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Rubrik Cut-up & Remichsen

Marx cuttet das Kapital

>>"They are my slaves," he would sometimes say, gesturing at the books on his shelves, "and they must serve me as I will." The task of this unpaid workforce was to provide raw materials which could be shaped for his own purposes. "His conversation does not run in one groove, but is as varied as are the volumes upon his library shelves," wrote an interviewer from the Chicago Tribune who visited Marx in 1878. In 1976 SS Prawer wrote a 450-page book devoted to Marx's literary references. The first volume of Das Kapital yielded quotations from the Bible, Shakespeare, Goethe, Milton, Voltaire, Homer, Balzac, Dante, Schiller, Sophocles, Plato, Thucydides, Xenophon, Defoe, Cervantes, Dryden, Heine, Virgil, Juvenal, Horace, Thomas More, Samuel Butler - as well as allusions to horror tales, English romantic novels, popular ballads, songs and jingles, melodrama and farce, myths and proverbs.<<

The Poet of Dialectics
25.7.06 11:15


Lesungstext für die GPN5

>>Am Anfang war der Code. Und keiner wußte, was Gott damit sagen wollte. Also schickte Gott das Wort nach, das wurde begeistert aufgenommen und nun waren sich alle total sicher, daß sie es begriffen hätten. Sie vergaßen den Code und erzeugten gerade in unserem Landstrich immer längere Wörter, unüberschaubare Buchstabenketten, was die Sprache schon strukturell fremdenfeindlich machte. Wortungetüme wie Abschnittsbevollmächtigter bedeuteten nichts mehr über sich hinaus, sie waren eben kein Code, kein Verweis auf irgendwas, sie durften das gar nicht sein.<<

DON'T SPREAD THE WORD - CUT-UP & CODE!

10.6.06 16:47


Suchen und Finden

Daß das liebe Blogpublikum selten das liest, was mir selbst am wichtigsten ist - nun ja, geschenkt. Ist ja kein Jammerblog. Was dann allerdings zumeist gesucht wird und dank Google auch noch bei gefunden, finde ich doch immer wieder sehr belustigend. "Drogen in Thale" zum Beispiel, "sizilianische mafia namen aus den 30ern", den Songtext von Frank Rennickes "Uncle Sam" (nie klang er so sehr nach FDJ), sehr häufig aber "panzer selber fahren", "felicitas woll nackt" und "ostnutte".

Immerhin mehr als nur ein paar Anfragen nach "aufhebung des kapitalverhältnisses", "krautkillah", "ersma ein baun" und "tatu all about us video vergewaltigung" wurden zurecht zu mir geschickt.

Aber was ist von ebenfalls nicht gerade wenigen Treffern mit "jude spielt reggea" zu halten. Ja, darf der das denn? "Darf man diktatoren töten hitler"? Oder doch lieber "hitler reden als klingelton"? Oder noch etwas extravaganter "dr. schiwago,klingelton"?

48 stunden außer pillen nichts gefressen hip hop,
der link zu flerräter funktioniert nicht! darum bin ich so tight und schaue ne fm einheit

er sagt was sachsen-anhalt denkt: ich bin ein nazi, wie kann ich wieder normal werden? pokern online gegen andere im netz

an dieser stelle ist die quelle mangelnder aufmerksamkeit
unzensierte sex videos
werbung hure des kapitals marx
sehnt sich der jetzt-mensch nach einfachen weltbildern?nach urlaub vom humanen?

wie wartet man eine nazi
ich find katja kipping scheiße, blumentopf antisemitisch, wie schreib ich eine kritik? verzerrte stimme wie bei egotronic

argumente gegen deprimiertheit
eine seite wo mann im netz andere battlen kann
man herkunft germanisch sexismus
sonntags gehen wir in die wanne nicht mit jedem aber jeder
arabisches frau trojaner

geschichte zu lernen heißt die kräfte zu suchen
die deutschen haben die welt nicht unterwerfen können - sie durchfaulen sie jetzt


Und Felicitas Woll ist in meinem Blog weder nackt noch angezogen zu betrachten, hier ist sie einfach Dresden (Deutschland) und damit hat sich's.
1.6.06 01:46


Ebermann und Trampert in Bonn

Der Laden, das war der Buchladen "Le sabot" ("Lesen als Sabotage"), bildete mit seinen Chomsky- und Moore- und Zimmermann-Büchern keinen sympathischen Rahmen, die Stadt in ihrer Piefigkeit (wenngleich das Jens und Fukami anders sehen mögen) auch nicht unbedingt.



