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Dieses Blog zieht um

Ab sofort führe ich dieses Blog unter der Adresse http://www.classless.org weiter.

Den Umzug hat scrupeda ermöglicht, kann ich diesbezüglich nur weiterempfehlen.
16.4.08 13:11


'konkret' und der Mossad

>>"Und wer bezahlt das Ganze, nachdem KGB/Stasi als Finanziers ausgefallen sind und Reemtsma auch nichts mehr rüberschiebt ?" - "Ich habe gehört, dass sie jetzt vom Mossad unterstützt werden." Das war mir neu, paßt aber wie der Faust aufs Gretchen: sich einerseits anti-kapitalistisch und system-kritisch geben, andererseits aber die Kriege der USA und Groß-Israels hochjubeln - so wird ein Schuh draus. "Was ist das für eine merkwürdige Linie ?" - "Ach, manchmal stehen wirklich noch ganz gute Artikel drin", meint der Kollege, "aber irgendwo muß die Kohle ja her kommen und da führt man halt diese ideologischen Eiertänze auf."<<

Bröckers versteht die Welt wieder
27.7.06 13:20


Freunde der offenen Gesellschaft vs. Kritische Theorie

"Die Kritik der Utopie kommt in Deutschland an Adorno nicht herum", begann Ingo Way den Abend im Berliner Haus der Demokratie, und in diesem Satz kündigte sich schon an, worauf es im weiteren hinauslaufen würde: auf ein Abarbeiten an einem behaupteten Gegner, im holprigen Gestus eines Parteiausschlußverfahrens gegen die Genossen Horkheimer und Adorno bzw. die meiste Zeit über nur gegen letzteren.

Es ist mir nicht möglich, sämtliche Anwürfe aufzuführen, da sie gerade in den ersten Minuten in Form von weitgehend unzutreffenden Kernsätzen über das Publikum hereinbrachen, vielleicht hat scrupeda es geschafft, mehr mitzuschreiben.

Adorno hätte einen anarchistischen Radikalindivualismus vertreten, sei gegen die Gesellschaft an sich gewesen, hätte verinnerlichte gesellschaftliche Strukturen per se als Unfreiheit angesehen. Glück, und nicht nur das von der Partei, äh, den FdoG befürwortete Streben nach Glück, sei für Adorno wichtiger gewesen als Freiheit, er hätte eine Glücksgarantie verlangt.

Adorno hätte Entfremdung nicht als Freiheitschance verstanden, Freiheit sei nun einmal "kalt". Adornos Utopiemuster sei die eigene Kindheit gewesen, es wäre ihm darum gegangen, für immer Kind zu bleiben. Wegen seiner kindlichen Versorgungsmentalität sei ihm der nivellierende Tausch als "das Übel schlechthin" erschienen sowie jegliche Abstraktion als Gewalt. Adorno wäre gegen die Verdinglichung gewesen, während doch "sogar" Kant zuläßt, daß Menschen Objekte sein können, nur eben nicht ausschließlich. Der Kapitalismus sei "sehr wohl" mit dem kategorischen Imperativ vereinbar.

Adorno sei für altruistische Liebe gewesen, während die richtige Liebe Tausch sei und ins Private gehöre, wo sie ja auch schon sei.

Adorno würde einen objektiven Wert voraussetzen, von der Möglichkeit eines gerechten Tauschs unter Gleichen ausgehen.

Die Frage müsse gestellt werden, ob die Kritische Theorie Deutschland gar nicht verwestlicht, sondern von der Verwestlichung eher abgehalten habe.

Die Faschismustheorie sei "historisch widerlegt", weil die Theorie des Monopolkapitalismus widerlegt sei, immerhin gäbe es ja "keinen autoritären Staatskapitalismus mehr".

Adornos Philosophie sei 1930 fertig gewesen, er hätte die Entfremdungstheorie und auch die Begriffe der Entfremdung und Verdinglichung "fertig" von Georg Lukacs, einem ehemaligen Lebensphilosophen, übernommen.

Weiter wurden Adorno zur Last gelegt: sein "radikalindividualistischer Wahn, alles selbst beherrschen und kontrollieren zu wollen"; sein "latenter Antiamerikanismus"; seine Verteidigung des "deutschen Geistes" gegen die Kulturindustrie. Überhaupt sei er als "romantischer Philosoph" "durch und durch deutsch" gewesen. (Das war wohl als Botschaft von den referierenden Ex-Antideutschen an die anwesenden mutmaßlichen Antideutschen gedacht.)

Adorno hätte weiter mit seiner hypnotisierenden Sprache, die ja nur über seine Monokausalität hinwegtäuschen sollte, den Boden für Negri/Hardt und den Poststrukturalismus bereitet. Eckhard Henscheids bekannte Parodie würde das sehr gut zeigen.

Für Adorno hätte ein intuitiver (und also kein positivistischer) Wahrheitsbegriff gegolten, seine Philosophie trage also jede Menge "antiliberale und antiwestliche Züge".

