Abgang der Unanständigen von der Lindenstraße
Stadt und Polizei haben das breite Antifabündnis feat. Bündnis 90/Die Grünen ermutigt, Unter den Linden zusammenzuströmen, um die Nazis am Zugang zum "nationalen Symbol" Brandenburger Tor zu hindern. Die wenigen, die sich von diesem "So gut kommen wir nicht mehr zusammen"-Auflauf in Richtung der alternativen Naziroute absetzten und an der Ecke Alexanderstraße/Holzmarktstraße eine nicht gerade imposante Straßenblockade bildeten, waren wohl auch eher Vorwand als Grund dafür, den Nazis unter Verweis auf ihre fehlenden 20 nicht vorbestraften Ordner den Abmarsch vollständig zu untersagen.
Hatten sich nicht alle über die AANO lustig gemacht, die heute lieber zu Hause bleiben wollte? Das war sicher die bessere Idee, als sich zur Manövriermasse der "Anständigen" zu machen und "die Beschmutzung Berlins durch den braunen Dreck zu verhindern" (Zitat Wichtelzwerg auf
indymedia)
Noch mehr zum Thema Drehbuch:
"Bis 14 Uhr mußten die Nazis erstmal warten, weil gegen 13:30 eine Kranzniederlegung an der Neuen Wache stattfand. " und
"Dort an der Brücke der Leipziger Straße kam es dann noch zu einigen Flaschenwürfen und einem 'Stop and go', runterzählen und dann auf die Bullen zurennen. Dabei sind auch einige Leute durchgebochen und waren dann auf der Brücke zwischen zwei Bullen-Ketten, wurden aber einfach wieder freigelassen." (
Quelle)
Das OpenAir am Vorabend deutete schon an, wohin Bündnisse steuern. So umwerfend Tocotronic waren, so gut auch die vor ihnen abgespielte Soundcollage gebastelt war - das Moderationstrio versprühte den Charme von FDJ-Funktionären, die die tolle Band ausm Westen einrahmen, und unter den Anwesenden waren die Liebhaber der Band(s) in der Regel viel sympathischer als die Politikmüsser und Traditionspunks. Schöner kleiner Flugzettel: vorn "Oma war ein Nazi" - hinten "Am 8. Mai gegen Geschichtsrevisionsimus und Muttertag - Gender Killer".