Der schönere Rahmen bestand in der Auseinandersetzung zwischen Ebermanns zurückliegender Schreibblockade und zwischen die Lesungstexte eingestreuten Auszügen aus Lebenshilfe-Büchern. Auch die Ankündigung, daß "die Wirklichkeit wirklich so bekloppt ist, wie wir sie besprechen", ließ erwarten, daß sich die Vortragenden von ihrer Umgebung abzusetzen versuchen würden.

Stattdessen wurde das Publikum, überwiegend gute deutsche Linke, thematisch einfach bedient. Die textlichen Vorlagen Udo DiFabio, Ströbele, Nofitti, deutsche Märchen und Kindergeschichten, der 'Spiegel' über 'Hartz-IV-Betrüger', Reinhard Mey, der deutsche Papst und Richard Wagner taugten nur für Tontaubenschießen, entsprechend wenigdimensional waren die Scherze. Im Grunde handelte es sich um reinen Entblößungs-Cut-up, die kabarettistische Vorführung von bekannten Zielscheiben, über deren Wertung kein Zweifel bestand. Nicht mal aus sportlichen Erwägungen, geschweige denn aus stilistischen, wurde an einem der Gegenstände irgendetwas wenn schon nicht Gutes, so doch wenigstens Unklares oder Verwirrendes offengelassen.

In einem Gestus, der dem guten deutschen Linken wohl als 'lehrreich' gilt, wurden dem Publikum häppchenweise nochmal alle Pointen in den Quelltexten erklärt und unterstrichen. Die Form erwies sich dabei als Spiegelung ebenso der gängigen mangelnden Konzentrationsfähigkeit der Rezipienten wie des Bedürfnisses nach Anleitung und Führung zum richtigen Bekenntnis. Dem eigenen Urteil, der überraschenden Wendung, der Ungewißheit wurde kein Fußbreit gewährt.

Mit der Bemerkung, daß sie entgegen häufig geäußerter Vermutung gar nicht so viel lesen müßten, um ihr Material zu finden, da sie nach jahrelanger Routine auf Anhieb die Satiretauglichkeit erkennen würden, räumten sie ihre eigene Vorhersagbarkeit und Anpassung auch recht offen ein.

Die einzig schönen Elemente neben dem einen oder anderen netten Witz hier und da kamen beide im Teil mit den Märchen vor. Zum einen wurden gerade bei Max & Moritz die Texte hinreißend ökonomisch gestaucht, zum anderen wurde aus dem Kinderbuch des Ex-Arbeitsministers Norbert Blüm "Die Glücksmargerite. Geschichten zum Vorlesen" (empfohlen ab 6 Jahren) eine amtliche Splatterszene vorgetragen:

>>Und das ganze Hexengemenge explodierte mit einem furchtbaren Knall und zerplatzte in einzelne Körperteile: Arme, Beine, Füße, Rumpfteile; Hände, Finger, Augen, Ohren, Nasen fielen wie Hagelschauer auf den glitschigen, gelblichen Inselboden. Die Hexenmünder, die überall herumpurzelten, schrien wie irre und erfüllten die Luft mit ohrenbetäubendem Lärm.

Aus den Hexenarmen wurden giftige Schlangen, aus den Hexenbeinen giftige Leguane, aus den Hexenohren giftige Skorpione, aus den Hexenaugen giftige Quallen, aus den Hexenfingern giftige Lurche und aus den Hexennasen giftige Krebse.
<<

27.5.06 22:41


Der Quoten-Cut-up

Nein, ich freue mich nicht über jedwedes Auftauchen von Cut-up oder Verwandtem, und das ist nicht mal abhängig davon, ob mir der jeweilige Text gefällt oder nicht. Klaus Walters Collage über Bob Dylan mag geschmeidig montiert sein, aber es ist eben das Auftauchen solcher Form, die Gelegenheiten des Auftauchens, die nicht aufhören zu nerven.