Dabei könnten zweierlei Adornos ausgemacht werden, ein deutscher und ein westlicher. Die "Beimischung" der maximal fürs deutsche Publikum zumutbaren Dosis "westlichen Denkens" hätte Adornos "Erfolgsrezept" ausgemacht.

Bis hierhin alles klar, wir sind jetzt Positivisten und wollen uns mit Begriffsbildung und Dialektik nicht mehr rumschlagen, weshalb die Kritik sich auch jedes Verständnisses für ihren Gegenstand beheben darf. Jedoch war diese pseudo-positivistische Zertrümmerung eines dialektischen Denkers erst die "Einleitung" gewesen, jetzt schickte sich Michael Holmes an, nach der Philosophie vor allem die Ökonomie bei Adorno niederzumachen, ihm also vorzuwerfen, daß er nicht in den Neunzigern VWL studiert und verinnerlicht habe. Vorrangig jedoch warb Holmes für den Kapitalismus, von dessen Letztgültigkeit er sich offenbar selbst immer noch überzeugen muß.

Zunächst einmal gäbe es bei Adorno nirgendwo, in keinem Buch nachprüfbare Belege. Dann sei natürlich klar, daß das Kapital abstrakt sei, was aber nicht bedeuten würde, daß es nichts Gutes tun könnte. Was es Gutes tut, sei zum Beispiel im "Konsumistischen Manifest" von Norbert Bolz nachzulesen. Nicht nur beim Wohlstand, sondern auch bei der Armutbekämpfung gäbe es "eindeutige Beweise" zugunsten des Kapitalismus, so Holmes, "es tut mir fast leid".

Kritik an der Qualität der Produkte sei angesichts der Armut unredlich und antiirgendwas. Es gäbe keinen Text von Adorno über Hunger. Der Kapitalismus würde eben kein "Meer aus Schrott" hervorbringen, sondern gerade wegen des Zwangs zum Verkauf eine gute Qualität hervorbringen. Heute würden in jeder Tasche "Supertelefone" stecken. Der Kapitalismus sei "perfekt auf unsere Bedürfnisse abgestimmt".

"Nicht von der Hand zu weisen" seien hingegen die Folgen der Produktion für den Produzenten, Arbeit mache doof, gestreßt und einsam, aber der Kapitalismus würde die Folgekosten reduzieren. "Wir" würden weniger arbeiten als jede andere Gesellschaft, die Arbeitszeit wäre kontinuierlich im Sinken begriffen. Wollte dennoch jemand auf reiner Subsistenz leben, stünde es ihm frei, das Startkapital könne er sich "mal eben schnell in der U-Bahn zusammenbetteln".

Adorno würde nun dem Kapitalismus beständig Gewalt unterstellen, daß etwa das Besondere vom Allgemeinen "wie mit einem Folterinstrument zusammengepreßt" werde. Die Kritische Theorie sei "nicht einfach nur falsch", sondern "absurd und unverantwortlich", ein "Größenwahn", der die "Lösung für alle Probleme kennt".

Immerhin einen anregenden Gedanken äußerte Holmes bezüglich des Verschwörungsdenkens. Die Kritische Theorie habe nur die Erscheinungen dieses Denkens, besonders die Personalisierung, angegriffen, davor stünde jedoch als Voraussetzung der Gedanke, daß es eine Wurzel allen Übels gebe. Eine große Angst könne viele kleinere überlagern und Paranoia auf diese Weise zur Stabiliserung des Bewußtseins beitragen. Selbstredend diente dieser Exkurs nur dazu, den Protagonisten der Kritischen Theorie unterstellen zu können, von einer solchen Wurzel "allen Übels" auszugehen, sich selbst als Eingeweihte anzusehen und als Propheten aufzutreten. Überdies habe die Kritische Theorie "dieses Denken" bei kritischen Intellektuellen etabliert.

Die Wahl des Feindes sei mit dem Kapitalismus gut getroffen worden, da er allgegenwärtig sei.

Nun wollte Holmes mit einem Satzbaukasten demonstrieren, wie leicht es sei, einen Adorno-Satz zu erzeugen. Man bräuchte nur zwei Schubladen, eine für "Egoismus", eine für "Kollektivismus", und könne sich dann daraus bedienen. Sein vorgestellter Beispielsatz klang insofern nach Adorno, daß es sich um verwandten Jargon handelte, der Unterschied bestand jedoch darin, daß er Quatsch war und nicht mal als Cut-up Reiz ausübte.

Auf der Zielgeraden redete sich Holmes sogar noch heißer als sonst, als er sich Adornos Totalitäten vornahm. Das falsche Ganze gäbe es bei Adorno immer nur im Singular. Er hätte keine biologistischen Gedanken zulassen. Er hätte die "Aufhebung sämtlicher Widersprüche" in Aussicht gestellt, den "uneingeschränkten Trieb in all seiner Pracht". (Zwischenfrage aus dem Publikum: "Aber wer sagt denn das wo?" Holmes: "Komme ich gleich zu.")

