Kommunismus mit Kleingedrucktem
Versatel wirbt in seiner neuen Plakat- und Print-Kampagne tatsächlich mit einem scheinbar kostenlosen DSL-Paket und jongliert so mit der mittlerweile recht verbreiteten Vorstellung, daß es sich beim Internet um die erste freie, also auch geldlose Infrastruktur handeln könnte.
Die Werbung zeigt drei große Nullen, die für nicht berechnete (und zumeist auch bei den Wettbewerbern billige bis kostenfreie) Aufschläge und eine riesengroße Null für den beabsichtigten Gesamteindruck des Weihnachtsgeschenks in Gesatlt des bekloppten Superhelden "Flatrater". Wer sich in den Sinn ruft, wie Adorno richtig anmerkte, daß Unternehmen nichts verschenken, steht dann vor dem Problem, daß er das Kleingedruckte nicht nur lesen, sondern erstmal finden muß. Dort in der Bonsai-Bleiwüste tauchen dann monatliche Kosten auf und noch weiter unten die 24-monatige Vertragsbindung.
Was also auf den ersten, zweiten und dritten Blick wie Kommunismus wirkt - Dienstleister will kein Geld, ich bekomme keins - entpuppt sich schon mit der Verspätung eines Katers als nichts anderes als Weihnachten für die anderen. Dienstleister kriegt Geld für etwas, dem die Obsolenz der Warenwirtschaft in greifbarster Form anhaftet; ich kriege kein Geld für etwas, daß die Jungle World letzte Woche nur in den Pariser Vorstädten auszumachen vermochte: Racket-Verhältnisse, in denen es nicht mal richtige Arbeitsverträge gibt.
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