Es ist Dylans Geburtstag, also brauchen wir was mit Stream of Consciousness (Droste: "Ich hatte einen Stream of Consciousness!") - oh, da kommt ja ein Zwerg drin vor, das muß ein komischer Traum sein. Sag deinen Satz, Bart. Können Sie hier nicht noch sowas Cut-up-Mäßiges reinbauen? So multimedial und so'n bißchen wie früher? Comedy, meine Herren. Comedy.

Der Trick besteht eben nicht darin, den Verehrern eines historisierten Vertreter einer historisierten lyrischen Form termingerecht mit einem traditionellen Text gefallen zu wollen. Entweder ist alles Material und Anlaß oder gar nichts. Für lakonisches Vorbeiströmenlassen sehe ich nur wenig Berechtigung, dafür gibt es zuviel, bei dessen scheppernder Kollision wir beständig zusehen müssen.
10.5.06 11:28


Endgültige Absage...

...von Jörgs Verbrechern, aber ein schöner Satz: "Montagen sind ein sehr schwieriges Geschäft."
27.4.06 16:19


Ein Cut-up für mich selbst

(Nachdem ich Adorno bereits gegen die Weltgeschichte vereinnahmt habe, präsentiere ich dem geneigten Publikum hier einen Adorno-Cut-up über die Lage des Cut-ups in der Kulturindustrie, wozu er selbstverständlich nie etwas gesagt hat.)


Das Subjekt opfert die Anschaulichkeit des Werkes, treibt es zu Lehre und Spruchweisheit und versteht sich als Repräsentanten einer nicht existenten Gemeinschaft, stets aber war ungewiß, ob die künstlerische Attitüde des Gröhlens und der Roheit diese in der Realität denunziert oder sich mit ihr identifiziert. Banausen sind solche, deren Verhältnis zu Kunstwerken davon beherrscht wird, ob und welchem Maß sie sich etwa anstelle der Personen setzen können, die da vorkommen; alle Branchen der Kulturindustrie basieren darauf und befestigen ihre Kunden darin. Diskussionen darüber, ob der positive Held negative Züge tragen dürfe, bleiben so schwachsinnig, wie sie dem klingen, der sie jenseits des Bannkreises vernimmt.

Erst im fragmentarischen, seiner selbst entäußerten Werk wird der kritische Gehalt frei. Das geschlossene Kunstwerk ist das bürgerliche, das mechanische gehört dem Faschismus an, das fragmentarische meint im Stande der vollkommenen Negativität die Utopie. In der bürgerlichen Gesellschaft sind die Künstler, wie alle geistig Produzierenden, genötigt weiterzumachen, sobald sie einmal als Künstler firmieren. An Notwendigkeit sie zu messen, prolongiert insgeheim das Tauschprinzip, die Spießbürgersorge, was er dafür bekomme. Das Wohin ist eine Form verkappter sozialer Kontrolle.
9.4.06 18:09


Der andere Job, der nie einer sein sollte

Sollte mal wieder jemand fragen wollen, warum ich denn so selten Lesungen mache, es von mir keine neuen Bücher gibt, warum ich überhaupt so wenig Umfangreicheres schreibe, warum ich nicht einfach mal bei dem und dem Verlag frage, den kennt man doch, das könne doch alles nicht so schwer sein etc. - so sieht das dann aus und deshalb gehe ich diese Kackjobs machen:

"Sehr geehrter Herr Kulla,

vielen Dank für Ihr Manuskript, wir haben es mit Interesse gelesen.

Doch leider steht unser Programm bis 2008 und wir sehen keine Möglichkeit, Sie dort noch unterzubringen.

Da Sie kein Rückporto mitgesendet haben, können wir Ihnen das Manuskript nicht zurückschicken. Lassen Sie uns bitte innerhalb der nächsten vier Wochen das Rückporto oder eine kurze Nachricht, dass wir das Manuskript vernichten können, zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

Verbrecher Verlag"


Hier das abgelehnte Manuskript
7.4.06 15:41


Bastard Litte (2002)