Adorno hätte "nichts als Verachtung" für das Gewissen übrig gehabt. Um seine "pubertären Fieberträume" nicht zu entblößen, habe Adorno´sich der deutlichen Formulierung einer Zielvorstellung enthalten. Überhaupt hätte er keine trivialen Wahrheiten anerkannt, das Wahre hätte immer kompliziert sein müssen.

"Adorno und Horkheimer haben sich nichts zuschulden kommen lassen", schloß Holmes seine Unrteilsbegründung, sie hätten immer tapfer die Linke kritisiert. Aber die Kritische Theorie sondere die Menschen von der Welt ab, die Probleme ihrer Anhänger erwüchsen aus der Kritischen Theorie selbst. Und es stünde zu befürchten, daß bei der praktischen Umsetzung der enthaltenen Utopie die Wirtschaft zusammenbrechen würde und die zum Übel Erklärten im Gulag landen würden. Also Ronald McDonald und Käpt'n Iglu?

Nach diesen Tiraden gegen ein weitestgehend zusammenphantasiertes Feindbild, das durchaus Züge der deutschen Linken trug, jedoch kaum Adorno oder der Kritischen Theorie insgesamt entsprach, wirkte die Dritte auf dem Podium, die bekannte Buchautorin Sylke Tempel, mit ihren folgenden eher skizzierten Gedanken leicht deplaziert. Sie schloß sich dem Vorausgegangenen an und nahm sich dann drei Texte Adornos vor, die ihn in Widerspruch zu sich selbst gebracht haben sollen. Hauptsächlich ging es um sein Lob für die US-amerikanische Demokratie und seine in den USA vollzogene Hinwendung zur empirischen Forschung. Im Grunde beschädigte sie allerdings nur das zuvor aufgebaute Feindbild, indem sie Adornos komplexere Position andeutete und zuletzt auch seinen Individualismus als zutiefst amerikansich verteidigte. Unbedingt mußte sie sich darüber lustig machen, daß Adorno Gedanken über Mobile Erziehungskommandos fürs ländliche Deutschland angestellt hatte. Diese Kommandos, Frau Tempel, gibt es heute, sie tragen den Namen Autonome Antifa.



Die Diskussion wurde damit eröffnet, daß Ingo Way Sylke Tempel fragte, ob Adorno gegen Ende seines Lebens vor einer "liberalen Wende" gestanden hätte. Danach gab es aus dem recht konsterniert wirkenden Publikum die Frage, ob denn da bei Adorno nicht noch etwas mit Dialektik gewesen sei, worauf Ingo Way zugab: "Mir ist nicht klar, wozu Dialektik gut ist." Holmes darauf: "Dialektik im Denken ist nicht schlecht, aber es gibt keine Widersprüche in der Realität." Auch die folgenden Einwände gegen die Unredlichkeit einer derart pauschalen Adorno-Kritik wurden hastig abgewatscht, Infragestellung der Segenshaftigkeit des Kapitalismus mit dem Hinweis auf die unwiderlegbare Wissenschaft abgeschmettert.

Von anderen FdoGlern aus dem Publikum wurde beklagt, daß die Kritische Theorie überall sei und daß Adornos regressiver Charakter leider nicht manifest sei, was das Bekämpfen der Kritischen Theorie so erschweren würde. In dieser Phase klang es, als wäre das Tribunal in ein Treffen Anonymer Adorno-Opfer umgeschlagen.

Alles in allem hätte die Veranstaltung als Show genossen werden sollen, als Exorzierung eines grob nach Adorno modellierten bösen Geistes, von dessen Einfluß man sich endlich befreit hätte, aber die anderen eben noch nicht. Der ideologische Charakter, der Mangel an Selbstzweifel und Infragestellung, die Adorno vorgeworfene Monokausalität - all das wurde selbst zur Schau getragen. Welcher derjenigen Anhänger der Kritischen Theorie, an die der Abend adressiert war, etwa die Akkumulationsleistung des Kapitalismus infragestellt, jegliche Vermittlung abschaffen will oder sich noch zur Verteidigung irgendeines Sozialismus aufschwingen mag, ist mir nicht ganz klar, hier schien es eher, als ginge es um die eigene schlecht verdaute Rezeption und die eigenen einst vertretenen Positionen während des glücklich überwundenen "antideutschen" Lebensabschnitts.

Warum Adorno als vierter in einer Veranstaltungsreihe mit Hitler, Mao und Bin Laden auftauchte, warum also sein Wirken (oder auch das der kaum behandelten übrigen Vertreter der Kritischen Theorie) als Weg zum Massenmord angesehen werden muß, ist weiterhin nicht einzusehen. Ebensowenig, warum die Kritischen Theorie als "unterkomplex" anzusehen sein soll, während die offenbar dagegen starkgemachte komplexere Position darin zu bestehen scheint, daß einfach alles schon so gut ist, wie es ist. Die Veranstalter haben sich bereitgefunden, sich am Freitag einer "linken" Demonstration anzuschließen, trotz ihrer grundsätzlichen Bauchschmerzen mit einer Kernstelle des Aufrufs:

"Die hier beschworene Utopie der Versöhnung halten wir für totalitär. Versöhnung ist in der diesseitigen Welt nicht wünschenswert, jedenfalls nicht im politischen Sinne. Benötigt werden Institutionen, die die unblutige Austragung von Konflikten ermöglichen, ohne diese selbst abschaffen zu wollen. Dies wird nämlich nicht gelingen, ohne diejenigen, die sich partout nicht versöhnen lassen wollen und weiterhin auf ihren Interessen bestehen, die nicht automatisch mit denen aller anderen Menschen harmonieren, physisch aus der Welt zu schaffen. Wer würde da wohl wieder als erstes dran glauben müssen?"

