|
Toleranz am Hindukusch
Am Freitag nimmt mich auf der Rückreise von Hannover ein Soldat mit, der demnächst für ein halbes Jahr nach Afghanistan geschickt wird und jetzt zu diesem Zweck in Spezialausbildung steckt. Ich frage, ob es sich dabei auch um Sprachentraining dreht, er verneint. Kurz darauf hebt er dennoch hervor, daß, im Unterschied zu den "Amis" die Bundeswehr nicht einfach hineinmarschieren und draufhalten würde, sondern sich um Annäherung bemühte. Ich frage nochmals, ob dazu irgendjemand mit der Sprache vertraut gemacht werden würde und er schüttelt abermals vehement den Kopf. Auf meine erneute Nachfrage, wie das denn sonst gehen sollte, meint er, es gäbe Afghanen, die Deutsch können.
Ob sie denn vielleicht versuchen würden, Bin Laden zu fangen, frage ich weiter. Nein, sagt er, schon wegen des drohenden Imageverlusts, wenn sie etwas mit den "Amis" zusammen täten. Außerdem brächte das wenig, der Terror ginge ohnehin weiter und würde auch noch schlimmer, wenn die "Amis" so weiter machten.
Und was ist mit dem Opium, will ich wissen. Davon leben sie dort unten doch, das könne man ihnen schwerlich verbieten.
|