Darauf, daß man zunächst Verhältnisse schaffen muß, die es den bösen Menschen erlauben, auch mal nett zu sein, kommt ein deutscher Schriftsteller nicht.
Nach mir war eine Rockgruppe angekündigt, die Fans hätten auch erst nach meiner Lesung kommen können, aber damals waren das Literatur- und das Musikpublikum noch nicht so geteilt. "Für mich ist das normal, denn wenn man mit Musikanlagen aufwächst, kann auf der einen SLEATER KINNEY und auf der anderen MOS DEF laufen, und man kann es an- und wieder ausmachen. Weißt du, genau so habe ich Musik gehört. Erklärt es nicht allein. Keine Party mehr ohne "Mash-Ups", wie die Mischmasch-Musikstücke unter anderem genannt werden. Warum bestand er dann darauf, alles ließe sich darauf reduzieren? So hab ich irgendwie eine Pop-Platte gemacht, die Pop-Platte, die ich immer hab kaufen wollen. Erklärt es nicht allein. Die Rock'n'Roll-Platte, die ich immer hab kaufen wollen. Erklärt es nicht allein. Vielleicht sogar die Folk-Platte, die ich immer haben wollte... Erklärt es nicht allein. Wobei die Reputation eines Bootleg-Rebellen wohl dann steigt, wenn er das Urheberrecht besonders oft bricht. Die Gesetze brechen, denn dazu sind sie da. Don't worry 'bout the law, they can't arrest us all. Ich werde gefragt: "Was ist dein größter musikalischer Einfluß?" Und ich sage, John Cassavetes, ein Filmregisseur... Wichtigere Faktoren kennen wir vielleicht noch nicht. "Mann, ich weiß nicht, was es ist. Manchmal verhält es sich wie ein Teilchen, manchmal wie eine Welle. Die ganze Materie scheint daraus aufgebaut zu sein, aber ich weiß nicht, was es ist." Ja, ja, du erklärst es nicht. Die besten Bootlegs, heißt es, sollen wie Autounfälle sein.
Eine wundervolle Familie, die verschiedenste Kulturen, Klassen, Rassen, Geschmäcker, verschiedenstes Alles vereint. Wir erkennen alle die Bedeutung von BACH und BAD RELIGION und RICHARD CHEESE... Auf der Bühne sind üblicherweise nur drei Mitglieder des Kollektivs, das insgesamt viel größer ist, sowas wie Darwin feat. Kropotkin "Leben ist Kampf _und_ Kooperation (und oft etwas anderes), je nachdem". Was im HipHop und House zur Perfektion getrieben wurde, das Zitat, der Rekurs, die Schnipselei, wird nun im Mash-Up-Dilettantismus zum dumpfen Volksgut. Es war eine große Wohnzimmer party und wurde erst später eine Band.
Das alles und noch viel mehr
kommt der Sache vielleicht näher




(Live in der Brotfabrik las ich alles kursiv Gesetzte und Don Tom alles andere. Samples aus einem Interview mit James DiSalvio von Bran Van 3000, aus meinem Buch "Eine perfekte Welt mit Pickeln", aus einem Aufsatz von Daniela Dahn, aus der 'konkret' und aus dem Song "Ugly" von Bubba Sparxxx.)
26.3.06 20:42


Der Club der dichten Toten

>>Schön wäre es, mit der Sprache zu spielen und den offenen Horizont immer noch zu erweitern. Das nannte ich einst "Weichkern-Aufschnitt" oder "Softcore-Cut-up", also nette Umgehungsstrategie mit dem Ziel der Versöhnung. Doch es spielt gar keine Rolle, wie hart oder weich der Kern ist; und die Umgehung, der Hack, der Witz mögen wohl mir selbst etwas Bewegungsfreiheit verschaffen, aber sie kratzen nicht am Kern, an den Glaubensgewißheiten, am verinnerlichten Wert, an den
Selbstverständlichkeiten, die zuverlässig verhindern, daß das Spiel funktioniert. Es scheint nötig zu sein, den Kern zu spalten, ihn in den Nußknacker einzuspannen, in der Zentrifuge rotieren zu lassen, bis er seine Energie freisetzt.
<<


(Enthält Samples aus den Büchern „Warum Auschwitz?“ von Gunnar Heinsohn, „Die schreckliche deutsche Sprache“ von Mark Twain, „Erlebte Geschichte. Von Zeitgenossen gesehen und geschildert. Von den Türkenkriegen bis zur Französischen Revolution“ von Günter und Barbara Albrecht (Hg.), "Principia Discordia" von Malaclypse dem Jüngeren, „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi, „Geschichte des Bolschewismus“ von Arthur Rosenberg, „Hirn“ von Rainald Goetz und „Materialismus und Empiriokritizismus“ von W. I. Lenin, aus dem Song „Roots“ von Sepultura, aus der „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ von Karl Marx und dem „Jugendlexikon Wissenschaftlicher Kommunismus“ von Jonny Gottschalg und Gerhard Wolter (Hg.), aus trotzkistischen und sozialistischen Internetseiten, aus einer Absage der Literarischen Agentur Herbach & Haase, sowie ein Zitat von Hegel nach Kesting: "Geschichtsphilosophie und
Weltbürgerkrieg" und einen Demonstrations-Sprechchor der Autonomen Antifa.)
16.3.06 23:22


Achtung, Wortgrippe!