Nun ja, ich gehe umgekehrt auch trotz der Beteiligung der "Freunde" der kurz angedachten Begriffe am Freitag mit.
27.7.06 11:32


"Wahlcomputer müssen sterben"

>>Das Internet ist ein Ort der Meinungsbildung. Gewählt werden sollte jedoch auf Papier.<<

Mein Interview mit Tim Pritlove vom CCC über Wahlcomputer.
26.7.06 12:36


Heute in Berlin

Die Freunde der offenen Gesellschaft lassen sich um 19 Uhr 30 im Haus der Demokratie über die Kritische Theorie aus:

>>An diesem Abend soll gezeigt werden, dass das extrem unterkomplexe, grotesk verzerrende und düstere Portrait der Realität westlicher Gesellschaften, das die Kritische Theorie zeichnet, dem Bedürfnis nach einer schnellen und einfachen Lösung für alle Menschheitsprobleme entspringt.<<

Das wird sicherlich lustig.
25.7.06 15:34


Trampen in Theorie und Praxis

Die kürzeren Touren der letzten Woche habe ich nicht im einzelnen gebloggt, aber hier noch mal der Schnelldurchlauf. Nach der GiG-Veranstaltung in Leipzig fuhr ich am nächsten Tag mit der Straßenbahn nach Grünau und trampte dann durch die Sonne nach Auerstedt, dem Austragungsort des Auerworld-Festivals. Bemerkenswert war ein älterer Mann mit Hund, der mich an der A9-Ausfahrt Naumburg auflas und, als ich mein Reiseziel angegeben hatte, sofort und übergangslos die geschichtliche Bedeutung der Schlacht von Auerstedt umriß. In schneller Folge sprach er dann von seiner frühzeitigen Ausreise aus der DDR, seinem Engagement an Unis im Westen und in den USA, seine Zeit auf einem israelischen Luftwaffenstützpunkt und seine flüchtige Bekanntschaft mit Protagonisten der Frankfurter Schule. Der Haken war, daß er zuviel auf einmal erzählen wollte und sich dabei verhedderte. Ich fragte hier und da nach, was ihn jedoch nur noch auf mehr Nebenschauplätze trieb.

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Auerworld: The New Telepathics, "Ihre Hypochondrie ist nur eingebildet, sie sind wirklich krank", "Was willstn am Feuer, ist doch nur heiße Luft"

Auf der Rücktour am Sonntag nach Berlin machte ich mir Gedanken zur Tramptheorie und fand Gefallen an meiner Wortschöpfung "ruptomobil". Das Problem am Trampen lokalisierte ich in der Überwindung der Ruptophobie der Autofahrer, die zwischen Start und Ziel der Reise (bei Paul Virillo zwischen Subjekt und Objekt) den Trajekt verdrängen würden, den es aber eben noch gibt, bis wir beamen können. Tramper stören also eine mühsam erlernte Routine.

Besonders Ruptophile können jedoch zur Falle für Tramper werden, da sie ständig rausfahren und Pause machen (wie zuletzt unser Lift von der Kanalfähre nach Bayern).

Nach Berlin fuhr dann ein Feuerkünstler aus Kreuzberg, der bei internationalen Festivals auftritt und eine lustige Mischung aus Hausbesetzer-Punk und kosmopolitischer Technophilie präsentierte. Er stellte sich zum Beispiel die Frage, wie er wohl damit umgehen wird, wenn sein Sohn demnächst anfangen sollte, Ketamin zu nehmen. Er empfahl uns das "Pyroporno" von Kain Karawan und dessen "Spiele mit Feuer" als alternativem Ansatz zum Brandschutz.

Dieses Wochenende nun fuhr ich abermals in dieselbe Richtung, machte auf dem Hinweg den Anfängerfehler, bei jemandem weiter mitzufahren, der abseits der Autobahn "nur noch schnell was abholen" wollte, was dann zwei Stunden dauerte, kam aber dennoch zur Prime Time zum Sommerfest in der Alten Feuerwache in Kromsdorf bei Weimar.

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Selbstgemachter Holunderschnaps mit Himbeerlimo, again and again, dazu das eine oder andere andere, Beschallung von Schleck & Stecker, später Gras im Gras und - ach nee, da wuchsen ja gar keine Pilze.

