Daß sich Deutschland als weltoffen und geschichtsbewußt präsentieren kann, obwohl es seine Grenzen verrammelt hat und die europäische Abschottung unterstützt, hat sich als mißachtetes Dauerphänomen etabliert.
Daß aber der seit letztem Sommer bekannte Umstand, daß erheblich mehr Menschen
aus Deutschland auswandern als einwandern, nun zu hysterischen Versuchen führt, die Volksgenossen
hierzubehalten, bestätigt den Verdacht, daß wir eigentlich in der South-Park-Folge über Deutschland leben, die es leider nicht gibt.
Jenseits des Wahns, trotz des unleugbaren Trends globaler Migration unbedingt eine "deutsche Talentschmiede" zu brauchen, ist immerhin die Diagnose der hiesigen Auswanderungsgründe schon etwas vorangekommen, wenn sogar Roland Koch; Ministerpräsident des am häufigsten verlassenen Bundeslandes, sagt:
"Vor allem aber brauchen wir eine stärkere Offenheit, eine positive gesellschaftliche Grundeinstellung zu modernen Technologien, die nirgendwo in der Welt auf soviel Skepsis und Ablehnung stoßen wie bei uns.“Wobei ich mir noch nicht erfolgreich einreden kann, daß er damit Weblogs meint und nicht Atomkraftwerke. Ebenfalls ist noch nicht gesagt, wie die Auswanderung "gestoppt" werden soll, wenn sich an der "Grundeinstellung" nichts ändert.