"Für das Zusammenfügen verschiedener Texte zu einem neuen wird in der Philologie auch der Begriff Kontamination verwendet (in Anlehnung an das Verfahren römischer Dichter, bei der Übersetzung griechischer Dramen deren Struktur zu verändern, indem sie Elemente anderer Stücke einarbeiteten). Das Ergebnis dieser Umgestaltung muß die Assoziation des Zufälligen allerdings möglichst ausschließen."

Weingart, Brigitte: Ansteckende Wörter. Repräsentationen von AIDS, Frankfurt am Main 2002, S.99, Fußnote zu Cut-up

14.3.06 20:35


Don't fight da Bush, fight the game

>>Wenn es richtig ist, daß die sogenannte Interjektion, nämlich „der einzelne, von einem übermächtigen momentanen Eindruck abgedrungene Affekt- und Erregungslaut“ buschda, das wesentliche physiologische Element der Sprache ausmacht, dann dürfte Sprache anfangs nichts anderes gewesen sein als unter Wiederholungszwang entfaltete Interjektion: buschdada.

Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst: Aristoteles' Urlaut
tode ti, was soviel heißt wie "Dies da". Busch da. Ohne jeweils ein „Dies da“ als etwas „Unteilbares und der Zahl nach eines“ - griechisch atomon, lat. individuum - zu unterstellen, könnte man überhaupt nichts benennen; Sprache hätte an nichts festen Halt da buschda busch. Totaler Informationsstop!<<

DON'T FIGHT DA BUSH, FIGHT THE GAME.
CHRISTOPH TÜRCKES AKUSTISCHE SCHRECKABWEHR MICHS.


(Enthält Samples aus den Büchern "Erregte Gesellschaft" von Christoph Türcke, "Sprechblasen" von Ernst Jandl, "Die Biographie der Hure Babylon" von Ulrike Sals, "Der Schnupfen/Test" von Stanislaw Lem, "Sechzig Kerzen" von Wladimir Tendrjakow, "Die Nacht sinkt auf Babylon" von Klaus Herrmann, "Deutsch und Geschichte" von Inge von Wangenheim, "Tuor und seine Ankunft in Gondolin" von J.R.R. Tolkien, "Hirn" von Rainald Goetz und aus den "Nachgelassenen Schriften", Band IV von Theodor W. Adorno, aus einer Sammlung altrussischer Dichtung, aus der "Edda" in der Ausgabe von Dr. Manfred Stange, aus einem Gespräch mit dem Sänger der Band Propagandhi, einer Fernsehreportage über den Kairoer Muslimbruder Tariq Ali, aus dem Weblog von Mathias Bröckers.)

10.3.06 19:27


History Lesson 80s Mix

da? sich Auschwitz nie wiederhole
They say I gotta learn but nobody's here to teach me
da? nie wieder Juden f?r die Probleme der Welt verantwortlich gemacht werden
If they can't understand how can they reach me?
da? nie wieder von der Ausl?schung der Juden sich Erl?sung erhofft werde
I guess they can't I guess they won't
Die ?berwindung unserer deutschen Geschichte besteht in der Solidarit?t mit den Pal?stinensern!
This is history, this is how it's been, this is over and over and over and over again

Betaversion des angek?ndigten Cut-ups zum Libanonkrieg und seiner Wahrnehmung
22.2.06 14:14


Note to self

Bisher von der ?berlegung her gar nicht upgedated, von der Praxis vielleicht schon: statt Cut-up auf der H?he von Hip Hop zu eskalieren oder auf Techno auszuweichen (wie Goetz oder Meinecke), sollte der Michs an Breakcore geschult werden, gem?? der Frage: Was ist der ?berdrehteste und dennoch konsistente Beat, der sich aus Texten bauen l??t?
9.2.06 21:42


Wi 22 vs. Wi 109

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 5)



Sp?testens seit Erzbischof Wulfstan im Jahre 1014 in einer Predigt in York erkl?rte: ?Die Welt rast ihrem Ende entgegen?, glauben die Menschen, da? alles schlechter wird und da? fr?her alles besser war. Du kannst dir nicht vorstellen, wie das nervt. Die Krise war Realit?t geworden. Wie w?rden Sie vorgehen?