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Noch mal am Sonntag zurück nach Berlin: eine Sprachlehrerin, die Sprachreisen in den USA betreut und mir als Kontrast zu den unvermeidlichen Antiamerikanismen der Nacht eine große Freude war, brachte mich zum Hermsdorfer Kreuz, das bisher nicht zu meinen Lieblings-Trampstellen gehörte. Der Rasthof ist jedoch von einer schwedischen Kette übernommen worden, so daß sich die Preise fürs Essen fast halbiert haben und es allerlei Exotisches im Angebot gibt. Das scheint durchaus für mehr Betrieb zu sorgen, und die eigentliche Stelle zum Anhalten sah ja schon immer recht einladend aus:

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Manko bleibt, daß zuviele Fahrzeuge auf die A4 fahren und dennoch ein Schild nicht unbedingt helfen würde, da ja der bloße Sprung zum nächsten Rasthof in Osterfeld ausreichen würde. Schlußendlich wurde ich von einer Bulimikerin eingeladen, die von ihrem Vater gerade mit einem VW-Bus in die Schweiz gefahren worden war, und sich nun auf der Rückreise nach Berlin befand. Sie schwankte während der Fahrt zwischen klaren und bewegenden Aussagen über ihre Krankheit oder "Macke", wie sie das nannte, und Phasen, in denen sie sich entglitt und ihren Vater beschimpfte. Sie schien sich danach zu sehnen, aus Deutschland rauszukommen, weil sie der Meinung war, daß sie hier keine Chance bekommen würde, daß es zum Beispiel kaum Frauenfußball gäbe und erst recht keinen für Frauen wie sie. Sie beneidet die Christen, die "richtig denken" und statt der beständigen Zufuhr eines Suchtmittels sich mit ihrem Glauben genügen. In ihrer Darstellung wurde die Bulimie erst richtig schlimm, als sie ihren Glauben verloren hatte, als sie den Eindruck gewonnen hatte, daß ihre Gebete nicht erhört werden und sie schon als leichter Fall irreversibel aus der Gesellschaft ausgeschlossen blieb. "Mit Christen haben die Deutschen leichtes Spiel", sagte sie, "weil die Christen blöderweise vergeben."
25.7.06 12:35


Marx cuttet das Kapital

>>"They are my slaves," he would sometimes say, gesturing at the books on his shelves, "and they must serve me as I will." The task of this unpaid workforce was to provide raw materials which could be shaped for his own purposes. "His conversation does not run in one groove, but is as varied as are the volumes upon his library shelves," wrote an interviewer from the Chicago Tribune who visited Marx in 1878. In 1976 SS Prawer wrote a 450-page book devoted to Marx's literary references. The first volume of Das Kapital yielded quotations from the Bible, Shakespeare, Goethe, Milton, Voltaire, Homer, Balzac, Dante, Schiller, Sophocles, Plato, Thucydides, Xenophon, Defoe, Cervantes, Dryden, Heine, Virgil, Juvenal, Horace, Thomas More, Samuel Butler - as well as allusions to horror tales, English romantic novels, popular ballads, songs and jingles, melodrama and farce, myths and proverbs.<<

The Poet of Dialectics
25.7.06 11:15


Reclaim the term ‘hacker’

>>If you tinker with electronics, you are a hacker. If you use things in more ways than intended by the manufacturer, you are a hacker. If you build things out of strange, unexpected parts, you are a hacker. Reclaim the term.<<

95 Theses of Geek Activism (warum müssen das wieder gleich 95 sein...)
25.7.06 11:02


Verschwörungsgläubige um die Ecke

Als hätte ich sie mir für die Buch-Recherche bestellt, haben ein paar Konspirationisten in der Mainzer Straße 20 einen Laden eröffnet, in der sie einschlägige Bücher, T-Shirts und allerlei esoterischen Schickschnack verkaufen

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23.7.06 20:41


Der Leser fällt nicht weit vom Brief

Die lange Internetleitung des SPIEGEL, der vorletzte Woche das Bild einer zukünftigen Welt entwarf, in der möglicherweise Millionen von Menschen Weblogs schreiben und gar ihre Fotos ins Netz stellen, ist noch gar nichts gegen die diese Woche zum Thema auf der Leserbriefseite zur Schau gestellte Mischung aus stolzer Ignoranz und Technikfeindlichkeit. Am selbstentblößendsten fand ich Karl-Heinz List aus Ihlow:

>>Bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia von der Weisheit der Massen oder von kollektiver Intelligenz zu sprechen hört sich so an, als wäre die "Bild" zum offiziellen Organ der Akademie für Sprache und Dichtung mutiert. Bei Wikipedia kann jeder Texte veröffentlichen, andere Texte verändern und löschen. Ob er vom Thema etwas versteht, ist nebensächlich.<<

23.7.06 18:39


23.7.06 18:26


Demoaufruf: Für Israel und sein Recht auf Selbstverteidigung

Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.
(Paul Spiegel, 2002)

