbeschallung, die mich so lange ausharren lie?? Was habe ich fr?her eigentlich geh?rt, wenn im "Lob des Kommunismus" davon die Rede ist, gegen "den Schmutz" und selbst die wahre "Ordnung" zu sein? Wenn die Sowjetsoldaten auch noch "allein" den "deutschen Arbeitersohn" von den Nazis befreien und ihr Blut den Sozialismus zum Erbl?hen bringt?

Ich reihte mich beim f?nften an mir vorbeigehenden Gespr?chsfetzen ?ber die zu vielen USA-Fahnen in Dresden nicht in die gerade von olle Busch beschworene "Arbeitereinheitsfront" ein und ging zur Bahamas-Veranstaltung ?ber Deutschpunk in die Jerusalemgemeinde.

Hier las Jan Gerber haupts?chlich seinen Artikel aus der letzten Bahamas vor (dieser und lauter Gr?nde f?r die ?berf?lligkeit dieser Diskussion im entsprechenden Thread im Kommunistischen Forum), der Gruselteil waren dann aber die Klangbeispiele, Slime und Daily Terror. Ganz wie zuvor bei den Friedenstreibern plagten mich nietzscheanische Selbstzweifel ? la: Das Ged?chtnis sagt, so war es, der Stolz sagt, so kann es nicht gewesen sein. Slime: "Yankees raus, wir sind Millionen und wir schreien es raus... Friedenswille st??t euch vom Thron... Eure Gegner stellen eine Nation" - ich wei? noch, in welchem Thalenser Autoradio das vor zehn Jahren st?ndig zu h?ren war und das mich zumindest auch damals schon die ?berraschende Allianz mit so vielen Menschen etwas aus dem Konzept brachte. Aber der vom gesamten sozialen Umfeld nahezu widerspruchslos best?tigte Antiamerikanismus wackelte leider erst viel sp?ter. Daily Terror: "Der Holocaustkredit ist l?ngst verspielt, sie haben lange noch auf unser Mitleid geschielt" - das war mir bisher gar nicht bekannt, meine Jugendverfehlungen bestehen eher in hingebungsvollem Mitsingen der "Pal?stina, dein Volk wird siegen irgendwann"-Sachen vom Herrn Quetschenpaua. In der Pause wies ich S?ren darauf hin, da? die gegenw?rtigen Vertreter auch gern vorgef?hrt werden k?nnten, da es beim Anti-Merkel-CSU-Skatersportpunk von Terrorgruppe noch mal viel absurder mit der Rebellionshaltung wird, sah aber ein, da? die therapeutische Wirkung mit den alten Schinken durchaus gr??er war.

Nach Mitternacht endete ich bei Info-Stefan in der Kastanie in einem erfreulich antideutschen Kontext. Eine eher aus der Kunst zuf?llig dazugekommene Frau mit Palituch wurde auf ihrem Weg durch die kleine Kneipe gleich dreimal auf die Umtauschaktion im Buchladen auf der Mainzer Stra?e hingewiesen, wo es einen Schal f?r ein abgegebenes Palituch gibt, so da? schlie?lich ?berlegt wurde, sowas an Ort und Stelle auch zu machen. Einem in seiner Amerikabegeisterung ungetr?bten Sohn einer 1987 aus der DDR in die USA get?rmten Frau (da kann ich wirklich nur sagen: seeking a better life), lie?en wir seine ?bertreibungen, da es so selten ist und selten so authentisch, gern durchgehen, seine Homophobie aber ebenso entschieden nicht.

Ihm erkl?rte ich dann meine antiamerikanische Vergangenheit und stellte dabei selbst noch mal fest, da? es eindeutig die ja in den Augen vieler gar nicht vorhandene amerikanische Kultur war, die das Eis bei mir brach: das Zelebrieren der Widerspr?che bei den Simpsons, der hintergedankenlose Groove im Hip Hop, die Intensit?t und Bedeutung der Onlinedebatten. Ich bin insgesamt ein gutes Beispiel daf?r, da? es auch bei im Grunde gutem Informationsstand sehr lange dauern kann, bis die wirklich dem Gesamtkontext widersprechenden Inhalte ?berhaupt ankommen. Vielleicht ist deshalb auch mein Optimismus nicht zu ersch?ttern: ich kann mir vorstellen, da? wenigstens eine gr??ere Minderheit als bisher sich ?ber ihre Feindbilder belehren lassen w?rde. Die Bahamas-Diskussion mag im Innern der linksradikalen Kreise in Berlin, Hamburg, Frankfurt und Freiburg einigerma?en durch sein, schon weniger politisierte Linke haben nach wie vor nur Ahnungen oder schlimmer noch indymedia-Vorstellungen davon, in anderen Teilen des Landes sieht es teilweise noch aus, als w?re auch in der Linken nichts davon bisher angekommen. Gerade Dresden war daf?r zuletzt ein dramatischer Beleg.
25.2.05 14:05


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