Ich habe einmal mitnotiert, was M?nner w?hrend nur eines Arbeitstages in einem durchschnittlichen Team in der herstellenden Industrie zu und ?ber ihre Kolleginnen sagten. Hier eine kleine Auswahl:

Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. Hier sollte langfristig ?berlegt werden. Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. Dies sollten Sie bereits im Vorfeld ?berdenken. Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. Die Sprache ist die Mutter des Erfolgs. Sind Sie bereit f?r Mutterfreuden? Die entscheidenden Wesensmerkmale von Traditionen sind Ritual und Wiederholung. In jedem Land hat man sich an die ?rtlichen Gegebenheiten anzupassen. Allerdings nur dann, wenn die Kindererziehung im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erfolgt.

Wenn Sie nein sagen, gehen Sie davon aus, da? ein Mann das erst mal nicht versteht. Dazu folgender Rat: Frauen, die schwarz tragen, f?hren ein buntes Leben. Dieses wiederum k?nnte die biologische Vielfalt der Umwelt bedrohen. Je konkreter, desto besser! Wer Kundenw?nsche antizipiert, st?hnt ?ber die hohen Arbeitskosten. Wenn Sie nein sagen, gehen Sie davon aus, da? ein Mann das erst mal nicht versteht.

So etwas wie eine vollst?ndig unber?hrte Tradition gibt es nicht. Es ist Profil gewordene Substanz. Japan und Deutschland praktizieren eine viel straffer organisierte Form von Kapitalismus als Amerika. So erwecken sie auch nicht den Eindruck, etwas verbergen zu wollen.
8.2.06 13:37


Überlaufregal

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 4)



Der paramilit?rische Apparat drohte sich zu verselbst?ndigen. Vier Mitarbeiter der tschechischen Redaktion wurden schwer, vier weitere leicht verletzt. Das Theater war voll von eben aus Frankreich heimgekehrten Frontsoldaten. Sie steigen immer auf den letzten Dr?cker ein. Ich schrie, weil es so hei? war, so unertr?glich hei?. Ist die Heilige Stadt weit weg von hier? Ich wei? nicht, antwortete ich m?glichst diplomatisch, sie sind alle sehr sch?n. Da habe ich ihnen gleich auch den Blinddarm herausgenommen. ?berall spritzte die Fischbr?he herum. Das Wasser ist kontingentiert, von den Lebensmitteln ganz zu schweigen. Also gehen wir in die Knie.
6.2.06 16:51


Soz 75 - 111

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 3)



Die vorige Krise ist die letzte gewesen. Die Sozialformation Staat siecht dahin, ihre Zeit ist vorbei. Au?erdem haben die westlichen Demokratien leider kein Geld. Moralischer Radikalismus, mehr Verantwortung und Solidarit?t. Aber was hat das alles mit Marx zu tun, wird man fragen?

Vergessen wir nicht, da? Marx einmal gl?ubiger Christ war. So dumm dies auch erscheinen mag, er behauptete, da? die Menschheit sich selbst gestaltet habe. Aber sie ist kaum in der Lage, sich selbst angemessen zu beschreiben. Marx wendet diese Technik an vielen Stellen an. Er hat das, was man als typisch satanischen Stil bezeichnen k?nnte.
22.1.06 02:53


Mu 349 vs. Mu 339

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 2)



Bin ich zu laut? Ja, ich habe wahrscheinlich einen angeborenen Sinn f?r das, was ich Wucherung der Materialien nennen m?chte. Wenn Gro?mutter schrieb oder rechnete, dann hat sie mit hebr?ischen Buchstaben geschrieben. Mit dem Augenblick, da die Feder sich seiner bem?chtigt, verliert der Gedanke seine Originalgestalt. Ich m?chte noch gern einen Zipfel der neuen Kunst erwischen und wom?glich selbst einen Saum daran n?hen. Ich wei?, da? die Tendenz zur Wucherung gef?hrlich ist, weil sie zur immer gleichen Dichte f?hren kann, zur gr??ten Dichte, zur h?chsten Spannung oder einer ?u?ersten Variierung in jedem Augenblick. Ich kann mir gut vorstellen, was f?r einen Aufruhr es gemacht haben mu?. Diese Kosmonauten m?ssen sich da wie T?nzer f?hlen, diese k?hnen Weltenflieger! Nur ich entflieh mir nicht...