Unbestreitbar: Seit dem 12. Juli 2006 herrscht Krieg im Nahen Osten. Unbestreitbar auch: Wem das Exis­tenzrecht Israels wichtig ist, der muß sich in diesem Krieg ohne Wenn und Aber auf Seiten des jüdischen Staats positionieren.
Die Öffentlichkeit hier und im restlichen Europa legt das Recht Israels auf Selbstverteidigung hingegen wieder einmal ganz anders aus: Diesem Staat wird nur das Recht zugesprochen, den Vorbereitungen zur eigenen Li­qui­die­rung tatenlos zuzusehen und bei der UNO Resolutionen einzureichen. Israels Militäraktionen seien nicht “verhält­nismäßig” heißt es immerzu; das Verhältnis, das man - wie die Äußerungen von Zapatero bis Steinmeier zeigen -, hergestellt sehen möchte, hätte aber zur Folge, daß sich der israelische Souverän solange dem internatio­nalen Recht beugen muß, bis es ihn nicht mehr gibt.

Kein Völkerrecht für Israel?

Israels Premier Ehud Olmert nennt die Militär­intervention “Operation angemessener Preis”: Und sie ist der angemessene Preis für das, was die Mörderbanden bereits getan haben, sowie für das, was sie noch vorhaben. Die israelische Bevölkerung im Norden muß schon jetzt Tag für Tag in die Bunker flüchten, Haifa wird beschossen, und die Hisbollah soll sogar über Raketen verfügen, die Tel Aviv erreichen. Und doch ist das, was Israel derzeit militärisch unternimmt, das Mindeste, was zu tun um des eigenen Überlebens willen unverzichtbar ist. Es finden keine maßlosen Vergeltungsaktionen statt; die Angriffe auf Ziele im Libanon sind vielmehr mit der kontrollierten Sprengung einer Bombe vergleichbar, die ansonsten demnächst unkontrolliert explodiert wäre, ohne daß die Bevölkerung rechtzeitig die Bunker erreicht hätte. Hinter dem an Israel gerichteten Vorwurf, seine Militäraktionen seien unverhältnismäßig, können sich heutzutage die alten Mordphantasien am Besten verbergen. Die Rettung von Jüdinnen und Juden galt hierzulande eben immer schon als unverhältnismäßig.

Die Israel Defense Forces (IDF) machen in diesen Tagen nur das, was sie immer schon tun und tun müssen, und was ihr Name schon besagt: Sie verteidigen Israel. Diese Verteidigung hat absolute Priorität, der Souverän des jüdischen Staates muß die Zufluchtsstätte aller vom Antisemitismus Verfolgten vor der Zerstörung bewahren, ob dabei nun das internationale Recht gebrochen werden mag oder nicht. Alle, die Israel vorwerfen, daß es das Völkerrecht breche - und da tun sich neben den ein­schlägigen Nahostexperten wieder einmal insbesondere sozialdemokratische Politiker hervor -, täuschen darüber hinweg, daß die Kräfte, gegen die Israel vorgeht, dieses Recht längst und ungezählte Male gebrochen haben - ungestraft von den internationalen Organisationen und nationalen Regierungen, die soviel vom Völkerrecht reden. Und so stellt die tatsächliche Bedrohung Israels immer nur unter Beweis, daß dieses Recht nicht wirklich existiert.

Im Gazastreifen wie im Südlibanon herrscht nicht das Recht, sondern Unstaat und Chaos. Bei diesen Gebieten handelt es sich um rechtsfreie Räume, in denen die Mörderbanden Hamas und Hisbollah, die beide lange von der EU gehätschelt wurden, ungestört die Vernich­tung Israels vorbereiten konnten: Mehr als 10.000 Mittel­streckenraketen gegen Israel sind im Libanon seit dem Abzug der IDF im Jahr 2000 von der Hisbollah angehäuft worden, und der Gazastreifen verwandelt sich zusehends in ein gigantisches Wehrertüchtigungslager, dessen Teilnehmer die Vernichtung des jüdischen Staates und aller Juden zum Ziel haben. Aus dieser gewollten, geplanten und immer gefährlicher ins Werk gesetzten Vernichtung schöpfen nicht nur die Mitglieder der Hisbollah und Hamas ihre politische Identität, sondern auch all die Hunderttausenden “Zivilisten”, die diesen zujubeln und sie auf jede erdenkliche Weise unterstützen. Es ist eine Identität der Hoffnung auf Erlösung, die sich wie einstmals die der Mörderbanden Hitlers aus der Vernichtung des Judentums speist. Die Auslöschung Israels ist nämlich zugleich eine unabdingbare Voraus­setzung zur endgültigen Durchsetzung des islamischen “Gottesstaates”. So ist das, was die israelische Armee in diesen Tagen tut, objektiv im Interesse all derer im Libanon - und dabei handelt es sich vermutlich um die Hälfte der libanesischen Bevölkerung -, die eine total werdende Herrschaft der Hisbollah nicht wollen, deren Konturen ihnen aber im Südlibanon bereits deutlich vor Augen geführt wurden: Eine Herrschaft, die nicht einmal die Aussicht auf Gleichheit vor dem Gesetz und auf das Minimum an Freiheit zuläßt, wie es von der bürgerlichen Gesellschaft gewährt wird, sondern ein “Gewaltmonopol” errichtet, das nichts anderes als unmittelbaren Zwang und ungeregelte Gewalt islamischer Banden bedeutet, worin jeder, der abweicht, verfolgt, verstümmelt oder hinge­richtet wird.

Freilassung der Entführten, Zerschlagung der Hisbollah!

Für Israel selbst handelt es sich um einen notwen­digen und unaufschiebbar gewordenen Akt, die NGOs und GOs der Vernichtung zurückzudrängen, ihre Infra­struk­tur zu zerstören, um so etwas Zeit zu gewinnen. Die permanenten Raketenangriffe auf israelisches Terri­torium und die Entführungen israelischer Soldaten konnten nicht unbeantwortet bleiben. Der Militäreinsatz wird keine Lösung des Nahostkonflikts bringen, er ist aber not­wendige Sisyphosarbeit in einer Welt, die den antisemiti­schen Vernichtungswahn überall systematisch hervor­bringt, und deren Avantgarde an den Landesgren­zen Israels auf unmittelbaren Vollzug setzt. Es ist eine lebensnotwendige, gefährliche Sisyphos-Arbeit, ohne die es für Israel keine Atempausen gibt. Ohne sie kann das Schlimmste nicht weiter verhindert werden; dieses Schlimmste zu verhindern, ist aber die Voraussetzung dafür, daß einmal wirkliche Versöhnung möglich wäre.

Israel tut alles, um seine Grenzen defensiv gegen den Terror der Suicide Bombers zu sichern - mit einigem Erfolg. Gegen angeblich irreguläre Formationen einer scheinbar nicht existenten Armee, die auf sein Territorium eindringen und Soldaten entführen, gegen Mittel­streckenraketen, die bald jeden Ort im Land treffen könnten, gibt es jedoch keine defensiven Maßnahmen. Die Raketen müssen dort unschädlich gemacht werden, wo sie abgefeuert werden sollen. Ihr Bedienungspersonal muß dort, wo es seinem Mordhandwerk nachgeht und in der Bevölkerung wie der berühmte Fisch im Wasser sich bewegen kann, versprengt werden. Jeder Waffen­stillstand, der nicht die Freilassung der Entführten und die nachhaltige Schwächung, besser: die vollständige Zerschlagung der Hisbollah beinhaltet, wäre eine Nieder­lage Israels und eine Einladung an die antisemi­tische Internationale zu neuen und noch grausameren Taten.

Zu diesem Krieg gibt es keine alternativen dritten Wege, schon gar keine pazifistischen. Wer den von der Regierung Olmert am 12.7. eingeschlagenen Kurs nicht teilt, tut es stets mit schönen Worten und ganz “im Namen der unschuldigen Opfer” auf beiden Seiten. Denen, die solcher verlogenen Friedensrhetorik aufsitzen sei gesagt: Wenn da einer alles daran setzt, Zivilisten zu schonen, dann ist es Israel; und wenn jemand jede Entmischung der “eigenen” Zivilbevölkerung von den Kombattanten systematisch verhindert und darüber hinaus in jedem Juden - bewaffnet oder unbewaffnet - sein Target erkennt, dann sind es dessen Gegner in der Region. Wer Israel und seine Bedränger auf eine Stufe stellt, weiß zwischen Zivilisation und totalitärer Herrschaft nicht zu unterscheiden. Wer auf den perversen Gedanken verfällt, Israel zu nötigen, mit der Hamas und der Hisbollah “Frieden” zu schließen, hat über den einzigen “Friedens­störer” schon das letzte Wort gesprochen: Erst wenn Israel von der Landkarte getilgt ist, so denkt es in all den Pazifisten weltweit, herrschen Ruhe und Harmonie im Nahen Osten, der dann allerdings der größte jüdische Friedhof der Welt wäre.

Alle, für die das Existenzrecht Israels keine Floskel in der Sonntagsrede ist, die man am Werktag kalt lächelnd verrät; die auch dann solidarisch mit dem jüdischen Staat sind, wenn er sich militärisch gegen eine Welt von Feinden wehrt; die wissen, daß jede Kritik am Antisemitismus sich gerade im Krieg an der Seite Israels und gegen seine Todfeinde bewähren muß; sind aufgerufen, sich am Freitag dem 28.7. an der Demonstration zu beteiligen.

Freitag, 28. Juli 2006, 17 Uhr, Steinplatz in Berlin-Charlottenburg (U-Bahnhof Zoologischer Garten/Ernst-Reuther Platz). Von dort werden wir uns in Richtung der Syrischen Botschaft in Bewegung setzen.