Es handelte sich um die freie Bearbeitung eines amerikanischen St?cks. Es ist immer da und zwingt mich zu einer ?berarbeitung. Als ich die definitive Fassung ausarbeitete, nutzte ich die Zweigleisigkeit eines kollektiv oder individuell deklamierten Textes. Die Zusammenkl?nge ergaben sich mehr oder weniger zuf?llig. Dann mu? man j?ten. Es gibt kein Verh?ngnis der Geschichte. Diese Art der Formulierung ist mir offenbar besonders lieb.

Es war eine Leere in ihr, die mit ununterbrochener Besch?ftigung ausgef?llt werden mu?te. Hierdurch kann sich der Leser einerseits den stilistischen Werdegang der K?nstlerin, andererseits die wandlungsf?hige Art ihre Spiels verdeutlichen. Mit der eisernen Disziplin, die sie uns aufzwang, gelang es ihr, uns von dem abzulenken, was um uns im Lager geschah ? von den rauchenden Schornsteinen und dem Elend des Lageralltags zu einem ?f?, das h?tte ein ?fis? sein sollen.
21.1.06 20:21


N 107 - 108 vs. N 212

(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 1)



Wie hat man sich denn nun so ein Atom vorzustellen? Atome als naturphilosophisches Konzept, Atome aus einem Kern dichter Materie, Elektronen in komplizierten Atomen, Atome als ?wirkliche? Teilchen, Atome als ?wirkliche? Bausteine, popul?re Atomvorstellungen. Und wenn man auf einer ebenen Strecke aufh?rt zu ziehen, dann bleibt er stehen. Es gibt also keine Schwierigkeiten bei dem ersten Schritt. Es brennt nichts an und alles wird gleichm??ig gar. Ob Einstein je an einem Herd gestanden hat?

Entweder es sitzen zwei Meisen im Strauch, oder es sitzen nicht zwei Meisen im Strauch, eine dritte M?glichkeit gibt es nicht. Aber ein Kohlenstoffatom wird ein Kohlenstoffatom bleiben, auch nach dem Zusammensto? mit anderen Atomen. Doch hier endet die Symmetrie. Ist ein Gen daf?r verantwortlich? Eine andere Erkl?rung w?re, da? linksh?ndige Aminos?uren aus dem All zu uns gekommen sind und wir alle von Au?erirdischen abstammen.

Wie sp?rt's Quantenluder weit weg denn den Bruder? Daf?r wird es kaum einen sprachlichen Ausdruck geben k?nnen. Tats?chlich bleibt der Elefant im K?fig. Aktivit?t bedeutet Energie, und Radio ist die lateinische Bezeichnung f?r Strahlen.

Verletzt Fleisch die ?blichen Gesetze der W?rmeleitung? Nur das, was man mi?t, darf man fragen. Was aber waren diese Fragen? Warum k?nnen wir um die Ecke h?ren, aber nicht sehen? Warum haben Fallschirme mindestens ein L?ftungsloch? Killt's Quant nun die Mieze? Es hatte nichts mit der Chemie des Samens zu tun. Erbsen und Bohnen saugen n?mlich eine gro?e Menge So?e auf. Viel Code wird zum Abfall im K?bel. Dieser Vorgang ist fundamental verschieden von der Feststellung von Objekteigenschaften, wie es in der klassischen Physik geschieht. Ob ich die Lichtquanten glauben soll oder nicht, kann ich nicht entscheiden. Ob Frauen kochen, waschen oder putzen ? die Physik ist immer dabei. F?r eine Messung aber mu? nun diese Trennung aufgehoben werden, man mu? nur einige kleine M?nzen auf die Arme kleben. So lernte man, sich den Schwierigkeiten allm?hlich anzupassen.

Angesichts des un?bersehbaren ?Partikelzoos? von mehr als 200 verschiedenen Teilchen, die bei Experimenten mit gro?en Beschleunigern gefunden worden waren, waren die beiden Forscher davon ?berzeugt, da? die australischen Aborigines ihre Bumerangs meistens als Messer mi?brauchen, damit im Boden herumgraben, Musik machen oder sie als Zahnstocher einsetzen. Die Erfahrungen der Chemiker konnten f?r denselben Zweck benutzt werden. Sie wissen ja, wenn Experten einen Fehler machen... Warnen Sie die Kinder!
20.1.06 23:31


Zufall ist Methode.

Anfassen und Begreifen Michs.

I know what you're gonna say so don't. Vergleichendes Sehen, das die Besonderheiten innerhalb einer Familie von Bauten vor Augen f?hrt, wird erst in Bildreihen m?glich. Just do it. Cut the fuck up. Ein solches Vorgehen entspricht dem wissenschaftlich-analytischen Prozess, der Erkenntnis aus der exemplarischen Gegen?berstellung der Dinge und Ph?nomene zieht.

Vergleichendes Sehen nach der handlungsorientierten Arbeit: Masken aus Packpapiert?ten zu Jawlenkys K?pfen. Vergleichendes Sehen oder Gleichheit aus Versehen? Wie zuf?llig ist denn Cut-up? Versuchen Sie ein "vergleichendes Sehen" anzuwenden. Wie verh?lt sich das Dargestellte zur Realit?t? Nur ein Kunstgriff war und ist erlaubt, die einzelnen Objekte freizustellen, als rahmenf?llend ins Bild zu r?cken, was ja nicht den Tatsachen entspricht, da sie vor Ort in einem architektonischen Chaos oder Urwald stehen. Nicht ?vergleichendes Sehen? ist Thema, sondern jedes St?ck Geschichte. Ihre Objekte r?cken sie in die Mitte des Bildes und isolieren sie so weit als m?glich von ihrem Umfeld. Winckelmanns ?vergleichendes Sehen? ist eine der ersten Methoden zur relativen Chronologie.



Vergleichendes Sehen, das die Besonderheiten innerhalb einer Familie von Bauten vor Augen f?hrt, wird erst in Bildreihen m?glich. Durch Instabilit?ten der Hierarchie innerhalb einer Familie kommt es rasch zu gereizten Auseinandersetzungen. Mit diesen Kameras ist die Aufnahme von Bildreihen m?glich. Nat?rlich kommt es innerhalb einer Familie immer wieder zu Grenz?berschreitungen. Je nach gew?hlter JPEG-Kompressionsstufe und Schnelligkeit der verwendeten CF-Speicherkarte sind sogar ?endlose? Bildreihen m?glich. Welche exakten Prozessor-Nummern die einzelnen CPUs innerhalb einer Familie erhalten, hat Intel noch nicht bekannt gegeben. Die Eintragung der Kraftwirkungslinie ist nur durch Bildreihen m?glich. Dieser bereits praktizierte "Sozialismus innerhalb einer Familie" soll nun nicht mehr in Eigenregie der Familien durchgef?hrt, sondern staatlich genormt werden. Daf?r sind aber Panoramen mit mehreren Bildreihen m?glich.

Ablenkende Momente - Menschen, Schatten, Wolken oder Rauch - werden aus dem Bild verbannt. Zufall. Dabei sollen ad?quates Beschreiben, vergleichendes Sehen und der Umgang mit den Methoden der Interpretation ge?bt werden. Ein solcher komplizierter Arbeitsprozess schlie?t spontanes Agieren ebenso aus wie bewegte Motive. Durch ein vergleichendes Sehen ger?t man in den Strudel der Formen und vergi?t schlie?lich ganz, da? es sich um abstrakt argumentierende Werke handelt.

Das Werk - angesiedelt zwischen Dokumentation und Kunst - entzieht sich einer klaren Zuordnung. "Vergleichendes Sehen" (Synopse) erleichtert das. Lange musste es auf ?ffentliche Anerkennung warten. They didn't choose to lose. Die Kunst-Fotografen empfanden es als allzu n?chtern und unpers?nlich. They choose to lose. So verwundert es nicht, da? die Arbeiten zun?chst von Ingenieuren und Architekturtheoretikern gesch?tzt wurden, die in den Bildern eine wichtige Informationsquelle f?r ihre Arbeit erkannten.
4.1.06 18:21


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