Bisherige Unterstützer:
Berliner Bündnis gegen IG-Farben, Café Critique, Redaktion Bahamas, Samuel Laster (www.juedische.de), Freunde der offenen Gesellschaft, Georg-Weerth-Gesellschaft Köln, Anetta Kahane (Amadeu Antonio Stiftung), Anti-Defamation Forum Berlin, Initiative Verteidigt Israel Kiel, Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e. V.), typoskript.net, Gruppe 8. Mai Bielefeld, Jörg Walter, Autonome Antifa Nordost Berlin, Bündnis gegen Antisemitismus Leipzig, Olaf Gudat (Dortmund), AVIVA-Berlin, Milch und Honig e.V., Netzwerk jüdischer Frauen, AG „no tears for krauts“ Halle, Studienvertretung Politikwissenschaft der Universität Wien, Markus Ströhlein, B’nai B’rith Berlin (Raul Wallenberg Loge), Weblog Lizas Welt, torsun (egotronic)

Weitere Informationen unter www.redaktion-bahamas.org und www.cafecritique.priv.at
22.7.06 17:11


22.7.06 13:54


Stimme der Vernunft

>>Einige Teilnehmer der Demonstration zeigten sich unzufrieden mit den Parolen und betonten, dass im Mittelpunkt des Protestes politische Forderungen stehen sollten. Israel müsse "den Völkermord sofort stoppen".<<

(Berliner Friedenstreiberdemo bei Tagesspiegel)
22.7.06 00:59


FdoG Appeasement oder Frieden

scrupeda hat einen Bericht über die von uns gemeinsam besuchte Veranstaltung der Zwangsliberalen aus ihrer antiideologischen Reihe geschrieben, in dem sichtbar wird, daß es bei dem Thema und maximaler Zurückhaltung der Gastgebenden klar ging. Die gelöste Stimmung schien allerdings dem Thema selten angemessen, am wenigsten, wie ja von einem älteren Besucher auch angemahnt, bezüglich Israel.

Ebensowenig verstehe ich die nur halbherzig von Thomas von der Osten-Sacken dementierte Auffassung, daß es in Deutschland bezüglich der außenpolitischen Einstellung ein Ringen zwischen zwei Strömungen gäbe, was in der Zuspitzung auf Merkel einerseits und diverse Rot-Grün-Vertreter andererseits eine nennenswerte konservativ-liberale Position unterstellt, die eine ernstgemeint amerika- und israelfreundliche Richtung fährt. Das kann ich beim besten Willen nicht erkennen, ich sehe nur den Versuch, diesen Eindruck zu erwecken. Ansonsten steht Merkel glaube ich relativ abseits.

Spannender dürfte es auf jeden Fall am Dienstag werden, wenn der mächtigen Kritischen Theorie ihre notorische Denkfaulheit nachgewiesen werden soll.
22.7.06 00:37


21.7.06 12:33


Israel: Antifa heißt eben wirklich Angriff

Vielleicht bin ich zu voreilig, aber die Bekundungen des libanesischen Premierministers, die Hizbollah würde im Sinne von Teheran und Damaskus handeln, sie müsse mit internationaler Hilfe entwaffnet werden und der Libanon müsse die volle Souveränität über sein gesamtes Staatsgebiet erlangen, signalisieren für mich, daß es sich gelohnt haben könnte, daß Israel in die Offensive gegangen ist.
20.7.06 13:28


Flucht nach vorn

Daß sich Deutschland als weltoffen und geschichtsbewußt präsentieren kann, obwohl es seine Grenzen verrammelt hat und die europäische Abschottung unterstützt, hat sich als mißachtetes Dauerphänomen etabliert.

Daß aber der seit letztem Sommer bekannte Umstand, daß erheblich mehr Menschen aus Deutschland auswandern als einwandern, nun zu hysterischen Versuchen führt, die Volksgenossen hierzubehalten, bestätigt den Verdacht, daß wir eigentlich in der South-Park-Folge über Deutschland leben, die es leider nicht gibt.

Jenseits des Wahns, trotz des unleugbaren Trends globaler Migration unbedingt eine "deutsche Talentschmiede" zu brauchen, ist immerhin die Diagnose der hiesigen Auswanderungsgründe schon etwas vorangekommen, wenn sogar Roland Koch; Ministerpräsident des am häufigsten verlassenen Bundeslandes, sagt:

"Vor allem aber brauchen wir eine stärkere Offenheit, eine positive gesellschaftliche Grundeinstellung zu modernen Technologien, die nirgendwo in der Welt auf soviel Skepsis und Ablehnung stoßen wie bei uns.“

Wobei ich mir noch nicht erfolgreich einreden kann, daß er damit Weblogs meint und nicht Atomkraftwerke. Ebenfalls ist noch nicht gesagt, wie die Auswanderung "gestoppt" werden soll, wenn sich an der "Grundeinstellung" nichts ändert.
20.7.06 11:06


Molekulartheologie

Derzeit lese ich die Timothy-Leary-Biographie von John Higgs und fand diese Stelle über den Psilocybin-Versuch beim Ostergottesdienst 1962 in Boston sehr schön:

"The implication here was that a state previously considered a blessing from God could be induced by man more or less at will. The Church might not be able to achieve this, but Leary's magic pill could. He couldn't have offended people any more if he tried."

19.7.06 23:00


Lange Internetleitung

Es ist echt jetzt schon beim Spiegel angekommen, daß Web 2.0 demnächst das Internet verändern könnte?
19.7.06 11:43


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